Mühlhiasl

Der „Mühlhiasl“, bzw. „Hiasl“ oder auch „Waldprophet“ ist ein sagenhafter Seher, dessen Lebenszeit in der zweiten Hälfte des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts im unteren Bayerischen Wald angesetzt wird. Seine Prophezeiungen wurden erst 1923 durch den Artikel des Pfarrers Johann Evangelist Landstorfer im Straubinger Tagblatt einer breiten Öffentlichkeit bekannt, der zugleich die früheste greifbare Quelle ist. Über die Identität des Sehers und seinen Lebenslauf kann nichts mehr mit Sicherheit in Erfahrung gebracht werden. Dem Hinweis folgend, der Mühlhiasl sei der Sohn eines Müllers auf der Mühle zu Apoig (nahe Hunderdorf im Bayerischen Wald) gewesen, recherchierte Landstorfer dennoch und setzte den Mühlhiasl schließlich mit der nachweisbaren Person gleich, die am besten darauf paßte: Demnach sei sein richtiger Name Matthias Lang gewesen, geboren 1753, gestorben irgendwann nach 1800. Sein gleichnamiger Vater habe ihm die besagte Mühle vererbt. Seit 1788 soll er mit Barbara Lorenz von Recklberg verheiratet gewesen sein, die ihm bis 1800 acht Kinder gebar. Diese Hypothese wurde von der Öffentlichkeit ungeprüft geglaubt und in den folgenden Jahrzehnten zu einem volkstümlichen Mythos um die sagenhafte Person des Waldpropheten weiterverarbeitet.
Landstorfers Gleichsetzung wurde von heimatkundlichen Schriftstellern mit Daten zur Person Matthias Langs unterfüttert und der Nachweisbarkeit durch pseudowissenschaftliche Forschungen Substanz zu verleihen versucht. Als maßgeblich hierbei zu nennende Autoren sind: Pater Dr. Norbert Backmund, Pfarrer Georg Hofmann und Dr. Rupert Sigl, deren Anliegen es war, aus dem Mühlhiasl eine existente Person zu machen und seiner Prophezeiung realgeschichtliche Ereignisse abzufiltern. Dabei wird auch eine nicht beweisbare und allein auf Ähnlichkeiten der Aussagen beruhende Entsprechung des Mühlhiasls mit dem bereits für das frühe 19. Jahrhundert nachweisbaren Propheten Stormberger angenommen.
Von den Ergebnissen dieser sogenannten Mühlhiasl-Forschung ausgehend wäre das Leben des Propheten etwa folgendermaßen verlaufen : Matthias Lang, dessen eigentlicher Taufname Matthäus im Laufe der Zeit durch die Mundart zu Matthias (die Abkürzung Hias = Hiasl) geworden sei, wäre Klostermüller der Prämonstratenser von Windberg gewesen. Die Klostermühle wäre 1799 für 75 Gulden an Matthias Lang verstiftet worden. Dieses Geld habe er später nicht zurückzahlen können. Dessen und des Vorwurfes wegen, verdorbenes Mehl geliefert zu haben, soll er die Mühle 1801 verlassen und fortan ein ruheloses Leben als Vagabund geführt haben. In einem anonymen Leserbrief an Pfarrer Landstorfer wird behauptet, „seine [Mühlhiasls] Söhne sollen ausgewandert sein. Er war dann auf einmal verschollen und man sagte, er sei bei seinen Verwandten in der Nähe von Englmar; später war er dann wieder auf der Klostermühle und soll auch dort verstorben sein“.
Die Autoren überschlugen sich in der Darstellung seines Lebens und verkehrten seinen Charakter zunehmend ins negative: Matthias Lang alias Mühlhiasl lebte demnach einige Zeit als Müllersgehilfe bei seinem Vetter Johann Georg Lang. Mit diesem in Streit geraten, soll er ihn mit einem Kreuz erschlagen haben und sich danach im Walde versteckt haben. Von da an zog er als ein arbeitsscheuer, heimatloser Herumtreiber umher. Andere Behaupten, daß der Mühlhiasl nach 1801 als „Mühlenarzt“, „Mühlenrichter“ und „Mühlenbauer“ gearbeitet hätte. Zu dieser Zeit, so behauptet Rupert Sigl , solle er sich mit dem Decknamen Steinberger bezeichnet haben, weil sein Herkunftsort Apoig zu unbekannt war. Steinburg war der nächstgelegene bekannte Ort. Das dort befindliche Schloß wurde nach seinen ältesten Besitzern „Steinberg“ genannt. Diesen Namen hätte sich Mühlhiasl zu eigen gemacht, um in der Fremde mit seiner Herkunft identifiziert zu werden. Durch die bayrische Aussprache soll aus dem Steinberger der Stoaberger und daraus durch eine unglückliche Schreibung der Stormberger geworden sein, wodurch laut Mühlhiasl-Forschung die Identität mit dem prophetischen Zeitgenossen geklärt sei. Nach Pater Backmund hingegen soll der Mühlhiasl nach seiner Vertreibung von der Windberger Klostermühle nach Rabenstein bei Zwiesel gezogen sein, wo er bei dem ehemaligen Kastner des Klosters Windberg lebte, der ihm das Pseudonym Stormberger verlieh und seine Prophezeiungen schriftlich niederlegte. Diese begonnene Verschmelzung der nach Lage der Quellen eigentlich unabhängigen Seher Mühlhiasl und Stormberger führt Georg Hofmann auf den Höhepunkt, indem er dem Stormberger den Vornamen „Mathias oder Andreas“ (in Anlehnung an eine Stormbergerüberlieferung aus dem 19. Jahrhundert) gibt, bzw. dem Mühlhiasl den Nachnamen Stormberger.
Im Jahre 1803 soll er laut Schwester Härtenberger an der Windberger Klosterpforte gebettelt haben. Der Pförtner schickte ihn fort mit den Worten, er solle lieber arbeiten als betteln und den Leuten alles Mögliche vorsagen, worauf der Prophet antwortete: „Ich gehe, aber ihr müßt davonlaufen!“ Das soll sich genau sechs Wochen vor der Säkularisation, d. h. der Aufhebung des Klosters zugetragen haben.
Ab diesem Zeitpunkt liefern die Mühlhiaslautoren keine Daten mehr, weder über sein weiteres Schicksal, noch sein Todesdatum und seinen Sterbeort. In keiner Sterbematrikel der Region soll sich der Name Matthias Lang finden (was tatsächlich falsch ist). Die Autoren machen statt dessen Vermutungen, die von der Mühle seines Vetters als Todesort (nach Aussagen der Hunderdorfer Bevölkerung) bis nach Achslach, Zwiesel, Deggendorf, Straubing und die Grenze nach Böhmen reichen. Das Todesdatum wird je nach Autor zwischen 1810 und 1860 angegeben. Für keine der Varianten wird ein Nachweis erbracht. Lediglich beim Ursprung, Pfarrer Landstorfer, findet sich eine Legende aus der Bevölkerung über seine Beerdigung: „Er soll gesagt haben: ‚Ich komm euch als Toter noch aus!’ Auf dem Leichenweg sei durch einen Ruck der scheuenden Ochsen der Sarg vom Wagen gefallen und eine Böschung hinuntergerollt, so daß man ihn heraufholen mußte.“ Diese Legende wird in ähnlicher Form aber auch über den realen Stormberger berichtet.

Die harten Fakten über den Mühlhiasl sehen indessen ganz anders aus . Auf der Basis der Nachforschungen Reinhard Hallers, die er in seinem Buch „Matthäus Lang 1753 – 1805 genannt ‚Mühlhiasl’ Vom Leben und Sterben des ‚Waldpropheten’“ darlegt, in dem er sich der Mühlhiasl-Forschung annimmt, läßt sich folgendes über die Historizität des Propheten sagen: Der Name „Mühlhiasl“ kommt zum ersten Mal im dem Artikel des Pfarrers Landstorfer vom 28. Februar 1923 vor. Er läßt sich weder für eine tatsächliche Person, noch für einen Weissager schriftlich belegen. Hingegen konnte Haller nachweisen, daß in zwei Fällen alte Akten über Matthias Lang nachträglich mit Bleistift durch die Anmerkung „Mühlhiasl“ ergänzt wurden, vermutlich um eine tatsächlich nicht beweisbare Identität herbeizufälschen. Aus dieser Feststellung geht hervor, daß eine Übereinstimmung Matthias (bzw. Matthäus) Langs mit Mühlhiasl nicht gegeben ist. Während der Mühlhiasl eine imaginäre oder zumindest nicht zuordenbare Gestalt zu sein scheint, kann Matthias Lang tatsächlich nachgewiesen werden. Er ist jedoch aus vielerlei Gründen nicht mit Mühlhiasl gleichzusetzen. Wie Haller anhand von Urkunden nachweist, wurde 1799 in Apoig die Klostermühle von einem „Johannes N“ („N.“ steht für „nomen nominandum“, „noch zu nennender Name“) betrieben. Im selben Jahre wird die vom Ehepaar Lang selbstständig betriebene, zweite Mühle des Ortes von einem „Johannes Probst“, bei dem es sich wahrscheinlich um „Johannes N.“ handelt, gestiftet. Die Langs zogen sich auf die Landwirtschaft zurück. Die Mühle wurde, anders als die Mühlhiasl-Forschung behauptet, nicht vom Kloster Windberg an Lang verstiftet, sondern ein völlig anderes Anwesen von Lang an Probst, der zuvor die Klostermühle innehatte. Der Klostermüller war also nicht Lang, sondern Probst. Anders als in der Mühlhiasllegende, prellte Lang nicht das Kloster um den Stiftsbetrag von 75 Gulden. Bei diesem handelt es sich statt dessen um ein Darlehen des Klosters an Lang, welches dieser bereits lange vor 1799 bekam, wobei es keinen Hinweis auf einen Betrug gibt. Lang wurde 1801 nicht von der Klostermühle vertrieben, sondern verkaufte seine eigene Mühle, um die Schulden zu tilgen, nachdem der Pächter Probst recht bald verstarb. Der Vorwurf, verdorbenes Mehl geliefert zu haben, ist ebensowenig aufrechtzuerhalten. Tatsächlich gab es 1799 in Windberg einen Lebensmittelskandal. Haller weist anhand von Verhörprotokollen nach, daß die Schuld daran am Kloster lag, das schlechtes Getreide eingekauft hatte, sowie daß der Name des damaligen Klostermüllers Probst, nicht Lang war. Für ein Vagabundenleben des ehemaligen Müllers nach Verkauf der Mühle gibt es ebensowenig Belege, wie für eine Tätigkeit als Mühlenrichter und desgleichen. Somit hat er sich auch nicht den Namen Stormberger zugelegt. Ein solcher ist indes bereits 1766 in Rabenstein als Aschenbrenner in der mundartlich bereinigten Form „Starnberger“ nachweisbar. Auf ihn geht eine eigene Prophezeiung zurück, die frühestens 1780 entstand. Daß Lang mit Stormberger (Starnberger) identisch ist, kann widerlegt werden, weil deren Lebenswege voneinander abgrenzbar sind und sich nirgendwo kreuzen. Anders als es die Schöpfer der Mühlhiasllegende behaupten, läßt sich der weitere Lebenslauf Matthias Langs nämlich sehr wohl verfolgen: Er ging nach Verkauf der Mühle nach Straubing und wurde dort Gärtner. Sowohl sein Sohn, als auch seine Frau sind in Straubing nachweisbar, letzte in alten Adreßbüchern als Witwe des Matthias Lang in den Jahren 1809 und 1818. Sein Tod am 18. April 1805 ist im Sterbebuch von St. Peter in Straubing verzeichnet.

