Deutsche Propheten (Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens)

Von Will-Erich Peuckert.

Mein Versuch, im folgenden eine Anzahl wichtiger „Propheten“ Deutschlands und einige seiner Nachbarländer zu nennen und auf ihr Eigentümliches hinzuweisen, geht aus von den Erwägungen, die im Artikel „Prophetie“ über den Unterschied von „Prophetie“ und „Weissagung“ gepflogen wurden. Ich werde an dieser Stelle deshalb allein die Männer und Frauen behandeln, in denen das Bewußtsein der göttlichen Sendung, das Deutlichwerden dieser erkennbar ist. Es steht im Hintergrunde, daß diese Gesendeten von dem, was kommen soll, geweissagt haben. Der religiös entzündete Mensch, der Buß- oder Gramprophet, nicht der, den es verlockt, die Zukunft zu enthüllen, ist ein Prophet; der andere ein „Weissager“ (s.d.). Ein solcher Versuch der Scheidung, der hier zum ersten Male unternommen wird, ist freilich noch ein subjektiver; man wird für manchen der Genannten die eben geforderte Propheteneigenschaft bestreiten, die Namen anderer vermissen. Das gebe ich gern zu. Mir ist es wichtig, vorerst einmal den Typus darzustellen, den Typus eines religiösen Menschen, dem sein Verhältnis zu, sein Auftrag von der Gottheit, und damit diese, alles, ihr Wirken in die weltlichen Begebenheiten, Hunger, Not, Seuchen, Krieg, das „irdische Gewese“ nur wenig ist. Je mehr es Jesus ist, zu dem sich der Prophet hinkehrt (vgl. die Poniatovia), um desto schmaler werden Bezüge und Weissagungen ins irdische Wesen sein. Je mehr Gott-Vater, „Gott“, der Gott des alten Testamentes einem Propheten nahe tritt, werden die Äußerungen ins Irdische wichtig. Denn dieser Gott ist ja ein Gott des Regimentes der Welt.
Das 16. und 17. Jh. ist eine Zeit, in welcher der „Gott“ des Alten Testamentes vor den „Erlöser“ des Neuen Testamentes tritt. Es ist die Zeit der großen Wende in geistiger, sozialer und mancher anderen Hinsicht; die Zeit, in der Erschütterungen besonders leicht vernommen werden. Es ist die Zeit, in welcher das Volk die Bibel lesen lernt, und ihm nicht nur die sonntägliche Predigt, nicht nur die große Bedeutung der Propheten (im Umfang ihrer Bücher schon) im Schrifttum des Alten Testamentes, nicht nur die Männer selbst als Hindeuter auf Christum lebendig werden, – in welcher der P. noch eine Gestalt des Ablaufs dieses Weltgeschehens ist, noch ebenso real und durch die Ordnung gegeben, wie Bauer, Schmied, Graf oder König[1]. Je mehr die Dinge sich von dieser Basis entfernen, je kritischer und aufgeklärter die Zeiten werden, desto mehr verschwinden die „Propheten“. Sie werden in der Erinnerung des Volkes zu „Weissagern“.
Der „Okkultismus“ (s.d.) der bürgerlichen Kultur schuf einen neuen „Propheten“-Typ; das ist der Mensch, der nicht mehr Gottes Sprachrohr, sondern das „Medium“ von Geistern oder Seelen ist. Verschieden von diesen Medien, näher dem älteren Prophetenbegriff, stehen die wenigen Ekstatiker wie Wallis (s. Sp. 98). Vielleicht auch sollte man Menschen, wie Richter Rutherford und seine „ernsten Bibelforscher“, in ihre Nähe rücken; ihnen enthüllen sich durch Gottes Gnade und Erleuchtung die in der Bibel niedergelegten Geheimnisse, und sie benützen ihre Kenntnis, um Buße und Bekehrung zu predigen, auf kommendes Unheil hinzuweisen.
Ich lasse nun in alphabetischer Reihe die wichtigsten „Propheten“ folgen, wobei ich, abgesehen von wirklichen Volkspropheten wie Rischmann, mich auf die rein prophetische Seite beschränken will und nur auf volkskundlich Bedeutendes (vgl. Lotter) noch hinweise.

  1. Vgl. meine Deutschen Volkspropheten in der Zfalttestamentl. Wiss. 1935, 35–54.

Anne Marie von Braunschweig

Anne Marie von Braunschweig. Ein Mädchen um 1630, dem unterwegs ein Engel erscheint, der es zum Pfarrer sendet, daß dieser Buße predige. Der Engel verkündet eine Schlacht im Braunschweigischen und den Sieg der Lutheraner. Das Mädchen weissagt weiter viele personalia und zum Teil odiosa.

  • Gottfr. Arnolds Unpartheyische Kirchen- u. Ketzerhistorie 3/4 (1700), 226.

Der arme Jorge

Der arme Jorge, ein Buße predigender Schwärmer 1558, der kein Brot aß, er hätte es denn mit schwerer Arbeit verdient, lange Haare trug. Ward zuletzt von den Bauern erschlagen.

  • Monatsschr. v. u. für Schlesien (ed. Hoffmann v. Fallersleben) 2, 697.

Christina Regina Bader

Bader, Christina Regina, Tochter eines Pfarrers zu Simmersfeld (Württemberg), rühmte sich 1698/99 vieler englischen Erscheinungen und weissagte Gottes Strafgericht. Stellte sich an, als ob sie behext worden sei (brach Messer u. dgl. aus). Gibt später zu, daß alles Betrug gewesen wäre. Doch hat sie einen Brand richtig vorausgesagt.

  • Corrodi Kritische Gesch. d. Chiliasmus 3, 2 (1783), 8.

Eine von Engeln Besessene in Magdeburg

Besessene von Egeln. In Egeln im Erzstift Magdeburg enthüllte eine Besessene die heimlichen Sünden und weissagte die Zukunft Magdeburgs.

  • Nach Remigius 2, 342; Grässe Preußen 1, 260 Nr. 315.

Johann Beydenrod

Beydenrod, Johann, ev. Pfarrer in Veckenstadt (Grafsch. Wernigerode), Ostern 1574 in Halberstadt in der Verbannung ohne Sakrament gestorben. Verheiratet, wurde er auf einer Kindtaufe von einer jähen Liebe zu einer Bauernfrau berückt und gesteht das seinem Küster. Es kommt aus, und er wird gefangen gesetzt. In seiner Gefangenschaft hört er das Wort Gottes: brevi liberaberis, glaubt aber, als er bald darauf frei kommt, „Gott tue dem Menschen keine sonderliche Offenbarung wegen seiner eignen Privatsachen, sondern wegen wichtiger und allgemeiner Händel“, und er bezieht das Wort auf die Kirche und den nahenden Jüngsten Tag. Nun sucht er in der Bibel die diesbezüglichen Stellen zusammen und prophezeit, auch nach seiner Amtsentsetzung, das nahe Ende.

  • Andreas Schoppe Christliche vnnd Nötige Warnung für dem erdichten Lügen-Geist der falschen Propheten 1596 HiijAff., JiiijA.

Jakob Böhme

Böhme, Jakob, s. 1, 1468 ff. Männer von Boulogne, zwei angeblich siebenhundertjährige, aus dem Osten gekommene Propheten, von Gott gesandt, die die eschatologischen Zeiten für 1711–19 verheißen.

  • Braeuner Curiositaeten 427 ff.

Bartolomeo Carosi Brandano

Brandano, Bartolomeo Carosi, gen. B., aus Petrojo im Sienesischen, Unglücksprophet in Rom um 1527, der besonders gegen den sodomitischen Papst tobt, um dessen Sünden willen Rom zerstört werde. Er weissagt den Untergang Roms, die Erneuerung der Kirche, nachdem der Türke den Kaiser, Papst und französischen König gefangen genommen habe und Christ wurde. B., der vorher ein wüstes Leben geführt und sich plötzlich bekehrt, erschien halbnackt, mit Kruzifix und Totenkopf in den Händen, als Ekstatiker. Das Volk hing ihm an.

  • Ludw. Pastor Gesch. d. Päpste IV 2 (1907), 261 ff. 333 (288. 642); Döllinger 483 f.

Michel Braunsche oder Michael Tölsch

Braunsche Michel, Michael Tölsch aus Schönau b. Braunau, Sudetenland, geb. ca. 1730. Seine Weissagungen stellen einen Grenzfall dar; sie verarbeiten sybillinisches und biblisches Material, aber ins weltlich Eschatologische gewendet. In den publizierten Text sind spätere Elemente (Proroctvi Sybila) eingemengt; eine Passage wieder erinnert an Paul Grebners „Conjecturen vom neuen Stern“ 1672 (vgl. Gottfr. Arnold, Kirchen- u. Ketzerhistorie 3, 1700, 207, § 6). Eine Untersuchung der Weissagungen des Braunschen Michels würde Aufschlüsse über das im Riesengebirge und den vorliegenden Landschaften umgehende Weissagungsgut und damit Zugänge zu Rischmann wie den älteren Schlesiern eröffnen.

  • Peuckert Schles. Sagen 71 f. Zu Grebner s. auch Roland Haase Das Problem d. Chiliasmus u. d. 30jähr. Krieg. Phil. Diss. Leipzig 1933.

Balthasar Brendel

Brendel, Balthasar. Ihm wird zugeschrieben: Extract einer Prophecey Doctor Theophrasti Paracelsi, welche vor diesem Balthasarus Brendelius Altensalzensis variscus, ex Sacra Imperiali, authoritate N.P. an einen guten Freund communivir hat … 1622 s. l. – Erster Druck der Weissagung vom „Löwen aus Mitternacht“ und des paracelsischen Schatzes zu Weyden in Friaul; s. Paracelsus.

  • Karl Sudhoff Versuch einer Kritik d. Echtheit paracels. Schriften 1, 530 ff. Vgl. die Prophetie des Sigewall (unten).

Nicolaus Brigel

Brigel, Nicolaus, ev. Pfarrer zu Stättberg bei Ansbach, geboren 1566. Ihm begegnet am 29. 5. und 16. 10. 1629 in den Feldern der Engel Raphael mit Gottes Botschaft und dem Auftrag, dem ansbachischen Pfarrer zu melden, daß Gott zürne und über die deutschen Lande seine Strafe verhängen werde. Weitere Einzelheiten enthält sein eigner Bericht, der abgedruckt ist in:

  • Vberwunderliche Gesichte / vnd Englische Erscheinungen s. l. 1632 DiijR–EijR. Gottfr. Arnold Unpartheyische Kirchen- u. Ketzerhistorie 3/4 (1700), 225, der diesem Abdruck folgt, referiert ungenau, und macht aus dem „Gespräch eines Fürstlichen Brandenburgischen Beampten mit obermelten Herrn Pfarrer“ am 26. 10. eine dritte Vision. Ihm geht voran: Engelische Erscheinungen / Offenbahrungen vnd Gesichte / so dreyen christlichen Personen / einem Schulmeister in der Pfaltz …. zu vnterschiedlichen Zeiten wiederfahren. 1630 (Breslau, Univ. Bibl.; Signatur Theol. rec. X Qu. in 2). Peuckert Deutsche Volkspropheten: ZfalttestamentlWiss. N.F. 12, 45 ff.

Die heilige Brigitta

Brigitta oder Birgitta, die schwedische Heilige des 14. Jh.s, begabt mit einer Fülle von Gesichten[1], spielt im endenden 15. und 16. Jh. als eine der größten Prophetinnen neben Joachim und der hl. Hildegard eine besondere Rolle[2]. Lichtenberger berief sich auf sie sowie das Köbelsche Buch „Zwölff Sibyllen Weissagungen“ und die von beiden abhängige Literatur[3]. 1592 zitiert sie Gregorius Jordanus[4], und sie ist nicht nur in die Weissagungsliteratur des 17. Jh. übergegangen[5], sondern ihre Gesichte erschienen noch im 19. Jh. in einer deutschen Übersetzung[6].

