Re: Da die Bibel auch Menschenwort ist ...

Geschrieben von detlef am 15. Juli 2004 03:54:44:

Als Antwort auf: Da die Bibel auch Menschenwort ist ... geschrieben von Elias Erdmann am 15. Juli 2004 01:27:47:

>> die bibel ist von gott. an der bibel darf nicht herumgedeutelt werden.
>Hierzu ein Zitat von einer katholischen Homepage:
> Wie frei aber darf man die Schrift interpretieren?
>Da sie immer auch Menschenwort ist, kann und darf ich sie mit den Mitteln der Literaturwissenschaft als Literatur analysieren - und auch hinterfragen. Ich kann fragen wann sie verfasst wurde, wer dafür verantwortlich war, welche Hintergründe zu entdecken sind, und um was für eine Gattung es sich handelt.
>Die Bibel-Enzyklika Pius XII. aus dem Jahre 1943 und das Zweite Vatikanische Konzil ermutigen die Theologen ausdrücklich zu solch einem Umgang mit der Schrift. Und die Untersuchungen am Text haben in der Vergangenheit wichtige Erkenntnisse zutage gefördert.

>Quelle: http://www.erzbistum-freiburg.de/202.0.html
>Und im Kathechismus finden wir folgende Aussage:
>115 Nach einer alten Überlieferung ist der Sinn der Schrift ein doppelter: der wörtliche Sinn und der geistliche Sinn. Dieser letztere kann ein allegorischer, ein moralischer und ein anagogischer Sinn sein. Die tiefe Übereinstimmung dieser vier Sinngehalte sichert der lebendigen Lesung der Schrift in der Kirche ihren ganzen Reichtum.
>Quelle: http://www.clerus.org/clerus/dati/1999-09/07-5/KKK1.rtf.html

das ist der springende punkt: mit dieser deutelei haben die europaeer aufgehoert christen zu sein. darauf, auf diese diskontinuitaet, habe ich vor mehreren tagen schon einmal hingewiesen. (mit berauschendem echo!)

aber kannst du mir erklaeren, was dein missionsversuch mit dem thema zu tun haben soll?

das thema, fuer mich zumindest, ist folgendes:
eine gesellschaft muss ziemlich versaut sein, wenn sie das recht auf freie religions ausuebung missachtet, sobald sich ein angehoeriger einer minderheit dadurch gestoert fuehlt.
ich wiederhole:

dieses recht, religion nach der bibel (der ganzen) zu praktizieren, wurde bei dem schwedischen urteil verletzt.das sehe ich losgeloest von den erwartungen, die man auf christus projezieren kann.(und fuege hinzu, dass dies recht NICHTS mit der art der religionsausuebung zu tun hat.)

besonders befremdlich wird dies urteil durch die tatsche, dass ja scheinbar ein bestandteil eines gottesdienstes be-/ver-urteilt wurde.

wie auch immer du die bibel benutzt wissen moechtest, tatsache ist, die bibel ist die geistliche grundlage des glaubens vieler kirchen und sekten.
wenn das lesen oder zitieren aus diesem buch in einem gottesdienst (!) strafbar ist, ist das recht auf freie religions ausuebung verletzt!!!!
um mal in "Z"igem ton zu reden: so vernagelt und hirngewaschen kann doch wohl keiner sein, um das nicht zu begreifen! (denk dir hier noch en paar g's.)

und, entschuldige meine deutlichkeit, dafuer ist es vollkommen irrelevant, was dein katechismus sagt.
hier geht es um freiheit, nicht um glaubensdifferenzen!

gruss,detlef
http://fc1.parsimony.net/user355/cowboy.gif


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