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Das 7. Jahrtausend bei Nostradamus (Prosatexte an Sohn Cäsar und Heinrich II.) (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 06.08.2015, 23:09 (vor 2137 Tagen) @ Malbork (4855 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Mittwoch, 30.08.2017, 19:28

Hallo!

Stellt sich somit die Frage, ob Nostradamus mit dem Wort "revolu" tatsaechlich die Revolution gemeint haben kann oder doch eher den Sinn "am Ende einer Periode" zu verstehen ist. Welche Periode kann Nostradamus meinen? Nun, da gibt er gleich den naechsten Hinweis mit "der grossen Nummer Sieben".

Ja. Moderne Revolutionen waren ja damals völlig unbekannt. "Revolu" ist daher in der Urbedeutung zu verstehen.

Das Mittelfranzösischlexikon hilft weiter.

Stichwort révolu:

A. - "Qui est mu en arrière, qui a roulé en arrière"
B. - "Qui est mu circulairement"
C. - "Qui a accompli son cours, qui est écoulé, passé"

A: Was zurück bewegt wird, bzw. zurück rollt.
B: Was kreisförmig/zyklisch bewegt wird.
C: Was seinen Lauf vollendet, was abgelaufen/vergangen ist.

Wie der Eine oder Andere von euch weiss, endet am 13. September 2015 das Sabbatjahr oder anders auch genannt "Schmittah". Aber nicht nur das, es Endet auch der grosse Zyklus des Sabbatjahr, DIE GROSSE SIEBEN, das Jubeljahr!

Die Nummer Sieben meint wahrscheinlich das siebte Jahrtausend seit Erschaffung der Welt. Darauf weist wohl auch die dritte Zeile des Verses hin (wörtlich steht hier "tausendstes Zeitalter", meint aber wohl die Vollendung des Jahrtausends/das tausendste Jahr).

Blöderweise macht Nostradamus keine genauen Angaben, wann das sein soll. In seinen Werken stellt er insgesamt vier abweichende Berechnungen über das Datum der Erschaffung der Welt an:

  • 4758 v. Chr. ⇒ Ende des 7. Jahrtausends = 2242 n. Chr.
  • 4173 v. Chr. ⇒ Ende des 7. Jahrtausends = 2827 n. Chr.
  • 4092 v. Chr. ⇒ Ende des 7. Jahrtausends = 2908 n. Chr.
  • 3967 v. Chr. ⇒ Ende des 7. Jahrtausends = 3033 n. Chr.

Mit dem Beginn des 7. Jahrtausends verbindet Nostradamus in seinem Brief an Heinrich II. die Verfolgung der Kirche und eine weltweite Umwälzung, die allerdings nicht das Ende der Zeiten ist.

Zunächst aber zur Vorrede an Cäsar, Übersetzung von Ewald:

"Und daß von diesem Augenblick an, bevor daß ich dies niederschreibe, wird die Welt in einhundertsiebenundsiebzig Jahren drei Monaten und elf Tagen durch Seuche, langen Hunger, Kriege und mehr noch durch Überschwemmungen zwischen heute und diesem vorbestimmten Datum, davor und danach mehrere Male so dezimiert werden, und so wenig der Welt wird bleiben, daß man den nicht finden wird, der die Felder nehmen will: Die auch so lange frei sein werden: Wie sie in Bearbeitung gewesen sind (47) und dies dann nach dem sichtbaren himmlischen Richterspruch, wenn wir auch noch so sehr im siebten Jahrtausend seien, das alles vollendet, im Achten uns näherrückend, wo der Sternhimmel der achten Sphäre ist, die in einer sehr freidenkerischen Ausdehnung ist, wo der große ewige Gott die Umwälzung vollenden wird, wo die himmlischen Bilder zur Eigenbewegung zurückkehren werden und die höhere Bewegung, die uns die Erde stabil und fest macht, sie wird nicht ewiglich geneigt sein: Außer bis sein Wille erfüllt sein wird und kein anderer Punkt (48) wie sehr auch alle natürlichen Vernünftigkeiten mit widersprüchlichen Meinungen von mohammedanischen Phantastereien überhäuft werden, kommt Gott der Schöpfer einige Male durch die Diener seiner feurigen Boten mit flammenden Sendschreiben, um auf die äußeren Sinne selbst auf unsere Augen einzuwirken, die Ursachen einer zukünftigen Vorhersage, Bedeutungen für den zukünftigen Fall, der sich demjenigen zeigen muß, der vorhersagt."