  1. Joh. Lindblom Die Literarische Gattung d. prophetischen Literatur 1924 (Uppsala universitets arsskrift); Knut B. Westman Birgitta-Studier 1911, wo die gesamte Literatur über sie zu finden ist; Martin Buber Ekstatische ' Konfessionen (1909), 124 ff.
  2. Doch vgl. Westman 89 f. zu ihren Visionen.
  3. Vgl. Peuckert Sibylle Weiß.
  4. Propheceyung vnd Weissagung (1592) Basel.
  5. Jac. Fabricius Probatio Visionum 1643, 100 f.; Johannes Wolf Lectiones memorabiles 1671, 555 ff.
  6. Regensburg.

Burghans

Burghans hat um 1565 in Bern (Schweiz) den jüngsten Tag prophezeit; Gott habe ihm die Zukunft offenbart. Als seine Weissagung nicht eintrifft, erklärt er, Gott habe ihn um seines Gebetes willen aufgeschoben.

  • Andreas Schoppe Christliche vnnd Nötige Warnung für dem erdichten Lügen-Geist der falschen Propheten 1596 HiiijA, nach Benedict Aretius in problematibus theologicis.

Johann Cario

Cario, Johann, bezeichnet seine astronomischen Prognostica als Prophetien, wie für ihn beide Begriffe dasselbe decken. Damit ist er, einer der meistgenannten „Propheten“ des 16. Jh.s, aus ihrer Liste zu streichen.

Nikolaus Dabrik

Drabik, Nikolaus, Geistlicher der mährischen Brüder, geboren 1597 zu Straßnitz in Mähren, hingerichtet am 16. Juli 1671, Mitschüler des Comenius, lebte nach der Vertreibung der Brüder in Ungarn im Exil. Seine Hoffnung stand auf Siebenbürgen. Er prophezeit seit 1638; seit 1643 mehren sich seine Gesichte. Seine Prophetien werden durch den Einsatz des Amos Comenius für sie wichtig. Sie erscheinen in Lux e tenebris neben denen Kotters und der Poniatowska, und erlangen so überdurchschnittliche Bedeutung.

  • Arnold Kirchen- u. Ketzerhistorie 3/4, 236 ff. (Adelung) Gesch. d. menschl. Narrheit 2, 27 ff.; Roland Haase D. Problem d. Chiliasmus u. d. 30jähr. Krieg. Phil. Diss. Leipzig 1933, 118 ff.; dort auch weitere Literatur; Grässe Preußen 1, 9 Nr. 3.

Martin Drescher

Drescher, Martin, ein Bauer aus Goglau am Zobten (Schlesien), dem 1625 auf dem Acker ein Engel erschien, der von Gottes Zorn über die sündige Welt und den kommenden Plagen zu ihm redete und ihn zwei Jahre lang heimsuchte.

  • (Joh. Amos Comenius) Lux e tenebris 1665 P. II p. 4; darnach Gottfried Arnolds Unpartheyische Kirchen- und Ketzerhistorie P. III. IV (1700), 211: Göttliche Offenbahrungen / So einem Einfältigen frommen Mann / Christoph Kottern …. wiederfahren …. ans liecht gegeben durch Benedictum Bahnsen. Amsterdam 1664, (10).

Hans Engelbrecht

Engelbrecht, Hans, 1. Ostertag 1599 in Braunschweig geboren, gestorben 1642, trat seit 1622 in Niedersachsen als Prophet auf. Sein Vater Jürgen E., ein Schneider, hatte ihn von der zweiten seiner drei Frauen; die Mutter, Ilsebe geb. Dünnemann, starb kurz nach seiner Geburt. Er lernte notdürftig lesen und wurde ins Lakenmacherhandwerk getan. Schon als Lehrjunge erweist er sich als Melancholicus; er hat Selbstmordgedanken, wird ein Kirchenläufer, zieht sich bald ganz in das von seiner Mutter ererbte Haus zurück, indem er notdürftig vom Spinnen lebt. Nach der Predigt am 2. Advent 1622, der ja ein eschatologisches Thema zugrunde liegt, und die ihn so erregt, daß er – außer dem Abendmahl – tagelang nichts genießen kann, verfällt er am 11. Tage (Donnerstag nacht) in einen Starrkrampf, bei dem er von unten auf langsam „abstirbt“. Zur Mitternacht wird er in den Himmel und die Hölle entzückt, und im Himmel von Christus beauftragt, Buße zu predigen. Zum Zeichen seiner Höllenfahrt vernehmen die bei ihm Sitzenden einen grauenhaften Gestank; als Beweis für die Himmelfahrt führt er an, daß er, ohne sie je gelesen zu haben, die ganze Bibel auswendig könne.
Von da an predigt er und überstürzt alle Menschen mit einem ungeheuren, nicht zu dämmenden Redeschwall, der tagelang nicht abreißt. Um seine Reden zu bekräftigen, fastet E. manchmal 2 bis 3 Wochen lang vollständig, oder berichtet er, daß er dreiviertel Jahr lang nicht geschlafen habe, oder daß er hieb- und stichfest usw. sei. Immer wieder sucht ihn der Engel auf, hört er ihre himmlische Musik, die einmal auch eine bei ihm wachende Frau vernimmt, wird er entzückt. Die Berichte dessen, was er gesehen, sind naiv plastisch, seine Einzelangaben über seine Zustände so ausführlich, daß sie eine genauere psychologischmedizinische Untersuchung des Falles zuließen. Die Braunschweiger freilich glaubten, er habe den spiritum familiarum.
Vor allem richten seine Reden sich gegen die Geistlichen, und das trägt ihm ihre bittere Gegnerschaft ein. Es kommt so weit, daß ihn ein Hamburger Senior aus dem Hause prügelt und daß vom versammelten „Ministerium“ Beschlüsse gegen ihn gefaßt werden. Der Streit wirkt sich ebenso literarisch aus.
E.s Schriften: Eine Warhafftige Geschicht und Gesicht vom Himmel und der Hellen 16402; Christlicher Wunderreicher Bind-Brieff 1639; Warhafftige gute Gezeugnisse (im Anhang zur zweiten Auflage der „Geschicht und Gesicht“); Ein Christlich Schreiben. An die Gelahrten 1641; Copia Glaubwürdige Abschrift eines Brieffes … An den Ehrwürdigen Achtbaren vnnd Wolgelahrten Herrn M. Nicolaum Hartkopffen 1640 (in diesem noch weitere Sendschreiben). Weitere nennt Arnold[1].
Seine Reden berichteten seine Gesichte und ermahnten zur Umkehr. Weltliche Prophetien enthalten sie kaum; doch wird von einer seltsam eingetroffnen über den Statthalter von Glückstadt berichtet[2].

  • Die biographischen Angaben finden sich in reicher Fülle in seinen Schriften. Vgl. weiter über ihn Gottfr. Arnolds Unpartheyische Kirchen- und Ketzerhistorie 3/4 (1700), 211 ff.; Göttliche Offenbahrungen / So einem Einfältigen frommen Mann / Christoph Kottern … wiederfahren … ans liecht gegeben durch Benedictum Bahnsen. Amsterdam 1664 (11); ADB. 6, 130 f.; Weste in ZfhistTheol. 1844; W.D. Fuhrmann HWb. der christl. Rel.- u. Kirchengeschichte 1, 701; Martin Buber Ekstatische Konfessionen (1909), 183 ff.; (J. Ch. Adelung) Geschichte d. menschlichen Narrheit 4 (1787), 30 ff.
  1. Ebd. 211.
  2. Ebd. 214.

Barbl Fiegl

Fiegl, Barbl, auf dem Ritten zu Unterinn, eine Prophetin genannt, weissagt eschatologische Zeit, in der man ohne Roß fährt usw.

  • Heyl Tirol 272 Nr. 86.

Heinrich Fitzner

Fitzner, Heinrich, geboren 17. 6. 1668 in Schönborn südl. Breslau, als siebenter Sohn des Leibeigenen Georg F. Er lernt die Gärtnerkunst, geht ins Niederdeutsche, heiratet dort, stellt sich aber 1691 mit seiner Frau, um seiner Leibeigenenpflicht zu genügen. 1692 flieht er mit seinen Eltern aus der Untertänigkeit und geht nach Quedlinburg, ist zehn Jahre bei einem Herrn von Asseburg auf Neuendorf, der ihm seine Eltern im Armenhaus versorgt, und geht 1704 als Gärtner in den Probsteigarten nach Quedlinburg, den er bessert. 1710 erblindet er; Gott nimmt ihm das leibliche Gesicht, um ihm das geistliche zu geben. Da wird er der Welt ein Narr. Er aber weiß sich von Gott gesandt; ihm folgen noch zwei („Elias“ und „Enoch“) 1757–60, dann erfolgt 1806 das Ende. Er predigt Buße und Gottes Gericht, will aber kein Prophet sein, sondern nur der Deuter der offen in Daniel, IV. Esra und Apocal. Joh. daliegenden Prophezeiungen.
1716 übergibt er eine erste Schrift, die er niederschreiben ließ, einem Geistlichen, der im Garten spazieren geht. Dieser behält sie, hat nichts zu antworten, greift aber im kommenden Winter F. von der Kanzel her an. 1720 publiziert dann F. ein erstes „Gespräch zwischen einem flüchtigen Pater aus Rom und einem Clerico, worinnen die in der Offenbarung Johannis beschriebene Gesichter gründlich erkläret …“ werden, nämlich daß „von anno 1715 biß 1748 die Babylonische Hure müsse ausgerottet werden“. Es folgen in den nächsten Jahren weitere solcher fingierten Gespräche, die gesammelt werden und mehrere Auflagen erleben. F. stellt damit den neuen Typus eines Propheten dar, der als Schriftsteller zu wirken versucht, – eines Mannes, der auf der Grenze zwischen literar. Weissagung und Prophetie steht.

  • F.s Autobiographie in Die Händel der letzten Zeit, 2. Hälfte des 4. Teils des Flüchtigen Paters aus Rom 1744. (Die Schrift ist mehrfach in der Breslauer Univ. Bibliothek vorhanden.) Vgl. zum „flüchtigen Pater“ auch Blikke ins neunzehnte Jahrhundert. (Ein Auszug.) Auf Verlangen einiger Freunde 1799 s. l. (Univ.- Bibliothek Breslau; Signatur Hist. rec. III oct. in 696). S. oben 9, 366 f.

Anna Fleischer

Fleischer, Anna, aus Freiburg. Epileptikerin. Hat Erscheinungen einer glänzenden Knabengestalt, die ihr 1620 sagt, daß der Wucher die Kleiderpracht, Trunkenheit, Hurerei, die Verarbeitung von Korn zu Branntwein und Stärke, mit der man Linnen steift (Hoffart), – Teuerung, Aufruhr usw. nach sich ziehe.

  • Corrodi Kritische Gesch. d. Chiliasmus III 2 (1783), 26 f. nach Andreas Moller.

Franciscus Hespanus

Franciscus Hespanus, Laienbruder in Neapel zu Zeiten Ferdinands, predigte die Judenaustreibung und produzierte einen angeblichen göttlichen Brief, um seine Zwecke zu erreichen.

  • Braeuner Curiositaeten 429 f.

Eva Margaretha Fröhlich

Fröhlich, Eva Margaretha, Ehefrau eines schwed. Offiziers, wurde mit einem Goldschmied Bernhard Dörchmann aus Riga bekannt und erträumte das 1000jährige Reich. Sie weissagt Karl XI., wird 1685 aus Schweden verbannt und geht nach Amsterdam, wo sie Zulauf hatte. 1687 veröffentlichte sie eine „Auslegung über die sieben Gemeinen der Offenbarung Johannis …“

  • Corrodi Kritische Gesch. d. Chiliasmus III 2 (1783), 24 f. nach Feustking Gynaeceum Haeretico-fanaticum.

