Geißenkäther (Katharina Leistnerin)

Dieses umherziehende Bettelweib, im Volksmund „Geißenkäther“ genannt, soll im Schwarzwald gelebt haben und 1831 in Gutach gestorben sein. Über Herkunft und Leben ist weiter nichts bekannt. Die Aussagen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Mühlhiasl, so daß anzunehmen ist, daß es sich hierbei um eine Volkssage handelt.

Pater Norbert Backmund – Hellseher schauen die Zukunft, 1961[1]

„Dereinst, so sagte sie, werde ein eiserner Weg den Schwarzwald hinaufführen, auf dem feurige Wagen ohne Roß hin und herfahren. Es werde Wagen ohne Rösser geben, und ein großer, silberner Vogel werde über die Berge fliegen, in dem ungefährdet Leute säßen. Ein Krieg wird kommen, der die ganze Welt in Flammen setzt, und der nicht eher endet, bis zu Köln Menschen und Pferde im Blute waten. Dann werde das Geld wie Fetzen auf der Straße herumliegen, und die Kinder werden sich um die Apfelbutzen raufen. Die allerschlimmste Zeit kommt, wenn die Frauen Schuhe tragen, unter denen man hindurchsehen kann. Im Jahr 1940 wird ein neuer Krieg kommen, der Brand und Mord auch ins Gutachtal tragen wird. Dann wird der Bauer vom Pflug weglaufen, und die Herren, von denen Gott den Verstand genommen, erschlagen. Man soll auf die Berge flüchten, einen Laib Brot, eine Speckseite und einen Krug Kirschwasser mitnehmen, und wenn das alles aufgezehrt ist, ist auch der Krieg zuende. Deutschland wird aber dann größer denn je unter einem Bauernkaiser.“

Quelle

  1. Backmund, P. Norbert: Hellseher schauen in die Zukunft. Windberg 1961.

Literatur

  1. Burk, W.: Eine Schwarzwälder Seherin. In: Die Pyramide. Wochenschrift zum Karlsruher Tagblatt, 14. Dezember 1932.