Re: Die USA stehen kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Stichtag 28.6.02

Geschrieben von Theo Stuss am 07. Mai 2002 17:20:53:

Als Antwort auf: Re: Die USA stehen kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Stichtag 28.6.02 geschrieben von Bonnie am 07. Mai 2002 15:18:15:

Hallo Bonnie,

die Verschuldung von der hier die Rede ist, ist die Staatsverschuldung. Inwieweit da jetzt noch Schulden der Einzelstaaten und Städte enthalten sind, weiß ich nicht. Bei der Zahl von rund 6 Bill. Dollar geht es nicht um Schulden der privaten Haushalte. Auf jeden Fall gehen in Kalifornien die Lichter nicht wegen Energieknappheit aus, sondern weil die Städte ihre Rechnungen nicht zahlen, obwohl die privaten Verbraucher an die Städte zahlen.

Die Sanierung des amerikanischen Staatshaushaltes ist eine der größten Irreführungen überhaupt. Es war auch nie in der Presse in dieser Form die Rede davon, sondern daß man angeblich die Neuverschuldung gestoppt hätte, was aber auch nicht stimmte. Man hat verschiedentlich behauptet, die USA seien drauf und dran den Spieß umzukehren, mehr wurde gar nicht gesagt, (stimmte aber ebenfalls nicht). Bei der Veröffentlichung der Zahlen der US-Haushaltsführung wurden wichtige Rückstellung für Renten und vor allem für Sozialausgaben unterschlagen. Begründung: Uns geht's bald so gut, wie brauchen das nicht mehr. Diese Zahlen wurden speziell für die Analysten gemacht, die das gerne glaubten und Menschen wie Dich weitergaben.

Die echten Zahlen wurden in den Berichten der Treasury veröffentlicht, für die sich aber niemand interessierte, weil da keiner durchblickte.

Bei Leuten wie Dir klingelte es dann immer Kopf "USA saniert". Bei den Firmen war es ähnlich, es gibt also gar kein amerikanisches Produktivitätswunder, es sei den in der kreativen Buchhaltung der Firmen. Die haben einfach folgendes gemacht:

Stelle Dir vor, eine Firma hätte früher eine Schreibmaschine angeschafft. Diese Anschaffung wäre in der Bilanz auf der Passivseite erschienen, genauso ein Kopierer, es sei denn die Firma wäre ein Kopierladen, dann gehörte die Maschine zu den Aktiva. Es handelt sich also im Normalfall um eine Anschaffung, die nichts leistet, aber dienlich ist, darum ist sie eben ein Passivum und werden die Kosten auch abgeschrieben. Genau dasselbe mit einem Computer, der zur Büroarbeit dient. Dieser Computer kann noch so schnell sein, er ist nichts anders als eine Büromaschine, genau wie der Kopierer.

Die Amis haben nun zum ersten Mal gesagt, "unsere Computer im bürokratischen Wasserkopf unserer Sargnagelfabrik sind so Klasse, die sind eine produktive Kraft. Also auf die Aktivseite damit". Ja und mit jeder neuen Computergeneration alle 12 Monate und jedem System-update haben die dann verbucht:

Schon wieder unsere Aktivseite verbessert. Schon wieder ein Plus in der Produktivität.

Es wurden aber gar nicht mehr Sargnägel produziert und billiger wurden sie auch nicht. Die vermutete Einsparung zukünftiger Jahre im Bürobereich, wurde sofort aktiv, hier und jetzt, auf den Produktivbereich umgeschlagen. Kein Mensch in der Welt bilanziert so, nur die Amis. Es kommt noch besser:

Der Zuwachs der Rechengeschwindigkeit der neuen PCs wurde nach dem Prinzip des "hedonic pricing" in Beziehung zu den Anschaffungskosten des Computers gesetzt. Das gab dann noch einmal einem dicken Faktor. Immer mehr Rechengeschwindigkeit/Dollar. Dieser rechnerisch frisierte Produktivitätszuwachs lockte dann das Auslandskapital mit der Hoffnung auf gigantische Gewinne nach Amerika. So finanzierten die ihr Außenhandelsdefizit.

