Die Demontage des Westens

Geschrieben von franke43 am 03. Februar 2003 14:14:21:

Als Antwort auf: Re: Armes Deutschland... geschrieben von Hubert am 03. Februar 2003 13:31:42:

Hallo Hubbi

Unsere "Wege" kreuzen sich in letzter Zeit wieder öfter.

>Wobei man gerechterweise hinzufügen muß, dass der Krieg nicht seitens >der Gewerkschaften begonnen wurde.

Na immerhin. Die Gewerkschaften mögen zwar manchmal überzogene
Forderungen gehabt haben, aber es geht auch irgendwo noch darum,
dass man als Angestellter seienr Tätigkeit mit aufrechtem Gang
und nicht als Bettler, Leibeigener oder gar Sklave nachgehen muss
wie in den wüstesten Zeiten des Manchesterkapitalismus.

>Die Demontage der Deutschland-AG, sprich: der Verkauf von Schlüsselindustrien
>(oder auf neudeutsch: die Entflechtung der Wirtschaft) ging nicht von >den Gewerkschaften aus.

Wäre auch ein reines Wunder gewesen.

>Ich will hier auch nicht jammern und die guten alten Zeiten besingen. Fakt ist >jedenfalls: Die Deutschland-AG ist tot.

Aber warum nur ? War das alles so schlecht ?

>Das Tempo der Restrukturierung wird sich jetzt genauso beschleunigen wie die >Verluste von Arbeitsplätzen. Und ich würde sogar hinzufügen: Gemessen an den >kommenden Jobkürzungen werden die bisherigen harmlos erscheinen. Am Ende >dieses Prozesses steht dann eine Zukunft, für die „soziale Ausgewogenheit“ ein >Begriff der Vergangenheit ist.

Die Diagnose teile ich mit Dir. Das beschränkt sich auch nicht auf
Deutschland, sondern hat das gesamte Westeuropa erfasst.

Aber: nur weil sich dieses zu unser aller Schaden vollzieht:

Findest Du das jetzt gut und richtig oder findest Du das
(wie ich auch) zum K.... ?

Warum soll dieser Proizess unumkehrbar sein ? Die Anzahl derer,
die von einer Rückkehr zu den alten Verhältnissen profitieren
würden, ist ungleich grösser als die Anzahl derer, die die
jetzige destruktive Wirtschaftspolitik vorantreibt.

>Einen kleinen Vorgeschmack haben wir ja alle bei der Übernahme des Mannesmann->Konzerns durch Vodafone bekommen. Mannesmann war sozusagen ein erster großer >Testfall. Auch wenn’s die SPD und die Gewerkschaften noch nicht wahrhaben >wollen: Die neue Haus- und Putzordnung der deutschen Wirtschaft wird schon >jenseits des Atlantiks geschrieben. Das heißt, Betriebe werden zu >Dauerbaustellen, auf denen eine Restrukturierung die nächste jagt und jeder >neue Vorstand seine Duftmarken setzt. Das Ergebnis dieser Bemühungen: >Entlassungen und Stellenabbau auf der einen Seite, goldene Bonuszahlungen für >die Job-Vernichter auf der anderen.

Cui bono ? Muss das immer und um jeden Preiss so sein, dass einige
wenige masslos prassen können, dass sie ihre Einkünfte nicht in
1000 Jahren Lebenszeit aufbrauchen könnten, während andere, die
ihre Artgenossen sind, am Rand des Existenzminimums dahinvegetieren
sollen ?

Nenne mir eine einzige soziale Tierart, bei der das nach diesem
Muster abläuft.

In der Affenhorde, im Wolfsrudel, im Ameisenhaufen und im
Bienenstock ist das Zusammenleben der Artgenossen viiiieeeel
besser organisiert als bei uns Menschen.

Muss das immer so sein ?

Gruss

Franke 43


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