Mühlhiasl

Aus Schauungen, Visionen & Prophezeiungen
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der „Mühlhiasl“, bzw. „Hiasl“ oder auch „Waldprophet“ ist ein sagenhafter Seher, dessen Lebenszeit in der zweiten Hälfte des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts im unteren Bayerischen Wald angesetzt wird. Seine Prophezeiungen wurden erst 1923 durch den Artikel des Pfarrers Johann Evangelist Landstorfer im Straubinger Tagblatt einer breiten Öffentlichkeit bekannt, der zugleich die früheste greifbare Quelle ist. Über die Identität des Sehers und seinen Lebenslauf kann nichts mehr mit Sicherheit in Erfahrung gebracht werden. Dem Hinweis folgend, der Mühlhiasl sei der Sohn eines Müllers auf der Mühle zu Apoig (nahe Hunderdorf im Bayerischen Wald) gewesen, recherchierte Landstorfer dennoch und setzte den Mühlhiasl schließlich mit der nachweisbaren Person gleich, die am besten darauf paßte: Demnach sei sein richtiger Name Matthias Lang gewesen, geboren 1753, gestorben irgendwann nach 1800. Sein gleichnamiger Vater habe ihm die besagte Mühle vererbt. Seit 1788 soll er mit Barbara Lorenz von Recklberg verheiratet gewesen sein, die ihm bis 1800 acht Kinder gebar. Diese Hypothese wurde von der Öffentlichkeit ungeprüft geglaubt und in den folgenden Jahrzehnten zu einem volkstümlichen Mythos um die sagenhafte Person des Waldpropheten weiterverarbeitet.
Landstorfers Gleichsetzung wurde von heimatkundlichen Schriftstellern mit Daten zur Person Matthias Langs unterfüttert und der Nachweisbarkeit durch pseudowissenschaftliche Forschungen Substanz zu verleihen versucht. Als maßgeblich hierbei zu nennende Autoren sind: Pater Dr. Norbert Backmund, Pfarrer Georg Hofmann und Dr. Rupert Sigl, deren Anliegen es war, aus dem Mühlhiasl eine existente Person zu machen und seiner Prophezeiung realgeschichtliche Ereignisse abzufiltern. Dabei wird auch eine nicht beweisbare und allein auf Ähnlichkeiten der Aussagen beruhende Entsprechung des Mühlhiasls mit dem bereits für das frühe 19. Jahrhundert nachweisbaren Propheten Stormberger angenommen.
Von den Ergebnissen dieser sogenannten Mühlhiasl-Forschung ausgehend wäre das Leben des Propheten etwa folgendermaßen verlaufen : Matthias Lang, dessen eigentlicher Taufname Matthäus im Laufe der Zeit durch die Mundart zu Matthias (die Abkürzung Hias = Hiasl) geworden sei, wäre Klostermüller der Prämonstratenser von Windberg gewesen. Die Klostermühle wäre 1799 für 75 Gulden an Matthias Lang verstiftet worden. Dieses Geld habe er später nicht zurückzahlen können. Dessen und des Vorwurfes wegen, verdorbenes Mehl geliefert zu haben, soll er die Mühle 1801 verlassen und fortan ein ruheloses Leben als Vagabund geführt haben. In einem anonymen Leserbrief an Pfarrer Landstorfer wird behauptet, „seine [Mühlhiasls] Söhne sollen ausgewandert sein. Er war dann auf einmal verschollen und man sagte, er sei bei seinen Verwandten in der Nähe von Englmar; später war er dann wieder auf der Klostermühle und soll auch dort verstorben sein“.
Die Autoren überschlugen sich in der Darstellung seines Lebens und verkehrten seinen Charakter zunehmend ins negative: Matthias Lang alias Mühlhiasl lebte demnach einige Zeit als Müllersgehilfe bei seinem Vetter Johann Georg Lang. Mit diesem in Streit geraten, soll er ihn mit einem Kreuz erschlagen haben und sich danach im Walde versteckt haben. Von da an zog er als ein arbeitsscheuer, heimatloser Herumtreiber umher. Andere Behaupten, daß der Mühlhiasl nach 1801 als „Mühlenarzt“, „Mühlenrichter“ und „Mühlenbauer“ gearbeitet hätte. Zu dieser Zeit, so behauptet Rupert Sigl , solle er sich mit dem Decknamen Steinberger bezeichnet haben, weil sein Herkunftsort Apoig zu unbekannt war. Steinburg war der nächstgelegene bekannte Ort. Das dort befindliche Schloß wurde nach seinen ältesten Besitzern „Steinberg“ genannt. Diesen Namen hätte sich Mühlhiasl zu eigen gemacht, um in der Fremde mit seiner Herkunft identifiziert zu werden. Durch die bayrische Aussprache soll aus dem Steinberger der Stoaberger und daraus durch eine unglückliche Schreibung der Stormberger geworden sein, wodurch laut Mühlhiasl-Forschung die Identität mit dem prophetischen Zeitgenossen geklärt sei. Nach Pater Backmund hingegen soll der Mühlhiasl nach seiner Vertreibung von der Windberger Klostermühle nach Rabenstein bei Zwiesel gezogen sein, wo er bei dem ehemaligen Kastner des Klosters Windberg lebte, der ihm das Pseudonym Stormberger verlieh und seine Prophezeiungen schriftlich niederlegte. Diese begonnene Verschmelzung der nach Lage der Quellen eigentlich unabhängigen Seher Mühlhiasl und Stormberger führt Georg Hofmann auf den Höhepunkt, indem er dem Stormberger den Vornamen „Mathias oder Andreas“ (in Anlehnung an eine Stormbergerüberlieferung aus dem 19. Jahrhundert) gibt, bzw. dem Mühlhiasl den Nachnamen Stormberger.
Im Jahre 1803 soll er laut Schwester Härtenberger an der Windberger Klosterpforte gebettelt haben. Der Pförtner schickte ihn fort mit den Worten, er solle lieber arbeiten als betteln und den Leuten alles Mögliche vorsagen, worauf der Prophet antwortete: „Ich gehe, aber ihr müßt davonlaufen!“ Das soll sich genau sechs Wochen vor der Säkularisation, d. h. der Aufhebung des Klosters zugetragen haben.
Ab diesem Zeitpunkt liefern die Mühlhiaslautoren keine Daten mehr, weder über sein weiteres Schicksal, noch sein Todesdatum und seinen Sterbeort. In keiner Sterbematrikel der Region soll sich der Name Matthias Lang finden (was tatsächlich falsch ist). Die Autoren machen statt dessen Vermutungen, die von der Mühle seines Vetters als Todesort (nach Aussagen der Hunderdorfer Bevölkerung) bis nach Achslach, Zwiesel, Deggendorf, Straubing und die Grenze nach Böhmen reichen. Das Todesdatum wird je nach Autor zwischen 1810 und 1860 angegeben. Für keine der Varianten wird ein Nachweis erbracht. Lediglich beim Ursprung, Pfarrer Landstorfer, findet sich eine Legende aus der Bevölkerung über seine Beerdigung: „Er soll gesagt haben: ‚Ich komm euch als Toter noch aus!’ Auf dem Leichenweg sei durch einen Ruck der scheuenden Ochsen der Sarg vom Wagen gefallen und eine Böschung hinuntergerollt, so daß man ihn heraufholen mußte.“ Diese Legende wird in ähnlicher Form aber auch über den realen Stormberger berichtet.