Joachim Greulich

Greulich, Joachim, ein Jüngling, der 1653 die neun Zeichen und 800 Lieder in der Verzückung, wobei ihn der heilige Geist führte, gesungen hat. Seine Gesichte und Weissagungen über den Untergang der deutschen Länder und Städte sind naiv, doch trocken und schulmeisterlich aufzählend. Seltsam schlagen Märchenmotive (Traumreisen, Karl- und Elbegast-Situationen) durch.

  • Der Eigenbericht bei Gottfr. Arnold Unpartheyische Kirchen- und Ketzerhistorie 3/4 (1700), 248 ff.; Corrodi Krit. Gesch. d. Chiliasmus III 2 (1783), 28 ff.; Peuckert Deutsche Volkspropheten: Zfalttestamentl.Wiss. 12 (1935), 41 ff.

Josef Grünpeck

Grünpeck, Josef, etwa 1470–1540. Einer der humanistischen Gelegenheitsarbeiter[1]. Er schrieb 1508 ein Speculum naturalis, coelestis et propheticae visionis, das als „Spiegel der natürlichen, himmlischen und prophetischen Sehungen“ in Nürnberg danach deutsch erschien, und eine „Practica der gegenwertigen großen Trübsaln“[2], in welcher er Buße predigt. Hier wird das nahe Ende aus den göttlichen Schriften, dem Gestirn und den heimlichen Offenbarungen erkannt; in den Ausführungen darüber wird die „Predigt eines heyligen Mans / so etzwann vil Land durchprediget“ abgedruckt. G. ist eher ein Verkünder prophetischer Dinge als ein Prophet zu nennen; ja sein Biograph spricht ihm alle sittlichen Qualitäten eines Propheten ab [1]. Für uns wichtig ist seine Practica, deren „Predigt eines heyligen Mans“ in den „Anhang“ des Volksbuches „Zwölff Sibyllen Weissagungen“ überging[3], und damit bis ins 19. Jh. das Werk eines Mannes lebendig erhält, der im 16. Jh. zu großer Wirkung aufgestiegen war[4].

  1. 1,0 1,1 v. Oefele in: ADB. 10, 56 ff.; Joh. Wolff Lectiones memorabiles 2 (1671), 339 ff.; Corrodi Krit. Gesch. d. Chiliasmus III 2 (1783), 15 ff. A. Warburg Ges. Schriften 2 (1932), 523.
  2. Vorhanden: Breslau Staats- u. Univ. Bibliothek (Phys. IV Qu in 718); s. Paul Hohenemser Flugschriftensammlung Gust. Freytag 1925, 456.
  3. Peuckert Sibylle Weiß; Ders. in MschlesVk. 29 (1928), 217–257.
  4. Seine Schriften wurden in Trient auf den Index gebracht: ADB. 10, 57.

M. Hanisch

Hanisch, M., Bauernknecht in Schönfeld bei Bunzlau. Ihm erschienen am 11. und 13. April 1640 zwei Engel und hießen ihn Buße predigen, die Mägde von der Hoffahrt abmahnen.

  • Wernicke Chronik d. Stadt Bunzlau 1884, 402.

Havlata Pavlata

Havlata Pavlata, ein einfacher Bauer und Gebirgsbewohner aus Vysoké, im 16. Jh.

  • Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort u. Bild 1894. Böhmen 1, 405.

Margaretha Heidewetter

Heidewetter, Margaretha, geb. 14. 3. (a. St.) 1618 zu Kottbus als Tochter des Fleischhauers David H., ein stilles, frommes Kind, das etwas lesen kann. Die Pubertät scheint sich mit elf Jahren einzustellen; sie erleidet vom 14. 2.–9. 3. krampfartige Zustände, in denen sie „seltsame Reden führt“. Das Eintreten ihrer Anfälle kann sie voraus angeben. In ihren Reden nennt sie Jesu ihren lieben Bräutigam; sie erzürnt sich über Säufer, Hurer und Ehebrecher usw. An äußeren Ereignissen klingen die Zwangsmaßnahmen gegen die ev. Schlesier 1629 und ihr Rückfall zur katholischen Kirche hinein. Endlich verheißt sie – wohl aus der Stimmung jener Jahre und den Erwartungen der Lausitz heraus – den Retterfürst. Zumeist sagt Jesus ihr alles; zuweilen aber bespricht sie sich auch mit ihm, und er redet aus ihr. Am 9. März brechen diese Zustände ab, und sie erscheint wieder als das alte Kind.

  • Als Quelle dient: Warhafftiger Bericht vnd Erzehlung / Derer denckwürdigen Sachen / Propheceyungen / Bußvermahnungen / trostvnd geistreichen Worte / so ein Mägdlein zu Kottbus in Niederlausitz / Margaretha Heidewetters genannt / dieses 1629. Jahr im Februarij, bey jhrem gehabten vnterschiedlichen Entzückungen geredet hat / welches von vielen vornehmen Personen / Adel vnd Vnadel / gelehrt vnd vngelehrt / mit Verwunderung angehöret worden. Von einem / so selbst dabey gewesen / von Wort zu Wort fleissig auffgezeichnet / vnd erstmals in Druck geben. In: Göttliches Wunder-Buch s. l. 1629 (Breslau Univ.-Bibliothek; Signatur: Theol. rec. X Qu. 139).
  • Vgl. ferner: Gottfr. Arnolds Unpartheyische Kirchen- u. Ketzerhistorie 3/4 (1700), 224 f.; Jac. Fabricius Probatio Visionum 1643, 105; Göttliche Offenbahrungen / So einem Einfältigen frommen Mann / Christoph Kottern … wiederfahren … ans liecht gegeben Durch Benedictum Bahnsen. Amsterdam 1664 (11); Vnterschiedliche Paßporten / Deß auß Mitternacht Adelichen vnd vntadelichen … Post-Reuters 1632, 57 f. Johan Nordström Lejonet fran Norden (SA aus Samlaren 1934), 23.

Hildegard von Bingen

Hl. Hildegard von Bingen, etwa 1098 geboren, bei den Benediktinerinnen von Disibodenberg aufgezogen, dort und in Bingen Äbtissin; starb am 17. 9. 1179. Sie hat über ihre vielen Gesichte und Offenbarungen selbst berichtet[1]. Uns interessiert sie, weil sie im 14.[2] wie an der Wende des 15. zum 16. Jh. als eine der wichtigsten und entscheidenden Prophetinnen gilt, wie Lichtenberger, das Sibyllenbuch usw. ausweisen[3].

  1. Knut B. Westman Birgitta-Studier 1911, 152 ff. mit weiterer Literatur; Joh. Lindblom Die Literarische Gattung der prophetischen Literatur 1924 (Uppsala universitets arsskrift H. 1); M. Buber Ekstatische Konfessionen (1909) 50 ff.; Wadstein in ZfwissTheol. 39 (1896), 134.
  2. Ferdinand Siebert Der Mensch um 1300. 1931, 142.
  3. Vgl. Peuckert Sibylle Weiß; Jac. Fabricius Probatio Visionum 1643, 97 ff.

Israel Hübner

Hübner, Israel, ein lediger Gesell, wird zusammen mit Andreas Argolius in einem „Prognosticum astrologicum auff das 1654. Jahr“ als Kronzeuge zitiert. Sie setzen das Weltende; wie von der Schöpfung bis zur Sintflut 1656 Jahre waren, so wird für das 1656. Jahr die Feuerflut gesetzt.

  • Beigebunden dem Sammelband Warnerscher Schriften d. Breslauer Univ.-Bibliothek (Theol. rec. X. Qu. 151).

Joachim von Fiore

Joachim von Floris, siehe Weissagungen, joachitische. Kampf oder Praelium, angeblich hussitischer Feldprediger, in Wahrheit ein ev. Prophet Böhmens um 1618, dessen Schrift zum großen Teil in das Volksbuch „Proroctví Sibyla“ um 1618 und dessen Übersetzung „Sibyllen Weissagung“ überging.

  • Vgl. Peuckert Sibylle Weiß; Corrodi Krit. Gesch. d. Chiliasmus III 2 (1783), 18 ff.

Katharina von Siena

Katharina von Siena, gestorben 1380, galt ihrer Zeit als große Seherin und Weissagerin[1]. Ihre wahre große Weissagung war die Reformation der Kirche, die sie nahe wähnte[2]. Eine Reihe von Voraussagen (von Todestagen usw.) wird überliefert[3]. Noch im 17. Jh. ist ihr prophetischer Ruhm anerkannt[4].

  1. Joseph Schnitzer Savonarola 2 (1924), 634; Joh. Jos. Ignaz v. Döllinger Kleinere Schriften 1890, 490; Zöckler in Herzog-Hauck RE. 10, 188; Ludw. Pastor Gesch. d. Päpste 1 (1901), 103 ff. 131 f. 142 ff.; Knut B. Westman Birgitta-Studier 1911 passim.
  2. Karl von Hase Heilige und Propheten (Werke, ed. G. Krüger V 1) 1892, 307; AASS. Aprilis III, 924.
  3. Hase 303 ff.
  4. Jac. Fabricius Probatio Visionum 1643, 100.

Kaufhold

Kaufhold, ein Einwohner der Langen Brücke zu Erfurt weissagt den einreitenden französischen Truppen 1812 Unglück; der weiße Löwe werde sie erwürgen.

  • Kruspe Erfurt 1, 67.

Hans Keil

Keil, Hans, Winzer in Gerlingen bei Tübingen, den 1648 ein Engel heißt, die Leute zur Buße zu rufen; zum Zeichen läßt der Engel eine Weinrebe Blut schwitzen. Es erhob sich ein wüstes Gezänk gegen ihn, weil er die Geistlichen heftig angriff.

  • Gottfr. Arnolds Unpartheyische Kirchen- und Ketzerhistorie 3/4 (1700), 235; Anabaptisticum et Enthusiasticum Pantheon 76; darnach Corrodi Kritische Gesch. d. Chiliasmus III 2 (1783), 9.

Helena Konttinen

Konttinen, Helena; finnische ekstatische Prophetin, die ihre Offenbarungen vor ihren Zuhörern empfängt und den Anwesenden das Gehörte unmittelbar mitteilt.

  • Joh. Lindblom Die Literarische Gattung d. prophetischen Literatur (Uppsala universitets arsskrift) 1923, 54 Anm., Aarin Vripio Folkspredikanter och falska profeter. Helsingfors 1928; Peuckert Deutsche Volkspropheten.