Matthias Lang hat sicher wenig mit den unter seinem Namen kursierenden Prophezeiungen zu tun. Es gibt nirgendwo einen Hinweis, daß er jemals eine Weissagung getätigt hätte oder dazu fähig gewesen wäre. Daß er überhaupt damit in Verbindung gebracht wurde, ist der Mühlhiasl-Forschung zuzuschreiben, die außer Lang niemals eine andere Person als Urheber der Prophezeiungen in Erwägung zog. Es hätte auch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis geführt, denn wie der Vergleich mit Prophezeiungen aus anderen Teilen Deutschlands zeigt, weisen einzelne Sätze der Mühlhiaslprophezeiung große Ähnlichkeit mit diesen auf. Exemplarisch seien genannt die Weissagungen

  • des Johann Peter Knopp zu Ehrenberg (1714 – 1794) im Rheinland
  • des Bauern Wessel Dietrich Eilert (1764 – 1833), genannt „alter Jasper“ aus Megede in Westfalen
  • der Katharina Leistnerin, genannt „Geißen-Käther“ aus Gutach im Schwarzwald.
  • des Egger Gilge (um 1735) aus Tirol
  • und sogar des aus der Bretagne stammenden Propheten Er Roué Stevan (1701 – 1775).

Der Mühlhiasl und diese Quellen weisen gewisse Gemeinsamkeiten auf: Sie sind allesamt Zeitgenossen, die Lebensläufe decken sich, insofern sie die Geschichte ihrer Zeit nachvollziehen. Alle Propheten befassen sich mit derselben Thematik. Ihre Prophezeiungen wurden alle erst nach ihrem Tode veröffentlicht: Knopp 1859, Eilert 1848, Leistnerin 1932, Mühlhiasl 1923. Das ermöglicht einen Motivzuwachs und ein gegenseitiges Plagiieren. Deutlich wird das zum Beispiel an der Aussage über „selbstfahrende Wagen“:
Mühlhiasl: „Wenn d’Wägen ohne Roß und Deichsel fahren“
Bauer Jasper: „Auf der Straße werden nur Wagen laufen, ohne mit Pferden gespannt zu sein.“
Johann Peter Knopp: „Dann werden Wagen ohne Pferde mit grillenden Tönen laufen und hierauf traurige Ereignisse eintreten!“
Geißenkäther: „Ein eiserner Weg wird den Schwarzwald hinaufführen, auf dem feurige Wagen ohne Pferde hin- und herfahren!“
Es sind sogar Geschichten von Ereignissen im Lebenslauf zwischen den Propheten gewandert. Johann Peter Knopp wird die folgende Anekdote zugeschrieben, die im Wesentlichen der Voraussage der Klosteraufhebung Windbergs durch Mühlhiasl entspricht: „Der Seher habe einmal der Äbtissin des Damenstifts zu St. Catharinen die kommende Aufhebung der Klöster angekündigt, und seither hätten die frommen Damen ihm gegrollt. Eines Tages habe die Pförtnerin ihm den Einlaß verweigert, und da habe er gesagt: ‚Es wird die Zeit kommen, wo man euch ebenso behandelt, man wird euch unbarmherzig von hier wegweisen!’“
Anzunehmen ist, daß diese Quellen sich nicht nur gegenseitig beeinflußt haben, bis sie schließlich alle schriftlich fixiert waren, sondern sie eigentlich aus seit Jahrhunderten im Volke frei flottierendem Prophezeiungsgut bestehen, das vielfach im Volksmunde gedreht, verzerrt und ergänzt immer wieder legendären und halbmythischen Personen zugeschrieben wurde oder solchen, die diese bereits geläufigen Weissagungen durch ihr Auftreten besonders eindrucksvoll tradieren konnten. Es handelt sich hierbei nicht um die Aussagen bestimmter oder bestimmbarer Seher, sondern um das kollektive Gedächtnis des Volkes. Darin werden uralte Voraussagen im Laufe der Zeiten verwässert und verfälscht, Aussagen gar ex eventu erfunden oder auf Ereignisse der jeweiligen Gegenwart umgedeutet, was deren Brauchbarkeit einschränkt. Sie stellen in ihrem jeweiligen Zustand ein Spiegelbild ihrer Epoche dar. Landstorfer hat die Aussagen Mühlhiasls nur auf dem Stande von 1923 festgehalten. Seitdem sind im Volksmunde wieder neue hinzugekommen, die ihm angedichtet wurden. Haller zitiert zur Verdeutlichung einige Fragmente, die ihm von Leuten erzählt wurden, z. B., „wenn die Katholischen und Evangelischen die Messe miteinander lesen!“ (= Ökumene, Aussage von 1983), „wenn die Rotjankerl zum Arbeiten herüberkommen, über die Grenze“ (= Pendler aus der ČR, Aussage von 1992), „wenn der Silberberg ohne Bergbau mehr wert ist, wie vorher“ (= Vermarktung und Verbauung des Silberberges bei Bodenmais, Aussage von 1992). Die Aussagen sind so in der mündlichen Tradition einer beständigen Wandlung unterworfen. Der ursprüngliche Kern ist längst verschüttet. Was bleibt, ist die Ahnung zukünftigen Unheils und Veränderung, eine Botschaft, die bereits vor langer Zeit formuliert und in die verschiedenen Regionen getragen wurde.

Älteste gedruckte Mühlhiaslveröffentlichung durch Pfarrer Johann Landstorfer

Straubinger Tagblatt vom 28. Februar 1923[1]

Pfarrer Landstorfer war der erste, der die Prophezeiungen des Mühlhiasls sammelte und veröffentlichte, nämlich im Straubinger Tagblatt vom 28. Februar 1923. Es begann damit, daß er in Pinkofen, wo er lange Zeit Pfarrer war, seinem Amtsvorgänger Johann Georg Mühlbauer (1827 - 1921) begegnete. Dieser machte ihn mit den Prophezeiungen des Mühlhiasls vertraut. Mühlbauer wiederum hatte das Wissen von seinem Vater, der hochbetagt mit 96 Jahren starb. Es heißt, er sei „noch ein spezieller Freund“ Mühlhiasls gewesen. Daraufhin befragte Landstorfer noch andere sehr alte Leute, von denen er weitere lose Fragmente erhielt. Diese ordnete er und schrieb sie zusammen. Man darf sich durch die so entstandene Geschlossenheit der Prophezeiungen aber nicht über ihre Fragmentiertheit hinwegtäuschen.

