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Brot in der Volkssage (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 26.05.2016, 08:54 (vor 1975 Tagen) @ PARA (5350 Aufrufe)

Hallo!

Bei der Behauptung man könnte mit 2 Laib Brot unterm Arm fliehen, wenn man eines fallen lässt solle man sich nicht danach bücken, denn eines würde genügen, wurde ich durch spätere Recherchen in einer "bayrischen Waldsage" fündig, wo genau dieser Satz inne hatte.

Das ist ein eine Wandersage, die in leicht abweichenden Verisonen in verschiedenen Volkssagen in ganz Deutschland vorkommt, die Irlmaier zum Teil natürlich bekannt waren.

Birkenbaumsage (1864): "So kurz wird der Krieg dauern, daß der, welcher einen Laib Brot und einen Scherz in den Kampf mitnimmt, fällt ihm der Laib hinab, sich darum nicht bücken soll, er hat am Scherz genug."
Geißenkäther († 1831): "Man soll auf die Berge flüchten, einen Laib Brot, eine Speckseite und einen Krug Kirschwasser mitnehmen, und wenn das alles aufgezehrt ist, ist auch der Krieg zuende."
Egger Gilge († 1735): "Vor den Schweizern braucht man nicht weiter zu fliehen als bis zu den obersten Haselstauden, und wenn einer drei Brote trägt und es fällt ihm eines aus der Hand, dann soll er nicht umschauen, er hat mit zweien genug."
Mühlhiasl (1923): "Wenn’s aber einmal kommen, muß man davonlaufen, was man kann und muß sich verstecken mit drei Laib Brot. Wenn man beim Laufen einen verliert, darf man sich nicht bücken, so muß es ‚schlaun’, wenn man den zweiten verliert, muß man ihn auch hintlassen, man kanns auch mit einem noch aushalten."
Sturmberger (1820): "Ein Strom neben dem Böhmer Wald wird bleiben, wo man den größten Sturm mit drei Laiben Brot überleben kann, wenn man es hat. Wenn aber einer im Laufen aus der Hand fällt, so laß ihn liegen, es genügen zwei."
Wickenthies (1814): "Ein Knabe wird Brodt aus Brugdorf holen, und im Herausgehen wird ihn eine Schuhschnalle aufgehen; ohne aufs Kriegsvolk zu denken, legt er sein Brodt ganz sicher auf den Schlagbaum, bückt sich um seinen Schuh zu zuschnallen, indem er aber aufsiehet, wird er mit Kriegsvolk umgeben und sein Brodt weg seyn."

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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