Christoph Kotter

Kotter, Christoph, 1585 zu Langenau bei Görlitz OL. geboren, erlernte in Görlitz das Weißgerberhandwerk und übte es zu Sprottau aus. Sein Handwerk führte ihn anscheinend oft aus der Stadt; auf einem Wege nach Görlitz wird er am 11. Juni 1616 von einem Engel in Gestalt eines Hammermannes berufen. K. geht vollends nach Görlitz und hört dort anderntags die Predigt; im Nachsinnen über diese begegnet ihm der Engel wieder und in der Folgezeit noch öfters. Er heißt ihn, Buße zu predigen. K. folgt nicht; auf einer Fußreise 1616 nach Görlitz erscheint der Engel noch einmal und bedroht ihn zuletzt, daß sein Name aus dem Buch des Lebens gelöscht werde, wenn er nicht folge. Da nimmt K. das Joch auf sich. Seine Gesichte und Entzückungen nehmen zu. Bald wenden sie auch ins Politische. Er wird 1620 zum Winterkönig gesandt, ist (vor 1624) in Böhmen[1]; 1625 wird er zum brandenburgischen Kurfürsten berufen. Nach seiner Rückkehr nimmt der kaiserliche Prinzipal den Mann, der den Untergang Habsburgs weissagte, gefangen, wirft ihn drei Monate in den Kerker und stellt ihn an den Pranger. K. wird des Landes verwiesen, entweicht nach der Oberlausitz, wo er, von seiner Gabe befreit, in Nahrungssorgen 1647 stirbt[2].
Daß eine Einwirkung J. Böhmes, die zeitlich und örtlich nahe liegt, erfolgte, dafür finden sich keine Anzeichen; in Böhmes Schriften begegnet sein Name ebenfalls nicht. Es scheint vielmehr, daß neben dem Zustand der psychopathischen „Reise im Dämmerzustand“, wie Ranke ihn fürs „wilde-Jagd-Erlebnis“ nachwies und der für K.s „Entzückungen“ charakteristisch ist (er erwacht stets fern von dem Ort, an dem sie ihn überfallen[3]), die Landschaft stark einwirkt. Fast stets überfallen ihn Gesichte und Entzückungen auf seinen langen einsamen Wegen durch die Wälder der Heide, – und wieder wird er, einmal in ihrem Bann, ruhelos hin- und hergejagt[4].
Die meisten seiner Prophezeiungen gehen, – abgesehen vom politischen – auf die Zerstörung Babels und die Herstellung der wahren Kirche Christi[5]. Nie begegnet ihm, wie andern Propheten, Gott oder Christus, nur Gottes Engel, welche ihm seine Gesichte auslegen. Eine Fülle apokalyptischer Bilder überstürzt ihn; daß hinter ihnen die Apokalypse Johannis steht, ist unverkennbar[6]; dazu kommen zahlenmystische Versuche[7] und astronomische Legenden[8]. Seine ganze ursprüngliche Naivität, die später – durch den Aufschreiber der Offenbarungen, den Pastor Menzel? – verloren geht, wird in dem Bericht seiner Sendung an Friedrich V. sichtbar[9].
Seine Offenbarungen liegen in einer „philologisch kritischen Ausgabe“ derselben, redigiert aus 3 Handschriften und der Rückübersetzung aus dem latein. Text[10] durch Benedictus Bahnsen vor: „Göttliche Offenbahrungen / So einem Einfältigen frommen Mann/ Christoph Kottern Auß Schlesien … wiederfahren“. Amsterdam 1664. Ihr vor geht des Joh. Amos Comenius lateinische Übersetzung im „Lux e tenebris“ P.I. Amsterdam 1657[11]. Vor beiden erschien ein gekürzter Text: „Zwey wunder Tractätlein /Deren das Erste begreiffet Englische Erscheinungen vnd Reden Christoph Köttern … 1632[12]“.

  • Ich gewinne die biograph. Angaben aus seinen Offenbarungen in Bahnsens Ausgabe. Vgl. oben 8, 355 f.; weiter Gottfr. Arnolds Unpartheyische Kirchen- u. Ketzerhistorie 3/4 (1700), 215 f.; Kühnau Sagen 3, 533 f.; dazu M.G. Liefmann De fanaticis Siles. 1713 Nr. 13; Aug. Kahlert Angelus Silesius 3; NLausMag. 45, 203 ff.; Peuckert Leben J. Böhmes 1924, 184; Ders. Die Rosenkreutzer 1928, 447; Roland Haase Das Problem des Chiliasmus u. d. 30jährige Krieg. Phil. Diss. Leipzig 1933, 63 ff.; Johan Nordström Lejonet fran Norden (SA. aus Samlaren 1934), 22; (J. Chr. Adelung) Gesch. d. menschlichen Narrheit 6 (1788), 231 ff.; Corrodi Krit. Gesch. d. Chiliasmus III 2 (1783), 79 ff.
  1. Das ergibt sich aus MnböhmExc. 9, 111 f.
  2. Kühnau 3, 534 und in der oben sonst angegebenen Literatur.
  3. Bahnsens Druck der Offenbarungen 9. 38 f. usw.
  4. Vgl. die Skizze oben 8, 355 f.; dazu Peuckert Deutsche Volkspropheten: ZfalttestamentlWiiss. N.F. 12 (1935), 39 ff. 43. 45 ff.
  5. Arnold 3/4, 216.
  6. Bahnsens Druck d. Offenbahrungen c. 23.
  7. Ebd. 26. 18 f. 30. 32 ff. usw.
  8. Ebd. c. 20.
  9. Ebd. 23.
  10. Ebd. Vorwort (33 f.).
  11. 1657; wieder aufgelegt 1659. 1665.
  12. Vorhanden Breslauer Staats- u. Univ. Bibl. (Signatur: Theol. rec. X Qu. 146); Univ. Bibl. Göttingen.

Johannis Kregl

Kregel, Johannis.

  • Peuckert Deutsche Volkspropheten: Ztschr. f. alttestamentl. Wissensch. N.F. 12 (1935), 45 ff.

Margret Künin

Künin, Margret, aus Langnau bei Bern, geboren in den letzten Jahren des 17. Jh.s, von Jugend auf seltsam, liest und betet viel, hält sich die meiste Zeit im Walde auf, verwirft linnene und wollene gute Kleidung, erscheint ernst, einfältig, ißt kein Fleisch oder an Feuer bereitete Speise, nimmt kein Geld, nachts betet und seufzt sie; sie ist von mittelmäßiger Statur, blaß. Sie hat von Jugend auf fromme Träume, straft die Menschen, wird entzückt, wobei ihr Leib wie tot liegt. 1716 wird sie berufen; 1719 zieht sie weissagend den Rhein hinab bis in die Niederlande und wieder zurück bis Essen usw. Sie predigt auf den Straßen Buße und Gottes Zorn und wendet sich besonders an die Prädikanten. Zulauf wie Spott und üble Nachrede sind gleicherweise groß.

  • Wahrhaffter Historischer Bericht von dem Schweitzer- Mägdlein Margret Künin / welches In dem Anno 1719ten Jahr auß seinem Vatterland hinab in die Niederlanden und weiter herum zu propheceyhen gereiset. Gedruckt im Jahr 1721. (Univ.-Bibl. Breslau; Signatur: Theol. rec. X oct. 247.)

Linden, Elsa: s. 9, 376 f. Lindner, Michael: s. 9, 368.

Sophia Lotter

Lotter, Sophia, Tochter eines wegen seines Glaubens aus Kärnten exulierten ev. Malers, die mit ihren Eltern in Greßlas (Graslitz) im nordböhm. Erzgebirge lebt. Ihr erscheint in derselben Gestalt und zur selben Zeit wie dem Pfarrer Brigel im nahen Ansbachischen ein weißer Engel, der sie um ihrer Sünden willen[1] straft, zur Beständigkeit im Glauben (s. zum selben Jahr und Anlaß: Heidewetter) ermahnt, und Kriegselend über Böhmen[2], die Höllenstrafe den vom Glauben Abtrünnigen[3] verheißt. Er kennt ihre Kindheit[4] und nennt sich ihren Schutzengel. Die volkskundlich interessanten Reden und Gesichte haben einen deutlich erotischen Untergrund (der Engel nimmt sie auf seinen Schoß, geht mit ihr nachts in den Wald, wo er ihr den Zufluchtsort für den Krieg zeigt und neun Stunden mit ihr sitzt usw.).

  • Pfarrer Johann Kretschmar aus Graslitz in: Vberwunderliche Gesichte / vnd Englische Erscheinungen s. l. 1632 EijR–FA; darnach Gottfr. Arnolds Unpartheyische Kirchen- u. Ketzerhistorie 3/4 (1700), 225 f.; vorher: Engelische Erscheinungen (siehe bei Brigel) 1630; Peuckert Deutsche Volkspropheten: ZfalttestamentlWiss. N.F. 12, 36 ff.
  1. „Du hast dir ein Planeten lesen lassn / als soltu 70. Jahr alt werden …“
  2. „Greßlas hat sich sehr versündiget, darumb wird es gestrafft werden mit den Papisten: Wenig seynd die wegziehen / wenns darzu kömpt: Nicht mehr als drey werden beständig bleiben / ohne die Gott zuvor zu sich nimpt. Viel werden Kräuter essen im Walde / vnd wunderbarlich erhalten werden“. Das graue Kriegsheer von Mittag verderbt Böhmen.
  3. „Der Häuptmann zu Schlackenwalde … brennet liechter lohe / das Fewer schlägt jhm zur Nasen vnd Ohren / Mund vnd Augen herauß: Also brennen alle / die das Evangelium verleugnen …“.
  4. „Da du 12 Jahr alt warst, wurdestu kranck … Du hast ein schwartzen Hund gesehen / das war nichts guts / Ich vnd noch ein Engel stunden bey dir in Gestalt zweyer bräunlicher Tauben“.

Martin Luther

Luther, Martin, der wie alle Menschen seine Meinung über dies oder jenes, was die Zukunft bringen könne, geäußert hat, ist durch Verehrer, die seine Schriften auf mögliche Voraussagen durchgesehen haben, zum Propheten gemacht worden. Man schrieb einem Mann, den man als göttlichen Beauftragten verehrte, auch diese Gabe zu. Die Weissagungen mußten es sich natürlich gefallen lassen, mehr oder weniger gut zurechtgebogen zu werden.

  • Philipp Schmidt Geistreiche Weissagungen … Wittenberg 1621; Andreas Schoppe Christliche vnnd Nötige Warnung für dem erdichten Lügen-Geist der falschen Propheten … Wittenberg 1596, BA; Jac. Fabricius Probatio Visionum 1643, 103 f.; Joh. Wolff Lectiones memorabiles 2 (1600), 78 f. = 2 (1671), 77 ff.

Anna Man

Man, Anna, in Braunschweig.

  • S. Peuckert Deutsche Volkspropheten: Zfalttestamentl.Wiss. N.F. 12 (1935), 50.

Stephan Melisch

Melisch, Stephan, ein Bürger zu Lissa in Polen, hatte 1655–65 apokalyptische Traumgesichte, ähnlich denen Kotters (s.d.), nur daß sie ihm nicht wie diesem ausgelegt werden. Jakob Redinger aus Neftenbach (Zürich) hat sie ausgebreitet und die Welt von Amsterdam (Comenius), Frankreich bis ins türkische Lager mit ihnen erfüllt.

  • Corrodi Kritische Gesch. d. Chiliasmus III 2 (1783), 119 ff.

Johann Adam Müller

Müller, Johann Adam, 1770 zu Meckesheim geboren, Landwirt auf dem Maisbacher Hof bei Heidelberg, reform. Konfession, verheiratet und Vater von fünf Kindern, hat in der Neujahrsnacht 1804/5 sein erstes Gesicht, – wie überhaupt seine Gesichte in besonderen Nächten vor sich zu gehen scheinen. Es folgen später weitere, die möglicherweise durch asketische Übungen (Enthaltsamkeit von Fleisch, Alkohol, Kaffee; eheliche Enthaltsamkeit) gefördert werden. Sie entsprechen den aus dem 17. Jh. bekannten: symbolische Wesen agieren; der Prophet wird beauftragt, Gottes Willen zu verkünden, Umkehr zu fordern und Strafen anzudrohen. Friedrich Wilhelm III. von Preußen, an den sich M. immer wieder wendet und zu dem er 1808 nach Königsberg gesendet wird, schätzt in einem Schreiben „den religiösen Sinn, welcher den Johann Adam Müller seine Erbauung in der heiligen Schriften finden läßt“, und Kemmerich spricht vom biblischen Bombast seiner Prophetien. Dem König zeigt er Jes. 58–64; Gott wolle, daß er sein Reich diesem Text entsprechend einrichte. Neben diese stark christlichen Worte und Forderungen treten andere, die anscheinend altes Volksgut überliefern; so begegnet – vereint mit dem Entwurf einer Stadt Neu-Jerusalem – die Forderung, Frankreich in drei Teile aufzuteilen, die bereits im 15. Jh. umgeht. Die Gabe des Vorgesichtes scheint ihm geeignet zu haben; Kemmerich ist der Überzeugung, daß eine Reihe seiner Weissagungen in Erfüllung gegangen seien.