„‚Eine Zeit kommt, wo die Welt abgeräumt wird und die Menschen wieder wenig werden‘
Um diesen Kern und Mittelpunkt herum gruppieren sich ganze Reihen von Schilderungen, die in scharfen, kurzen Rißlinien ein Zukunftsbild entwerfen: 1. von der vorangehenden Weiterentwicklung und Gestaltung des Volkslebens; 2. vom Einbruch und Verlauf der großen Unheils, das er das ‚Weltabräumen‘ nennt; 3. von dem daraus sich ergebenen Folgezustand, wohlgemerkt, alles, auch das Weltgeschichtliche, nur erfaßt und ausgemalt im Ausschnitt des niederbayerischen Heimatlandes. 1. Vorher: Anschaulich wird das niederbayerische Weltbild und Volksleben des bevorstehenden (nunmehr abgelaufenen) Jahrhunderts geschildert in einer Fülle von Einzellinien, die sich in folgende Gesichtspunkte einordnen lassen:

Kleidungssitten:
‚Wenn d’Bauern mit gewichsten Stiefeln in die Miststatt hineinstehen‘
‚Wenn sich d’Bauernleut g’wanden wie die Städtischen und die Städtischen wie d’Narrn (oder: „die Städtischen wie d’Affn)‘
‚Wenn erst die Rabenköpf kommen (schwarze Kopftücher)‘
‚Wenn die Mannerleut rote und weiße Hüt aufsetzen (solche Hüte waren in den siebziger Jahren Burschenmode)‘
‚Wenn die farbigen Hüt aufkommen‘
‚Wenn d’Leut rote Schuh haben‘
‚Wenn auf den Straßn Gäns daherkommen (schneeweiße Gewandung)‘
‚Nachher is nimmer weit hin‘

Lebenssitten:
‚Wenn d’Leut nichts mehr tun als fressen und saufen, schlemmen und dämmen‘
‚Wenn d’Bauernleut lauter Kuchen fressen‘
‚Wenn Bauernleut d’Hennl und Gäns selber fressen‘
‚Wenn Bauern alle Awanter (Grenzraine) umackern und alle Stauern (Hecken) aushauen‘
‚Wenn Bauern alle politasiern‘
‚Nachher is die Zeit da‘

Verkehrssitten (Auf dem Fußweg von Ober-Altaich nach Hunderdorf gibt es eine Stelle, oben auf der Höhe der Kleinlindacher Berge beim Holz-Bertl, wo man einen prächtigen Ausblick hat auf das Donautal und den Gäuboden von Plattling bis Regensburg, wo man heute so schön den Dampfschiffen zuschauen und die Schlepper zählen und das Pusten hören kann. Hier stand vor mehr als 200 Jahren der Mühlhiasl und besprach die Passauer Bahn und die zukünftige Waldbahn in Verbindung mit seinem Weltabräumen):
‚Wenn die schwarz Straß von Passau heraufgeht‘
‚Wenn die schwarz Straß (auch ‚eiserne Straß‘) über die Donau herüberkommt und ins Böhm neinlauft‘
‚Wenn der eiserne Hund in der Donau heraufbellt‘
‚Wenn d’Leut in der Luft fliegen können‘
‚Wenn d’Wägen ohne Roß und Deichsel fahrn‘
‚Wenn die meisten Leut mit zweiradeligen Karren fahrn, so schnell, daß kein Roß und kein Hund mitlaufen kann‘
‚Nachher stehts nimmer lang an‘
In Apoig, der jetzigen Station Hunderdorf, bezeichnete er auf den Meter genau den nachmalignen Lauf der ‚eisernen Straß‘ und zeigt her, wie weit sie beim Schötz (jetzt Blasini) in den Garten hineinreichen werde: ‚Bis daher und nicht weiter.‘
Bemerkenswert ist, daß die Bewohner 1893 über den Bogener Brücken- und Eisenbahnbau nicht viel Entzücken aufbringen konnten, sondern nach dem Eintreffen des ersten auch das angehängte zweite fürchteten: ‚dann stehts nimmer lang an.‘

Besiedelungswesen:
Lindach, eine stundenweit ausgedehnte Kolonie mit zerstreuten Häusern, war um 1800, wie der ganze Wald, mit riesigen, für wertlos erachteten Hölzern bestanden und schwach besiedelt.
Der ‚Hiasl‘ behauptete, die Leute und die Häuser würden zuerst recht viel werden: ‚In der Stadt werden 5- und 6-stöckige Häsuer baut, überall werden Häuser baut, Häuser werden baut, wie d’Schlösser und d’Pfarrhöf. Schulhäuser werden baut wie Paläst (mit eigener Betonung fügte er dann hinzu) für d’Soldat‘n.‘
‚In Lindach wird alles voll Häuser und Lehmhütten ang’schlötte. Aber nachher wachsen einmal Brennessel und Brombeerdörn zu‘n Fenstern außer.‘ Im Umhergehen zeigte er dann viele Orte, wo Häuser erstehen würden: ‚da wird ein Haus baut‘
Am ehemaligen Weiher zu Eglsee fischend steckte er an der Weiher-Ecke mit dem Stock ein Viereck ab: ‚kommt ein Haus her‘. (Ist heute zu sehen.) Rätselhaft ist eine Angabe: Zwischen Hunderdorf und Au zeigte er einen Platz: ‚Da wird ein Haus baut, wird aber zuvor nicht aus‘baut, wenn gleich schon lang baut ist.‘ Es steht dort ein einödiges Haus ‚Breifeld’. Lange Zeit sind die Balken für eine Altane weggestanden, was ihm ein unfertiges Aussehen gab, die sind jetzt entfernt. Dagegen soll für nächste Zeit ein Draufbau in Vorbereitung sein. Ferner ein Hinweis:
‚Wenn der Hochwald ausschaut, wie‘m Bettelmann sein Rock (könnte im Auge haben die schonungslose Abholzung, könnte aber auch hinweisen auf den ‚Hochwald“ bei Oedwies, der 1870 von einem Sturm ‚zerflankt‘ wurde)‘

Klimatische Anzeichen:
‚Wenn die kurzen Sommer kommen‘
‚Wenn man Winter und Sommer nimmer auseinanderkennt (weil der Winter so warm ist, der Sommer so kalt)‘

Religiöse Vorzeichen:
‚Zuerst kommen die vielen Jubiläen (Jubiläumsablässe; Leo XIII. Pont. Jub.; Jahrhundertwende; Konstantin; Immakulata)‘
‚Überall wird übern Glauben predigt, überall sind Missionen (namentlich seit dem kirchenrechtlich vorgeschriebenen 10jährigen Missionierungsturnus), kein Mensch kehrt sich mehr dran‘
‚d’Leut wird’n erst recht schlecht‘
‚d’Religion wird noch so klein, daß mans in ein‘ Hut hineinbringt, der Glaub‘n wird so dünn, daß man ihn mit der Geißel abhauen kann, der Glaub‘n wird so wenig, daß man ihn mit‘m Geißelschnappen vertreiben kann‘
‚Übern katholischen Glauben spotten am besten die eignen Christen‘
Vielleicht hierher gehörend: ‚Recht‘Gesetze werden gemacht, aber werden nimmer ausg’führt (= recht viele oder recht üble Gesetze)‘

Wirtschaftliches:
‚’s Gold geht zu Eisen und Stahl‘
‚Um ein Goldstück kann man noch einen Bauernhof kaufen‘
‚’s Holz wird so teuer, wie der Zucker, aber (fügte er bei Weissagungen über große Not hinzu) g’langen tuts‘
‚Einerlei Geld kommt auf‘
‚Geld wird gemacht, so viel, daß man’s gar nimmer kennen kann, (mit geheimnisvoll hämischem Lächeln betonte er) wenns gleich lauter Papierflanken sind, kriegen die Leut nicht genug dran‘
‚Auf einmal gibts keins mehr‘

Wenn also das alles sich eingestellt hat, dann nunmehr, dann kommts, nämlich:
2. Das ‚Weltabräumen‘ selber: nur rißhaft sind die Phasen angedeutet.
Vorausgesetzt ist der ‚große Krieg?‘ Der ‚große Krieg‘, ganz waldlerisch ausgesprochen war ein häufiger Wiederholungsposten in seinen Vorhersagen.
‚Nach dem Krieg meint man, Ruh ist, ist aber keine. Die hohen Herren sitzen zusammen und machen Steuern aus. Nachher stehts Volk auf.‘
‚Bal’s angeht, ist einer übern anderen‘
‚Raufen tut alles‘
‚Wer etwas hat, dem wirds genommen‘
‚In jedem Haus ist Krieg’
‚Kein Mensch kann mehr dem anderen helfen‘
‚Die reichen und noblen Leut werden umgebracht, wer feine Händ hat, wird totgeschlagen (Vorbild: Ausrottungskampf gegen geistige Arbeit in Rußland)‘
‚Der Stadtherr lauft zum Bauern aufs Feld und sagt: ‚Laß mich ackern!‘ um nicht erkannt zu werden), der Bauer erschlagt ihn mit der Pflugreutn‘

Offenbar auf das Hereinfluten roter Militärmaßen von Osten soll hindeuten:
‚Von Straubing auf den Pilmersberg (Pilgramsberg) hinein wird eine Straß baut.‘ (Die Gegend war damals so unwirtlich, daß ihm der alte Weiherbauer erklärte, wenn ich alles glaub, glaub ich nicht, daß da eine Straß baut werden kann (die jetzige Straße Straubing-Stallwang-Cham) ‚auf der Straß kommen sie einmal heraus, dieselben Roten, d’Rotjankerl‘. Wegen dieser Äußerung wurde er viel verlacht, obs etwa die rothosigen Franzosen sein sollen: ‚Nein, Franzosen sinds nicht, rote Hosen habens auch nicht, aber die Roten sinds.‘
‚Wenn’s aber einmal kommen, muß man davonlaufen, was man kann und muß sich verstecken mit drei Laib Brot. Wenn man beim Laufen einen verliert, darf man sich nicht bücken, so muß es ‚schlaun‘, wenn man den zweiten verliert, muß man ihn auch hintlassen, man kanns auch mit einem noch aushalten.‘ (Daß in kritischen Zeiten jeder Eisenbahn und Nachrichtendienst aufhören kann, hat die Rätezeit gezeigt.)
Als Versteck empfahl er je nach Gegend z. B. für Mitterfels die großen Wälder im Perlbachtal und die Senkungen bei Buchberg. Für Englmar die Käsplatte, für Bodenmais die Berkwerke, für den waldlosen Gäuboden die Weizenmandln.
Zum Schluß ist noch ein besonders unheimlicher Gast in Aussicht gestellt, nach Art des Sensenmannes, nur mit einem Originalnamen: ‚Der Bänke-Abräumer‘. Da man in den Bauernstuben reihenweise auf Bänken sitzt, zu verstehen als eine die Familienbestände dahinraffende seuchenartige Krankheit:
‚Auf d’Letzt kommt der Bänker-a-ramer.‘ Die wenigen, die übrig geblieben, werden sich schutzsuchend aus der ganzen Umgebung innerhalb der Windberger Klostermauer sammeln.
‚Wers überlebt, muß einen eisernen Kopf haben.‘