Die harten Fakten über den Mühlhiasl sehen indessen ganz anders aus . Auf der Basis der Nachforschungen Reinhard Hallers, die er in seinem Buch „Matthäus Lang 1753 – 1805 genannt ‚Mühlhiasl’ Vom Leben und Sterben des ‚Waldpropheten’“ darlegt, in dem er sich der Mühlhiasl-Forschung annimmt, läßt sich folgendes über die Historizität des Propheten sagen: Der Name „Mühlhiasl“ kommt zum ersten Mal im dem Artikel des Pfarrers Landstorfer vom 28. Februar 1923 vor. Er läßt sich weder für eine tatsächliche Person, noch für einen Weissager schriftlich belegen. Hingegen konnte Haller nachweisen, daß in zwei Fällen alte Akten über Matthias Lang nachträglich mit Bleistift durch die Anmerkung „Mühlhiasl“ ergänzt wurden, vermutlich um eine tatsächlich nicht beweisbare Identität herbeizufälschen. Aus dieser Feststellung geht hervor, daß eine Übereinstimmung Matthias (bzw. Matthäus) Langs mit Mühlhiasl nicht gegeben ist. Während der Mühlhiasl eine imaginäre oder zumindest nicht zuordenbare Gestalt zu sein scheint, kann Matthias Lang tatsächlich nachgewiesen werden. Er ist jedoch aus vielerlei Gründen nicht mit Mühlhiasl gleichzusetzen. Wie Haller anhand von Urkunden nachweist, wurde 1799 in Apoig die Klostermühle von einem „Johannes N“ („N.“ steht für „nomen nominandum“, „noch zu nennender Name“) betrieben. Im selben Jahre wird die vom Ehepaar Lang selbstständig betriebene, zweite Mühle des Ortes von einem „Johannes Probst“, bei dem es sich wahrscheinlich um „Johannes N.“ handelt, gestiftet. Die Langs zogen sich auf die Landwirtschaft zurück. Die Mühle wurde, anders als die Mühlhiasl-Forschung behauptet, nicht vom Kloster Windberg an Lang verstiftet, sondern ein völlig anderes Anwesen von Lang an Probst, der zuvor die Klostermühle innehatte. Der Klostermüller war also nicht Lang, sondern Probst. Anders als in der Mühlhiasllegende, prellte Lang nicht das Kloster um den Stiftsbetrag von 75 Gulden. Bei diesem handelt es sich statt dessen um ein Darlehen des Klosters an Lang, welches dieser bereits lange vor 1799 bekam, wobei es keinen Hinweis auf einen Betrug gibt. Lang wurde 1801 nicht von der Klostermühle vertrieben, sondern verkaufte seine eigene Mühle, um die Schulden zu tilgen, nachdem der Pächter Probst recht bald verstarb. Der Vorwurf, verdorbenes Mehl geliefert zu haben, ist ebensowenig aufrechtzuerhalten. Tatsächlich gab es 1799 in Windberg einen Lebensmittelskandal. Haller weist anhand von Verhörprotokollen nach, daß die Schuld daran am Kloster lag, das schlechtes Getreide eingekauft hatte, sowie daß der Name des damaligen Klostermüllers Probst, nicht Lang war. Für ein Vagabundenleben des ehemaligen Müllers nach Verkauf der Mühle gibt es ebensowenig Belege, wie für eine Tätigkeit als Mühlenrichter und desgleichen. Somit hat er sich auch nicht den Namen Stormberger zugelegt. Ein solcher ist indes bereits 1766 in Rabenstein als Aschenbrenner in der mundartlich bereinigten Form „Starnberger“ nachweisbar. Auf ihn geht eine eigene Prophezeiung zurück, die frühestens 1780 entstand. Daß Lang mit Stormberger (Starnberger) identisch ist, kann widerlegt werden, weil deren Lebenswege voneinander abgrenzbar sind und sich nirgendwo kreuzen. Anders als es die Schöpfer der Mühlhiasllegende behaupten, läßt sich der weitere Lebenslauf Matthias Langs nämlich sehr wohl verfolgen: Er ging nach Verkauf der Mühle nach Straubing und wurde dort Gärtner. Sowohl sein Sohn, als auch seine Frau sind in Straubing nachweisbar, letzte in alten Adreßbüchern als Witwe des Matthias Lang in den Jahren 1809 und 1818. Sein Tod am 18. April 1805 ist im Sterbebuch von St. Peter in Straubing verzeichnet.