  • Umständliche Geschichte des neuen Propheten Johann Adam Müller. Nach seiner eigenen Erzählung (1816). Flugblatt a S. in 4°; vorhanden Univ.-Bibl. Breslau (Hist. rec. III oct. in 696); (Wilhelm Ehrlich) Geschichte, Erscheinungen und Prophezeiungen des Joh. Adam Müller eines Landmanns auf dem Maisbacher Hofe … Frankfurt M. 1816, nebst einem Plan von Neu- Jerusalem. Ehrlich folgt: M. Kemmerich Prophezeiungen (1911) 241 ff. Vgl. ferner Reinh. Gerling Der Weltkrieg 1914/15 im Lichte d. Prophezeiung (1914), 18; Peuckert Deutsche Volkspropheten: ZfalttestamentlWiss. N.F. 12 (1935). 45 ff.

Michael Niedermayer

Niedermayer, Michael, ein bayrischer Bauernknecht aus Wettersdorf bei Dingelfing, der Schlesien durchzieht, wurde den Tag nach Corporis Christi 1575 im brausenden Wind und Wetter während der Mahlzeit berufen und zum Predigen ausgesandt.

  • Oben 9, 379; Peuckert Leben J. Böhmes 1924, 3. 153 f.; Vierteljschr. f. Gesch. u. Heimatkd. d. Grafsch. Glatz 7, 274; Cureus Newe Chronica 1601, 484; Jacob Schickfus New vermehrte schlesische Chronica 1625, 229; Scriptores rer. Siles. 11, 66; Lucan Schlesiens curieuse Denkwürdigkeiten 1 (1689), 348; 2, 2213.

David von Oppen

Oppen, David von, auf Cossenblatt in der Oberlausitz; geboren 1602. Er studierte in Frankfurt a. O.; hatte 1625 ein Gesicht „in unterschiedlicher Gestalt“, wird von da an durch schwere Anfälle fünf Jahre lang geplagt, bis ihm ein zweites, in welchem ihm ein weißes Knäblein erscheint, ihr Ende verkündet, wenn er an den Ort gehen werde, der ihm gezeigt würde und dort des Herrn Werk verrichte. Er geht nach Peitz, hört unaufhörlich in seinem Herzen eine Stimme: „Rede, rede und verkündige des Herrn Werk“. Noch schweigt er, da wird er die Karwoche schwer vom Teufel geängstet; seine Freunde raten ihm, am Ostersonnabend Gott zu folgen; er will sich Ostern losbitten; wird am Ostermontag entzückt, und hält von diesem bis zum Montag nach Quasimodogeniti zehn Bußreden, die der Pfarrer Joh. Lucas aufschreibt und den 21. April 1630 unter dem Titel „Adelicher Bußspiegel“ in Frankfurt in Druck gibt. Ein letzter Sermon folgt am 14. Mai. Die Sermones enthalten fast nur Gebetreden und Aufforderung zum Sinneswandel, wenig präzisierte Drohreden[1].
O.s Prophetentum rief eine Reihe von Erörterungen unter den Peitzer Pfarrern[2] und an der Frankfurter Universität[3] hervor. Fabricius hält von seinen „Prophezeiungen“, daß sie eingetroffen seien[4]. Zu ihrer Zeit eifrig diskutiert[5], sind die Schriften gegen Ende des Jahrhunderts vergessen worden[6].

  1. Ein Druck ist in der Breslauer Staats- u. Universitätsbibliothek (Signatur: Theol. rec. X Qu. 143) vorhanden.
  2. Vgl. Vorwort des „Adelichen Busspiegels“.
  3. Zwo vnvorgreiffliche Bedencken / Was Von der Entzückung Herrn David von Oppen … zu halten sey“. Franckfurt a. O. MDCXXX (dem „Busspiegel“ im Exemplar der Breslauer U.B. angebunden).
  4. Jacobus Fabricius Probatio Visionum 1643, 105.
  5. Michael Nathanael Martinus New Prophetische Hohnsprecherey / von mancherley Vrtheil vnd vnzeitigen Judiciren … s. l. MDCXLIII CijA.; Göttliche Offenbahrungen / So einem Einfältigen frommen Mann / Christoph Kottern … wiederfahren … ans liecht gegeben durch Benedictum Bahnsen. Amsterdam 1664 (10).
  6. Arnold kann den Druck schon nicht mehr erlangen: Gottfried Arnolds Unpartheyische Kirchen- und Ketzerhistorie 3/4 (1700), 233. S. auch Grässe Preußen 1, 166 ff.

Paracelsus

Paracelsus (s. dort u. Weissager). Peltzer, Andreas, schles. Bauer, wird von Fabricius unter den Propheten des 17. Jh.s aufgezählt, deren Gesichte eingetroffen seien. Ich vermag ihn sonst z. Z. nicht nachzuweisen.

  • Jac. Fabricius Probatio Visionum 1643, 104 f.

Johannes Plaustrarius

Plaustrarius, Johannes, aus Kaiserslautern. Sieht und ergrübelt die Geschicke um den Winterkönig.

  • Roland Haase Das Problem d. Chiliasmus u. d. 30jähr. Krieg. Phil. Diss. Leipzig 1933, 54 ff. 62 f.; Corrodi III 2, 45 ff. 50 ff.

Christina Poniatovska oder Poniatovia

Poniatovska oder Poniatovia, Christina, geboren 4. 3. 1610 in Lescina in Preußen, gestorben am 6. 12. 1644 in Lissa in Polen. Ihr Vater Julian P. von Duchnik war 1615 als Geistlicher nach Böhmen gekommen, wurde 1627 dort vertrieben und ließ die Tochter bei einer Baronin von Engelsburg auf Brann bei Arnau an der oberen Elbe zurück, wo sie am 12. 11. 1627 ihre erste Vision hat. Sie sieht, als sie über den Hof geht, eine feurige Rute am Himmel, deren Äste gen Süden (Süden ist ihr der Ort des Satans) gekehrt. Das Gesicht schwindet, ehe sie es der Baronin anzeigen kann; sieben Tage später, am 19. 11. fällt sie in eine schwere Krankheit, und am 22. beginnen ihre Gesichte und Visionen, die bis 1629 währen. Am 27. 1. 1629 scheint sie zu sterben, wird schon für tot aufs Stroh gelegt, erwacht aber wieder und erzählt ihre Gesichte, die sie in diesen Stunden hatte. Damit hören diese auf. Sie heiratet 1632 einen Geistlichen Daniel Vetter und hat mit ihm zwei Kinder.
Ehe sie eine Enthüllung hat, stellen sich innere Schmerzen ein. Dann wird sie starr, ihre Hände erkalten, der Atem wird unhörbar. Einmal wird sie in einer Vision von einer (nicht-wirklichen) Schlange in den kleinen Finger gebissen; dieser schwillt an, und es wird notwendig, einen Arzt zuzuziehen. Zu Anfang blieb sie wochenlang stumm und taub. Häufig wird erwähnt, daß sie ekstatische Mittel (Gebet, Psalmensingen, Fasten) braucht. Wie weit ihr Sexualleben in diese Dinge hineinwirkt, ist schwer zu sagen, da über wichtige Punkte die Angaben differieren. Nach Comenius, der sich mit ihr und ihren Enthüllungen beschäftigt hat, widerfuhr ihr die erste Vision mit 19, nach einem vorhergehenden Bericht mit 16 Jahren. Doch spricht folgendes dafür: Christus erscheint ihr als Bräutigam; sie wird mit ihm zusammen gekrönt; die Anwesenden sehen sie aufstehen, ihm entgegengehen, ihn umarmen und küssen; sie sitzt mit ihm – wie ein Liebespaar – auf der Wiese; sie putzt sich für ihn und erwartet ihn.
Ihre ersten Gesichte bleiben in dieser „privaten“ Sphäre. Bald mischen sich biblische Reminiszenzen und Bilder ein; so widerfährt ihr etwa am 19. 1. 1628, was Johannes widerfuhr, sie soll ein Buch verschlingen, das ihr süß eingeht und dann im Leibe Grimmen verursacht. Ihre Gesichte werden den apokalyptischen ähnlich; dann mischt sich Politisches ein. Sie sieht in Bildern das nächste Weltgeschehen, schreibt in ein Buch nieder, was im kommenden Herbst werden will[1], muß einen Brief an Wallenstein schreiben und überbringen, – geht aber (vorsichtshalber?) nicht wieder nach Brann, sondern im Januar 1628 nach Lissa in Posen. Dieser Brief ist der Anlaß zu dem Wallenstein nachgesagten Scherzwort geworden, der Kaiser empfange Briefe aus Rom, Konstantinopel, Madrid, er aber aus dem Himmel.
Ihre Gesichte und Visionen wurden von ihr selbst aufgezeichnet, durch Joh. Amos Comenius „fideliter ex proprio virginis manuscripto bohemico in latinum translatae“. Dadurch, daß Comenius sich für sie einsetzte und zusammen mit denen Kotters und eines Drabic, im „Lux e tenebris“ 1657 veröffentlichte, wurden sie aus der Masse der in jenen Jahren umgehenden prophetischen Literatur herausgehoben, und wurde – im Zusammenhang mit Comenius – ihr Name bis in unsere Zeit herübergerettet.
Vor der Veröffentlichung durch Comenius liegt ein Druck der „revelationes“, welche die P. anscheinend im Manuskript bereits von den „visiones“ geschieden hat, im „Göttlichen Wunder-Buch“ von 1629 in deutscher Sprache vor[2]. Dann haben die „Monatlichen Unterredungen“ 1693 Stücke aus einem Manuskript ins Deutsche übertragen, und Arnolds „Kirchen- und Ketzerhistorie“ gibt weitere Übersetzungen (P. III. IV. Pag. 216 ff.)[3].
Die P. ist in älterer Zeit so häufig bejaht[4] wie verworfen[5] worden. Uns ist sie als Typus der weiblichen prophetischen Ekstatikerin aus den Kreisen der böhmischen Brüdergemeinde im 30jährigen Kriege, vor allem auch in Hinsicht auf ihre geistig-soziale Stellung wichtig. Es wäre gut, wenn sie einmal zum Gegenstande einer gelehrten Untersuchung gemacht und dabei auch auf den geistigen Einfluß des evangelischen Böhmens jener Zeit geachtet würde[6].

  • Eine Untersuchung über die P. wäre sehr notwendig und willkommen. Ich folge in den Angaben Johannes Amos Comenius Lux e tenebris 1665 P. II; über sein Verhältnis zum „Göttlichen

Das Stettiner Wunderbuch

Wunderbuch“ (Stettin) 1629 s.o. Vgl. weiter die Comenius-Literatur; Baur in ADB. 26, 408 ff.; Corrodi Krit. Gesch. d. Chiliasmus III 2 (1783), 90 ff.; Peuckert Rosenkreutzer 1628, 194. 412; Göttliche Offenbahrungen / So einem Einfältigen frommen Mann / Christoph Kottern … wiederfahren … ans liecht gegeben Durch Benedictum Bahnsen. Amsterdam 1664 (11); Roland Haase Das Problem des Chiliasmus u. d. 30jährige Krieg. Phil. Diss. Leipzig 1933, 66 ff. 110 ff.; Johan Nordström Lejonet fran Norden (SA. aus Samlaren 1934), 22 f.; Max Kemmerich Prophezeiungen 1911, 191 ff.