Ich stelle an dieser mal den Artikel von Prof.Malik, St.Gallen ins Forum:

Der neue Malik

-Folgender Beitrag stammt aus einem Forum-


(1) Der kollekive Wahn

Prof. Fredmund Malik, St. Gallen, ist vielen hier bestens bekannt (seine Kolumnen in CASH, CH, sind Bijous des gesunden Menschenverstandes). Malik ist gefragter Managementberater, bekennender Debitist und hat eben erst eine kurze geldtheoretische Arbeit von Prof. Gunnar Heinsohn herausgegeben (diese und andere Arbeiten können per Fax 0041-(0)71-274 34 99 abgerufen werden, wobei sich der Abruf seines neuesten "Malik on Management" 10/2001 sehr empfiehlt, aus dem ich im folgenden einige Auszüge bringe, wobei vieles natürlich bestätigt, was hier im Forum ebenfalls Allgemeinwissen ist, was aber noch einmal präzise auf den Punkt gebracht wird und mit neuen Aspekten gewürzt ist).
Der Titel von MoM 10/2001:

Neuorientierung: Der Unfug mit der New Economy - Ökonomische Fata Morgana - Kollektiver Wahn

Vorwort
Die New Economy entlarvt sich als das, was sie immer schon war: ein Spuk, eine Fata Morgana, eine Totgeburt, deren Eltern Ignoranz und Arroganz waren... Weshalb das (= E-Anwendungen) zu einer neuen Wirtschaft mit ganz anderen Gesetzmäßigkeiten führen soll, ist von Anfang an unerfindlich gewesen. Zu glauben, dass die New Economy nicht nur neu, sondern auch ganz und gar paradiesisch sein sollte, erforderte besondere Naivität.

Neuorientierung

Nur unverbesserliche Anhänger der bisherigen Denkweise versuchen, mit Zweckoptimismus und Zurechtbiegen sämtlicher Tatsachenden Eindruck hochzuhalten, als sei alles noch beim Alten. Die jetzt ständig gebetsmühlenartig beschworene Frage des Vertrauens der Konsumenten ist der am wenigsten wirksame Faktor. Es fehlt nicht an Vertrauen, sondern an ganz anderen Dingen. In Wahrheit ist die Situation eine Folge von zu viel Vertrauen in die Fehlprognosen von Analysten und gewissen Ökonomen.

Das Dramatische ist, dass wir es hier nicht - wie allgemein erwartet - mit einer moderaten Abkühlung zu tun haben, mit dem als sicher angenommenen , sondern mit völlig anderen Erscheinungen.

So sind zum Beispiel die Gewinne der NASDAQ 100 Firmen nicht einfach zurückgegangen, sondern sie sind zusammengebrochen. Diese Unternehmen haben bisher im Jahr 2001 gleich viele Verluste gemacht, wie sie in Summe 1996 bis 2000 an Gewinnen erzielten.

Mein Vorschlag ist, sich vollständig von den Denkweisen der letzten fünf Jahre zu trennen, sowohl bezüglich der New Economy, als auch bezüglich der Funktionsweise der Börsen und vor allem im Hinblick auf die als Folge dessen entstandenen Irrlehren betreffen die Corporate Governance, Shareholder Value und Wertsteigerungsstrategien waren von Anfang an falsch.

Sie haben zu kollektiven Irrtümern geführt.

(2) Unverstand und Dogmatismus

Maliks neuester MoM, Teil 2 in Auszügen:

1. Unverstand und Dogmatismus
Selten zuvor und selten auf einem anderen Gebiet wurde so viel Unverständnis bewiesen, wie mit den Denksyndromen der letzten 5 oder 6 Jahre ... Wissenschaft kann ... nicht an Fehlerfreiheit und Wahrheit beurteilt werden, sondern an den Fragen, ob sie sich der Diskussion stellt, welche Gewicht das Argument hat und an der fortwährenden kritischen Prüfung von Behauptungen.

Gemessen daran ist die New Economy-Szene, die jetzt mit brachialer Wucht kollabiert, finsteres Mittelalter gewesen, bar jeder kritischen Auseinandersetzung, ein Sammelsurium von ungeprüften Behauptungen, deren hervorstechendes Merkmal die stete Wiederholung war ... inquisitorisches Totschweigen und Ächtung von Leuten, die es wagten, die Dogmen zu bezweifeln. Mit etwas zeitlichem Abstand wird wohl die zweite Hälfte der 90er Jahre als eine Periode wirtschaftlicher Kollektivirrtümer und allgemeinen Wahns in die Geschichte eingehen.