Matthias Lang hat sicher wenig mit den unter seinem Namen kursierenden Prophezeiungen zu tun. Es gibt nirgendwo einen Hinweis, daß er jemals eine Weissagung getätigt hätte oder dazu fähig gewesen wäre. Daß er überhaupt damit in Verbindung gebracht wurde, ist der Mühlhiasl-Forschung zuzuschreiben, die außer Lang niemals eine andere Person als Urheber der Prophezeiungen in Erwägung zog. Es hätte auch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis geführt, denn wie der Vergleich mit Prophezeiungen aus anderen Teilen Deutschlands zeigt, weisen einzelne Sätze der Mühlhiaslprophezeiung große Ähnlichkeit mit diesen auf. Exemplarisch seien genannt die Weissagungen

  • des Johann Peter Knopp zu Ehrenberg (1714 – 1794) im Rheinland
  • des Bauern Wessel Dietrich Eilert (1764 – 1833), genannt „alter Jasper“ aus Megede in Westfalen
  • der Katharina Leistnerin, genannt „Geißen-Käther“ aus Gutach im Schwarzwald.
  • des Egger Gilge (um 1735) aus Tirol
  • und sogar des aus der Bretagne stammenden Propheten Er Roué Stevan (1701 – 1775).

Der Mühlhiasl und diese Quellen weisen gewisse Gemeinsamkeiten auf: Sie sind allesamt Zeitgenossen, die Lebensläufe decken sich, insofern sie die Geschichte ihrer Zeit nachvollziehen. Alle Propheten befassen sich mit derselben Thematik. Ihre Prophezeiungen wurden alle erst nach ihrem Tode veröffentlicht: Knopp 1859, Eilert 1848, Leistnerin 1932, Mühlhiasl 1923. Das ermöglicht einen Motivzuwachs und ein gegenseitiges Plagiieren. Deutlich wird das zum Beispiel an der Aussage über „selbstfahrende Wagen“:
Mühlhiasl: „Wenn d’Wägen ohne Roß und Deichsel fahren“
Bauer Jasper: „Auf der Straße werden nur Wagen laufen, ohne mit Pferden gespannt zu sein.“
Johann Peter Knopp: „Dann werden Wagen ohne Pferde mit grillenden Tönen laufen und hierauf traurige Ereignisse eintreten!“
Geißenkäther: „Ein eiserner Weg wird den Schwarzwald hinaufführen, auf dem feurige Wagen ohne Pferde hin- und herfahren!“
Es sind sogar Geschichten von Ereignissen im Lebenslauf zwischen den Propheten gewandert. Johann Peter Knopp wird die folgende Anekdote zugeschrieben, die im Wesentlichen der Voraussage der Klosteraufhebung Windbergs durch Mühlhiasl entspricht: „Der Seher habe einmal der Äbtissin des Damenstifts zu St. Catharinen die kommende Aufhebung der Klöster angekündigt, und seither hätten die frommen Damen ihm gegrollt. Eines Tages habe die Pförtnerin ihm den Einlaß verweigert, und da habe er gesagt: ‚Es wird die Zeit kommen, wo man euch ebenso behandelt, man wird euch unbarmherzig von hier wegweisen!’“
Anzunehmen ist, daß diese Quellen sich nicht nur gegenseitig beeinflußt haben, bis sie schließlich alle schriftlich fixiert waren, sondern sie eigentlich aus seit Jahrhunderten im Volke frei flottierendem Prophezeiungsgut bestehen, das vielfach im Volksmunde gedreht, verzerrt und ergänzt immer wieder legendären und halbmythischen Personen zugeschrieben wurde oder solchen, die diese bereits geläufigen Weissagungen durch ihr Auftreten besonders eindrucksvoll tradieren konnten. Es handelt sich hierbei nicht um die Aussagen bestimmter oder bestimmbarer Seher, sondern um das kollektive Gedächtnis des Volkes. Darin werden uralte Voraussagen im Laufe der Zeiten verwässert und verfälscht, Aussagen gar ex eventu erfunden