Re: Polsprung

Geschrieben von Luzifer am 21. Juni 2005 17:08:

Als Antwort auf: Polsprung geschrieben von Tarman am 20. Juni 2005 14:59:05:

Hi,

das ist nun ein völlig neuer Aspekt. :)

Bei der bisherige Diskussion ging ja um einem äusseren Einfluss aus, den ich aus dargestellten Gründen für unmöglich, bzw. sehr unwahrscheinlich halte.

Die Erde ist kein massiver, in sich starrer Körper, sondern ein in Schichten aufgebauter Körper. Die oberste Schicht, die Kruste, ist sehr dünn und liegt über einer mehr oder minder flüssigen Schicht, dem Erdmantel. Bei einem Erdradius von rund 6.250 km hat die Kruste einen Anteil von ca. 25 km.

Dagegen ist nichts zu sagen. :)

Trotz ihrer Postion ganz außen steckt der Hauptteil des Drehimpulses der Erde nicht in der Kruste. Deshalb ist es denkbar, daß sich die Kruste bei einem "Ungleichgewicht" gegenüber den tieferen Schichten verschiebt.

Hm ... ich frage mich, wie dieses Ungleichgewicht entstehen sollte? Die Erde ist im Prinzip sehr symmetrisch aufgebaut. Mit zunehmender Dichte von innen nach aussen. Teile mit der höchsten spezifischen Dichte wandern automatisch in Richtung Kern. Konvektionsströme finden sich nur in einem äusseren Bereich etwa gleicher Dichte.

Stellen wir uns eine 30cm Stahlkugel vor, eingebettet in eine Wasserkugel von 60cm Durchmesser, die von einer 3mm dicken Gummi-Schicht in Form gehalten wird. Diese Kugel rotiere frei im Raum.
>Solange keine äußeren Kräfte auf sie wirken, rotiert sie stabil. Klebe ich jedoch auf 30* Nord eine Unze Blei auf die Kugel und lasse sie wieder rotieren, geschieht folgendes: Die Hauptmasse der Kugel rotiert unbeeindruckt weiter, während sich die Hülle verlagert. Das Blei wandert an den Äquator, indem es die Hülle als Ganzes verschiebt. (Die Rotation verlangsamt sich ein wenig, aber das sind Detail-Effekte).

Mir ist schon klar, worauf Du hinaus willst. Mir fehlt allerdings die "Bleikugel". Woher soll sie kommen?

Dieser Effekt tritt auch bei schweren Erdbeben auf. Allerdings in kaum messbaren Bereichen.

Erdinneres und Kruste rotieren auch im "Normalfall" nicht synchron.

Quelle


Wenn wir davon ausgehen, daß sich die Kontinente verschieben, dann können wir auch annehmen, daß sich die Erdkruste als Ganzes verschieben kann. Dann dreht die Erde im Prinzip wie vorher, nur wir, auf der Erdkruste, erleben das als Polverschiebung. Diese kann "langsam" erfolgen, also innerhalb von Monaten, was die Folgen durch die Änderung der Radialbeschleunigung minimiert. Schließlich sind die inneren Schichten der Erde eher zäh- als dünnflüssig.

Dem kann ich nicht zustimmen. Tektonische Platten haben ihr "Eigenleben". Wenn Magma zwischen Plattenrändern emporquillt, werden die Platten auseinander gedrückt. Also Folge davon wird die Platte andererseits über eine andere Platte geschoben, was zu Gebirgsbildungen führt, oder schiebt sich unter einer andere Platte und löst sich auf.

Würde sich jetzt eine Platte auf Grund Deiner "Unwucht" bewegen, hiesse das nicht, dass sich die restlichen Platten synchron dazu bewegen.

Mit den Zeiträumen, die Du nennst, kann ich nun gar nichts anfangen. Du betrachtest einen Zeitraum von Monaten als "langsam".

Was die Unwucht betrifft: Der Himalaya ist ein ziemlicher Brocken. Aber wurde durch die Kontinentaldrift gebildet und übt einen Einfluss nur insofern aus, dass die Kontinentaldrift gebremst wird.

Es gibt keine "Unwucht" beliebiger Grösse. Gebirge ab einer gewissen Grösse (20 km - 25 km Höhe) sinken durch ihr eigenes Gewicht tiefer ein und schmelzen unten ab.

Die Idee halte ich für richtig. Jedoch sehe ich keine Voraussetzung.


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