Sprachliches

Geschrieben von franke43 am 10. August 2004 16:13:02:

Als Antwort auf: Re: Wo ist die Verneinung ?@ Franke geschrieben von BBouvier am 09. August 2004 14:45:33:

Hallo BB

>Auf diese Frage habe ich schon gewartet.gg....
>"plus" hat im Französischen 2 Funktionen.
>Einmal als Komparativ:
>"plus que moi" = mehr als ich

So weit hab ich´s auch gewusst.

>Und dann als Verneinung(!):
>"je n´ai plus de sucre" (ich habe keinen Zucker mehr)
>Und darauf ist Centurio wohl reingefallen und
>übersetzt einfach den Superlativ, denn:
>"auf höherem Preis" ist ohne Sinn.
>"Zucker ist auf Höchstpreis" hiesse nämlich:
>Le sucre est à son prix le plus haut"
>Hier aber stünde:
>"à son haut pris (auf hohem Preisniveau)(n´est)plus(nicht mehr)le sucre.
>ne pas = nicht
>ne rien = kein
>ne plus = nicht mehr
>Und das (n´est) hat Nostradamus umgangssprachlich weggelassen.

Und hier regen sich meine Zweifel. Ich verstehe wohl,
dass man umgangssprachlich die Satzkopula "est"
weglassen kann. Aber das Weglassen der Verneinungs-
partikel "ne" (oder "n´" + Vokal des nächsten Wortes)
ist auch umgangssprachlich ungewöhnlich, weil
irreführend.

>Grammattikalisch korrekt hiesse Zeile 1 überhaupt völlig anders:
>"La lerme sabée n´est plus à son hault prix."

Ich sehe eben im Satz von Nostradamus nirgends
auch nur irgend ein "n", das zur Verneinungs-
partikel "ne" gehören könnte.

>ABER DAS REIMTE SICH NICHT!!
>Auf der Strasse hört man beispielsweise:
>"t´as d´argent?"anstatt:
>"tu as de l´argent?"

Ja schon, aber das ist eine positive Frage,
keine verneinende. Verneinend wäre etwa
"rien d´argent ?" (kein Geld ?).

Ausserdem habe ich Probleme einzusehen,
warum die sabäische Träne plötzlich Wasser
sein sollte. Im Nahen Osten sind Öl UND
Wasser gleichermassen umkämpft, das
Wasser hauptsächlich von den Einheimischen.
Daher sind beide Deutungen denkbar.

Im übrigen bin ich der Auffassung, dass
wir soeben erleben, dass der sogenannte
"Peak Oil"-Punkt erreicht ist. Der schnell
wachsende Ölbedarf von China und anderen
Schwellenländern hat diesen Zeitpunkt
wahrscheinlich ein paar Jahre vorverlegt.
Ändern können wir es nicht, wir sollten
löieber frühzeitig und angemessen darauf
reagieren, statt auf die Rückkehr von
Phasen mit niedrigem Rohölpreis zu
hoffen. Die sabäische Träne wird teuer
bleiben.

Gruss

Franke


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