Was ich von den

Geschrieben von Niko am 11. Oktober 2002 15:41:20:

Hallo,

über "Russen-Angriff"-Spekulationen und "seriöse", "ersthafte" "Prognosen" darüber, kann ich nur herzhaft lachen. :-))) Aber diese immer wiederkehrende "Warnungen" machen mich zum Teil etwas besorgt. Mehr darüber unten. Alle Anhänger dieser Spekulations-Theorie bitte ich um Verständniss und mir nicht böse sein. Ich bin Russe, aber das bedeutet bei diesem Meinungsaustausch gar nichts. Ich verfolge auch sehr kritisch und aufmerksam nicht nur die russische Presse, sondern auch viele anderen Informationskanäle. Nichts dergleiches (absolut Nichts!), was auf einen "Russen-EuropaAngriff" deuten könnte, kann ich feststellen!
Ich muss dazu auch sagen, man muss auch nicht unbedingt jede Äusserung eines einzelnen Politiker sehr ernst nehmen, ganz zu schweigen, darauf irgendwelche "zukunftsweisende" Prognose bauen.

Meiner Meinung nach, manche Forumsteilnehmer hier klammern einfach viel zu sehr an die sogennanten "Prophezeihungs-Vermutungen" und Spekulationen. Das kann ich aber verstehen, schliesslich ist das "Prophezeihungs-Forum". ;-)
Bei der "Russen-Angriff-Glaube" spielen wahrscheinlich auch andere "psychologische" Faktoren aus der alten "Kaltenkriegs-Zeit" (inklusive manchen persönlichen "Symphatie"-Neigungen gegenüber den Russen, die ich bei manchen Forumsteilnehmer beobachten konnte.).

Erstens, der sogennanten "Überraschungs-Blitz-Krieg" ist angesichts der Spionage- und sonstiger -Technik, menschlichen Kontakten usw. heutzutage einfach nicht möglich!!!
Zweitens, was sollen bitteschön die Russen in Europa suchen??? Welche Vorteile und "Siege" sollen sie da erreichen??? Was soll das überhaupt für den Russen bringen??? Welche "existenziele" und sonstige grundlegende Probleme soll Russland dadurch lösen??? Und wieso soll die Bevölkerung in Russland (inklusive Wehrpflichtigen) die Durchführung solchen Plänen unterstützen???

Auch die Informiertheit der Russen, was in der Welt geschieht (und auch die Objektivität), ist enorm gestiegen (auch dank Internet, vielen kritischen Zeitungen und Fernsehrprogrammen, auch ausländischen Fernsehrkanälen.). Man kann nicht die Bevölkerung in Russland ständig nur an die Verhältnisse vor 30-40 Jahren messen! So maniepulierbar die Massen in Russland, wie früher, nicht mehr! Ein Zeichen dafür war auch ein misslungener Putsch im Jahre 1991! Auch die Einstellung gegenüber der Westen hat sich seit dem sehr gravierend verändert, besonders bei jüngeren Leuten. Es gibt natürlich auch eine ältere Generation (mit vielen alten "Programmierungen" und Weltanschauungen), aber sie spielt bei der wichtigen Entscheidungen, meinen Einschätzungen nach, keine große Rolle mehr. Auch die Antikriegs-Stimmungen sind in der Bevölkerung sehr stark. Auch die Politik in der Tschetschenien-Frage wird zunehmen kritisiert.

Dazu kommen auch immer wachsende Wirtschafts-Bezeihungen und persönliche Kontakte. Allein in Deutschland, nach mancher Einschätzungen, leben mittlerweile über 2 Mio. russischsprechende Menschen. Von dieser Gruppe wird logischerweise keine Unterstützung für solche Pläne geben (eher Wiederstand). Nach meinen Beobachtungen wird auch der Einfluss Russischsprechenden-Bevölkerung in Europa auf die Öffentlichkeits-Meinung und sogar zum Teil auf die Politik in Russlande immer grösser und stärker. Also, wie gesagt, ich kann beim besten Willen keinen Grund (kein "Zeichen") dafür finden, warum Russland Europa angreifen soll. Der Argument, das die Politiker in Russland bei solchen wichtigen Fragen, alles durchführen können, ohne Rücksicht auf die Meinung der Bevölkerung, finde ich falsch und nicht zeitgemäss.

Während meinen gelegentlichen Reisen nach Russland beobachte ich immer wieder auch ständig wachsende Interesse an die geistige, spirituelle, religiöse und sonstige Literatur, die sich mit dem Sinn des Lebens und sonstigen Lebensfragen beschäftigt. Ja, in manchen Bereichen konnte ich sogar einen regelrechten Bum beobachten (besonders im Bereich der Psychologie und Esoterik). Sehr gefragt und populär werden auch Englisch- und Deutschkenntnisse (besonders in der Großstädten). Und diese steigende Tendenz freut mich. Das ist auch ein gutes Zeichen dafür, dass die Menschen in erster Linie versuchen selbst die Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen und lernen selbstständig zu denken.

Also, von solchen immer wieder warnenden "Russen-Angriff-Prognosen" halte ich gar nichts, im Gegenteil, ich finde sie sogar irreführend und schädlich (in dem Sinne, dass sie nur sugestive und sonstige paranoidale Angstzustände bei den Menschen verursachen und bei dem ständigen Wiederholen sogar befästigen!).

Oder soll Russland trotzdem Europa eingreifen, damit endlich die "Prophezeihungen" und sonstige "Russen-Angriff"-Spekulationen in Erfühlung gehen. ;-)))

Lieben Gruss
Niko

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