es geht ein magnetischer Pol auf Reisen (Freie Themen)

Wodans Sohn, Mittwoch, 16. Januar 2019, 14:04 vor 274 Tagen 1815 mal gelesen

Guten Tag und ein freundliches 'Hallo'

Hier ist ein Artikel zum Stand der Wanderung des Magnetischen Nordpols.

Erdmagnetfeld

Fazit: Es ist mit bekannten Theorien nicht zu beschreiben, warum der magnetische Pol sich so bewegt, wie er es tut. Da muss noch etwas mehr Gehirnschmalz hinein gesteckt werden.

Anmerkung: Die Bewegung des magnetischen Pols hat nichts mit einer Verlagerung der Erdrotationsachse zu tun. Die Erde dreht sich wie bisher, aber die Nadel eines Kompasses zeigt nicht mehr zu der alten bekannten Stelle.

Viele Grüße

Wodans Sohn


Ja, eines Tages sterben wir.
Aber an allen anderen Tagen nicht!

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Nicht verwechseln

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 17. Januar 2019, 14:30 vor 273 Tagen @ Micha1976 1125 mal gelesen

bearbeitet von Taurec, Samstag, 02. Februar 2019, 17:37

Hallo!

es gibt eine 3sat-Doku wo gezeigt wird, dass das auch in der Vergangenheit schon vorgekommen ist.

hier die Stelle in der Doku:

https://youtu.be/F1K0xnJQqeg?t=1892

In der Dokumentation wird allerdings etwas anderes beschrieben.

Wodans Sohn bezog sich auf die natürliche Veränderung des Erdmagnetfeldes, die offenbar innerhalb des Zeithorizonts einiger Jahre nur ähnlich ungenau vorhersagbar ist wie der Wetterbericht der nächsten zwei Wochen.
Die Prozesse im Erdinneren sind weitgehend unbekannt. Mit welchen Mitteln sollten auch die Ströme flüssigen Metalls in Kern und Mantel als Grundlage einer Prognose des Erdmagnetfeldes bestimmt werden, wenn das Erdmagnetfeld allein der Indikator für die es generierenden innererdlichen Strömungen ist? Mit anderen Worten: Die Katze beißt sich hier in den Schwanz. Ganz gewöhnliche Veränderungen werden erst sichtbar, wenn sie für die Wissenschaft überraschend in Gestalt des sich regional verändernden Erdmagnetfeldes eintreten.

Die Dokumentation bezieht sich hingegen auf eine in größeren zeitlichen Abständen vollziehened Umpolung des Erdmagnetfeldes. Dies ist etwas anderes als die zwischen diesen Umpolungen stattfindende natürliche Wanderung des magnetischen Nordpols bzw. die Veränderungen des Erdmagnetfeldes, auf die sich Wodans Sohn bzw. der von ihm verlinkte Artikel beziehen! Die natürliche Polwanderung fand nicht in der Vergangenheit bereits punktuell einmal oder mehrmals statt, sondern ereignet sich ununterbrochen seit Entstehung der Erde laufend.
Der Mechanismus der Magnetfeldumpolung ist meines Erachtens ebenfalls ungeklärt. Ein Zusammenhang mit dem Ausmaß der natürlichen Magnetfeldveränderung ist rein spekulativ, wenngleich die Journalisten, welche die Dokumentation erstellten, desgleichen andeuten. Die befragte Wissenschaftlerin weist aber zurecht darauf hin, daß ein Zusammenhang mit einer Feldumkehr unklar ist ("Wenn es der Anfang einer Feldumkehr ist..." Tatsächlich meint sie aber das konditionale "falls"!!!) und diese nach einer Phase der Abschwächung in Jahrhunderten eintreten würde.

Widersprüchlicherweise wird in der Dokumentation behauptet, die Daten des zunächst gezeigten Paläomagnetikers würden eine vor 40.000 Jahren stattgefundene Umpolung anzeigen. Später wird mit Hinweis auf die Ablagerungen in den Abruzzen die "letzte geomagnetische Feldumkehr" bzw. "letzte echte Polumkehr" vor 780.000 Jahren angesprochen. Waren die Aussagen des ersten Paläomagnetikers (Norbert irgendwas...) also falsch? Die Qualitätsjournalisten hauen einem da zusammengeschnittene Behauptungen um die Ohren und hoffen, der Zuschauer bemerkt durch die Bilder hypnotisiert die Widersprüche nicht...
Die Aussagen der Italiener am Ende besagen, daß die Umpolung selbst binnen weniger Jahre stattfinde. Das bezieht sich aber nicht auf die der Polumkehr vorausgehende Zeit der natürlichen Polwanderung und Abschwächung des Magnetfeldes, in der wir derzeit leben. Die Umpolung ereignet sich also mutmaßlich in einigen Jahrhunderten plötzlich und schnell, während der Pol bis dahin noch ziellos umherwandert und regional Magnetfeldanomalien bei insgesamt sich abschwächendem Magnetfelde entstehen. In unserer Epoche ist das Magnetfeld wohl immer noch zu stark, um eine baldige Umpolung zu ermöglichen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

Meinte nur den Teil mit dem Paläomagnetiker

Micha1976 @, Freitag, 18. Januar 2019, 22:07 vor 272 Tagen @ Taurec 722 mal gelesen

bearbeitet von Taurec, Dienstag, 22. Januar 2019, 21:52

Hallo Taurec,

so wie ich es verstanden habe hat der Paläomagnetiker keine Umpolung gefunden, sondern eine Wanderung des Pols von Nord nach Süd und wieder zurück über einen Zeitraum von insgesamt 1500 Jahren, also keine vollständige Feldumkehr. Darauf bezog sich mein Beitrag wegen der aktuellen Wanderung des Pols. Ob es diesmal wieder eine Pendelbewegung ist wie BB schrieb, oder ob es eine Wanderung wird, wird sowieso erst die Zeit zeigen.

