Re: Polsprung

Geschrieben von Suchender am 20. Juni 2005 15:28:59:

Als Antwort auf: Polsprung geschrieben von Tarman am 20. Juni 2005 14:59:05:

>Hallo Luzifer,
>nachdem ich früher einen Polsprung bzw. eine Polverschiebung für unmöglich gehalten habe, wegen der Massenträgheit der Erdrotation und der Stabilisierung der Erdachse durch den Mond, bin ich mir nicht mehr so sicher.
>Die Erde ist kein massiver, in sich starrer Körper, sondern ein in Schichten aufgebauter Körper. Die oberste Schicht, die Kruste, ist sehr dünn und liegt über einer mehr oder minder flüssigen Schicht, dem Erdmantel. Bei einem Erdradius von rund 6.250 km hat die Kruste einen Anteil von ca. 25 km.
>Trotz ihrer Postion ganz außen steckt der Hauptteil des Drehimpulses der Erde nicht in der Kruste. Deshalb ist es denkbar, daß sich die Kruste bei einem "Ungleichgewicht" gegenüber den tieferen Schichten verschiebt. Stellen wir uns eine 30cm Stahlkugel vor, eingebettet in eine Wasserkugel von 60cm Durchmesser, die von einer 3mm dicken Gummi-Schicht in Form gehalten wird. Diese Kugel rotiere frei im Raum.
>Solange keine äußeren Kräfte auf sie wirken, rotiert sie stabil. Klebe ich jedoch auf 30* Nord eine Unze Blei auf die Kugel und lasse sie wieder rotieren, geschieht folgendes: Die Hauptmasse der Kugel rotiert unbeeindruckt weiter, während sich die Hülle verlagert. Das Blei wandert an den Äquator, indem es die Hülle als Ganzes verschiebt. (Die Rotation verlangsamt sich ein wenig, aber das sind Detail-Effekte).
>Wenn wir davon ausgehen, daß sich die Kontinente verschieben, dann können wir auch annehmen, daß sich die Erdkruste als Ganzes verschieben kann. Dann dreht die Erde im Prinzip wie vorher, nur wir, auf der Erdkruste, erleben das als Polverschiebung. Diese kann "langsam" erfolgen, also innerhalb von Monaten, was die Folgen durch die Änderung der Radialbeschleunigung minimiert. Schließlich sind die inneren Schichten der Erde eher zäh- als dünnflüssig.
>Polverschiebungen widersprechen nicht der Physik. Die Bleikugel kann ein Magma-Ausbruch sein, der eine "Unwucht" auf der Erdkruste erzeugt. Ein Impakt kommt eher nicht in Frage, höchstens als "Streifschuß", der ein neues Gebirge aufwirft, oder womöglich sogar stecken bleibt (1 Mrd Tonnen Ni-Fe-Meteor müßten reichen). Doch dank der Schwerkraft der Erde ist ein Streifschuß wenig wahrscheinlich.
>Freundliche Grüße
>Tarman

Hallo Tarman,

geophysikalisch entspricht Dein Beitrag dem gegenwärtigen materialistischen Weltbild.

Gruß Suchender


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