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Wirklichkeit und Wahrscheinlichkeit (Freie Themen)

Luzifer @, Österreich, Samstag, 04. Januar 2020, 22:18 (vor 224 Tagen) @ Floppy406 mal gelesen

Hallo Floppy,

ich finde diesen Weg aus zwei Hauptgründen durchaus interessant.

1.) Wie bereits erwähnt, vom Gehirn wird viel ergänzt.

Naja im Gehirn entsteht das Bild der Wirklichkeit erst, beziehungsweise ist es vermutlich noch eher die Schnittstelle zum Geist, in dem das Bild dann wirklich entsteht.

Unser Auge ist ein konvexer "Einlinser". Das Bild stünde zum Beispiel auf dem Kopf, tut es aber nicht, weil der Geist das "weg- und umrechnet". Außerdem gäbe es chromatische Abberation, auch das rechnet der Geist weg.

Wir können die Wirklichkeit nicht erkennen, wir erkennen die Sinneseindrücke und generieren eine Modellvorstellung, die wir Wirklichkeit nennen, mit allem drum und dran. Wo gibt es "Farben" in der Natur, was es gibt sind elektromagentische Wellen mit unterschiedlicher Frequenz. "Farbe" gibt es nur im Geist, es ist eine sogenannte geistige Qualia. Und keiner kann garantieren, dass Dein "blau" nicht mein "rot" ist. Das kann man nicht vergleichen, weil es eben nichts "Materielles" ist, sondern Qualia.

Daher ist das schon von diesem Aspekt heraus interessant, weil man dann offensichtlich vom eigenen Geist Dinge gezeigt bekommen kann, die vielleicht interessant sein könnten. Das Blöde ist ja, dass wir den eigenen Geist weder verstehen noch irgendwie signifikant nutzen können, außer ein bisschen an der Oberfläche kratzen und uns dabei als schlaue intellektuelle Menschen fühlen. Das Potential ist weit, weit höher.


2.) Die Wahrscheinlichkeit und die Wirklichkeit

Wie wir heute wissen funktioniert die Welt eben nicht auf jeder Skala in der Art eines Uhrwerks nach definierten physikalischen Gesetzen, die es erlauben würden jeden Endzustand zu kennen, wüsste man nur den Impuls und den Ort jedes Teilchens zu einem bestimmten Zeitpunkt. Deswegen ist auch das sogenannte "Blockuniversum", das man aus der ART ableiten kann, ein Holler. Ich bin mir recht sicher, man wird die ART adaptieren bzw. uminterpretieren müssen, wenn man sie wirklich mit der QM verbinden will.

Das "Blockuniversum", indem alles eine 4D-Ausdehnung hat (auch in der Zeit!) und damit mit absolut definierter Zukunft kann man sich rexen.

Natürlich "funktioniert" die Welt grundsätzlich nach den klassischen Naturgesetzen, weil die Eintrittswahrscheinlichkeit des erwarteten Ergebnisses fast unendlich zu null ist, wenn man reduktionistisch alle Randbedingungen und Einflussfaktoren kontrolliert. Und bei emergenten Dingen, wo extrem viele Teilchen beteiligt sind, wie der Thermodynamik, kommt eben eines der wahrscheinlichsten Ergebnisse zum Tragen.

Nur nichts ist ohne Rückkoppelung an in gewissem Sinne alles und das muss man berücksichtigen, weil bei komplexen, verbundenen und weit vom stabilen Zustand entfernten Zuständen das Denken die Vorgänge darin mit klassischer Physik erschlagen zu können, nunja etwas "schlicht" ist.

So aber normalerweise beobachten wir keine "Wunder", in dem Sinne, es geschieht etwas gegen die klassischen physikalischen Gesetze. Sobald eines, wie das Fallgesetz mal tätig wird, gibt es kein Kraut und (fast :-) ) keinen Zauber dagegen, darauf können wir uns verlassen und das ist gut so, sonst könnten wir hier nämlich nicht leben.

Irgendwie muss aber etwas Transzendentes, wie unser Geistselbst beispielsweise in die "Realität" eingreifen können, es muss Schnittstellen geben und dafür vermute ich einfach die Beeinflussung von Wahrscheinlichkeiten komplexer labiler Systeme, die sozusagen wie ein Pendel am Hochpunkt, das nach rechts oder links runterfallen kann, funktionieren. Das "wie" wäre sogar eine naturwissenschaftliche Fragestellung, weil das Interface eine "reelle" Seite ebenfalls ausweisen müsste. Und in Bezug auf unseren Körper funktioniert das auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Will ich meinen Arm heben ist er dann eben oben, der Prozess kennt, wie die Naturgesetze, ebenfalls keine Ausnahmen, außer etwas ist nicht intakt.

So und beim Rauschen handelt es sich um so etwas, das so unbestimmt ist, dass das vielleicht auch durch Geistselbste manipuliert werden könnte um beispielsweise Botschaften zu übermitteln. Beim eigenen wäre das ja jetzt nicht so spannend, sondern schon ein ziemlicher Umweg :-), es könnte aber auch von jemand anderem stammen.

Daher wenn Du Dir einen Arzttermin ausmachst, kannst gleich für mich auch einen ausmachen, weil ich finde den Ansatz durchaus spannend :-)

Schöne Grüße
Luzifer


Quod est inferius, est sicut id quod est superius, et quod est superius, est sicut id quod est inferius, ad perpetranda miracula rei unius.


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