Wie siehts nun nachher aus?
3. Nachher: Eine große Verheerung.
‚Die Leute sind wenig.‘
‚Grüßen tuns wieder ‚Gelobt sei Jesus Christus‘ und einer sagt zum anderen: ‚Grüß dich Gott, Bruder, grüß dich Gott, Schwester‘‘
‚Auf d’Nacht zündet einer ein Licht, schaut, wo noch jemand eins hat‘
‚Wer eine Kronwittstaude (Wacholder) sieht, geht darauf los, ob(s) nicht ein Mensch ist‘
‚Ein Fuhrmann haut mit der Geißel auf die Erde nieder und sagt: ‚Da is die Straubinger Stadt g’standen.‘ (letztere Äußerung traf ich nur einmal an, fraglich, ob sie dem M. zuzuschreiben)
Das Bayerland im besonderen ‚wird verheert und verzehrt von seinem eignen Herrn, am längsten wirds stehn, am schlechtesten wird’s ihm gehen.‘

Viehstand:
‚Wenn man am Donaustrand und im Gäuboden eine Kuh findet, der muß man eine silberne Glocke anhängen, ein Roß, dem muß man ein goldenes Hufeisen hinaufschlagen; im Wald drin krähn noch Gickerl.‘

Wirkung des Strafgerichtes:
‚Nachher, wenn die Welt abgeräumt ist, kommt eine schöne Zeit. Große Glaubensprediger stehen auf und heilige Männer, die tun viel Wunder, die Leute glauben wieder‘
Er sprach auch davon, daß vorher die Geister, die ‚Waizn‘ verschafft werden (allgemeine Volksanschauung, bestärkt durch das Meßschlußgebet und den teufelsbeschwörenden großen Exorzismus Leos XIII.) nachher aber erscheinen wieder welche und bringen die Leute zum Glauben.

Zeitpunkt:
Welchen Zeitpunkt er für den großen Krieg in Aussicht hatte, ergibt sich ganz beiläufig aus einer unbedeutenden Begebenheit: In Großlindach redete er mit dem damaligen Bognervater vom großen Krieg. Inzwischen wuzelte und hertzte er in freundlicher Rederei das Ohr des dabeistehenden Kleinen, bis dieser den Scherz zu empfindlich fand und zu weinen anhud. Da tröstete ihn gutmütig der Mühlhiasl mit der Versicherung: ‚Du bist beim großen Krieg nimmer dabei, deine Kinder auch nicht, aber denen ihre Söhne kommen gewiß dahin.‘ Die letzten Bognersöhne waren alle beim Weltkrieg, sie sind die Enkel jenes weinenden Knäbleins.
Allgemeines vorhergehendes Merkmal: ‚Kein Mensch wills glauben.‘“

Leserzuschrift im Straubinger Tagblatt vom 9. März 1923[2]

Der anonyme Schreiber des folgenden Leserbriefes, der am 9. März 1923 als Antwort auf Pfarrer Landstorfers Artikel gedruckt wurde, behauptete:

„Der ‚Mühlhiasl‘ kam öfters zu meinen Urgroßeltern, die in Windberg ansässig waren, auf Besuch: er war im Heimgarten geladen worden und waren hiezu auch noch mehrere Nachbarn erschienen. Er war ein kränklicher Mann und liebte gerne eine warme Stube. Die Leute setzten sich dann im Kreise um ihn herum, so wollte er es nämlich haben: er selbst saß meistens nächst dem Ofen auf der Ofenbank. Da erzählte und prophezeite er von der Zukunft.“

Die im Brief mitgeteilten Aussagen weichen von Landstorfers Fassung ab:

„‚Merkt euch das und sagt es euren Kindern; denn die Kindeskinder erleben einmal die Zeit, wann die Welt abgeräumt wird. Zuvor kommen aber noch viele Anzeichen und zwar: Kreuz und quer laufen schwarze Straßen; ein Dampfroß fahrt über die Donau; die Leute fahren ohne Roß und Wagen, sie fliegen in der Luft wie die Vögel, schwimmen im Wasser wie die Fische, Schwatzen sich bei stundenweiter Entfernung in die Ohrwaschel und gwandten (kleiden) sich wie Narren. Die Landleute wie die Stadtleute tragen spitze Schuhe mit sehr hohen Absätzen; sie wissen gar nicht gescheit zu gehen mit diesen Schuhn, aber getragen werden sie doch. Bauernknechte und Handwerksburschen (sagen wir Handwerker) sitzen einmal in der Regierung drin. Der Glauben ist miserabel klein; man ruckt kaum mehr den Hut vor den geistlichen Herren, auch nicht einmal mehr, wenns im weißn Rock sind und den Leuten begegnen.
Wenn dies alles geschieht, dann kommt das Weltabräumen. Im Allerweltskrieg werden aber die Leut nicht besser, im Gegenteil noch viel schlechter. In diesem Krieg werden die Leute viel schikaniert; sie sind sogar über ihre eigene Sach‘ nicht mehr her (recte ‚Herr‘), bekommen für Geld allein nichts mehr, sondern müssen einen Ausweis in der Hand haben. Dieser Krieg dauert lange, aber über Nacht ists gar. Die Leute mögen nicht mehr und Volk wie Soldat sind eines Sinnes. Dann sitzen die Großen immer zusammen und ‚machen alleweil aus‘; aber - ausmachen können sie nichts mehr.
Dann kommt mal eine Zeit, da gibt’s recht steinreiche Leute, aber auch recht bitterarme. Auf dem Gäuboden entstehen viele schöne Häuser, weil dort einige so viel Geld haben, ganze Streukörbe voll. Sie wissen nicht, was sie mit diesem Geld anfangen sollen und bauen sich dann schöne Häuser, lauter ‚rotdachige‘. Die Armen aber sind nicht deswegen so arm, weil nichts da ist, sondern die Sache ist da; aber es geht nichts mehr auseinander, es geht nimmer richtig zu. Der große Reichtum ist kein echter, er ist aber auch nicht lange von Bestand; denn, sagte der Mühlhias, wenn einmal der ganze Gäuboden prangt vor lauter schöne weiße Häuser mit roten Dacheln, dann kommen bald die ‚Rotkapperl‘. Über den Pilgramsberg kommen sie her und auf dem flachen Land reichen sie sich die Hand. Dann gehts über den Donaustrom hinunter, es geht schnell - aber wild wird gehaust und auf dem ganzen Lande findet man kaum mehr eine Kuh oder ein Pferd.
Von den schönen Häusern werden mal die Bramdornen rauswachsen. Es müssen sich die Leute verstecken, wenn die Rotkapperl da sind; es sind keine echten Krieger. Viele Leute werden aber von ihrem Versteck herausgeholt, denn alles wird verraten. Es geht schnell, sehr schnell. Wenn’s in Straubing zum oberen Tor einziehen, wissen d’Leut beim untern Tor noch nichts! Mit 3 Laib Brot kommt ein’s aus. Die Leute werden aber so wenig, so viel sie zuvor waren und sie haben sich hernach so gerne, wie sie sich zuvor haßten. Nach dieser großen Weltabräumung gehen viele von ihrem Heim weg und siedeln sich auf schönen Plätzen an. Auch an ihren Häusern, die sie verlassen haben, werden mal die Brennessel rauswachsen.
Dies, sagte er, wird alles bestimmt kommen. ‚Lacht mich nur nicht aus! Euere Kindeskinder werden einmal nicht mehr lachen. Einige er leben dann wieder gute Zeiten. Es sind lauter solche, die da noch da sind mit eiserne Köpf! Denn viele werden durch Krankheit weggerafft!‘“

Der Briefschreiber schließt mit den Worten:

„Vieles von dem, was der ‚Mühlhias‘ in Vorstehendem prophezeite, haben meine Eltern selbst noch miterlebt.
Der sog. ‚Mühlhiasl‘ stammte von der Klostermühle zu Windberg: seine Söhne sollen ausgewandert sein. Er war dann auf einmal verschollen und man sagte, er sei bei seinen Verwandten in der Nähe von Englmar; später war er dann wieder auf der Klostermühle und soll auch dort verstorben sein. Seine Prophezeiung, er komme den Leuten als Toter noch mal aus, soll wirklich in Erfüllung gegangen sein. So fing nämlich die Totentruhe, als sie hin über den Berg hinauf brachten, zu rutschen an und rutschte den Berg hinunter bis zu einer Erlenstaude, wo sie hängen blieb; andernfalls wäre sie in den Weiher hineingeraten.
Über das Bayernlandl sagte der Mühlhiasl einmal, es werde von seinen Herren verheert und verzehrt. Am längsten halte es aus, aber am schlimmsten werde es ihm gehen.
Die Klosterherren in Windberg traf genau das Schicksal, das er ihnen vorhergesagt. Viele Leute mochten den ‚Hiasl‘ nicht gut leiden, weil er ihnen manches sagte, was sie nicht gerne hörten.
Wenn diesen seltsamen Propheten jemand fragte, warum das alles komme, so sagte er jedesmal: ‚Weil keine Liebe mehr unter den Menschen ist und eins das andre nicht mehr mag. Darum räumt unser Herrgott die Welt ab!‘“

