Re: US-Berater: "Die USA könnten jetzt schon losschlagen"

Geschrieben von Danan am 21. Dezember 2002 18:29:01:

Als Antwort auf: US-Berater: "Die USA könnten jetzt schon losschlagen" geschrieben von Johannes am 21. Dezember 2002 01:05:26:

Na aber hallo, und so ein Artikel von Dir?
Einige der dort geschriebenen Dinge sind für mich nicht mit den Grundsätzen des Christentums zu vereinbaren, dem wir doch fast alle Anhängen.

Ein Krieg nur um Öl? Nicht zur Verteidigung des eigenen Landes, sondern nur der eigenen wirtschaftlichen Interessen, das ist ja wohl die härte.

Unglaublich fast, der Bericht ist ja so schlechte PR für die Amerikanische Regierung, dass man fast davon ausgehen muß, dass dieses Gespräch nie stattgefunden hat, sondern lediglich getürkt ist.

Aus welchen Fenstern wollen sich die Amis noch lehnen, ohne dass ein Aufschrei um die Welt geht?

Vor allem wegen der Erdölvorräte, die ja sowieso nur noch 50 Jahre ausreichen, das reicht auch nicht mehr um den niedergang des neuen Römischen Reiches aufzuhalten.

Gruß Danan


>Mit seinen Äußerungen zu Saudi-Arabien hatte US-Regierungsberater
>Murawiec die Beziehungen Washingtons zu Riad stark belastet. In einem
>Interview mit der Netzeitung fordert er einen schnellen Krieg gegen Irak.

>...
>Netzeitung: Was ist von dem Waffendossier der irakischen Regierung zu halten?
>Murawiec: Er ist völlig unbrauchbar. Die 12.000 Seiten sind eine reine Groß-
>übung in Büroarbeit. Es ist nichts drinnen, was die Inspektoren nicht schon
>1998 wussten. Neu ist vielleicht das Kochbuch von Saddam Husseins Großmutter.
>Der Bericht hat nur den Zweck, Zeit zu gewinnen.
>Netzeitung: Ist ein Krieg unvermeidbar?
>Murawiec: Wir sollten einen Krieg gegen den Irak haben! Nicht aus Liebe zum
>Krieg, sondern weil die Probleme des Mittleren Ostens nicht gelöst werden
>können, solange Saddam Hussein an der Macht ist.
>Netzeitung: «Kein Krieg für Öl» scheint sie nicht zu überzeugen?
>Murawiec: Was ist falsch an Öl? Unsere Industrien laufen nicht ohne Öl. Aber
>das ist nicht der einzige Grund.
>...
>Netzeitung: Die Antikriegshaltung der deutschen Regierung kann Ihnen nicht gefallen?
>Murawiec: Das wäre unbegreiflich, wenn sie wirklich jegliche Unterstützung
>verweigert. Bundeskanzler Gerhard Schröder verhält sich seit dem Wahlkampf wie
>ein Provinzpolitiker. Aus kurzfristigem Gewinnstreben wirft er Deutschlands
>Ansehen um zehn Jahre zurück. Außenminister Joschka Fischer nehme ich von
>diesem Urteil aus.

>Netzeitung: Wann soll der Krieg losgehen?
>Murawiec: Je früher, desto besser. Die US-Truppen sind schon jetzt bereit,
>loszuschlagen.
>Netzeitung: Sind sie das? Es sind doch nur 60.000 US-Soldaten am Golf. 250.000
>würden gebraucht..
>Murawiec: Nein, die braucht man nicht. Das ist Quatsch, was diesbezüglich
>in den Medien steht. Der Krieg wird folgendermaßen aussehen: Erst fünf bis
>sieben Tagen Luftangriffe. Mit «smart bombs». Die irakischen Schaltzentralen
>werden außer Gefecht gesetzt.

>Netzeitung: Wie geht es weiter?
>Murawiec: Spezialeinheiten werden luftunterstützt vom kurdischen Norden aus
>die arabischen Städte des Zentrums erobern.

>Netzeitung: Mit welcher Gegenwehr ist zu rechnen?
>Murawiec: Was auch immer da an Truppen rumläuft - wichtig sind nur die 30.000
>Mann der prätorianischen Garde. Und letztes Jahr ließ Saddam acht Generäle
>dieser Eliteeinheit umbringen.
>...
>Netzeitung: Was passiert mit Saddam Hussein?
>Murawiec: Er wird von einem seiner Generäle umgebracht. Oder fünf, oder zwanzig.
>Sie werden sich um die Ehre streiten, derjenige zu sein, der Saddam Hussein
>umgebracht hat.
>Netzeitung: Was kommt dann im Irak? Was ist von den Oppositionellen in
>London zu erwarten?
>Murawiec: Es wird sehr wahrscheinlich eine konstitutionelle Monarchie
>werden. Mit Prince Hassan Al-Thalal, dem Bruder des jordanischen Herrschers,
>als König. Dem Neffen des letzten irakischen Königs.
>Es muss eine breite Koalition sein. Auch die Amerikaner haben begriffen, dass
>man nicht mehr auf einen starken Alleinherrscher setzen sollte.
>...
>Netzeitung: Es gab eine Menge Initiativen der saudischen Herrscher nach ihrer
>Kritik. Überzeugen Sie die?
>Murawiec: Das ist Mist. Ein Teil des Geldes kommt doch direkt aus der Herrscher-
>familie. Bringen die sich jetzt selbst ins Gefängnis? Wenn sie das Ernst meinen,
>wäre es wie in dem Stasi- Witz: Ein Offizier fragt den anderen: «Weißt du, was
>ich gerade denke?» und der andere antwortet «Ja. Du bist verhaftet.»
>Wenn man die Freitagsgebete in den großen Moscheen hört, weiß man, dass der
>Hass auf den Westen und der Aufruf zum heiligen Krieg nicht abgenommen hat. Der
>Krieg der Wahabiten (Anm. :die saudische Staatsreligion) gegen den Westen geht
>unverändert weiter. Wenn man wissen will, was die Saudis außer Öl interessiert,
>muss man sich nur das Afghanistan der Taliban anschauen.
>Netzeitung: Dann haben Sie die im Hamburger Prozess gegen Motassadeq aufge-
>deckten saudischen Finanzquellen nicht überrascht haben?
>Murawiec: So ist es. Der Hamburger Prozess ist wichtig. Es ist ein rauchender
>Colt. Alles kam aus Saudi Arabien: die Logistik, das Geld, die Attentäter. Was
>braucht man noch?
>Netzeitung: Warum schmiert US-Präsident George W. Bush König Fahd dann weiter
>Honig um den Mund?
>Murawiec: 700 Milliarden bis 1000 Milliarden Dollar saudische Investitionen in
>den USA. Mit dem Geld kann man eine Menge Freundschaften kaufen.



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