Re: wenn die Geschichte eines Großkonzerns bis 1921 ausgegraben werden muß

Geschrieben von Gast am 05. April 2005 12:58:

Als Antwort auf: Unter deutscher Verwaltung geschrieben von Suchender am 05. April 2005 07:52:

um da mal eine Spende von 15 000.- Reichsmark zu finden, sieht das nach der üblichen billigen englischen Hetze aus.....
Dazu noch soll die Spende von einem Heinrich Mohn gewesen sein und nicht vom maßgeblichen Konzernchef Reinhard Mohn.

Wäre auch kaum möglich gewesen, denn 1921 ist Reinhard Mohn gerade erst auf die Welt gekommen und was die (freiwilligen oder erzwungenen?) Propagandaschriften 1933 angeht, war er zu diesem Zeitpunkt gerade mal 12 Jahre alt und dürfte hierbei wenig mitzureden gehabt haben.

Reinhard Mohn war (ist) überzeugter Sozialdemokrat, wobei er gerne bei jeder Gelegenheit an der SPD herumgekrittelt hat, weil die ihm nie sozialdemokratisch genug war. Ziemlich abwegig, den Konzern wegen einer Spende eines Vorfahren aus dem Mittelalter heute in die Nähe der Nationalsozialisten rücken zu wollen.

Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Normalerweise. Aber was ist schon der gezielte Massenmord an Alten, Kranken, Behinderten, Frauen und Kindern, die 1945 in sämtlichen Städten auf entsetzlichste Weise verheizt wurden, wenn man doch genüsslich mit dem Finger auf eine Mitgliedschaft eines Druckereibesitzers von anno 1921 zeigen kann.

Reinhard Mohn war einer der besten Manager, die Deutschland je hatte. Im Gegensatz zu den vielen Schaumschlägern und hohlen Pfeifen, die nur dazu da sind, alte Unternehmen runterzuwirtschaften und auszuschlachten.
Hier mal etwas, das den Konzern und seinen Chef etwas korrekter darstellt:


Wenn es darum geht, zukunftsweisende Ideen, Konzepte und praktische Lösungen für elementare gesellschaftspolitische, soziale und wirtschaftliche Fragen zu entwickeln oder entsprechende Modellprojekte zu unterstützen und Entscheidungsträger miteinander ins Gespräch zu bringen, trifft man immer wieder auf die Bertelsmann-Stiftung. Der Kopf hinter dieser Stiftung ist der 1921 in Gütersloh geborene Unternehmer Reinhard Mohn. Unter seiner Führung wurde aus dem elterlichen Verlags- und Druckereiunternehmen ein global agierender Medienkonzern. "In der Demokratie muss der Staat auf die Initiative und Einsatzbereitschaft seiner Bürger zählen können", hat Mohn einmal festgestellt und in diesem Sinne 1977 die Bertelsmann Stiftung ins Leben gerufen.

Der Stiftung übertrug Mohn 1993 68,8 Prozent der Unternehmensanteile an der Bertelsmann AG. Obwohl die Unternehmensbeteiligung der Bertelsmann Stiftung mit keinem Stimmrecht verbunden ist, bildet sie das Fundament für das soziale Engagement und die Unternehmenskontinuität der Bertelsmänner. Wissenschaftsförderung und Medienkompetenz stehen ebenso auf der Agenda der Bertelsmann-Stiftung wie zum Beispiel modernes Schulmanagement, internationale Verständigung oder Innovationsförderung in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Medizin und Bildung. Eine Medienpädagogische Kooperation mit dem Evangelischen Stiftischen Gymnasium Gütersloh sowie eine Stadtstiftung Gütersloh und eine 49-prozentige Beteiligung an der Stadtbibliothek Gütersloh GmbH gehören ebenso zu den zahllosen Aktivitäten wie die Förderung für die Universitäts-Augenklinik Kiel und für die Privat-Universität Witten-Herdecke.

Die Gründung der IT-Akademie Ostwestfalen und eines Internationalen Netzwerkes öffentlicher Bibliotheken, die Einrichtung eines Institutes für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen sowie ein Projektwettbewerb für Integration von Zuwanderern oder die von Liz Mohn initiierte Gründung der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sind weitere Beispiele für das immer umfassender und differenzierter gewordene Engagement der Bertelsmann-Stiftung.

Wenn Reinhard Mohn, der bis heute dem Kuratoriumspräsidium der Stiftung angehört, mehrfach geehrt worden ist, dann wurde damit vor allem seine Bereitschaft ausgezeichnet, die im Grundgesetz-Artikel 14 eingeforderte Sozialverpflichtung des Eigentums in die Tat umzusetzen. n



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