Deutungsversuch (Schauungen & Prophezeiungen)

Fenrizwolf @, Samstag, 20.06.2015, 06:22 (vor 2128 Tagen) @ schwelmi (1833 Aufrufe)

Hallo Schwelmi,

entschuldige bitte, daß ich so irrational lange für eine Antwort brauche. Ich habe das nicht vergessen.

Der Ort ist überlagert vom hiesigen Schwimmbad, in dem ein Mädchen während des Schulsportes ertrunken ist.
Mit der kleineren, unbeachteteren Schwester dieses Mädchens ging ich damals zur Schule.
Reizvoll war sie allein durch ihren Neurotizismus.

Ein Vierteljahrhundert später um Genauigkeit zu ringen, ist fast verantworungslos.
Ich erlebte das auch aus Sicht des gewöhnlich Träumenden, und hatte keine Sicht
wie am Tage. Der emotionale Gehalt ist allerdings noch präsent.

Der Mann war gleichsam irgendjemanden, wie auch ich selbst - als (ein) Mann.
Die Frau war nur die Verführerin. Lieblos, Symbol der Verführung.
Der beste Vergleich wäre wohl der zwischen einem sexuellen Akt voller hingebungsvoller Liebe
und leidenschaftsloser Sexualität -> Pornografie.

Dieser Merlin-Verschnitt hatte keine wahre Autorität.
Der hatte etwas rotes oder purpurnes an Gewand, einen Stab in einer Hand.
Der hatte nichts Weihevolles oder Ehrfurchterregendes an sich - der war profan.

Noch ohne belesen zu sein, denke ich heute an das, was die Okkultisten damals
Sexualmagie nannten.
Aus heutiger Sicht drängt sich mir der Vergleich halt auf, ohne daß ich wüßte, worum es tatsächlich geht.
Gemäß meines Verständnisses ist Magie die Absicht, der Versuch, die Kunst, das nötige wissen
um Geschehnisse im hier und jetzt mit Kraft des Geistes, absichtsvoll zu beinflussen.

Eine besondere Disziplin, namens Sexualmagie soll dabei wohl die allgemeine Kraft der
der Sexualität innewohnenden Kraft absichtsvoll transferieren.

Unter dieser Annahme kann ich das gesehene Bild am besten deuten:

Der Mann sind wir alle (ob Mann oder Weib)
Das scheinbar "lustvolle" Weib ist nur eine Falle
Und dieser Priester nimmt, raubt die natürliche Kraft für ferne Zwecke

Beispiel:
- Die Kraft, die ich ins Häuslebauen stecken könnte, nährt die Spekulanten
- Die Kraft, die ich in Nächstenliebe geben könnte, verkommt zu haltloser Prominenz anstatt Ruhm
- Die Kraft, die ich in Gottesuche investieren wollte, versiegt in Sucht.

Ich deute diese Traumszene als absichtsvolle und ehrlose Umwandlung der uns
jeweils innewohnenden Stärke zur niederen Nutzung.

Das beschreibt eigentlich sehr gut den Zeitgeist.
Endlose Parasiten laben sich ungeniert am halb toten, halb lebenden Korpus des Aufrichtigen.

Ehrbarer Wille wird zum Mißbrauch entfremdet.

Statt "Schaffe, schaffe, Häusle baue" wird: Ich sauge Deinen Saft, Ahnungsloser.

Das Motto dieser Zeit.

Respektvoll und müde

Fenrizwolf


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