oder auf Ereignisse der jeweiligen Gegenwart umgedeutet, was deren Brauchbarkeit einschränkt. Sie stellen in ihrem jeweiligen Zustand ein Spiegelbild ihrer Epoche dar. Landstorfer hat die Aussagen Mühlhiasls nur auf dem Stande von 1923 festgehalten. Seitdem sind im Volksmunde wieder neue hinzugekommen, die ihm angedichtet wurden. Haller zitiert zur Verdeutlichung einige Fragmente, die ihm von Leuten erzählt wurden, z. B., „wenn die Katholischen und Evangelischen die Messe miteinander lesen!“ (= Ökumene, Aussage von 1983), „wenn die Rotjankerl zum Arbeiten herüberkommen, über die Grenze“ (= Pendler aus der ČR, Aussage von 1992), „wenn der Silberberg ohne Bergbau mehr wert ist, wie vorher“ (= Vermarktung und Verbauung des Silberberges bei Bodenmais, Aussage von 1992). Die Aussagen sind so in der mündlichen Tradition einer beständigen Wandlung unterworfen. Der ursprüngliche Kern ist längst verschüttet. Was bleibt, ist die Ahnung zukünftigen Unheils und Veränderung, eine Botschaft, die bereits vor langer Zeit formuliert und in die verschiedenen Regionen getragen wurde.

Pfarrer Johann Landstorfer im Straubinger Tagblatt vom 28. Februar 1923[1]

Pfarrer Landstorfer war der erste, der die Prophezeiungen des Mühlhiasls sammelte und veröffentlichte, nämlich im Straubinger Tagblatt vom 28. Februar 1923. Es begann damit, daß er in Pinkofen, wo er lange Zeit Pfarrer war, seinem Amtsvorgänger Johann Georg Mühlbauer (1827 - 1921) begegnete. Dieser machte ihn mit den Prophezeiungen des Mühlhiasls vertraut. Mühlbauer wiederum hatte das Wissen von seinem Vater, der hochbetagt mit 96 Jahren starb. Es heißt, er sei „noch ein spezieller Freund“ Mühlhiasls gewesen. Daraufhin befragte Landstorfer noch andere sehr alte Leute, von denen er weitere lose Fragmente erhielt. Diese ordnete er und schrieb sie zusammen. Man darf sich durch die so entstandene Geschlossenheit der Prophezeiungen aber nicht über ihre Fragmentiertheit hinwegtäuschen.

„‚Eine Zeit kommt, wo die Welt abgeräumt wird und die Menschen wieder wenig werden‘
Um diesen Kern und Mittelpunkt herum gruppieren sich ganze Reihen von Schilderungen, die in scharfen, kurzen Rißlinien ein Zukunftsbild entwerfen: 1. von der vorangehenden Weiterentwicklung und Gestaltung des Volkslebens; 2. vom Einbruch und Verlauf der großen Unheils, das er das ‚Weltabräumen‘ nennt; 3. von dem daraus sich ergebenen Folgezustand, wohlgemerkt, alles, auch das Weltgeschichtliche, nur erfaßt und ausgemalt im Ausschnitt des niederbayerischen Heimatlandes. 1. Vorher: Anschaulich wird das niederbayerische Weltbild und Volksleben des bevorstehenden (nunmehr abgelaufenen) Jahrhunderts geschildert in einer Fülle von Einzellinien, die sich in folgende Gesichtspunkte einordnen lassen:

Kleidungssitten:
‚Wenn d’Bauern mit gewichsten Stiefeln in die Miststatt hineinstehen‘
‚Wenn sich d’Bauernleut g’wanden wie die Städtischen und die Städtischen wie d’Narrn (oder: „die Städtischen wie d’Affn)‘
‚Wenn erst die Rabenköpf kommen (schwarze Kopftücher)‘
‚Wenn die Mannerleut rote und weiße Hüt aufsetzen (solche Hüte waren in den siebziger Jahren Burschenmode)‘
‚Wenn die farbigen Hüt aufkommen‘
‚Wenn d’Leut rote Schuh haben‘
‚Wenn auf den Straßn Gäns daherkommen (schneeweiße Gewandung)‘
‚Nachher is nimmer weit hin‘