  1. Haase 67 N. 18 behauptet, daß ihr die chiliastische Literatur der Zeit (Alsted) bekannt war; nimmt ebenso an, daß sie Kotter kannte, und läßt die politischen Elemente ihrer Weissagungen von dort kommen.
  2. Abdruck des 1629er Druckes in: Zwey wunder Tractätlein / Deren das Erste begreiffet Englische Erscheinungen vnd Reden Christoph Köttern … 1632 s. l.; vorhanden Breslauer Staats- u. Universitäts-Bibliothek (Theol. rec. X Qu. 146); der 1629er Traktat: ebd. (Theol. rec. X Qu. 139); Teile aus dem 1629er Druck finden sich in Vnterschiedliche Paßporten / Deß auß Mitternacht Adelichen vnd vntadelicken … Post-Reuters 1632, 40 ff. 42 ff. 51. 51 f. 53. Ein weiteres Msc. ihrer Aufzeichnungen wird Monatl. Unterredungen 1693, 126 ff. beschrieben und zitiert.
  3. Eine jüngere Übersetzung aus Comenii Text: „Höchst verwundersame Offenbarungen, welche einer böhmischen Edeljungfrau namens Christina Ponatovia … geschehen …“ 1711; vgl. Haase 67 N. 17.
  4. Jacobus Fabricius Probatio Visionum. Nürnbergk 16432, 105; Missive von den heutigen Propheten (Amsterdam 1673) bei Arnold III/IV, 217, wo weitere Stimmen verzeichnet sind; endlich dieser selbst; J. Chr. Adelung Gesch. d. menschl. Narrheit 6 (1788), 267 ff.
  5. Matthäus Vechner in einer Breslauer (Stadtbibliothek) Hs.: Monatliche Unterredungen 1693, 130 ff.; diese selbst 1692, 149 (Witsius) und 1693, 129; ein polnischer Korrespondent schreibt ebd. 1693, 978 ff.; Becmanns De prodigiis sanguinis folgend, ihr Prophetentum der Hysterie zu.
  6. Vgl. auch Guisbert Voëtius Selectarum disputationum theologicarum P. 2 (1655), 1080.

Lorenz Pscherer oder Bscherer

Pscherer oder Bscherer, Lorenz, ein ev. Schulmeister zu Altstadt in der Oberpfalz; anfänglich von der einsetzenden Gegenreformation geduldet, aber – als er prophezeit, vertrieben; er wird 1630 in Werth bei Nürnberg wieder Lehrer. Seine Gesichte beginnen am 18. 12. 1628 wohl unter dem Eindruck der gegenreformierenden Aktionen und währen bis zum 29. 6. 1631, wo sie mit einer Ermahnung seines Engels abbrechen[1]. Er sieht anfangs immer beim Frühläuten ein oder zwei Engel, die der Pfarrer nicht erkennen kann, – das typische „Spukerlebnis“. In ihren Reden fordern sie von ihm, daß er die Menschen zur Buße rufe. Als die Feinde ihn fangen wollen, warnen und retten sie ihn[2]. In Werth setzen typisch apokalyptische Gesichte ein, und seine Prophetien steigern sich zur Verheißung des nahen Erretterfürsten, des Löwen aus Mitternacht, König von Schweden, der 1631 die Rettung bringen werde[3]. Seltsam ist die Parallelität seiner Erscheinungen und der Inhalt seiner Weissagungen zu denen des Schulmeisters Reichard (s.d.), die Übereinstimmung seiner Bußreden mit der Brigels (s.d.)[4]. Ich wies bereits darauf hin, daß in seinen Gesichten ein Zug aus dem Volksglauben deutlich wird (Pfarrer sieht die Gestalten nicht); dazu kommt weiter: die Gestalten werden täglich größer, so wie Spukerscheinungen wachsen[5]; es sind kleine Gestalten und doch mit Tracht, Gebahren, Haltung von Erwachsenen, und „gute Geister“[6]. Volksanschauungen, zeitgebundene Erwartungen und Lesefrüchte (?) formen hier also das Bild, das in der Seele des bedrückten Mannes aufsteigt.

  • Peuckert Deutsche Volkspropheten: ZfalttestamentlWiss. N.F. 12 (1935), 45 ff.
  1. Joh. Wallbrun Genus visionis Altenstadianae 1629; Vberwunderliche Gesichte / vnd Englische Erscheinungen s. l. 1632, A–DiijR; Engelische Erscheinungen (siehe bei Brigel) 1630; Vnterschiedliche Paßporten / Deß auß Mitternacht Adelichen vnd vntadelichen … Post-Reuters 1632, 53 f. 55 ff. 62 f.; Gottfr. Arnolds Unpartheyische Kirchen- u. Ketzerhistorie 3/4 (1700), 219 f.; Göttliche Offenbahrungen / So einem Einfältigen frommen Mann / Christoph Kottern … wiederfahren … ans liecht gegeben durch Benedictum Bahnsen. 1664 (10); Corrodi Krit. Gesch. d. Chiliasmus III 2 (1783), 28.
  2. Vis. XV.
  3. Vgl. auch Johan Nordström Lejonet fran Norden (SA. aus Samlaren 1934), 23.
  4. Vis. XXIV = Brigels 2. Gesicht.
  5. Vgl. etwa Peuckert Schles. Sagen 185; oben 3, 1174.
  6. Vis. X.

Reformationspropheten

Reformationspropheten. Das 16. u. 17. Jh. rechnete eine Anzahl Männer der Wende vom 15. zum 16. Jh. unter die Propheten, die die Zuversicht ausgesprochen hatten, daß die Kirche reformiert werden würde. Ein solcher war Hilten. Vgl. auch Hus 9, 370.

  • Jac. Fabricius Probatio Visionum 1643, 101 f., meist nach Flaccius Illyricus Catalogus testium veritatis; Gottfr. Arnold Unpartheyische Kirchen- und Ketzerhistorie 1700.

K. Rehme oder Rhem

Rehm, K., Rehme oder Rhem, eines Schneiders 10jähr. Sohn zu Schwerin, verfiel im Alter von zehn Jahren in Entzückungen, redete in Zungen, sang und prophezeite – unter einer herrlichen Harmonie – die Ankunft des Schwedenkönigs und andere politische Ereignisse des Jahres 1630.

  • Wunderbarliche Prophezeyung Vnd Weissagung eines Siebenbürgischen Propheten … Item Newe Zeitung von Schwerin / In welcher warhafftiger Bericht zu finden / von einem Zehn-Jährigen Knaben / K. Rhem genand … s. l. 1630. (Univ.-Bibl. Breslau Hist. rec. II. Qu. in 20).

Georg Reichard

Reichard, Georg, geboren in Altenberg zwischen Dresden und Pirna, muß 1631 exulieren und kommt 1636 nach Seehausen, beginnt 1637 zu prophezeien. Johann Warner sagt 1638 in seiner „selbst eigenen Beschreibung etzlicher Visionen“: „Da aber der Herr noch nicht wolte seinen Zorn gehen lassen: Sondern noch mehr zum Volck reden in Chur-Sachsen-Land / wie er zuvor biß ins 5. Jahr durch mich gethan hatte / so zeigte mir der Herr in einem Liechte einen Mann / mit Namen Georg Reichard / welcher zu der Zeit Schulmeister vnnd Kirchendiener war auff einem Dorffe mit Namen Seehausen / eine sehr starcke Meil Weges von Leipzig gelegen / demselben muste ich vmb Martini ohngefehr Anno Christi 35. von Gottes wegen aufferlegen vnd ansagen / daß er nunmehr an meine Statt treten … Er aber wolte nicht /vnd ward sehr zornig vber mich / vnd sagte / wollet jhr auch das gottlose / schwere sündige Volck mir zu widersprechen machen …“ R. wird mit Krankheit darauf so lange heimgesucht, bis er einwilligt[1]. Wir haben hier eine Berufung zum Prophetenamt wie nur in biblischer Zeit. R.s ferneres Leben wird durch die Unruhen des Krieges beeinflußt; er muß im Winter 36/37 nach Eilenburg flüchten, wird dann Schulmeister in Rösa bei Leipzig (38–43), hält sich 43–46 in Dessau, dann in Acken auf.
Von seiner Berufung durch Warner berichtet er nichts; dessen Name erscheint in seinen Schriften vielmehr als der eines Gleichgesinnten[2] und Vorläufers[3]. Doch schreibt er einmal auch von ihm: „Den 3. Februarij Ist mir Georg Reicharden der Bawer von Bockendorff / im Lande Meissen mit Nahmen Johan Warner / (welcher jetzo bey der Cron Schwedischen Armee sich befindet) im Geiste fürgestellet worden. Was ich nun jhme habe müssen (vff Befehl des Geistes Gottes) mündlich ankündigen / wird Er / vnd ich noch in frischen Gedächtniß haben“[4]. Da wird Warner also von ihm prophezeit. Er berichtet, daß er am 30. 9. 1635, als er zum Frühläuten ging, eine erste Vision hatte: zwei Priester reichen am Altar das Abendmahl, ein Mönch zeigt sich böse. Am 3. 10. erscheint ihm ein heller Stern oder Glanz, und er hört aus ihm eine Stimme, die ihm seine Vision recht schulmeisterlich deutet. Das ist Gottes Geist oder Engel, der ihm nun seine ganze Prophetenzeit durch beisteht. Häufig sind seine Visionen von einem schönen Geruch begleitet. Er selbst braucht unschuldige Stimulantien, bekommt Speiseverbote[5]; seine Gesichte hat er gewöhnlich am frühesten Morgen, ehe es noch tagt. Anscheinend befindet er sich dabei in einer ekstatischen Verzückung[6], und ein Wandertrieb läßt ihn häufig unterwegs sein (vgl. Kotter, oben 8, 355 f).
Zuweilen schlagen in seinen Prophetien menschlich begreifliche persönliche Wünsche durch; im allgemeinen aber fordern sie Buße, Umkehr, und bedrohen die Sünder mit Krieg, Not, Pest. Seine Visionen zeigen die üblichen apokalyptischen Bilder. Doch klingt zuweilen dem Volkskundler Bekanntes ein: Blutzeichen erscheinen am Brot[7]; ein Stein wird ihm zu Brot und läßt sich mit dem Messer schneiden[8]; er spricht vom Nobiskrug[9]; alle wichtigen Ereignisse werden auf den ihm wichtigen 25. März verlegt, von der Sintflut angefangen bis zum jüngsten Gericht[10]. Die volksmedizinische Bedeutung der Raute wird besprochen[11]. Eine seiner Visionen könnte an Hellsehen denken machen[12]. Wäre nicht die Geschichte seiner Berufung vorhanden, so ließe die Geschichte, wie er seinen Gehilfen und Schreiber Laurentius Matthaeus findet, an eine „Vorgeschichte“ glauben; er sieht ihn zwei Tage vorher in Gestalt, Kleidung usw. kommen[13]. Dieser Matthäus, aus Zörwig gebürtig, wird dann von ihm als Brief-Träger ausgesandt, muß Hamburg, die nordischen Höfe besuchen, will von ihm los und kann doch nicht. Einmal wird er von brandenburgischen Beamten aufgehoben, die seine Briefe nach Wien schicken, aber auch das tut nichts.
Eine seltsame Rolle in R.s Visionen spielt ein Paulus Mildenstein von einer Fabelinsel Euboea hinter Persien, der starke Reformierer aller streitigen Religionen[14]. Im 5. Theil ist oft von einem weißen Prinzen auf weißem Pferd die Rede, und dieser spielt bei der Zerstörung Kölns eine wichtige Rolle; vielleicht kommen, wie von Bilger, von hier Anregungen zur Prophetie von der Birkenbaumschlacht (siehe Schlachtenbaum[15]). Der weiße Reiter wird mit der zweiten, zukünftigen, den Evangelischen glücklichen Schlacht am Weißen Berge in eine Verbindung gebracht, und möglicherweise liegen auch hier Anfänge der Gestalt. Reichards Prophetien sind 1638 und in den folgenden Jahren im „Ersten (bis Sechsten) Theil Etzlicher sehr nachdencklicher Visionen Vnd Offenbahrungen“ zu Hall(e) und an fingierten Orten erschienen, zum Teil wohl von ihm selbst, zum Teil von L. Matthaeus in den Druck gegeben. Sie enthalten Visionen, Sendschreiben, seinen Briefwechsel usw. Auch er hat manchen Angriff erleiden müssen[16], während er anderseits von den Anhängern eines freieren Christentums in Schutz genommen wurde[17].

