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Nicht verwechseln (Freie Themen)

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 17. Januar 2019, 14:30 (vor 35 Tagen) @ Micha1976898 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Samstag, 02. Februar 2019, 17:37

Hallo!

es gibt eine 3sat-Doku wo gezeigt wird, dass das auch in der Vergangenheit schon vorgekommen ist.

hier die Stelle in der Doku:

https://youtu.be/F1K0xnJQqeg?t=1892

In der Dokumentation wird allerdings etwas anderes beschrieben.

Wodans Sohn bezog sich auf die natürliche Veränderung des Erdmagnetfeldes, die offenbar innerhalb des Zeithorizonts einiger Jahre nur ähnlich ungenau vorhersagbar ist wie der Wetterbericht der nächsten zwei Wochen.
Die Prozesse im Erdinneren sind weitgehend unbekannt. Mit welchen Mitteln sollten auch die Ströme flüssigen Metalls in Kern und Mantel als Grundlage einer Prognose des Erdmagnetfeldes bestimmt werden, wenn das Erdmagnetfeld allein der Indikator für die es generierenden innererdlichen Strömungen ist? Mit anderen Worten: Die Katze beißt sich hier in den Schwanz. Ganz gewöhnliche Veränderungen werden erst sichtbar, wenn sie für die Wissenschaft überraschend in Gestalt des sich regional verändernden Erdmagnetfeldes eintreten.

Die Dokumentation bezieht sich hingegen auf eine in größeren zeitlichen Abständen vollziehened Umpolung des Erdmagnetfeldes. Dies ist etwas anderes als die zwischen diesen Umpolungen stattfindende natürliche Wanderung des magnetischen Nordpols bzw. die Veränderungen des Erdmagnetfeldes, auf die sich Wodans Sohn bzw. der von ihm verlinkte Artikel beziehen! Die natürliche Polwanderung fand nicht in der Vergangenheit bereits punktuell einmal oder mehrmals statt, sondern ereignet sich ununterbrochen seit Entstehung der Erde laufend.
Der Mechanismus der Magnetfeldumpolung ist meines Erachtens ebenfalls ungeklärt. Ein Zusammenhang mit dem Ausmaß der natürlichen Magnetfeldveränderung ist rein spekulativ, wenngleich die Journalisten, welche die Dokumentation erstellten, desgleichen andeuten. Die befragte Wissenschaftlerin weist aber zurecht darauf hin, daß ein Zusammenhang mit einer Feldumkehr unklar ist ("Wenn es der Anfang einer Feldumkehr ist..." Tatsächlich meint sie aber das konditionale "falls"!!!) und diese nach einer Phase der Abschwächung in Jahrhunderten eintreten würde.

Widersprüchlicherweise wird in der Dokumentation behauptet, die Daten des zunächst gezeigten Paläomagnetikers würden eine vor 40.000 Jahren stattgefundene Umpolung anzeigen. Später wird mit Hinweis auf die Ablagerungen in den Abruzzen die "letzte geomagnetische Feldumkehr" bzw. "letzte echte Polumkehr" vor 780.000 Jahren angesprochen. Waren die Aussagen des ersten Paläomagnetikers (Norbert irgendwas...) also falsch? Die Qualitätsjournalisten hauen einem da zusammengeschnittene Behauptungen um die Ohren und hoffen, der Zuschauer bemerkt durch die Bilder hypnotisiert die Widersprüche nicht...
Die Aussagen der Italiener am Ende besagen, daß die Umpolung selbst binnen weniger Jahre stattfinde. Das bezieht sich aber nicht auf die der Polumkehr vorausgehende Zeit der natürlichen Polwanderung und Abschwächung des Magnetfeldes, in der wir derzeit leben. Die Umpolung ereignet sich also mutmaßlich in einigen Jahrhunderten plötzlich und schnell, während der Pol bis dahin noch ziellos umherwandert und regional Magnetfeldanomalien bei insgesamt sich abschwächendem Magnetfelde entstehen. In unserer Epoche ist das Magnetfeld wohl immer noch zu stark, um eine baldige Umpolung zu ermöglichen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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