Conrad Adlmaiers Mühlhiaslversion

Conrad Adlmaier – Blick in die Zukunft, 1. Auflage von 1950[3]


Matthias Pregl
genannt der Mühlhiasl vom Bayerwald

Nach alten Urkunden und mündlichen Überlieferungen

Das, was hier von einem merkwürdigen Menschen an der Wende des 18. Jahrhunderts erzählt wird, stützt sich auf schriftliche und mündliche Überlieferung, auf die Ermittlungen, die einen Zeitraum von 30 Jahren umfassen und daher schon vor Eintritt gewisser Ereignisse niedergeschrieben waren. Denn nicht der Leichtgläubigkeit oder dem Aberglauben soll Vorschub geleistet werden, sondern einer heilsamen Furcht vor Strafgerichten, die unabwendbar sind, wenn die Menschheit die Wege weitergeht, die sie seit einem Jahrhundert eingeschlagen hat. Was hier an Prophezeiungen gemeldet wird, kannst du, lieber Leser, glauben oder nicht. Es ist auch nicht gesagt, daß alles in Erfüllung gehen muß, denn durch das Gebet vieler frommer Seelen kann viel abgewendet werden. Eines aber ist sicher wahr: Es hat Menschen gegeben und es gibt auch in der Gegenwart Menschen mit einer eigentümlichen Gabe. Sie können durch innerliche Schauung die Grenzen von Raum und Zeit überbrücken, sie sehen Ereignisse, die sich zukünftig abspielen werden, in plastischen Bildern, wie wir etwa im Kino etwas anschauen. Das ist keine Phantasie, sondern wissenschaftlich nachgewiesen.
Ein solcher Seher war der Mühlhiasl vom kleinen Dörflein Apoig in der Pfarrei Windberg bei Hunderdorf, der ungefähr um 1750 das Licht der Welt erblickt haben mag. In seiner Abhandlung über den ‚Mühlhiafl von Apoig, der Zukunftsseher des Bayerischen Waldes‘, den der (inzwischen verstorbene) Pfarrer Landsdorfer im ‚Altöttinger Liebfrauenboten‘ im Juni 1923 veröffentlichte, glaubte der Autor in einem gewissen Matthäus Lang, geboren 1763, den Mühlhiasl identifizieren zu können. Diese Meinung ist falsch. Wer Matthäus heißt, wird im Dialekt nie Hiasl genannt, sondern Mattheis. Nach der mündlichen Überlieferung eines im Alter von 82 Jahren verstorbenen Priesters Dr. Ebner in Traunstein hieß der Mühlhiasl Matthias Pregl. Er war aber kein Müller, sondern ein sogenannter Mühlarzt, einer, der die Mühlsteine schärfte und daher von Mühle zu Mühle zog. Wieder irrte Pfarrer Landsdorfer, als er schrieb: ‚Er war der Seßhaftigkeit abhold, auch in regelrechte Alltagsarbeit scheint er nie recht verstrickt gewesen zu sein. Freizügig und sorgenfrei durchstreifte er Gottes weite Welt…‘ usw. Der Beruf zwang vielmehr den Mühlhiasl, zu wandern, um sich rechtschaffen sein Brot zu verdienen. Und wo er hinkam, sprach er von der Zukunft.
In schicksalsschweren Zeiten, wenn Not und Krieg und Elend herrschen, da gräbt das Volk gern alte Weissagungen und Sprüchlein aus, die von Mund zu Mund gehen, verschwinden und wieder austauchen, manchmal niedergeschrieben werden und dann geprüft werden können. In einem alten Meßbuch stand z. B. 1902 der lateinische Spruch: ‚Quando Marcus Pascha dabit totus mundus Vae clamabit‘ (‚Wenn Ostern auf den Markustag fällt, schreit Wehe die ganze Welt!‘). Im Jahre 1913 war es so weit, und 1914 schrie die Welt auf im fürchterlichen Krieg. Oder jenes Sprüchlein: ‚1911 ein Glutjahr, 1912 ein Flutjahr, 1913 ein Blutjahr‘, wobei allerdings auch erst 1914 der Krieg mit seinen Blutopfern eintrat. Wer erinnert sich nicht daran? Am meisten verbreitet waren aber die Voraussagungen des Mühlhiasl, die teilweise schon restlos in Erfüllung gegangen sind. Darum wollen wir alles, was noch zu erfahren war, hier festhalten.

Persönliches vom Mühlhiasl
Wie schon oben gesagt, erblickte der Mühlhiasl, mit seinem bürgerlichen Namen Matthias Pregl (andere Lesart Preckl) in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Apoig, Gemeinde Hunderdorf, Bezirksamt Bogen, das Licht der Welt. Schon als Kind war er etwas ‚bsunderlich‘, sonst aber ein heiterer, aufgeschlossener Mensch, den Ehrenhaftigkeit und Religiosität auszeichneten. Ob er das Müllerhandwerk erlernte, steht nicht fest, ist aber wahrscheinlich, da er sein Lebtag in den Mühlen arbeitete. Er kam überall herum, um die Mühlsteine zu richten und zu schärfen, und war beliebt und ein gern gesehener Gast. Gestorben ist der Mühlhiasl im Jahre 1826 im Krankenhaus Straubing (andere Lesart Deggendorf) und liegt in seiner Heimatpfarrei Windberg-Hunderdorf begraben, wohin seine Leiche auf einem offenen Wagen gebracht wurde. Was sich dabei ereignete, werden wir später hören.
Das kleine Dorf Apoig zählte kaum hundert Einwohner. Windberg barg vor der Säkularisation ein Prämonstratenser- Kloster, das im Leben des Mühlhiasl ebenfalls eine bedeutsame Rolle spielte. Zur Charakteristik des Sehers vom Bayerischen Wald schrieb Pfarrer Landsdorfer folgendes:
‚Die Persönlichkeit des Mühlhiasl, wie sie sich spiegelt in eigenen Äußerungen wie in fremden Schilderungen, ergibt das Bild eines ausgesprochenen Originals, eines seltsamen, eigenartigen, gemütstiefen und treuherzigen Sonderlings. Kernhaften Glaubens und ernster Lebensauffassung, war er überall daheim, überall wohlgelitten, nirgends vergessend, den Leuten fleißig von der Zukunft zu erzählen. Ob er fischt im Eglseer Weiher, ob er im breiten Mühlwasser von Apoig im Kahn die frohe Jugend spazieren fuhr, ob er von Bergeshöhen über Landstrecken dahinschaute, überall fühlte er sich gedrängt, eben im Zusammenhang mit dem jeweiligen Standort von den Kommenden Zeiten zu plaudern und die zukünftige Gestaltung der Landschaft und des Volkslebens zu beschreiben.‘
Ernst v. Wolzogen veröffentlichte im ‚Berliner Tagblatt‘ vom 1. Dezember 1931 einen Artikel: ‚Die Verkündigung des Waldhirten‘, wobei er sich auf den Schriftsteller Schrönghamer-Heimdahl berief. Nach ihm hieß der Waldprophet angeblich Matthias Stormberger (vermutlich mundartlich Starnberger), der 1750 bis 1760 als heimat- und elternloser Bursch in dem Dorf Rabenstein bei Zwiesel austauchte. Dies ist entweder eine Verwechslung mit irgendeinem Hirten jener Gegend oder falsch berichtet, denn die jenem Stormberger in den Mund gelegten Voraussagen decken sich fast völlig mit den Weissagungen des Mühlhiasl.
Was hat nun der Seher von Apoig prophezeit? Das wollen wir im Nachfolgenden genau nach den alten Schriften und der hundertfachen mündlichen Überlieferung unseren Lesern bekanntgeben:

Die Vorausgesichte des Mühlhiasl
Mit verblüffender Genauigkeit sagte er Dinge voraus, von denen man zu seiner Zeit, in der Wende zwischen 1790 bis 1820, keine Ahnung haben konnte. Es gab damals keine Dampfmaschine, keine Elektrizität, keine Eisenbahn, kein Fahrrad, kein Auto, kein Flugzeug. Und doch hat der Hiasl solche Dinge klar erkannt und vorausgesagt. Wir wollen seine Gesichte in vier Abteilungen gliedern, und zwar:
1. Ihn selbst und seine Bekannten betreffend.
2. Politische und sachliche Umstände vor der großen Katastrophe.
3. Die Weltkriege.
4. Der Bankabräumer und hernach.