2. Ein Grundirrtum

Der vor sich gehende Wandel ("Grosse Transformation") ist tiefgreifend und geht an die Grundstrukturen der Gesellschaft. Sein sichtbarstes Ereignis ... war der Zusammenbruch der kommunistischen Systeme. Schon damit waren Voraussagen, Hoffnungen und Behauptungen verbunden, denen jeglicher Realismus fehlte. Die These des deutschen Altkanzlers Helmut Kohl von den in wenigen Jahren entstehenden "blühenden Landschaften" ist nur eine der bekannteren Ausformungen dieses Denkens gewesen.

Die treibenden Kräfte der "Großen Transformation" sind ... Technologie, Demographie, Ökologie und die weltweite Verschuldung.

Die erzwungene Einsicht in (die) Steuerungsfähigkeit ... hat zur Deregulierung geführt und zu dem, was Globalisierung genannt wird, beides in eine Form von primitivem und hemmungslosem, weil eben unregulierten Finanzkapitalismus mündend, den keiner der Denker des Liberalismus je gewollt hat und den auch keiner je verteidigt hätte.

(3) Nie mehr arbeiten müssen

3. Irrungen des ökonomische Denkens
Ein Faktor, der in dieser Situation Dominanz erlangen konnte, ist eine weit verbreitete, zuletzt alleinherrschende Art eines technokratischen ökonomischen Denkens. Es besteht ... aus einer Mischung von übersimplifizierter monetaristischer Theorie und naiver Statistik- und Zahlengläubigkeit. Eine der wesentlichen Kennzeichen dieser Denkweise ist die weitgehende Unkenntnis der ökonomischen Lehrmeinungen einerseits und - viel schwerer wiegend - der Wirtschaftsgeschichte andererseits. Das ist die entscheidende Ursache für die Fehleinschätzung des wirtschaftlichen Geschehens, für die Unfähigkeit zu vergleichen und somit für das Fehlen jeden Sinnes für vernünftige Proportionen.

Das Fehlen von Kenntnissen der Wirtschaftsgeschichte zusammen mit dem für den Monetarismus typischen Mangel an realwirtschaftlichen Kenntnissen ist auch der Grund dafür, dass die Möglichkeit von langfristigen Wirtschaftszyklen, wie etwa dem Kontratieffzyklus geleugnet wird.

4. Falsche Logik und kollektiver Wahn
Die durchaus richtige These des fundamentalen Wandels und der grundlegenden Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft von einer Industriegesellschaft zu einer auf Wissen basierenden Gesellschaft führte zu der dramatisch falschen Schlussfolgerung, dass dieser Wandel auch zu einer neuen Art von Wirtschaft führe, in der die bisher gültigen Gesetzmäßigkeiten aufgehoben seien.

Darüber hinaus wurde die Meinung propagiert, dass diese New Economy die schönste aller vorstellbaren Wirtschaften sein werde. ständiges Wachstum mit hohen Raten, jedoch ohne Inflation stete Produktivitätssteigerungen, aber ohne Arbeitslosigkeit; leichte Finanzierbarkeit jeder Geschäftsidee, freudige Aufnahme jeglicher Innovation auf den Märkten; ständig steigende Aktienkurse ... Vor allem und am wichtigsten:

die Konjunkturschwankungen sind für tot erklärt worden, auch dies zwar ohne jede Begründung, dafür aber umso lauter und öfter.

Schließlich glaubte jeder, an der Börse rasch reich werden zu können, ohne dafür arbeiten zu müssen - und in Folge überhaupt nie mehr arbeiten zu müssen. Woher die Wertschöpfung kommen sollte, wurde nicht gefragt. Der kollektive Wahn erfasste zum Schluss - und daher zu Höchstkursen - auch die konservativsten Pensionskassenverwalter, Pensionisten und Kleinsparer.