Sehr schwer verständlich. Man fragt sich, ob Ewald überhaupt kapiert hat, was er da übersetzt. Wenn ich das richtig verstehe, steht da folgendes:

  • 1732 +/- eine unbekannte Zeit soll die Erde durch Kriege und Naturkatastrophen verheert werden. Das würde wohl sehr grob zum Beginn des 7. Jahrtausends entsprechend der 2., 3. und auch 4. der obigen Möglichkeiten passen. Das wäre wohl "unsere" Cäsur.
  • Danach ist das Land ebenso lange unbewirtet, wie es zuvor in Bearbeitung war. ⇒ Locker einige hundert Jahre.
  • Das wird dann irgendwann im 7. Jahrtausend sein, wenn sich das 8. nähert. Im 8. Jahrtausend soll Gott die Umwälzung vollenden. Und darauf könnte sich X/74 beziehen. Das Ende der Geschichte, Eintreten der Offenbarung, wenn am jüngsten Tage die Toten aus ihren Gräbern steigen (die "Eintretenden"). Für uns dann nicht unmittelbar relevant.
  • "Bis sein Wille erfüllt sein wird", also bis zum Ende der Zeiten, kommen einige Male feurige Boten. Dabei dürfte es sich um unsere "Weltenwende" mit Impakten und womöglich Nachzüglern handeln.

Was unsere Zeit betrifft, wird Nostradamus in seinem Brief an Heinrich II. deutlicher:

"Alsdann wird durch große Fluten die Erinnerung an die umfassenden Untaten einen unschätzbaren Verlust an solchen Beweismitteln erleiden, selbst die Schriften: Die mit göttlichem Willen bei den Nördlichen sein werden, (97) und noch einmal Satan gefesselt. Und es wird unter den Menschen ein weltweiter Friede gemacht werden, und die Kirche Jesu Christi wird von aller Trübsal befreit werden, wieviel an Galle und pestartiger Verführung die Bewohner der Azoren auch in den Honig mischen wollten: (98) Und das wird nahe des siebten Jahrtausends geschehen, daß die Kirche Jesu Christi nicht mehr von den Ungläubigen, die vom Nordwind kommen werden, mit Füßen getreten werden wird; der Welt rückt irgendein Weltenbrand (Umwälzung) näher, soviel aber bei meinen Berechnungen in meinen Prophetien, daß der Lauf der Zeiten sehr, sehr viel weiter geht. (99) In dem Schreiben, das ich diese vergangenen Jahre meinem Sohn Cäsar Nostradamus gewidmet habe, habe ich etliche Punkte ohne Vorhersage hinreichend ausführlich dargelegt."

Hier lese ich:

  • Durch "Fluten", also eine Art neue Sintflut, d. h. unsere Weltenwende entsteht ein großer Verlust an Beweismitteln, also schriftlicher Überlieferung. ⇒ Zivilisationsabbruch durch die Katastrophen.
  • Satan wird gefesselt. Wie wir aus der Offenbarung wissen, soll das für 1000 Jahre geschehen, was zu den obigen Ausführungen über das Ende der Zeiten im 8. Jahrtausend passt.
  • Die Kirche, bzw. der wahre Glaube ist nahe dem Beginn des 7. Jahrtausends, also jetzt, großer Verfolgung ausgesetzt. Die Verfolgung wird gestützt von den "Azoren". Es ist wohl zu vermuten, daß Nostradamus damit die Amerikaner meint, die er in den Centurien des öfteren als "Inseln" oder "Hesperiden" (mythisches Land im äußersten Westen) verschleiert. Es gibt auch Verse, in denen er sie mit dem Antichristen gleichsetzt. Für ihn (und da dürften ihm nicht wenige hier zustimmen) sind die USA die Pest der Welt.
  • Die Sache wird durch einen "Weltenbrand" (Impakte, Finsternis usw.) gelöst, wobei dies nicht das Ende der Zeiten ist, welche u. a. in X/74 beschrieben wird.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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