1. Persönliche Voraussagen
Obwohl der Mühlhiasl überall beliebt war, kam er mit den Klosterleuten von Windberg, den Prämonstratensern, nicht gut aus. Im Jahre 1803 verwies ihm der Abt das Betreten des Klosterhofes. Da sagte der Seher: ‚Grad so, wie ihr mich jetzt hinaustut, tun sie euch bald selber hinaus. Ich kann gehen, ihr aber müßts laufen, ich darf wieder herein, ihr aber dürft nicht mehr herein, und zu euren Fenstern schauen Weiber und Kinder heraus.‘ Diese Voraussage traf buchstäblich ein. Sechs Wochen nach diesem Zwischenfall traf der Befehl der Säkularisation im Kloster ein. Als die Mönche diesem Befehl nicht Folge leisteten, kam eine Exekutivkommission, die die Prämonstratenser zwang, Hals über Kopf das Kloster zu verlassen. So brutal ging diese Kommission vor, daß zwei Patres, die im Bach zu Gaishausen gefischt hatten, keinen Fuß mehr über die Schwelle des Klosters sehen durften, um wenigstens noch ihre Kleider holen zu können. Das war am 1. April 1803.
In Großlindach, einem kleinen Ort der Pfarrei Hunderdorf, redete der Mühlhiasl einmal mit dem alten Bognervater vom kommenden großen Krieg. Während des Gesprächs zupfte und knetete der Hiasl in freundlicher Neckerei das Ohr des dabeistehenden Enkels des Bognervaters. Dabei fing der Kleine zu weinen an. Da tröstete ihn der Seher mit der Versicherung: ‚Woan net, Büabei, du bist beim großen Kriag net dabei, deine Buam auch net, aber dene ihre Buam kommen gwiß dazu.‘ Dabei meinte der Mühlhiasl den ersten Weltkrieg, von dem er gesagt hatte: ‚Der Kloane fangt’n an, der Große übern Wasser macht’n aus.‘ Übrigens waren die Bognersöhne, die Enkel jenes weinenden Knaben, alle im ersten Weltkrieg eingerückt.
Über sich selbst machte der Hellseher noch eine grausige Vorhersage. Er meinte lachend: ‚Wenn i amoi gstorbn bin, kimm i euch doch noch einmal aus.‘ Nach der Erzählung des Priestergreises Dr. Ebner, dessen Vater den Hiasl noch persönlich kannte, starb der Mühlhiasl als betagter Mann im Jahre 1826 im Krankenhaus in Straubing. Mit einem Ochsengespann auf offenem Wagen wurde die Leiche im Sarg über Land gefahren, um nach Apoig zur Beerdigung abgeliefert zu werden. Bei einer Straßenbiegung, an der eine steile Böschung war, scheuten die Ochsen, ein Rad brach, der Wagen kippte um, so daß der Sarg die Böschung hinunterkollerte. Dabei ging der Deckel auf und der Leichnam flog heraus. Der entsetzte Fuhrmann sprang der Leiche nach, so daß es aussah, als ob er den Toten fangen wollte. So ging auch diese Voraussage in Erfüllung.

2. Die zweite Epoche
Bedeutungsvoller waren die Prophezeiungen des Mühlhiasl über zukünftige Zustände in Politik, Wirtschaft, Sitten, Kleidern usw. So sagte er z. B. die Eisenbahn genau voraus. In Apoig, Station Hunderdorf der Strecke Bogen—Cham, bezeichnete er aus den Meter den nachmaligen Verlauf der Schienen und zeigte mit seinem Stecken, wie weit sie dem Schötz (jetzt Blasini) in den Garten hineinschneiden werden. ‚Bis daher und net weiter!‘ Seine Vorhersage ist genau eingetroffen.
Lintach, eine stundenweit ausgedehnte Kolonie mit zerstreuten Häusern, war um 1800 wieder ganz mit Wald bestanden und schwach besiedelt. Der Hiasl behauptete, die Leute und die Häuser würden recht viel werden, in Lintach wird alles voll Häuser und Lehmhütten ‚angschlöttet‘ (angebaut), aber nachher wachsen einmal Brennessel und Brombeerdörn zum Fenster heraus. Ob die Zeit nicht jetzt, in dieser Wohnungsnot, erfüllt ist?
‚In der Stadt‘, sagte der Seher weiter, ‚hamms Häuser, fünf- und sechsstöckig, überall bauens Häuser, Häuser wia d’ Schlösser und Pfarrhöf und Schulhäuser wia Paläste.‘ Dabei lachte er schalkhaft und fügte hinzu: ‚Für Soldaten!‘ Tatsache ist, daß sowohl im ersten und zweiten Krieg sowie hernach gerade die Schulhäuser für Militär und Besatzungstruppen beschlagnahmt wurden.
Im Umhergehen zeigte der Hiasl viele Orte, zeichnete den Grundriß mit dem Stecken an: ‚Da kimmt a Haus her!‘ Am ehemaligen Weiher zu Eglsee fischend, steckte er ein Viereck mit Kleinen Steckerln ab und sagte: ‚So bauens das Haus her.‘ Dieses Haus wurde tatsächlich genau an dem Platz gebaut und ist heute noch zu sehen. Eigentümlich und zutreffend war auch seine merkwürdige Prophezeiung an einem Platz zwischen Hunderdorf und Au: ‚Da werd a Haus baut, werd aber zerscht net ausbaut, wenns glei scho lang baut is.‘ Tatsächlich steht dort ein einstöckiges Haus, ‚Breitfeld‘ genannt, lange Zeit sind die Balken für eine Altane weggestanden (jetzt entfernt). Das gab dem Haus ein unfertiges Aussehen. Nun ist ein zweiter Stock daraufgebaut. Angeblich soll der Mühlhiasl auch noch von Siedlungsbauten gesprochen haben, die wie Pilze oder Immenstöcke aussehen, ebenso hat er den großen Saalbau in Passau vorausgesehen (Nibelungenhalle). Doch kann dies nicht urkundlich belegt werden.

Der 1. Weltkrieg, vorher und nachher
Den ersten Weltkrieg hat der Seher vom Bayerischen Wald auf den Tag genau vorausgesagt. Die Prophezeiung lautete: ‚An dem Tag, an dem zum ersten Mal der eiserne Wolf auf dem eisernen Weg durch den Vorwald bellen wird, an dem Tag wird der große Weltkrieg anheben.‘ Und was geschah? Am 1. August 1914 wurde die Eisenbahn von Kaltenegg nach Deggendorf eröffnet, die mitten durch den Vorwald führt. Am 2. August fuhren die Einberufenen jener Gegend mit der neuen Eisenbahn in die Kasernen. — Eine zweite Voraussage sagte: Wenn die silbernen Fisch (nach anderer Lesart der große weiße Vogel) über den Wald kommt, stehts nimmer lang an. Als der Zeppelin über den Bayerwald flog, war es kurz vor dem Ausbruch des Krieges 1914. Ebenso sah der Hiasl auf der Donau die Dampfschiffe, die er als eiserne Hunde oder eiserne Hexen bezeichnet.
Auf dem Fußweg von Oberaltaich nach Hunderdorf gibt es eine Stelle oben auf der Höhe der Kleinlintacher Berge beim Holz-Bertl, wo man einen prächtigen Ausblick hat auf das Donautal und den Gäuboden von Plattling bis Regensburg. Hier stand vor mehr als 130 Jahren der Mühlhiasl und brachte die Passauer Bahn und die Waldbahn in seine Gesichte. Er sagt: ‚Wenn die eiserne Straß von Passau heraufgeht, wenn die eiserne Straß über die Donau herüberkommt und ins Böhm hineinläuft, wenn der eiserne Hund die Donau heraufbellt, wenn die Wagen ohne Roh und Deichsel fahren, wenn die meisten Leut mit Zweiradlkaren fahren, so schnell, daß koa Roß und koa Hund mitlaufen kann, nachher stehts nimmer lang an!‘
Die Zeitläufte haben dem schlichten Hiasl nur allzusehr recht gegeben. Der erste Weltkrieg brach an und mit ihm kamen auch andere Vorgesichte zur Erfüllung.

3. Die Weltkriege und was dazwischen liegt
Wir haben schon beim Eisenbahnbau von Kaltenegg nach Deggendorf darauf hingewiesen, wie der Mühlhiasl den ersten Weltkrieg auf den Tag genau voraussagte. Ebenso deutlich schilderte er aber auch die Zeit zwischen 1914—18 und 1945. Scharfe Schlaglichter fallen z. B. durch seine Prophezeiungen auf die Inflation. Er sagte:
‚’sSold geht zu Eisen und Stahl.‘ Damals im ersten Weltkrieg wurde mit eisernen Uhrketten belohnt, wer seine goldene darangab. ‚Gold gab ich für Eisen!‘ Jeder Soldat bekam für ein Soldstück drei Tage Urlaub von der Front. Im Bayerischen Wald gab es Geistliche, die im Hinblick auf die Voraussagungen des Mühlhiasl die Leute von der Kanzel herunter gewarnt haben, das Sold an die Reichsbank abzuliefern.
‚Um ein Goldstück kann man einen Bauernhof kaufen‘, ist eine andere Wahrsagung. Tatsächlich wurde ein Bauernhof bei Freilassing in der Inflationszeit um den Preis von einem Goldstück erworben. ‚Um 200 Gulden Kannst dir kein Brot kaufen — de große Not kimmt — da Hochwald werd ausschaugn wia an Bettlmo sei Rock (infolge gewaltiger Abholzungen), ’s Holz werd so teuer wie Zucker (andere Lesart; aus Holz werd Zucker?). Einerlei Geld kommt auf‘ (damals gab es in Deutschland ein halbes Dutzend Währungen). Dann die verblüffende Weissagung: ‚Geld wird gemacht, so vui, daß mans nimmer kenna kann‘ und mit geheimnisvoll-hämischem Lächeln betonte er: ‚wenns gleich lauter Papierflanken sind, Kriegen die Leut noch nicht genug daran. Auf einmal gibts keins mehr!‘ Kann man die Inflation genauer Voraussagen? Wohl kaum. Und welch treffende Voraussage machte der Hiasl in bezug auf das Geld, das während des zweiten Weltkrieges herauskam. Auf den 1944 erschienenen Zwanzigmarkscheinen ist eine Zeichnung als Verzierung der Initiale ℨ mit einer mehr als merkwürdigen Basis. Diesen Schein sah der Hiasl voraus und sagte: ‚Vor dem Weltabräumen kommt ein neues Geld auf mit der Fledermaus drauf, de laßt Flitschn (die Flügel) recht traurig hänga.‘ Tatsächlich ist die Fledermaus mit den hängenden Flügeln einwandfrei zu erkennen, so einwandfrei, daß die Leute 1944 trotz des damals herrschenden Terrors der Regierung laut überall sagten: ‚Jetzt is dem Mühlhiasl seine Prophezeiung eingetroffen, das Geld mit der Fledermaus ist da.‘