Es entstand ein perfektes Spiegelbild der späten Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts, inklusive der Schlagzeilen in den Medien. Wenn damals von einer "New Era" gesprochen wurde, gestützt auf die Innovationen von damals - Automobil und Radio - so war es diesmal die "New Economy" - mit Internet und Telekom.

Nur war diesmal alles "noch größer, noch schneller, noch höher..." Die Bewertungsexzesse waren unlimitiert... und die Gier von Publikum, Financiers , Analysten und nicht wenigen Managern war nicht nur ohne Maß, sondern wurde auch zur Tugend stilisiert.

Und ebenso salonfähig war es plötzlich, dass Ökonomen nicht mehr neutrale Beobachter und Kommentatoren waren, sondern auf den Lohnlisten der Wallstreet-Firmen standen, de facto zu deren Salesforce gehörten und ihre legitime Aufgabe in der Propagierung von verkaufsfördernden Gefälligkeitsmeinungen sahen. An die Stelle von kritischer Analyse und rechtzeitiger Warnung traten Schönfärberei, Schönrednerei und Schönrechnerei.

Es wird auch erinnerlich, dass es während dieser ganzen Zeit des kollektiven Irrglaubens Leute mit guter ökonomischer Ausbildung, klarem Verstand, kritischer Analysefähigkeit und dem Mut zur Publikation gab. Sie wurden genau so wenig gehört und ebenso schnell geächtet, wie Giordano Bruno und Galileo Galilei.

(4) Niemand macht Gewinne

5. Amerikas Zahlen sind falsch
o Das vielgepriesene und naiv bestaunte amerikanische Wirtschaftswunder hat nie stattgefunden. (Massiv aufgebläht durch den Effekt des "hedonic price indexing")

o Es gab nie ein Produktivitätswunder, außer in dem kleinen Segment der Herstellung von Computern. (Verweis auf die Arbeiten von Prod. Robert Gordon, Northwestern University, Chikago).

o Die amerikanischen Gewinne waren kreativer Buchhaltung zu verdanken, aber nicht realer Wirtschaftsleistung (Stock Options und kreditfinanzierte Aktienrückkaufprogramme).

o Die Börsenhausse war nie auf echte Wertschöpfung gestützt, sondern auf die exorbitante Verschuldung aller amerikanischen Wirtschaft5segmente (3 Dollar Schulden = 1 Dollar zusätzliches BIP).

o Auch das vielgepriesene amerikanische Budgetwunder (gab es) nie. Die öffentliche Verschuldung Amerikas steigt nach wie vor und ist heute höher als zu jedem früheren Zeitpunkt.

o Die gesamten amerikanischen Wirtschaftszahlen der letzten 5 Jahre sind falsch oder wurden falsch interpretiert und medienmäßig propagiert. (Werden inzwischen rückwirkend korrigiert)

o Es gibt keinen Punkt, in dem das amerikanische Management überlegen wäre.

6. Das Neue ist uralt

Das einzig Neue an der "New Economy" ist etwas Uraltes. Deregulierung, Globalisierung und Digitalisierung führen mehr als jede andere technische oder soziale Entwicklung bisher in die Nähe des ökonomischen Modells der vollkommenen Konkurrenz.

Dessen Hauptelemente sind - für jeden Ökonomiestudenten im dritten Semester bekannt - friktionsfreie Anpassung aller wirtschaftlichen Prozesse, Minimierung des Zeitbedarfs und Maximierung der Transparenz.

Ebenso klar sind aber auch die Folgen in diesem Modell: die Preise pendeln sich auf dem niedrigst-möglichen Niveau ein und niemand macht Gewinne.

(5) Politische Radikalisierung

7. Schuldenwirtschaft, Asset-Bubble, Deflation

Dass (der Zusammenbruch der Illusion) solange hinausgezögert und aufgeschoben werden konnte, ist in der historisch beispiellosen Schöpfung von Liquidität durch die US-Notenbank zuzuschreiben, zusammen mit den nachweislich seit langem getätigten direkten Eingriffen zur Stützung der Aktienbörse.