Lebenssitten:
‚Wenn d’Leut nichts mehr tun als fressen und saufen, schlemmen und dämmen‘
‚Wenn d’Bauernleut lauter Kuchen fressen‘
‚Wenn Bauernleut d’Hennl und Gäns selber fressen‘
‚Wenn Bauern alle Awanter (Grenzraine) umackern und alle Stauern (Hecken) aushauen‘
‚Wenn Bauern alle politasiern‘
‚Nachher is die Zeit da‘

Verkehrssitten (Auf dem Fußweg von Ober-Altaich nach Hunderdorf gibt es eine Stelle, oben auf der Höhe der Kleinlindacher Berge beim Holz-Bertl, wo man einen prächtigen Ausblick hat auf das Donautal und den Gäuboden von Plattling bis Regensburg, wo man heute so schön den Dampfschiffen zuschauen und die Schlepper zählen und das Pusten hören kann. Hier stand vor mehr als 200 Jahren der Mühlhiasl und besprach die Passauer Bahn und die zukünftige Waldbahn in Verbindung mit seinem Weltabräumen):
‚Wenn die schwarz Straß von Passau heraufgeht‘
‚Wenn die schwarz Straß (auch ‚eiserne Straß‘) über die Donau herüberkommt und ins Böhm neinlauft‘
‚Wenn der eiserne Hund in der Donau heraufbellt‘
‚Wenn d’Leut in der Luft fliegen können‘
‚Wenn d’Wägen ohne Roß und Deichsel fahrn‘
‚Wenn die meisten Leut mit zweiradeligen Karren fahrn, so schnell, daß kein Roß und kein Hund mitlaufen kann‘
‚Nachher stehts nimmer lang an‘
In Apoig, der jetzigen Station Hunderdorf, bezeichnete er auf den Meter genau den nachmalignen Lauf der ‚eisernen Straß‘ und zeigt her, wie weit sie beim Schötz (jetzt Blasini) in den Garten hineinreichen werde: ‚Bis daher und nicht weiter.‘
Bemerkenswert ist, daß die Bewohner 1893 über den Bogener Brücken- und Eisenbahnbau nicht viel Entzücken aufbringen konnten, sondern nach dem Eintreffen des ersten auch das angehängte zweite fürchteten: ‚dann stehts nimmer lang an.‘

Besiedelungswesen:
Lindach, eine stundenweit ausgedehnte Kolonie mit zerstreuten Häusern, war um 1800, wie der ganze Wald, mit riesigen, für wertlos erachteten Hölzern bestanden und schwach besiedelt.
Der ‚Hiasl‘ behauptete, die Leute und die Häuser würden zuerst recht viel werden: ‚In der Stadt werden 5- und 6-stöckige Häsuer baut, überall werden Häuser baut, Häuser werden baut, wie d’Schlösser und d’Pfarrhöf. Schulhäuser werden baut wie Paläst (mit eigener Betonung fügte er dann hinzu) für d’Soldat‘n.‘
‚In Lindach wird alles voll Häuser und Lehmhütten ang’schlötte. Aber nachher wachsen einmal Brennessel und Brombeerdörn zu‘n Fenstern außer.‘ Im Umhergehen zeigte er dann viele Orte, wo Häuser erstehen würden: ‚da wird ein Haus baut‘
Am ehemaligen Weiher zu Eglsee fischend steckte er an der Weiher-Ecke mit dem Stock ein Viereck ab: ‚kommt ein Haus her‘. (Ist heute zu sehen.) Rätselhaft ist eine Angabe: Zwischen Hunderdorf und Au zeigte er einen Platz: ‚Da wird ein Haus baut, wird aber zuvor nicht aus‘baut, wenn gleich schon lang baut ist.‘ Es steht dort ein einödiges Haus ‚Breifeld’. Lange Zeit sind die Balken für eine Altane weggestanden, was ihm ein unfertiges Aussehen gab, die sind jetzt entfernt. Dagegen soll für nächste Zeit ein Draufbau in Vorbereitung sein. Ferner ein Hinweis:
‚Wenn der Hochwald ausschaut, wie‘m Bettelmann sein Rock (könnte im Auge haben die schonungslose Abholzung, könnte aber auch hinweisen auf den ‚Hochwald“ bei Oedwies, der 1870 von einem Sturm ‚zerflankt‘ wurde)‘

Klimatische Anzeichen:
‚Wenn die kurzen Sommer kommen‘
‚Wenn man Winter und Sommer nimmer auseinanderkennt (weil der Winter so warm ist, der Sommer so kalt)‘