Das Geld mit der Fledermaus

Über die Kleidersitten
machte der Prophet aus dem Bayerwald auch interessante Voraussagen. ‚Wenn sich die Bauernleut gewunden wia die Städtischen und die Städtischen wia d’ Narren (andere Lesart: wia d’ Affen), wenns auf den Straßen wia schneeweiße Gäns daherkemman (weiße Frauenkleider mit roten Schuhen oder braunen), wenn d’ Rabenköpf kemman‘ (Frauen mit abgeschnittenen Haaren, mit Kopstücheln, wie sie jetzt vom Osten herein Mode sind), ‚wenn d’ Mannerleut rote und weiße Hüat aufsetzen, wenn d’ Leut rote Schuh tragen, wenn die Bauern mit gewichste Stiefel in der Miststatt drinnen stehen, wenn die Weiber Hosen und Stiefel anziehen und d’ Männer weibisch gewandt sind (ist alles eingetroffen), dann is nimmer weit hin.‘ — Mit einem einzigen Blick auf die Kleidung der heutigen Frauenwelt wird jeder Leser bestätigen, daß gerade genug ‚Damen‘ in Männerhosen daherstelzen, ja, daß sogar die lederne Trachtenhose von einigen ganz Extravaganten bevorzugt wird. In den sogen, mondänen Kurorten wie Garmisch liefen die Weiber in dreiviertellangen Hosen auf der Promenade herum, das war im Jahre 1949. Was die ‚Rabenköpfe‘ anbelangt, so ist das Bild außerordentlich treffend. Als der Krieg 1945 zu Ende war, tauchten überall die kurzen schwarzen Kopftüchlein der Balkan- und östlichen Stämme auf und fanden in kurzgestutzten Zierden der Bubiköpfe ihren Eingang in die heimische Mode. Was der Seher voraussah ist eingetreten.

Über wirtschaftliche und kulturelle Fragen
prophezeite der Mühlhiasl auch allerhand. So sagte er: ‚Wenn die Leut nix mehr tun als fressen und saufen, schlemmen und dämmen, wenn auch Bauernleut lauter Kuchen fressen, wenn Bauernleut d’ Henndl und Gäns selber fressen — wenn Bauernleut alle Awanter (Grenzraine) umackern und alle Stauern (Hecken) aushauen — wenn Bauern alle politisieren — nachher is die Zeit da.‘
‚Gesetze und Steuern machens, die Herren, aber keiner kanns zahlen und kümmert sich mehr drum. Vieles wird ausgemacht aber nimmer durchgführt.‘
‚Dann kommt noch a gstrenger Herr, der ziagt enk s Hemd übern Kopf ab und Awanter d’ Haut auch noch. De Kloan wern groß und de Großn wern kloa. Aber es dauert nicht lang.‘
Über religiöse und kulturelle Zustände sagte der Seher vom Bayerwald Folgendes:
‚Zuerst Kommen die vielen Jubiläen (Jubiläumsjahr), überall wird über den Glauben predigt, überall sind Missionen — kein Mensch kehrt sich mehr dran, d’ Leut würden recht schlecht — d’ Religion wird noch so Klein, daß mans in einen Hut hineinbringt — der Glauben wird so dünn, daß man ihn mit der Geißel abhauen kann — der Glauben wird so wenig, daß man ihn mit einem Geißelschnalzer vertreiben Kann — über ’n Katholischen Glauben spotten am ärgsten die eigenen Christen. Das Kreuz werden sie aus dem Herrgottswinkel reißen und in den Kasten hineinsperren (beim Fenster nausschmeißen).‘ Lieber Leser, erinnerst du dich an die Zeit, als die Kruzifixe aus den Schulen entfernt und manchmal beim Fenster hinuntergeworfen wurden? Und wer hat am ärgsten über die Kirche und den Glauben losgezogen?

Die Voraussage über den Beginn des 2. Weltkrieges
Fast auf den Tag stimmend sind zwei Voraussagungen des Mühlhiasl für den Beginn des zweiten Weltkrieges. Die eine betrifft einen Brückenbau, die andere eine so merkwürdige und frappante Tatsache, daß man aus dem Staunen nicht herauskommt. Kein Wunder, daß der Hiasl zu seiner Zeit herzhaft ausgelacht und als ‚spinnend‘ erklärt wurde. Heut lacht keiner mehr darüber. Er erklärte: ‚Wenns in Straubing über die Donau die große Brücke bauen, so wirds fertig, aber nimmer ganz, dann gehts los.‘ — Hier die Tatsache. Die Donaubrücke in Straubing war 1939 bis auf die Betondecke fertig, als im September der zweite Weltkrieg ausbrach.
Die zweite Weissagung lautete:
‚Auf’n Kirchturm in Zwiesel werd a Baum wachsen. Wenn der Baum so lang is wia a Fahnenschaft, dann is die Zeit da.‘ — Der Krankenhausbenefiziat Goderbauer († 1948) reiste im Jahre 1944 eigens nach Zwiesel, um den Baum, eine Linde, die tatsächlich auf dem Turmvorbau in Zwiesel etwa 2 Meter hoch gewachsen war, zu besichtigen. Ein Polizist wies die vielen Neugierigen, die natürlich die Prophezeiung des Mühlhiasl kannten, an, weiterzugehen, da es der Regierung damals sehr unangenehm war, wenn eine solche Weissagung in Erfüllung ging. Diese schicksalhafte Linde wurde dann 1946 oder 1947 heruntergenommen, aber anderswo eingepflanzt. Sie blühte wenigstens 1947 noch. Als sie so hoch war wie ein Fahnenschaft (ca 2 Meter) brach der zweite Weltkrieg aus.

Der ‚Bankabräumer‘ und seine Vorzeichen
‚Nach dem Krieg meint man, Ruh ists, ist aber keine. Die hohen Herrn sitzen zusammen und machen die Steuern und Gsetzer aus. Nachher stehts Volk auf. Bals angeht, ist einer über den andern. Raufen tut alles, wer ebbas hat, dem wirds genommen, in jedem Haus ist Krieg, kein Mensch kann mehr dem andern helfen. Die reichen und noblen Leut werden umgebracht, wer feine Hände hat, wird totgeschlagen. Der Stadtherr laust zum Bauern aufs Feld und sagt: ‚Laß mich ackern!‘ Der Bauer erschlagt ihn mit dem Pflugraitel. Die Bauern werden ihre Häuser mit hohen Zäunen umgeben und aus den Fenstern auf die Leut (Plünderer?) schießen. Kein Mensch wird den andern mehr mögen, jeder wird einen anderen Kopf haben (Parteistreitigkeiten). Die Kleinen werden wieder groß. Wenn aber der Bettelmann aufs Roß kommt, kann ihn der Teufel nimmer dareiten. In der großen Rot holen die Leut auch den Herrgott wieder aus dem Kasten, wo sie ihn eingesperrt haben und hängen ihn recht fromm auf, aber jetzt hilfts nimmer viel.‘
Wenn wir die Vorgänge in Ostdeutschland und Sowjetstaaten betrachten, dann erübrigt sich jeder Kommentar zu den oben niedergelegten Voraussagungen des Mühlhiasl. Denn sie sind dort teilweise schon buchstäblich eingetreten. Ob sie bei uns als (bolschewistische) Klassenkämpfe noch kommen, wird die Zukunft lehren. —
Als weiteres Vorzeichen der großen Katastrophe nannte der Seher vom Bayerischen Wald einen Straßenbau von Straubing bis Pilmersberg (Pilgramsberg). Als der Hiasl diese Prophezeiung machte, wurde er natürlich wieder ausgelacht, denn die Gegend war damals so unwirtlich, daß der alte Weiherbauer erklärte: ‚Wenn ich alles glaub, was der Mühlhiasl sagt, so glaub ich net, daß da a Straß baut werd.‘ Nun, die Straße Straubing—Stallwang—Cham wurde gebaut und sie ist es, von der der Seher sagte: ‚Auf der Straß kommen sie einmal heraus, die Rotjankerl.‘ Seine Zeitgenossen aber hänselten den Hiasl und fragten spöttisch: Kommen etwa die rothosigen Franzosen da heraus, worauf der Waldprophet ohne Zögern sagte: ‚Nein, Franzosen sinds nicht, rote Hosen habens auch nicht an, aber die Roten sinds!‘
Die Straße Cham—Straubing wird also noch eine Bedeutung bekommen. Heute nach bald 150 Jahren wissen wir besser, wer die ‚Roten‘ sein werden, die hereinmarschieren wollen in das Land und heute wird niemand mehr an die Franzosen denken, wir wissen es, wer die ‚Roten‘ sind.
Eine andere Voraussage bezieht sich auf klimatische Vorgänge. Es sollen kurze Sommer kommen, Winter und Sommer wird man nicht mehr auseinanderkennen (weil der Winter so warm und der Sommer so kalt sein wird).
Ferner behauptete der Seher: ‚Wenn alles baut, nix wie baut wird, überall wird gebaut, ganze Reihen wern baut, wia d’ Impenstöck bauns es hin, lauter Rotdachl-Häuser (Dächer mit Ziegelplatten), der Gäuboden prangt mit lauter schneeweiße Häuser, d’ Leut richten sich ein, als obs nimmer fort wollten, aber dann wird abgräumt.‘
Zu dieser Voraussage ist ebenfalls jeder Kommentar überflüssig. Auf Grund der Kriegszerstörungen muß ja überall gebaut werden. Welche ‚Gebäude‘ in der Not der Zeit errichtet werden, kann man überall beobachten. Der Vergleich mit einem Bienenkorb ist vielleicht der damaligen Form nach nicht ganz zutreffend, heute aber wissen wir, daß Einzimmerhäuschen keine Seltenheit mehr sind, Barackenstil, Hütte an Hütte. Und wie merkwürdig ist der Satz: ‚Die Leut richten sich so ein, als obs gar nimmer fort möchten.‘ Sollten da jene ungezählten Scharen gemeint sein, die in der Zeit des zweiten Weltkrieges und nachher hereinfluteten? Oder die Evakuierten? Oder aber die Einheimischen selbst, die meinen, kein Wölklein trübe mehr ihren Himmel?
‚Als weithin sichtbare Mahnung aber erscheint am Himmel ein Zeichen.‘ Etwas Näheres hat der Mühlhiasl darüber nicht gesagt. Tatsache ist, daß Tausende von gläubigen und ungläubigen Zuschauern bei den Vorgängen in Fatima eine Himmelserscheinung beobachten konnten, die historisch einwandfrei beglaubigt ist. Logischerweise kann man jedoch annehmen, daß dieses Mahn- und Warnungszeichen des Mühlhiasl auch in unserer Gegend klar und deutlich zu sehen sein wird, da es ja sonst seinen Zweck verfehlen würde.