Dies hat zu einer vorher nie beobachteten Kreditausweitung und in Folge zu einer "Asset-Bubble" gigantischen Ausmaßes geführt, die durch keinerlei reale Wirtschaftsleistung gerechtfertigt war, sowie gleichzeitig zu jener massenpsychologischen Stimmung, in der jedes Risiko gering erschien, und der Glaube entstehen konnte, dass die FED immer als Retter bereitstehen würde und können.

FED-Chairman Alan Greenspan, von der Finanzwelt und den Medien heroisiert wie vor ihm nur Abraham Lincoln und John F. Kennedy, hat gute Chancen, als Zerstörer der amerikanischen Wirtschaft in die Geschichteeinzugehen.

(Zusammenbruch der Finanzmärkte) ... mit all den Folgen, die mit Regelmäßigkeit an ein solches Ereignis geknüpft waren: eine langanhaltende Rezession, möglicherweise Depression und die Vernichtung eines Großteils der Vermögenswerte in einer Periode der Deflation.

Wie die Geschichte lehrt, bleiben solche Ereignisse nicht auf die ökonomische Sphäre beschränkt, sondern haben tiefgreifende Auswirkungen auf das soziale Gewebe der Gesellschaft, unter anderem dadurch, dass Alters- und Sozialversorgung gefährdet sind. Sie führen außerdem und aus diesem Grunde zum Risiko der politischen Radikalisierung.

Die Lehren hätten seit langem gezogen werden können, hätte man Japan und seine Wirtschaft studiert... nur einer dieser Faktoren wegfallen,

8. Gesetze der Wirtschaft sind Gesetze

Warum sich (wegen der "Grossen Transformation") aber die Gesetze der Wirtschaft verändern sollen, ist nicht zu verstehen. Die Preisbildung wird trotz aller Neuerungen durch Angebot und Nachfrage erfolgen; Verträge werden zu halten und Rechnungen zu bezahlen sein: Schuldner werden zu besichern und zu bedienen haben; Gläubiger werden exekutieren oder abschreiben müssen (etc.)

Gute Manager müssen unterschieden werden von Abenteurern und Egomanen.

9. Wahrer und falscher Liberalismus

Vor allem wird erneut zu lernen sein, dass eine freie Wirtschaft nicht durch Verzicht auf Regeln zu haben ist. Liberalismus hat noch nie Regellosigkeit bedeutet, sondern im Gegenteil...

Die Kernsysteme von Wirtschaft und Gesellschaft ... dürfen weder zum Spielball von intellektuellen Abenteurern und ihren ökonomischen Illusionen werden, noch der Gier der Finanzwelt, und auch nicht dem Größenwahn von Managern überlassen sein.

Wenn die größte Chance der Menschheit auf Frieden, Freiheit und Wohltand, die es je gab, nicht leichtfertig verspielt werden soll muss der Pseudoliberalismus durch den wahren Liberalismus ersetzt werden.

10. Fazit

In der gesamten Wirtschaftsgeschichte gibt es nicht einen einzigen Fall, wo finanzwirtschaftliche Exzesse gut ausgegangen wäre, wo es eine Stabilisierung auf hohem Niveau oder ein Softlanding gegeben hätte.

Es gibt auch keinen Fall, in dem die Exzesse, die jeweils auf der Hand lagen und leicht erkennbar waren, nicht damit gerechtfertigt worden wären, dass diesmal alles neu und daher ganz anders ist.

Zusätzlich haben immer auch drei Turbotreiber an den Finanzmärkten eine entscheidende Rolle gespielt - Schulden, Gier und Angst.

Das Grundmuster ist immer dasselbe, nur die Erscheinungsform, die Verpackung, ist jeweils anders. Es ist schwer vorstellbar, dass die Professionalität des Entertainments, mit der die Börsen- und Finanzszenerie präsentiert wird, noch wesentlich übertroffen werden kann.

Das wir erst zu Ende sein, wenn das programmierte Desaster perfekt ist.

Dann werden n-tv, Bloomberg und CNBC leise die Tickerbänder abstellen, sagen wir, in zwei bis drei Jahren, weil bis dahin jedes Bearmarket-Rally noch Hoffnungen wecken wird.

ENDE der Auszüge (alle Fettungen in allen Teilen so im Original).

Dem, was Prof. Malik geschrieben hat, ist nichts hinzuzufügen.

dottore







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