Religiöse Vorzeichen:
‚Zuerst kommen die vielen Jubiläen (Jubiläumsablässe; Leo XIII. Pont. Jub.; Jahrhundertwende; Konstantin; Immakulata)‘
‚Überall wird übern Glauben predigt, überall sind Missionen (namentlich seit dem kirchenrechtlich vorgeschriebenen 10jährigen Missionierungsturnus), kein Mensch kehrt sich mehr dran‘
‚d’Leut wird’n erst recht schlecht‘
‚d’Religion wird noch so klein, daß mans in ein‘ Hut hineinbringt, der Glaub‘n wird so dünn, daß man ihn mit der Geißel abhauen kann, der Glaub‘n wird so wenig, daß man ihn mit‘m Geißelschnappen vertreiben kann‘
‚Übern katholischen Glauben spotten am besten die eignen Christen‘
Vielleicht hierher gehörend: ‚Recht‘Gesetze werden gemacht, aber werden nimmer ausg’führt (= recht viele oder recht üble Gesetze)‘

Wirtschaftliches:
‚’s Gold geht zu Eisen und Stahl‘
‚Um ein Goldstück kann man noch einen Bauernhof kaufen‘
‚’s Holz wird so teuer, wie der Zucker, aber (fügte er bei Weissagungen über große Not hinzu) g’langen tuts‘
‚Einerlei Geld kommt auf‘
‚Geld wird gemacht, so viel, daß man’s gar nimmer kennen kann, (mit geheimnisvoll hämischem Lächeln betonte er) wenns gleich lauter Papierflanken sind, kriegen die Leut nicht genug dran‘
‚Auf einmal gibts keins mehr‘

Wenn also das alles sich eingestellt hat, dann nunmehr, dann kommts, nämlich:
2. Das ‚Weltabräumen‘ selber: nur rißhaft sind die Phasen angedeutet.
Vorausgesetzt ist der ‚große Krieg?‘ Der ‚große Krieg‘, ganz waldlerisch ausgesprochen war ein häufiger Wiederholungsposten in seinen Vorhersagen.
‚Nach dem Krieg meint man, Ruh ist, ist aber keine. Die hohen Herren sitzen zusammen und machen Steuern aus. Nachher stehts Volk auf.‘
‚Bal’s angeht, ist einer übern anderen‘
‚Raufen tut alles‘
‚Wer etwas hat, dem wirds genommen‘
‚In jedem Haus ist Krieg’
‚Kein Mensch kann mehr dem anderen helfen‘
‚Die reichen und noblen Leut werden umgebracht, wer feine Händ hat, wird totgeschlagen (Vorbild: Ausrottungskampf gegen geistige Arbeit in Rußland)‘
‚Der Stadtherr lauft zum Bauern aufs Feld und sagt: ‚Laß mich ackern!‘ um nicht erkannt zu werden), der Bauer erschlagt ihn mit der Pflugreutn‘

Offenbar auf das Hereinfluten roter Militärmaßen von Osten soll hindeuten:
‚Von Straubing auf den Pilmersberg (Pilgramsberg) hinein wird eine Straß baut.‘ (Die Gegend war damals so unwirtlich, daß ihm der alte Weiherbauer erklärte, wenn ich alles glaub, glaub ich nicht, daß da eine Straß baut werden kann (die jetzige Straße Straubing-Stallwang-Cham) ‚auf der Straß kommen sie einmal heraus, dieselben Roten, d’Rotjankerl‘. Wegen dieser Äußerung wurde er viel verlacht, obs etwa die rothosigen Franzosen sein sollen: ‚Nein, Franzosen sinds nicht, rote Hosen habens auch nicht, aber die Roten sinds.‘
‚Wenn’s aber einmal kommen, muß man davonlaufen, was man kann und muß sich verstecken mit drei Laib Brot. Wenn man beim Laufen einen verliert, darf man sich nicht bücken, so muß es ‚schlaun‘, wenn man den zweiten verliert, muß man ihn auch hintlassen, man kanns auch mit einem noch aushalten.‘ (Daß in kritischen Zeiten jeder Eisenbahn und Nachrichtendienst aufhören kann, hat die Rätezeit gezeigt.)
Als Versteck empfahl er je nach Gegend z. B. für Mitterfels die großen Wälder im Perlbachtal und die Senkungen bei Buchberg. Für Englmar die Käsplatte, für Bodenmais die Berkwerke, für den waldlosen Gäuboden die Weizenmandln.
Zum Schluß ist noch ein besonders unheimlicher Gast in Aussicht gestellt, nach Art des Sensenmannes, nur mit einem Originalnamen: ‚Der Bänke-Abräumer‘. Da man in den Bauernstuben reihenweise auf Bänken sitzt, zu verstehen als eine die Familienbestände dahinraffende seuchenartige Krankheit:
‚Auf d’Letzt kommt der Bänker-a-ramer.‘ Die wenigen, die übrig geblieben, werden sich schutzsuchend aus der ganzen Umgebung innerhalb der Windberger Klostermauer sammeln.
‚Wers überlebt, muß einen eisernen Kopf haben.‘