Der Bankabräumer
Nach den schweren Klassen- oder Parteikämpfen und dem ersten und zweiten Weltkrieg Kommt der ‚Bankabräumer‘. Damit wird wohl der schwerste Blutzoll, den unser Land zu zahlen hat, gemeint sein. Zuerst fluten auf der Straße von Cham nach Straubing die roten Massen herein. Da gibt der Hiasl nun seinen engsten Landsleuten den Rat: ‚Wenn sie kommen, muß man davonlaufen, was man kann, und als Mundvorrat Brot mitnehmen. Wer drei Laib Brot dabei hat und beim Laufen einen verliert, darf sich nicht bücken darum, so muß es schlaun (so eilig ist es). Auch wenn man den zweiten verliert, muß man ihn auch hintlaßn, denn man kanns auch mit einem Laib aushalten (ohne zu verhungern), weil es nicht lange dauern wird.‘ (Panzer fahren schnell!) Als Versteck empfahl der Hiasl je nach der Gegend verschiedene Plätze, zum Beispiel für Mittersfeld die großen Wälder im Perlbuchtal und die Senkungen beim Buchberg, für Englmar die Käsplatte, für Bodenmais die Bergwerke, für den waldlosen Gäuboden die Weizenmanndln auf dem Felde. Damit ist für den Zeitpunkt dieses Geschehens sogar die Jahreszeit, nämlich der ausgehende Hochsommer, angedeutet, die Zeit des Weizenschnittes im Gäuboden.
‚Das Böhmland wird mit dem eisernen Besen auskehrt. Das Bayerland wird verheert und verzehrt von seinem eigenen Herrn — am längsten wirds stehen, am schlechtesten wirds ihm gehen.‘ — Ob diese Prophezeiung nicht schon teilweise erfüllt ist, kann nicht bestimmt gesagt werden. Man könnte, es schon auf die heutige Zeit dahin deuten, daß Böhmen mit Gewalt (mit dem eisernen Besen) ausgekehrt, das heißt, daß die deutschen Siedler in Böhmen ausgetrieben wurden. Daß Bayern von seinem eigenen Herrn verheert und verzehrt wurde, erinnert an die letzten Sprengungen im Kriegsjahr 1944 und Anfang 1945, als in sinnloser Weise von den eigenen Truppen Sprengungen riesigen Ausmaßes vorgenommen wurden. Die Aushungerung bedarf keiner weiteren Erwähnung, da sie noch in aller Gedächtnis ist, wobei die Tätigkeit der Herren in Frankfurt nicht vergessen sei. Es ist aber ebenso wahrscheinlich, daß diese Zeit erst Kommen wird mit der Katastrophe, die der Seher zwar ankündigt, aber nicht genauer beschrieben hat. Er spricht nur davon, wie es hernach ausschaut. Hören wir seine Voraussage:
‚Wers überlebt, muß einen eisernen Schädel haben. In einer Nacht wird alles geschehen.‘ Wir Menschen des Zeitalters der Atombombe finden die Prophezeiungen des Mühlhiasl sicher nicht mehr als Phantastereien wie seine Altersgenossen um das Jahr 1800 herum, wir wissen, daß es kein Kunststück mehr sein wird, ganze Landstriche mit Mann und Maus zu vernichten.

Nach der Katastrophe
‚Die Wenigen, die übrig bleiben, werden sich schutzsuchend aus der ganzen Umgebung innerhalb der Windberger Klostermauern sammeln.‘ — ‚D’ Leut sind wenig — grüßen tuns wieder: Gelobt sei Jesus Christus, und einer sagt zum andern: Grüß di Gott, Bruder, grüß di Gott Schwester! Auf d’ Nacht schaut einer vom Berg über den Wald hin und sieht kein einziges Licht mehr. Wenn einer in der Dämmerung eine Kranawittstauden sieht, geht er darauf zu, um zu sehen, obs nicht ein Mensch ist, so wenig gibts noch.‘
Ein Fuhrmann haut mit der Geißel aufn Boden und sagt: „Da is einmal d’ Straubinger Stadt gstandn.‘
‚Wenn man am Donaustrand und im Gäuboden noch eine Kuh findet, der muß man eine silberne Glocke umhängen. Einem Roß aber soll man goldene Hufeisen hinaufschlagen, so rar ist alles.‘ — Und wie überzeugend ist das Kurze Wort: ‚Im Wald drinnen krähen noch Gockerl.‘
Wenn dieser Bankabräumer vorbei gegangen ist, dann kommt eure schöne Zeit für die, welche die Katastrophe überlebt haben. Jenseits der Donau wird alles wüst und öd geworden sein und jeder kann sich ansiedeln, wo er mag und so viel Grund nehmen, als er bewirtschaften kann.
‚Es werden dann auch große Glaubensprediger aufstehen und heilige Männer werden Wunder tun. Die Leute haben wieder den Glauben und es wird eine lange Friedenszeit kommen.‘
Eine merkwürdige Voraussage sei noch erwähnt, die der Mühlhiasl seinen Freunden oft machte: ‚Wenn der Bankab- räumer dagewesen is, wern auch die bösen Geister und die, die waizen (umgehen, spuken), gebannt werden.‘ Dies ist eine allgemeine Volksanschauung, die sich auf das Schlußgebet der hl. Messe und den großen Exorzismus Leos XIII. stützt.
Schließlich sei noch ein Wort des biederen Sehers von Apoig, Matthias Pregl, mitgeteilt, das der Mühlhiasl denen, die ihn auslachten, sehr ernst und nachhaltig entgegenhielt: ‚Lachts nur, ihr brauchts es ja net aushalten, aber enkere Kindeskinder und de wo danach kemman, die werns schon glauben — müaßn. Teats betn, daß der Herrgott auf Bitten unserer liaben Frau ’s Unglück abwendt, mir glaubts ja neambd und doch is wahr!‘

Was hier niedergeschrieben ist, wurde in jahrelanger Sammlung einzelner Aussprüche des Mühlhiasl wie ein Mosaikbild zusammengesetzt. Diele mündliche Überlieferungen von anerkannt vertrauenswürdigen Leuten, besonders ehrwürdiger Priestergreise, konnten glücklicherweise aufgezeichnet und damit der Nachwelt erhalten bleiben.
Was denkst du nun, lieber Leser, über diese Prophezeiungen eines einfachen, schlichten Menschen aus dem Arbeiterstand? Manche werden diese Voraussagungen als Hirngespinste bezeichnen, es ist jedem unbenommen, es zu glauben oder nicht. Schon aber erleben wir in der heutigen Zeit eine ähnliche Serie von Voraussagungen, die der Brunnenmacher von Freilassing, Alois Irlmeier, gemacht hat. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein zweiter Mühlhiasl.“

Quellen

  1. Johann Evangelist Landstorfer. In: Straubinger Tagblatt. 28. Februar 1923.
  2. Mitteilungen aus unserem Leserkreis. In: Straubinger Tagblatt. 9. März 1923.
  3. Adlmaier, Conrad: Blick in die Zukunft, 1. Auflage. Traunstein 1950.

Literatur

  1. Traunsteiner Nachrichten, Nr. 35, 19. November 1949, S. 9.
  2. Traunsteiner Nachrichten, Nr. 38, 26. November 1949, S. 9.
  3. Adlmaier, Conrad: Blick in die Zukunft, 1. Auflage. Traunstein 1950.
  4. Adlmaier, Conrad: Blick in die Zukunft, 2. Auflage. Traunstein 1955.
  5. Adlmaier, Conrad: Blick in die Zukunft, 3. Auflage. Traunstein 1961.