  • Vgl. Peuckert Deutsche Volkspropheten: Zfalttestamentl.Wiss. N.F. 12 (1935), 36–53; Roland Haase Das Problem d. Chiliasmus u. d. 30jähr. Krieg. Phil. Diss. Leipzig 1933, 76.
  1. Johan Warners Auß Bockendorff / im Lande Meissen bürtig / selbst eigene Beschreibung etzlicher Visionen. s. l. 1638, 45 f.
  2. Fünffter Theil / Etzlicher Wahrhafftiger / Wunderlicher vnd sehr hoher Nachdencklicher Visionen. Oder Engelischer Gesichter vnd Göttlicher Offenbarungen Georgii Reichardi. 1646, 118. Vgl. auch Nachw. 4.
  3. Ebd. 95.
  4. 83. Vision, im „Vierdten Theil …“
  5. 100. Vision, im 4. Teil.
  6. 96. Vision, im 4. Teil.
  7. 52. Vision, im 3. Teil.
  8. 50. Vis., im 3. Teil.
  9. 74. Vis., im 3. Teil.
  10. 100. Vis., im 4. Teil.
  11. Sechster Theil, S. 7.
  12. 53. Vis., im 3. Teil.
  13. 22. Vis., im 2. Teil.
  14. 5. Theil S. 130.
  15. 6. Theil, S. 169 ff.
  16. Vgl. seine häufigen Bemerkungen darüber in seinen Schriften, dann auch 6. Theil S. 88. 91. 89. 89 f.
  17. Gottfried Arnolds Unpartheyische Kirchen- u. Ketzerhistorie 3/4 (1700); Jac. Fabricius Probatio Visionum 1643, 105 f.; Göttliche Offenbahrungen / So einem Einfältigen frommen Mann / Christoph Kottern … wiederfahren … ans liecht gegeben Durch Benedictum Bahnsen. Amsterdam 1664 (10) f.; (J. Chr. Adelung) Gesch. d. menschl. Narrheit 5 (1788), 105 ff. – Vorhanden: Breslau Univ.-Bibl.; Paul Hohenemser Die Flugschriftensammlung Discursius politici 1930, 200. 204. 239.

Peter Rekin

Rekin, Peter, Hirt zu Nauen in der Mark Brandenburg, dem am 2. Juli 1684 und 7 Wochen später ein Engel mit Feder und roter Tinte erschien und den Analphabeten, dem er die Hand führte, das Gericht Gottes über die Christenheit aufschreiben ließ. Der Hirt soll auch „im Geiste Ananiae“ Buß- und Drohreden gehalten haben.

  • Gottfr. Arnold Unpartheyische Kirchen- und Ketzerhistorie 3/4 (1700), 242.

Hans Georg Rischmann, Rißmann oder Rischer(t)

Rischmann, Hans Georg, Rißmann oder Rischer(t), geboren etwa 1813 zu Lomnitz bei Hirschberg im Riesengebirge, wohnte als Häusler zu Glausnitz. Er soll 1617 das erstemal, seit 1630 mehreremal prophezeit haben[1]. Was von ihm berichtet wird, läßt in ihm einen psychisch belasteten Menschen erkennen, der lange stumm ist, dann aufheult, seltsame Töne ausstößt und endlich prophezeit. Zuweilen führt ihn der Geist da oder dorthin[2].
Ich zähle sieben Rischmannsche Prophetien[3], von denen ihm die erste[4] und wohl auch die zweite[5], deren Urzustand[6] wir leider nicht kennen, zugehören. Sie weissagen Unheil und göttliche Strafen über die Menschen und Veränderungen in Hirschberg wie dessen Umgebung. Ein Zukunftkrieg ist nahe; Polen bedrückt ihn besonders. Umwälzungen kirchlicher Art stehen ihm im Vordergrunde. – Die zweite Prophetie[7] soll übrigens in Reimen geschehen sein, von denen sich aus den uns vorliegenden Texten noch manches rekonstruieren läßt [7].
Die dritte R. zugeschriebene Prophetie läßt sich aus ihren politischen Voraussagen auf den Frühsommer 1805 datieren, in dem sich eben der Kampf mit Napoleon I. zusammenballt. Der Prophet, ein Mann aus dem Gebirge oder seinem Vorland, glaubt an den Sieg Napoleons; der preußische König wird aus der Liste der Herrscher gestrichen werden; furchtbare Kämpfe spielen sich ab; das Volk flieht ins Gebirge. Napoleon gründet für seinen Sohn ein nordisches Reich. Nach Napoleons Tode setzt der allgemeine Verfall ein[8].
Die vierte Prophetie entstand etwa 1835 auf Grund der üblichen Fundlegende (R.-Handschriften in seinem abgebrochenen Hause); sie wird gegen Geld abgegeben. Die Prophetie ist ein Konglomerat aus R., Stücken der johanneischen und Matthäus-Apokalypse und zeitgenössischen Weissagungen. Ein Satz über Polen erlaubt, sie auf etwa 1830 zu datieren[9].
Die fünfte, die ich bis jetzt allein aus einer oberlausitzer Hs. kenne, will D. Joh. Berion 1646 aus R.s Munde englisch geschrieben haben. Das röm. Kaiserreich wird wie ein vierzipfliges Tuch zerrissen werden, der Löwe aus Mitternacht kommen, apokalypt. Zeiten erstehen (Enoch, Elias, Noe kommen), das Volk flieht in die Klüfte usw. Sie scheint demnach vor 1806 entstanden zu sein, aber in ihren Einzelzügen nicht sehr viel weiter hinauf zu reichen[10].
Die sechste Prophetie nennt R. als den Verkünder des Kulturkampfes um 1870[11], die siebente als den, der die Fiensburg-Weissagung (siehe Weltkriegs-Weissagung) 1915 aussprach[12].
Das Ganze zeigt, daß R. bis in die letzten Jahre im schlesischen Gebirge und Vorgebirge als Prophet in hohem Ansehen stand[13].

  1. Eine neuere Biographie fehlt; alles, was wir haben, beruht auf Johann Daniel Hensel Historisch-topographische Beschreibung der Stadt Hirschberg in Schlesien 1797, 223 f.; so auch Kühnau Sagen 3, 524 ff.
  2. Kühnau Sagen 3, 524 ff.
  3. Peuckert in Wandrer a. d. Riesengebirge Nov. 1932.
  4. Der Originaldruck fehlt; ihm am nächsten: David Zeller Hirschbergische Merckwürdigkeiten 1 (1720), 181 ff.; der Hensels (dort 228 ff.), dem auch Kühnau 3, 525 ff. folgt, ist weiter umgestaltet. Doch gibt Kühnau noch alles Nötige.
  5. Hensel gibt sie 231 ff. wie Kühnau 3, 528 ff. und sein Nachdruck, die Wahrhaft richtige und gründliche Prophezeihung des Hans George Rischmanns 1808 (Breslau, Univ.-Bibl. Signatur Gen. et Bio. II oct. 1038 glo) nur im Auszug; der ausführliche Text Richtige und gründliche Prophezeyhung des Hanns Rischmanns s. a. (1741: Breslau Univ.-Bibl.: Hist. rec. III Qu. 492 Nr. 12; und 1773 ebd. Gen. et Bio. II oct. 1038 gbm) ist seit mindestens 1738 bekannt: Peuckert im Wandrer; vgl. ferner Paul Hohenemser Handschriftensammlung Gust. Freytag 1925, 2 Nr. 15.
  6. Anfänglich großenteils gereimt: Hensel 231.
  7. 7,0 7,1 Herstellung der noch vorhandenen Reime: Peuckert im Wandrer.
  8. Schreiberhauer R-Handschr.: Wandrer Nov. 1932; vgl. dort auch meine Nachweise.
  9. Ebd.
  10. Ich werde über diese Prophetie später Näheres ausführen.
  11. Kühnau Sagen 3, 532.
  12. Peuckert Schles. Sagen 72.
  13. Ebd. 72 f.

Susanna Rüger

Rüger, Susanna, eine „exulierende Dienstmagd von Steyer aus Österreich“ in Nürnberg. Ihr werden in dem Zeitraum zwischen dem 9. Nov. 1630 und 4. März 1631 durch einen weißen Engel in einer Reihe von Gesichten und Offenbarungen die politischen Ereignisse enthüllt. Sie erfährt, was auf dem Regensburger Reichstag beschlossen wurde, die Niederlage Tillys durch Gustav Adolf usw., sieht das Straßburger Münster und andere Orte und kann sie beschreiben, ohne daß sie je dort war. In dieser Hinsicht haben ihre Gesichte etwas Frappierendes. Die äußeren Begleiterscheinungen ihrer „Zustände“ entsprechen den auch sonst erwähnten. Sehr stark scheint ihr religiöses Lebensschicksal der erregende Motor gewesen zu sein.

  • Vberwunderliche Gesichte / vnd Englische Erscheinungen s. l. 1632 FA–Ende. Einzelne Stellen drucken die Vnterschiedlichen Paßporten / Deß auß Mitternacht Adelichen vnd vntadelichen … Post-Reuters 1632, 60 ff. 66 f. (nach Matth. Hammers colligierten Offenbarungen); Gottfr. Arnold Unpartheyische Kirchen- u. Ketzerhistorie 3/4 (1700), 226 f.; Jacob Fabricius Probatio Visionum 1643, 104 f.; Göttliche Offenbahrungen / So einem Einfältigen frommen Mann / Christoph Kottern … wiederfahren … ans liecht gegeben durch Benedictum Bahnsen. 1664 (11); Johan Nordström Lejonet fran Norden (SA. aus Samleren) 1934, 30; Peuckert Deutsche Volkspropheten: ZfalttestamentlWiss. N.F. 12 (1935), 50.

Carsten Schnöckell

Schnöckell, Carsten, zehnjähriger Knabe in Stettin, dessen Eltern in Kolberg wohnten, ward an einem Freitag im September 1576 entzückt, erfuhr Himmel und Hölle und die Zukunft. Er deutete einiges Zukünftige dunkel an und ging dann für immer verloren; er wurde wahrscheinlich, wie Berichterstatter Lucas Mützell annimmt, für immer in den Himmel entrückt.

  • Grässe Preußen 2, 428 Nr. 368; vgl. den ähnlichen Bericht: ebd. 2, 617 Nr. 664, wie die Magd von Lunden: ebd. 2, 1039 Nr. 1272. Es bildet sich auch hier ein prophetisches Schema aus: Peuckert Deutsche Volkspropheten: ZfalttestamentlWiss. N.F. 12 (1935), 49 ff.

Schwenckfeldische Bauernprediger

Schwenckfeldische Bauernprediger im Löwenbergischen (schles. Vorgebirge) um 1589, lehren die nahe Zukunft des Gerichts und mahnen zur Buße. Es hat sich hier in den verborgenen Schwenckfelder Gemeinden, die pansophisches Gut (Paracelsi theologisches Schrifttum) anscheinend speiste, ein „enthusiastischer“ Geist entwickelt, der zur Betätigung drängte. Ihr Anführer war ein Antonius Ölsner und ein John. Die Unruhen wurden bald vom Staat unterdrückt.

  • Peuckert Rosenkreutzer 1928, 246 ff.; gekürzt: Ders. Leben J. Böhmes 1924, 4 f.; Ders. Schles. Sagen 71. S. oben 9, 367.

Ein Priester namens Sigewall

Sigewall, ein weltlicher Priester, weissagte von drei Unterweisungen, die an ihn von Gott gekommen seien. Die erste berichtet von drei verborgenen Schlüsseln zu Schätzen; der kleinste liegt in der Kirche von Suntheim in Franken; die andern beiden werden geheimnisvoll umschrieben. Sie werden gefunden, wenn die Bosheit vorüber ist. Dann wird auch Nürnberg das andere Rom sein. Die zweite und dritte Unterweisung fehlt. Wir kennen die merkwürdige Weissagung nur als Bruchstück einer Sammlung von Vaticinien[1]. In einer zweiten Fassung begegnet die Schlüsselgeschichte in einem Brief, der in der Kapelle von Heidenheim bei Nürnberg 1388 gefunden worden war: unde was gelegen mit den drien slusseln 200 jar, als man sagt; da hat Sigwalt, der seine weltlichen Güter verließ, die Schätze selbst verborgen[2]; auch hier erscheint der Brief unter Vaticinien. Die Geschichte vom verborgenen Schatz erinnert auffällig an den des Paracelsus zu Weyden in Friaul; s.o. Brendel.