Wie siehts nun nachher aus?
3. Nachher: Eine große Verheerung.
‚Die Leute sind wenig.‘
‚Grüßen tuns wieder ‚Gelobt sei Jesus Christus‘ und einer sagt zum anderen: ‚Grüß dich Gott, Bruder, grüß dich Gott, Schwester‘‘
‚Auf d’Nacht zündet einer ein Licht, schaut, wo noch jemand eins hat‘
‚Wer eine Kronwittstaude (Wacholder) sieht, geht darauf los, ob(s) nicht ein Mensch ist‘
‚Ein Fuhrmann haut mit der Geißel auf die Erde nieder und sagt: ‚Da is die Straubinger Stadt g’standen.‘ (letztere Äußerung traf ich nur einmal an, fraglich, ob sie dem M. zuzuschreiben)
Das Bayerland im besonderen ‚wird verheert und verzehrt von seinem eignen Herrn, am längsten wirds stehn, am schlechtesten wird’s ihm gehen.‘

Viehstand:
‚Wenn man am Donaustrand und im Gäuboden eine Kuh findet, der muß man eine silberne Glocke anhängen, ein Roß, dem muß man ein goldenes Hufeisen hinaufschlagen; im Wald drin krähn noch Gickerl.‘

Wirkung des Strafgerichtes:
‚Nachher, wenn die Welt abgeräumt ist, kommt eine schöne Zeit. Große Glaubensprediger stehen auf und heilige Männer, die tun viel Wunder, die Leute glauben wieder‘
Er sprach auch davon, daß vorher die Geister, die ‚Waizn‘ verschafft werden (allgemeine Volksanschauung, bestärkt durch das Meßschlußgebet und den teufelsbeschwörenden großen Exorzismus Leos XIII.) nachher aber erscheinen wieder welche und bringen die Leute zum Glauben.

Zeitpunkt:
Welchen Zeitpunkt er für den großen Krieg in Aussicht hatte, ergibt sich ganz beiläufig aus einer unbedeutenden Begebenheit: In Großlindach redete er mit dem damaligen Bognervater vom großen Krieg. Inzwischen wuzelte und hertzte er in freundlicher Rederei das Ohr des dabeistehenden Kleinen, bis dieser den Scherz zu empfindlich fand und zu weinen anhud. Da tröstete ihn gutmütig der Mühlhiasl mit der Versicherung: ‚Du bist beim großen Krieg nimmer dabei, deine Kinder auch nicht, aber denen ihre Söhne kommen gewiß dahin.‘ Die letzten Bognersöhne waren alle beim Weltkrieg, sie sind die Enkel jenes weinenden Knäbleins.
Allgemeines vorhergehendes Merkmal: ‚Kein Mensch wills glauben.‘“

Leserzuschrift im Straubinger Tagblatt vom 9. März 1923[2]

Der anonyme Schreiber des folgenden Leserbriefes, der am 9. März 1923 als Antwort auf Pfarrer Landstorfers Artikel gedruckt wurde, behauptete:

„Der ‚Mühlhiasl‘ kam öfters zu meinen Urgroßeltern, die in Windberg ansässig waren, auf Besuch: er war im Heimgarten geladen worden und waren hiezu auch noch mehrere Nachbarn erschienen. Er war ein kränklicher Mann und liebte gerne eine warme Stube. Die Leute setzten sich dann im Kreise um ihn herum, so wollte er es nämlich haben: er selbst saß meistens nächst dem Ofen auf der Ofenbank. Da erzählte und prophezeite er von der Zukunft.“

Die im Brief mitgeteilten Aussagen weichen von Landstorfers Fassung ab:

„‚Merkt euch das und sagt es euren Kindern; denn die Kindeskinder erleben einmal die Zeit, wann die Welt abgeräumt wird. Zuvor kommen aber noch viele Anzeichen und zwar: Kreuz und quer laufen schwarze Straßen; ein Dampfroß fahrt über die Donau; die Leute fahren ohne Roß und Wagen, sie fliegen in der Luft wie die Vögel, schwimmen im Wasser wie die Fische, Schwatzen sich bei stundenweiter Entfernung in die Ohrwaschel und gwandten (kleiden) sich wie Narren. Die Landleute wie die Stadtleute tragen spitze Schuhe mit sehr hohen Absätzen; sie wissen gar nicht gescheit zu gehen mit diesen Schuhn, aber getragen werden sie doch. Bauernknechte und Handwerksburschen (sagen wir Handwerker) sitzen einmal in der Regierung drin. Der Glauben ist miserabel klein; man ruckt kaum mehr den Hut vor den geistlichen Herren, auch nicht einmal mehr, wenns im weißn Rock sind und den Leuten begegnen.
Wenn dies alles geschieht, dann kommt das Weltabräumen. Im Allerweltskrieg werden aber die Leut nicht besser, im Gegenteil noch viel schlechter. In diesem Krieg werden die Leute viel schikaniert; sie sind sogar über ihre eigene Sach‘ nicht mehr her (recte ‚Herr‘), bekommen für Geld allein nichts mehr, sondern müssen einen Ausweis in der Hand haben. Dieser Krieg dauert lange, aber über Nacht ists gar. Die Leute mögen nicht mehr und Volk wie Soldat sind eines Sinnes. Dann sitzen die Großen immer zusammen und ‚machen alleweil aus‘; aber - ausmachen können sie nichts mehr.
Dann kommt mal eine Zeit, da gibt’s recht steinreiche Leute, aber auch recht bitterarme. Auf dem Gäuboden entstehen viele schöne Häuser, weil dort einige so viel Geld haben, ganze Streukörbe voll. Sie wissen nicht, was sie mit diesem Geld anfangen sollen und bauen sich dann schöne Häuser, lauter ‚rotdachige‘. Die Armen aber sind nicht deswegen so arm, weil nichts da ist, sondern die Sache ist da; aber es geht nichts mehr auseinander, es geht nimmer richtig zu. Der große Reichtum ist kein echter, er ist aber auch nicht lange von Bestand; denn, sagte der Mühlhias, wenn einmal der ganze Gäuboden prangt vor lauter schöne weiße Häuser mit roten Dacheln, dann kommen bald die ‚Rotkapperl‘. Über den Pilgramsberg kommen sie her und auf dem flachen Land reichen sie sich die Hand. Dann gehts über den Donaustrom hinunter, es geht schnell - aber wild wird gehaust und auf dem ganzen Lande findet man kaum mehr eine Kuh oder ein Pferd.
Von den schönen Häusern werden mal die Bramdornen rauswachsen. Es müssen sich die Leute verstecken, wenn die Rotkapperl da sind; es sind keine echten Krieger. Viele Leute werden aber von ihrem Versteck herausgeholt, denn alles wird verraten. Es geht schnell, sehr schnell. Wenn’s in Straubing zum oberen Tor einziehen, wissen d’Leut beim untern Tor noch nichts! Mit 3 Laib Brot kommt ein’s aus. Die Leute werden aber so wenig, so viel sie zuvor waren und sie haben sich hernach so gerne, wie sie sich zuvor haßten. Nach dieser großen Weltabräumung gehen viele von ihrem Heim weg und siedeln sich auf schönen Plätzen an. Auch an ihren Häusern, die sie verlassen haben, werden mal die Brennessel rauswachsen.
Dies, sagte er, wird alles bestimmt kommen. ‚Lacht mich nur nicht aus! Euere Kindeskinder werden einmal nicht mehr lachen. Einige er leben dann wieder gute Zeiten. Es sind lauter solche, die da noch da sind mit eiserne Köpf! Denn viele werden durch Krankheit weggerafft!‘“

Der Briefschreiber schließt mit den Worten:

„Vieles von dem, was der ‚Mühlhias‘ in Vorstehendem prophezeite, haben meine Eltern selbst noch miterlebt.
Der sog. ‚Mühlhiasl‘ stammte von der Klostermühle zu Windberg: seine Söhne sollen ausgewandert sein. Er war dann auf einmal verschollen und man sagte, er sei bei seinen Verwandten in der Nähe von Englmar; später war er dann wieder auf der Klostermühle und soll auch dort verstorben sein. Seine Prophezeiung, er komme den Leuten als Toter noch mal aus, soll wirklich in Erfüllung gegangen sein. So fing nämlich die Totentruhe, als sie hin über den Berg hinauf brachten, zu rutschen an und rutschte den Berg hinunter bis zu einer Erlenstaude, wo sie hängen blieb; andernfalls wäre sie in den Weiher hineingeraten.
Über das Bayernlandl sagte der Mühlhiasl einmal, es werde von seinen Herren verheert und verzehrt. Am längsten halte es aus, aber am schlimmsten werde es ihm gehen.
Die Klosterherren in Windberg traf genau das Schicksal, das er ihnen vorhergesagt. Viele Leute mochten den ‚Hiasl‘ nicht gut leiden, weil er ihnen manches sagte, was sie nicht gerne hörten.
Wenn diesen seltsamen Propheten jemand fragte, warum das alles komme, so sagte er jedesmal: ‚Weil keine Liebe mehr unter den Menschen ist und eins das andre nicht mehr mag. Darum räumt unser Herrgott die Welt ab!‘“

Quellen

  1. Johann Evangelist Landstorfer. In: Straubinger Tagblatt. 28. Februar 1923.
  2. Mitteilungen aus unserem Leserkreis. In: Straubinger Tagblatt. 9. März 1923.

Literatur

  1. Traunsteiner Nachrichten, Nr. 35, 19. November 1949, S. 9.
  2. Traunsteiner Nachrichten, Nr. 38, 26. November 1949, S. 9.
  3. Adlmaier, Conrad: Blick in die Zukunft, 1. Auflage. Traunstein 1950.
  4. Adlmaier, Conrad: Blick in die Zukunft, 2. Auflage. Traunstein 1955.
  5. Adlmaier, Conrad: Blick in die Zukunft, 3. Auflage. Traunstein 1961.