Re: Wie stellst dir denn so eigentlich wirklich ...

Geschrieben von Luzifer am 20. Juni 2005 13:48:

Als Antwort auf: Re: Wie stellst dir denn so eigentlich wirklich ... geschrieben von detlef am 14. Juni 2005 16:39:24:

hier auf der erde wird die achse eines kreisels durch die schwerkraft definiert.

Die Achse wird nicht durch die Schwerkraft, sondern durch die Rotation definiert. Die Schwerkraft übt einen Einfluss auf die Rotation aus.

somit ist eine kreiselachse nicht vom kreisel, sondern von aeusseren kraeften definiert.

Du verwechselst die Begriffe Definition (genaue Bestimmung eines Sachverhaltes oder Gegensandes) und Einfluss (Wirkung bzw. Wechselwirkung).

ergo wird die achse der erde auch nicht aus der erde heraus zu definieren sein. sondern durch aeussere kraefte. das sind, poetisch ausgedrueckt: sonne, mond und sterne...

Die Erde (und jeder andere Himmelskörper) besitzt einen Drehimpuls, was sich schon aus der Entstehungsgeschichte ergibt. Drehimpuls gleich Radius zum Quadrat mal Winkgelgeschwindigkeit.

die sonne ist weit weg aber gross. der mond ist klein, aber nahe. die beiden halte ich fuer die hauptfaktoren der definition der ausrichtung der erdachse.

Genau, Sonne und Mond üben mit ihrer Gravitation den stärksten Einfluss aus. Der Rest (Planeten und Kleinkörper kann vernachlässigt werden).

Ein rotierender Körper hat auf Grund der Massenträgheit das Bestreben, Rotationsrichtung und -geschwindigkeit beizubehalten. Wirkt nun eine Kraft von aussen, kommt es zu einer "Taumelbewegung". Und diesen Vorgang nennt man Präzession. Es kommt noch die Nutation hinzu, die auf die gleiche Wirkung zurückzuführen ist. Dier Persiode beträgt knapp 26.000 Jahre. Die Wanderung des Frühlingspunktes, die auf der Präzession beruht, war übrigens schon den antiken Griechen bekannt.

Siehe hier oder hier

Auch die Neigung der Erdachse schwankt ein wenig (etwa zwischen 21,5 und 24,5 Grad in Bezug auf Bahnebene. Die Periode beträgt etwa 40.000 Jahre.

öhem... wenn du meine aeusserungen zum thema schon laenger lesen wuerdest, kaemst du mir nicht mit unterstellungen bezueglich "kugelgestalt" der erde.
was die beiden anderen benutzten ausdruecke angeht, "rotationsellipsoid" und "geoid", ist dir hoffentlich klar, dass diese ueberhaupt nichts aussagen, da sie extra zur beschreibung der erde kreiert worden sind.

Wo habe ich wem etwas unterstellt? Ich habe betont, dass die Gestalt der Erde von der Kugelgestalt abweicht. Und das ist sehr wohl wichtig, wenn um den gravitativen Einfluss des Mondes auf die Erde geht.

Gravitation nimmt im Quadrat zur Entfernung ab. Ergo wirkt sie am stärksten auf die Äquoatorausbuchtung (Bulge). Die Gravitationskraft wirkt vor allem hier und versucht, die Erdachse aufzurichten, was zur Präzession führt.

Der Begriff Rotationsellipsoid ist nicht extra für die Erde "kreiert" worden. Jeder Himmelskörper, der durch Gravitation zusammengehalten wird, stellt keine Kugel, sondern ein Rotationsellipsoid dar. Dies wird duch höhere Fliehkraft am Äqulator bewirkt. Bei Jupiter und Saturn ist Ellipsenform so stark ausgeprägt, dass man sie leicht im Teleskop beobachten kann.

Quelle

ich wuerde dir zustimmen, dass die mondrotation die taeglichen bewegungen der pole beeinflusst. aber die langfristige "rotation" der erdachse gegen fixsterne haengt wohl eher mit der wanderung des gesamten sonnesystems zusammen. das beruehmt/beruechtigte weltenjahr von 26 - plus... tausend jahren.

Eben nicht ... siehe meine Ausführungen zu Präzession.

Was verstehst Du unter Weltenjahr? Ich kenne diesen Begriff nur aus der Astrologie- bzw. Esoszene.

da ich von einer gegenueber dem sonnensystem fixen erdachse ausgehe, koennte ein nahe vorbeiziehender anderer himmelskoerper hoechstens durch die unregelmaessige form der erde - "geoid" ;-)) - kleinere verschiebungen der erdmasse gegenueber der achse verursachen. ob durch masse anziehung die erde aus ihrer bahn geraet, ist ein anderes thema.

Was soll das für Himmelskörper sein?

Es handelt sich keineswegs um eine anderes Thema. Lange bevor eine Auswirkung auf die Rotationsachse der Erde zu erwarten wäre, käme es zu einer Änderung der Erdbahn.

Die Position des Neptun wurde auf Grund von Störungen der Saturnbahn errechnet. Wenn man bedenkt, wie weit diese Planeten voneinander entfernt sind, kann man sich gut vorstellen, was passieren würde, käme ein grösserer Himmelskörper in die Nähe der Erde.

der gesamte erdkoerper, oder der erdmantel aendert seine position. das nennt man geographische polverschiebung (polsprung).

So etwas ist mir nicht bekannt. Gibt es Quellen oder Beschreibungen in der einschlägigen Literatur?

vor wenigen tagen las ich, dass der magnetische nordpol inzwischen so weit gewandert ist, dass er das kanadische gebiet verlassen hat

Das ist zwar interessant, steht aber in keinem Zusammenhang mit den Rotationspolen. Dass Rotationspole und Magnetpole nicht identisch sind, ist schon lange bekannt.

Ausserdem wüsste ich nicht, was an der Wanderung des Magnetpols nun so neu und aufregend sein sollte.

Quelle

Der Begriff "Polsprung" wird im Allgemeinen (obwohl sachlich falsch) für eine Vertauschung der Magnetpole verwendet.

die einzige wirkliche tatsache, bezueglich polspruenge ist, dass niemand, weder befuerworter, noch gegner, auch nur annaehernd die mechanismen der erde versteht.

Nach meinem Empfinden sind die Argumente der "Polsprunggegner" weitaus plausiber.


Antworten: