Meine außergewöhnlichsten Träume (Schauungen & Prophezeiungen)

Fenrizwolf @, Montag, 25.05.2015, 22:39 (vor 2153 Tagen) (3367 Aufrufe)

Hallo!

Wie zuvor angekündigt, möchte ich im Folgenden von zwei Träumen berichten, die jeweils auf ihre Art ganz außergewöhnlich für mich waren.

Den ersten träumte ich im Jugendalter, während ich eine Grippe auskurierte.
Er war quasi Teil einer Traumtrilogie in einer sehr traumintensiven Nacht. Er stach dabei aber deutlich heraus.
Besonders ist neben der Tatsache, daß er unvergessen ist, die überbordende Symbolik und die Tatsache, daß zum damaligen Zeitpunkt apokalyptische Vorstellungen nicht unbedingt meinem Zukunftsbild entsprachen.
Über ernste Ausschreitungen und Zerstörungen in der Heimat habe ich damals sonst nicht phantasiert. Da schien mir die Welt noch einen einigermaßen geregelten Gang zu nehmen.

Der zweite Traum geht vermutlich mit der damaligen Finanzkrise einher. Nur weiß ich nicht mehr, wann ich das ganz genau träumte, und ob ich da schon Kunde von der Krise selbst hatte.
Die Auswirkungen waren da beruflich noch gar nicht so drastisch spürbar, und selbst bei der folgenden Beschäftigung mit eventuellen Folgen war ich nicht unbedingt angsterfüllt.

Vorher und nachher hatte ich Erlebnisse, deren Dramatik unmittelbar war und deutlich
über das hinausging, was theoretisch bezüglich der Krise in meinem Oberstübchen herumgeisterte. Ich bin sonst nicht gerade von Neurosen geplagt - doch dieser Traum, so arm er in Bildern und Inhalten ist, so drastisch war er in seinem emotionalen Erleben.

Im Allgemeinen erinnere ich mich selten an Träume und den seltenen Albträumen kann ich mich nach kurzer Revision doch meist fix entledigen.
Dieser jedoch lies mich beinahe fassungslos zurück. Die extrahierte Botschaft ist für
mich: etwas Undenkbares wird plötzlich Realität und die Welt wird eine andere sein.


Traum 1 - Fiebertraum ca. 1992/1993

Kulisse ist mein damaliger alltäglicher Schulweg, den ich aus der Perspektive der Busfahrt erlebe.
Als es plötzlich dunkel wird, sehe ich eine Frau mittleren Alters, die völlig außer sich
vor Zorn, unter lautem Schimpfen, einen sog. Molotow-Cocktail in ein Schaufenster wirft.
Diese unbändige Wut empfand ich als sehr befremdlich.

Kurz darauf laufe ich hoch über der Stadt über eine hölzerne Seilbrücke während unter mir
alles in Flammen steht. Das waren keine lodernden Flammen, sondern eine alles verzehrende Weißglut.
Zwar weiß ich nicht, wohin ich gehe, aber ich fühle mich dabei wohl - regelrecht erleichtert.
Daß mir eine Handvoll Personen (dargestellt durch damals Gleichaltrige des gewohnten Alltags) folgt, nehme ich überrascht aber gleichgültig zur Kenntnis.

In der nächsten Szene befinde ich mich mit zwei, drei weiteren Personen in einer Art Industriebrache, wo mir beinahe feierlich robustes Schuhwerk übergeben wird.

Anschließend sehe ich Mann und Frau sich vereinen, während eine Art Priester/Magier im Hintergrund zeremoniell unverständliche Worte murmelt.

In der Schlußsequenz sehe ich mich vis-a-vis einer ekelhaften Götzenfigur gegenüber, die
an einem Fließband aus Lehm Menschen erschafft, und sie unmittelbar danach selbst verspeist.
Völlig entrüstet frage ich mit allem Mut: "Warum tust Du das?"
Ich erhalte keine Antwort - und der Traum endet.

Traum 2 - vermutlich Dezember 2007

Ich stehe auf dem Parkplatz des Supermarktes, den ich beinahe täglich frequentiere.
Mir kommt ein älterer Herr mit Einkaufswagen entgegen, doch entgegen der Gewohnheit
scheinen auf dem Parkplatz keine oder kaum Autos zu stehen.
Da wird mir plötzlich offenbar - als würde ich mobil telefonieren - daß etwas geschehen ist,
das die Welt und den Alltag für immer verändert.
Ich hatte Ahnung davon, war aber doch sehr überrascht.

Es herrschte noch Betrieb, d. h. die Leute kauften ein, aber sie schienen apathisch, gebrochen,
angstvoll aber auch regelrecht geläutert.
Ich war zwar selbst perplex, konnte es kaum glauben, aber es war auch, als fiele eine unglaubliche Last von mir.
Was einst den Lauf der Welt zu bestimmen schien, war nun nicht mehr.
Mein Gemütszustand war zwar besorgt, aber nicht ängstlich. Eher spürte ich eine Aufbruchstimmung, doch war ich ohne Orientierung.

Der Eingang des Supermarktes war in diesem Traum verändert, und das Ambiente war irgendwie dunkler, etwas auch rötlich.
(Tatsächlich wurde 2012 der Eingang des Geschäftes baulich neu gestaltet und die alten Einkaufswagen aus blankem Metall wurden durch welche ersetzt, die eine anthrazitfarbene Kunststoffbeschichtung aufweisen. Ich habe das nicht so gesehen, wie es später kam.)

Später beobachte ich von meinem Büro aus das Haus gegenüber auf der anderen Straßenseite, in dem bis dahin der mittlerweile vierte Gastronomiebetrieb ansässig war.
Ich beobachtete einen Bekannten - der dort selbst vor Jahren Gastwirt war - dabei, wie er eifrig das Haus mit Brettern vernagelte.
Ob dies Reparaturarbeiten oder Sicherheitsmaßnahmen waren, wußte ich nicht.
Kurz darauf sah ich ihn nur noch an einer Bretterbude zimmern.
Mich hat dieses Bild sehr betroffen gemacht.

(Als vor nicht ganz zwei Jahren der vierte Pächter unvermittelt auszog, mußte ich etwas stutzen, als zahlreiche Bretter an der Hauswand lehnten. Der darauffolgende Gastronom
ist seit kurzem auch von dannen. Künftig soll aus den Räumlichkeiten wohl Wohnraum werden.)

In den anschließenden Szenen sah ich mich zusammen mit anderen im Wald kampieren (das Dschungelcamp läßt grüßen). Dort fühlte ich mich wohl.
Am Ende war ich dort allein, streifte durch die Wälder und war mit mir und der Welt vollkommen im Reinen.

Trotz des skurrilen aber friedlichen Endes hat mich dieser Traum nach dem verfrühten Aufwachen am Morgen dermaßen in seinem Bann gehalten, daß ich entgegen meiner Natur
akuten Redebedarf hatte, und irritiert zum Telefonhörer griff, um mich mitzuteilen.
Den ganzen Tag über hallte das geträumte Erleben nach.

Mit besten Grüßen

Fenrizwolf


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