  1. Einschub eines prophet. Textes, bestehend aus Weissagungen der hl. Hildegard, drei Vaticinien des liber de summis pontificibus (siehe Weissagungen, joachitische) und dieser; Eberhart Windeckes Denkwurdigkeiten z. Gesch. d. Zeitalters Kaiser Sigmunds (ed. Wilh. Altmann) 1893, 361 f. Derselbe Text in fränk. Dialekt in gleicher Folge in d. Hs. Univ.-Bibl. München 684, fol. 88v–98v: L. Oliger in Festschrift f. J. Schlecht 1917, 264 f.; Grundmann im Archiv f. Kulturgesch. 19 (1929), 133.
  2. Alexander Reifferscheid Neun Texte der religiösen Aufklärung in Deutschland während des 14. u. 15. Jahrhunderts (Festschr. d. Universität Greifswald zum Rektoratswechsel) 1905, 41 f. 53 f.

Christian Gottlob Thube

Thube, Christian Gottlob, ev. Pastor in Baumgarten in Mecklenburg, letzte Hälfte des 18. Jh. Th. soll Exaudi 1775 über das Sonntagsevangelium Joh. 15, 26 bis 16, 5 zu Ludwigslust vor dem Herzog predigen, vergißt auf der Kanzel plötzlich alles, was er sagen wollte, und verkündet für die Zeit in 15 Jahren, also nach 1790, eine große Revolution im Geistlichen und Politischen, als „Stimme aus der unsichtbaren Welt, deren Organ er war“. 1796 veröffentlichte er ein Buch „Ueber die nächstkommenden vierzig Jahre“. Das Land aber verspottet ihn als den dreizehnten kleinen Propheten.

  • Blikke ins neunzehnte Jahrhundert. (Ein Auszug.) Auf Verlangen einiger Freunde. 1799 s. l. 23 S. in 8° (Univ.- Bibl. Breslau; Signatur Hist. rec. III. oct. in 696). Biester in seiner Berlinischen Monatsschrift 1796, 515 ff. und seiner „Neuen berlinischen Monatsschrift“ 5 (1801), 217 ff. Darauf: Th. Wohlverdiente Züchtigung des Herrn Dr. Biesters in Berlin, Schwerin u. Leipzig 1802.

Anna Vetter

Vetter, Anna, geboren 1632 zu Katzenhöchstädt (Franken) als Tochter eines Schmiedes. Ihre Jugend steht unter dem Eindruck der Greuel des 30jährigen Krieges. Sie wächst armselig, flüchtig, verwundet auf, lernt – da sie zu andern Arbeiten (wegen ihres zerstochenen Armes) untauglich ist, – nähen; ist ein heiteres Mädchen, das mit Zwanzig den Maurer und Schloßwächter zu Onolzbach (Ansbach) heiratet und ihm in zehn Jahren sieben Kinder gebiert. 1662 wird sie krank und „leiblich wiedergeboren“. In diesen Tagen von ihrem Mann zum Geschlechtsverkehr gezwungen, wird sie schwanger; aber das Kind aus seinem Samen ist verdammt (ein zweites aus einem zweiten Verkehr, zu dem er sie zwingt, entsteht aus ihrem Samen und ist heilig). Am 7. Tage ihrer ersten Schwangerschaft wird sie in den Himmel entzückt; der Hl. Geist kommt über sie und lehrt die Ungelehrte in einer Nacht schreiben. Gott zwingt sie, seinen Willen zu verkünden, zu predigen usw.; da wird sie als Irre angeschmiedet. Sie mischt sich in alle Dinge ein, belästigt Evangelische und Katholische, erntet Schläge, Hohn, redet gegen Hexen (und ihre Hauptfeindin, die schlimmste Hexe), kindermordende Hebammen, Juden, Amtleute und erregt sich, wie über vieles, über die Wildplage auf den Äckern. Dabei sind ihre Familienverhältnisse nicht eben besonders. Sie selbst hat ja eine unruhige, fast proletarische Jugend hinter sich; ihr Mann ist ein Ehebrecher, nachdem sie ihm für immer die Beiwohnung verweigert, und Trinker, der sie oft schlägt; ihr Sohn, ein Jäger, wird als Wilddieb ertappt und soll auf die Galeeren wandern. Sie aber nennt sich den 12. Apostel, sieht sich halbnackt an den Himmel als Braut Jesu erhöht, als das Weib mit dem Kinde der Apokalypse Johannis; sie trägt die Sünden der Stadt.
Ihre Bußpredigten und Gesichte, von denen sich nach ihren Erklärungen mehrere als wahr erwiesen haben, werden nirgends recht ernst genommen; der Eindruck, daß sie eine hysterische Irre sei, war offenbar recht deutlich. Auch im Schrifttum der Zeit hat sie keine Spuren hinterlassen; erst Arnold hat ihre Aufzeichnungen abgedruckt. Dabei sind diese für den Volkskundler und Aberglaubensforscher recht interessant.

  • Gottfr. Arnolds Unpartheyische Kirchen- u. Ketzerhistorie 3/4 (1700), 259–284, wo auch ihre Autobiographie zu finden ist; aus dieser: Martin Buber Ekstatische Visionen (1909), 186 ff. VI; Corrodi Krit. Gesch. d. Chiliasmus III 2 (1783), 37 ff.

Vinzenz von Nußdorf

Prophet Vinzenz von Nußdorf, im Iseltal, Bez. Lienz, weissagt über Kirchenbau in Nußdorf, Wallfahrt und Schicksale des Ortes.

  • Alpenburg Alpensagen 324 f.

Albrecht Wallis

Wallis, Albrecht, 1815–1899, ein Kaufmann in Stockholm, prophezeite etwa 1870 in einer Reihe sich wiederholender Flugblätter nach dem materialistisch-selbstsüchtigen verlogenen Wahnsinn Schwarz und Rot (Klerus und Internationale) die neue Weltzeit. Ihr Advent ist da; die Vorstufe ist einstweilen das „große Seherpaar des neuen Bundes“ Paulus und Johannes, die neue Zeit: das „Reich Gottes“, der im Allsinn erkannt werden soll. „Der wesentlichste Unterschied der Seher des alten Bundes und uns nebst Nachkommen, ist: Jene schauten in der Zukunft Ihn, wir hingegen blicken zurück auf Ihn, um die Zukunft schauen zu können; je klarer wir nun Ihn schauen, desto weiter blicken wir“, also eine Prophetie aus Schlüssen und Reflexionen. Die reine Mystik der späteren Zeit hat um 1870 einen Vorläufer in weltpolitischen und kirchenpolitischen pangermanischen Betrachtungen.

  • Ich kenne W. aus einer Reihe von Flugblättern, die er „den Herren Professoren (der Breslauer Universität) Im Advent auf den heiligen Christ Morgen Liebevoll“ übersandte, und die die Breslauer Univ.-Bibliothek unter der Signatur „Theol. prop. oct. in 1040“ aufbewahrt. Ich nenne die Titel und gebe in Klammern die Zeit der Übersendung: Apokalypse zwanzigstem Jahrhundert aus Zeit der tiefsten, allseits wahnsinnigen Verlogenheit bei allseitiger Verwüstung vor „Wiedergeburt in Christo“ Upsala. Impressum: Upsala 1878. (1881/82). Prophetie zwanzigstem Jahrhundert als Zeit des materialistisch- selbstsüchtigen verlogenen Wahnsinns (schwarz wie roth) in allseitiger Verwüstung vor Wiedergeburt in Christo. Stockholm s. a. – Kein Impressum. (1885/86). Ein späterer, erweiterter Abdruck des vorigen. Zwei Flugblätter mit gleichen Texten, das erste beginnt: Evangelium aeternum …, das andere: Zu mir! Alle, die ihr müde und beklommen seid … Impressum: Upsala 1877. (1886/87.) Die Texte meist schon in den vorigen Schriften. Nach freundlicher Auskunft von Herrn Oberbibliothekar Dr. Walde an der Univ.-Bibl. Uppsala hat W. noch mehrere Schriften mystisch-apokalyptischen Inhaltes verfaßt.

Johann Warner

Warner, Johann oder Joh. Werner, 1596 oder 1597 geboren, ein Bauer aus Bockendorf im Meißnischen, wird Michaelis 1629 nach kurzer Krankheit auf dem Felde durch Gott im Wetter berufen; Zeichen (Stummheit) und Wunder (Wasser wird zu Wein, Brot wird süß) bestätigen ihn. 1635 wird ihm, dem Grampropheten über Kursachsen, eine härtere Last auferlegt und befohlen, als neuen Propheten über Sachsen Georg Reichard (s.d.) zu berufen, den der Herr ihm im Licht zeigt. Er beklagt die Gott mißfällige Haltung des Volkes, straft die Geistlichen, weissagt den Einfall der Kaiserlichen und warnt vor dem Prager Frieden. Zuletzt finden wir ihn bei der schwedischen Armee, an deren Zügen er teilnimmt.
W.s Schriften erschienen 1638–1642[1]. Sein Auftreten erregte Aufsehen; Piccolomini soll ihn gehört und beschenkt[2], die Schweden ihn hoch geachtet haben [2]. Er wurde oft zitiert und angezogen[3]. Reichard scheint mit ihm in loser Verbindung gestanden zu haben, wie manche Bemerkung seiner Schriften erweist. W. gehörte seinerzeit zu den am meisten bekannten und umkämpften Propheten[4]; sogar eine Schrift wurde auf seinen Namen gefälscht und 1640 zu Halle gedruckt[5]. Im 18. Jh. scheint aber der Name rasch verklungen zu sein.

  • Vgl. Peuckert Deutsche Volkspropheten: ZfalttestamentlWiss. N.F. 12 (1935), 36 ff., über W. wird Johan Nordström ausführlich handeln; Roland Haase Das Problem d. Chiliasmus u. d. 30jähr. Krieg. Phil. Diss. Leipzig 1933, 70 ff.
  1. Zusammengestellt in Gottfr. Arnolds Unpartheyischer Kirchen- u. Ketzerhistorie 3/4 (1700), 228; zwei Sammelbände aus seinen Schriften in der Breslauer Staats- u. Univers.-Bibl. (Signatur: Theol. rec. X.Q. 151; Theol. rec. X. Qu. 152). Vgl. auch den Abdruck seiner Briefe im Theatrum Europaeum 4 (1643), 659 ff. (977).
  2. 2,0 2,1 Arnold 227.
  3. Im oben erwähnten Sammelband vorhand. Abschriften damaliger Drucke.
  4. Vgl. die zusammengetragenen Stimmen bei Arnold 227 ff.; Göttliche Offenbahrungen / So einem Einfältigen frommen Mann / Christoph Kottern … wiederfahren … ans liecht gegeben durch Benedictum Bahnsen. Amsterdam 1664 (10); Corrodi Krit. Gesch. d. Chiliasmus III 2 (1783), 66 ff. Haase 73 N. 28;
  5. Der Schwanen Gesang (Johannes Werner aus Meißen unterschrieben) Saltzwedel 1642, letzte Seite, letzter Abs.

Ziegler, Philipp, aus Würzburg, phantastischer Schwärmer und wohl auch betrügerischer Prophet um 1619.

  • Peuckert Rosenkreutzer 1928, 147 f.; Roland Haase Das Problem d. Chiliasmus u. d. 30jähr. Krieg. Phil. Diss. Leipzig 1933, 102 f.