Re: Wie stellst dir denn so eigentlich wirklich ...

Geschrieben von detlef am 14. Juni 2005 16:39:24:

Als Antwort auf: Re: Wie stellst dir denn so eigentlich wirklich ... geschrieben von Luzifer am 14. Juni 2005 13:21:

>Die schriebst:
>

deshalb nehme ich an, dass die achse bleibt, wo sie ist, "nur" die erde "verrutscht" gegen diese achse.

>Das ist ein Denkfehler. Die Erde kann nicht "verrutschen" ohne dass sich die Erdachse "verschiebt".
>Die Erdachse ist kein materieller Ort, sondern wird durch die Rotation der Erde definiert. Wäre ein Pol, der einen Endpunkt der Erdachse darstellt, plötzlich an einem anderen Ort, müsste sich die Rotationsrichtung ändern. Wohin die Erdachse in Bezug auf andere Himmelskörper zeigt, ist irrelevant.

fuer dich vielleicht.
fuer mich nicht. hier auf der erde wird die achse eines kreisels durch die schwerkraft definiert. d.h. die achse stabilisiert sich senkrecht zum massezentrum der erde. somit ist eine kreiselachse nicht vom kreisel, sondern von aeusseren kraeften definiert.
ergo wird die achse der erde auch nicht aus der erde heraus zu definieren sein. sondern durch aeussere kraefte. das sind, poetisch ausgedrueckt: sonne, mond und sterne...
die sonne ist weit weg aber gross. der mond ist klein, aber nahe. die beiden halte ich fuer die hauptfaktoren der definition der ausrichtung der erdachse.

>Dies könnte nur durch eine von aussen wirkende Kraft geschehen. Eine grosse Kraft, die auf die Erdbeweung einwirkt, ist der Mond. Die Erde keine echte Kugel sondern ein Rotationsellipsoid (noch genauer ein Geoid). Also hat die Gravitation des Mondes einen Ansatzpunkt. Der Mond versucht praktisch, die Erde aufzurichten (das heisst, Rotationsebene und Mondbahnebene anzugleichen).

öhem... wenn du meine aeusserungen zum thema schon laenger lesen wuerdest, kaemst du mir nicht mit unterstellungen bezueglich "kugelgestalt" der erde.
was die beiden anderen benutzten ausdruecke angeht, "rotationsellipsoid" und "geoid", ist dir hoffentlich klar, dass diese ueberhaupt nichts aussagen, da sie extra zur beschreibung der erde kreiert worden sind. (genau so aussagekraeftig kannst du ein huhn als huehnerfoermig beschreiben)
ich stimme dir zu, dass der umlauf des mondes die sonstigen auf die erde wirkenden kraefte relativiert.

>Dadurch entsteht eine Taumelbewegung (Präzession) der Erdachse. Projeziert man die Verlängerung der Erdachse über den Nordpol an den Himmel, beschreibt dieser einen Vollkreis in ca. 26.000 Jahren.

ich wuerde dir zustimmen, dass die mondrotation die taeglichen bewegungen der pole beeinflusst. aber die langfristige "rotation" der erdachse gegen fixsterne haengt wohl eher mit der wanderung des gesamten sonnesystems zusammen. das beruehmt/beruechtigte weltenjahr von 26 - plus... tausend jahren.

>Eine Kraft, die gross genug wäre (z. B. ein grosser Himmelskörper, der sehr nahe an die Erde herankommt), die Erdachse innerhalb kurzer Zeit zu verändern, würde den Planeten wahrscheinlich zerstören. Ausserdem würde er, lange bevor eine Wirkung auf Erdachse spürbar würde, die Erde aus ihrer Bahn werfen.
>Die Gefahr bestände darin, dass die Erde ihre Bahn verlässt und nicht die, dass die Polachse sich verändert.

da ich von einer gegenueber dem sonnensystem fixen erdachse ausgehe, koennte ein nahe vorbeiziehender anderer himmelskoerper hoechstens durch die unregelmaessige form der erde - "geoid" ;-)) - kleinere verschiebungen der erdmasse gegenueber der achse verursachen. ob durch masse anziehung die erde aus ihrer bahn geraet, ist ein anderes thema. aber keines, um dass ich mir gedanken mache. eine aenderung der erdbahn macht entweder grillfleisch, oder gefrierfleisch aus uns. also nichts, was, nach meiner meinung, zu ueberleben waere. (im gegensatz zu einem polsprung)

also, nochmal: ich behaupte, die erdachse bleibt da wo sie ist. (von aussen gesehen)
der gesamte erdkoerper, oder der erdmantel aendert seine position. das nennt man geographische polverschiebung (polsprung).
vor wenigen tagen las ich, dass der magnetische nordpol inzwischen so weit gewandert ist, dass er das kanadische gebiet verlassen hat. wenn das jemand vor zwei jahren alks moeglichkeit bezeichnet haette, waere er zum spinner erklaert worden.
die einzige wirkliche tatsache, bezueglich polspruenge ist, dass niemand, weder befuerworter, noch gegner, auch nur annaehernd die mechanismen der erde versteht.
leider tun aber beide seiten so, als ob sie die weisheit mit loeffeln gegessen haetten.

gruss,detlef




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