Die Prophezeiungen von Widdowson und Beesley
Geschrieben von Andreas am 04. März 2003 23:56:51:
Hallo zusammen,
Ich lese schon eine ganze Weile mit. Ich persönlich kenne die Prophezeihungen von Irlmaier und den anderen nicht. Über einen Link von Badland bin ich jedoch auf das Werk von Widdowson und Beesley gestossen, das mich auf Anhieb in seinen Bann gezogen hat. Im folgenden eine kurze Zusammenfassung wesentlicher Gedanken.
Widdowson und Beesley gehen in ihrer Analyse weder vom Anbeginn eines "neuen kosmischen Zeitalters" noch vor der bevorstehenden Ankunft des Teufels oder Jesu aus. Vielmehr konstatieren sie, dass die westliche Zivilisation ihre Blütephase überschritten habe und sich in ihrem Niedergang befände. Allerdings ginge es anderen Kulturen nicht besser, da sie viele Eigenheiten der westlichen Zivilisation übernommen hätten und die gleichen Probleme dort verzögert auftauchen würden. Ihren Schätzungen zufolge wird es in den nächsten 50-200 Jahren zum grossen Zusammenbruch kommen. Die Anzeichen für diesen Kollaps seien sowohl im innern von Staaten wie international zu spüren und seien gekennzeichnet durch drei Prozesse:
a) ökonomische Disorganisation (Nomen von mir aus dem engl. übernommen)
b) soziale Diskohäsion
c) politische DisintegrationStark verkürzt kann man sagen, dass der Handlungshorizont der Menschen langsam aber stetig kleiner wird, sowohl im politischen wie im sozialen und ökonomischen Bereich - und dies trotz scheinbar gegenläufigen Tendenzen wie Globasierung und europäischer Integration.
Auf der ökonomischen Ebene sei ein zunehmende Diskrepanz zwischen dem Optimismus irgendwelcher Indikatorenfetischisten und den realen wirtschaftlichen Begebenheiten wie Löhnen, Verschuldung etc. festzustellen. Konkret werden die massive Verschuldung, die Vernetzung der Finanzmärkte und die mangelhafte Alterssicherung als Probleme genannt, die früher oder später zu massiven Schocks und sozialen Problemen führen würden.
Gemäss Beesley und Widdowson manifestiert sich der Niedergang unserer Zivilisation auf der sozialen Ebene im grassierenden Individualismus: Kinder haben Fernseher im Zimmer stehen, es wird in der Familie nicht mehr gemeinsam gegessen, jeder zimmert sich seine eigene Privatreligion zusammen und ganz wichtig: Es gibt ein buntes Nebeneinander an verschieden moralischen Werten, Lebensentwürfen etc. Die soziale Kohäsion Amerikas und Europas seien stark durch die Zuwanderung bedroht, wobei Beesley und Widdowson nicht rassistisch argumentieren, sondern behaupten, dass durch die Zuwanderung das Wertgefüge noch heterogener wird.
Politisch zeige sich der Niedergang durch einen zunehmenden Legitimitäts- und Autoritätsverlust des Staates. B. und W. nennen als Indikator das Wiederaufkommen von "Grenzen" innerhalb eines Staates, das Entstehen von "gated communities" und "no go areas" und eine Tendenz zum Separatismus. Die organisierte Kriminalität stelle bereits jetzt in einigen Regionen eine echte strukturierende herrschaftsbasierte "Konkurrenz" zum Staat dar.
All diese Phänomene seien nun auch auf internationaler Ebene beobbachtbar. In Zukunft müssen wir gemäss B. und W mit folgendem rechnen. Charakteristisch für das internationale System sei die Tatsache, dass im Zuge der globalen Verbreitung moderner Waffen die Vormacht des Westens immer mehr in Frage gestellt werde - sowohl durch andere Nationalstaaten und nichtstaatliche Organisationen, etwa Terroristen. Die in vielerlei Hinsicht völlig wirkungslose UNO werde bald der Vergangenheit angehören. Ein wichtiges Zeichen werde die Einstellung grosser internationaler Anlässe wie etwa der olympischen Spiele und der Fussball-WM sein.
Im kulturellen Bereich sei die provozierende Dekadenz der modernen Kunst, die nicht mehr die traditionellen Werte einer Kultur zu stärken sondern zu erodieren suche ein Zeichen für das kommende Unheil. Bald werde es so etwas wie Kunsthandwerk nicht mehr existieren. Das was als Kunst bezeichnet werde, zeichne sich durch seine Billigkeit und Schnödheit aus. Weiter sei die weitverbreitete Technologieskepsis ebenfalls ein Indikator - statt dass weiter in der Kernkraft geforscht würde und nach einigen Rückschlägen Fortschritte erzielt würden, baue man in Europa die Kernkraftwerke ab. Eine Stagnation sei insbesondere auch in der Weltraumforschung auszumachen, welche sich seit Jahrzehnten mit oberflächlichen Experimenten beschäftige anstatt die Kolonialisierung des Weltalls voran zu treiben. Ähnliches gelte für die Ausbeutung der Ressourcen der Ozeane, die die Erdoberfläche bedecken.
Der Kollaps, der dem Dark Age vorangehe, sei durch "general war" gekennzeichnet, sowohl im Inneren von Staaten wie auch zwischen Staaten. Es werde zu nuklearen Auseinandersetzungen kommen. Eine wichtige historische Analogie stellt der Untergang des römischen Reiches dar.
Wer Interesse an Beesley und Widdowson hat: http://website.lineone.net/~marc.widdowson/
Gruss
Andreas
- Re: Die Prophezeiungen von Widdowson und Beesley an Andreas BBouvier 05.3.2003 18:39 (4)
- Re: Die Prophezeiungen von Widdowson und Beesley an Andreas Andreas 05.3.2003 19:06 (3)
- Re: Interessant XI 05.3.2003 19:26 (2)
- Re: Interessant Andreas 05.3.2003 19:36 (1)
- Re: Interessant BBouvier 05.3.2003 19:55 (0)
- Re: Die Prophezeiungen von Widdowson und Beesley wutz 05.3.2003 09:50 (7)
- Re: Die Prophezeiungen von Widdowson und Beesley Andreas 05.3.2003 10:07 (6)
- Probleme hierbei franke43 05.3.2003 10:24 (5)
- Re: Probleme hierbei Torsten 05.3.2003 12:54 (4)
- Re: Probleme hierbei Andreas 05.3.2003 15:11 (3)
- Re: Probleme hierbei Torsten 05.3.2003 16:55 (2)
- Re: Probleme hierbei Andreas 05.3.2003 17:21 (1)
- Re: Probleme hierbei Torsten 05.3.2003 19:43 (0)
- Anmerkung Andreas 05.3.2003 00:00 (0)