Gruß

Micha

Diesmal?

offtopic, Samstag, 19. Januar 2019, 00:47 vor 272 Tagen @ Micha1976 861 mal gelesen

Hallo,

der Pol wandert stetig, er ist nie stationär! Ein Polsprung wiederum ist eine Umpolung von positivem und negativem Magnetfeld auf die jeweils andere Erdhalbkugel. Schnell in diesem Zusammenhang ist so verstehbar, als dass es in wenigen Jahrhunderten passiert. Es passiert also garantiert nicht so, dass das, was heute Südpol ist, morgen Nordpol wäre.

Das ist sogar für uns heute schon nachgewiesenermaßen schlüssig. Dieses Wissen kommt meist bei den Meisten, wie so vieles andere auch, leider nicht an.

Gruß

OT

Ergänzung

Walle, Montag, 21. Januar 2019, 07:29 vor 269 Tagen @ Micha1976 750 mal gelesen

Hallo Micha,
in den 90ern, gab es einen Bericht über das Magnetfeld im TV.
Dort wurde ua. gezeigt, das es im Gestein sehr wohl Indizien für einen Polsprung gab. Anders konnten sich die Forscher nicht die verschiedenen Ausrichtungen erklären.
Auch die Computersimulationen kamen damals zum Ergebnis, das die Änderung alle 50.- 60.000 Jahre Auftritt und wir (nach dem Model) überfällig wären.

Gruß
Walle


Hexenverbrennung, Inquisition, Kreuzzüge

Wir wissen wie man feiert
Ihre Kath.-Kirche

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Medienwirksame Aufregung - um Fördergelder abzugreifen ?

BBouvier, Donnerstag, 17. Januar 2019, 14:30 vor 273 Tagen @ Wodans Sohn 1079 mal gelesen

Hallo!

Aus dem Scharnier:
"Etwas Merkwürdiges geht am Ende der Welt vor sich.
Der magnetische Nordpol der Erde bewegt sich springend und schnell
von Kanada weg in Richtung Sibirien,
was die Geophysiker der Welt in seltene Aufregung versetzt hat.
"

Weiter unten allerdings wird diese dümmlich-reißerische Formulierung
völlig relativiert:
"Der Pol wandert (BB: nun mal) auf unvorhersehbare Weise,
was Entdecker und Wissenschaftler fasziniert hat,
seit James Clark Ross ihn 1831 in der kanadischen Arktis
zum ersten Mal vermaß.
"

Und der SPIEGEL schreibt vor 14 Jahren (!):
"Der magnetische Nordpol (ist) allein im vergangenen Jahrhundert
rund 1100 Kilometer von der kanadischen Halbinsel Boothia
in Richtung Sibirien gerutscht...
Die Wissenschaftler fanden so heraus, dass der Nordpol
in den vergangenen Jahrtausenden recht ziellos umhergewandert ist.
Im Allgemeinen sei er zwischen Kanada und Sibirien hin- und hergehüpft."

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/schnelle-wanderung-magnetischer-nordpol-in-50-jahren-in-sibirien-a-390185.html

Von wegen "merkwürdig" - - - "am Ende der Welt". :-D

=> Micha:
Eine magnetische Umpolung ist etwas völlig anderes.

Grüße,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

kein Standard-Magnet

IFan, Dienstag, 22. Januar 2019, 23:59 vor 268 Tagen @ Wodans Sohn 811 mal gelesen

Hallo Wodans Sohn et al.,

planetare Magnetfelder sind für Ungeübte etwas schwer zu verstehen, weil sie sich doch erheblich von den Standardvorstellungen über Magneten unterscheiden. Mit dem Schulwissen ausgestattet liegt die Vorstellung nahe, es handele sich bei Planeten (nicht nur die Erde hat ein Magnetfeld, sondern auch viele andere Planeten, wie die Sonne1) im Grunde um eine Art statischen Magnet. Da ist es natürlich überraschend, wie der sich denn plötzlich umpolen soll; so etwas gibt es bei Stabmagneten normalerweise nicht. Nordpol ist Nordpol, Südpol ist Südpol.

Bei Planeten werden Magnetfelder durch die umgewälzte Masse im Inneren erzeugt, die oft aus Metall besteht. Hier ist eine gewisse Ähnlichkeit zu Elektromagneten erkennbar, die auch ab- und angeschaltet werden können und deren Polarität sich schnell ändern kann, beispielsweise durch Umschaltung der Stromrichtung.

Bei der Erde wird in Grafiken oft dargestellt, wie die Magnetfeldlinien (die es in Wahrheit nicht gibt)2 sich an den Polen konzentrieren - "dort hineindringen" - und ansonsten einen Käfig um die Erde bilden.

Die Erde hat viele Magnetfelder, die auch gar nicht immer so harmonisch sind wie in den vereinfachten Grafiken dargestellt. Es gibt Zonen stärkerer und schwächerer Magnetfelder, die teilweise auch unterschiedliche Ausrichtungen zueinander haben.

Meinem Verständnis nach ist es so, dass die unterschiedlichen Magnetfelder in Summe zusammenwirken und, da ihre Ausrichtung mehrheitlich in gleicher Richtung ist, ein gemeinsames, großes Magnetfeld bilden (eigentlich eher einen "Magnetraum"; ein "Feld" klingt immer zweidimensional).

Wenn man bei Google "Cadarache Natrium" eingibt, kommt man auf einen Buchauszug, in dem dieses Verhalten anhgeschnitten wird.

Dort (in Frankreich bei einem Versuchsreaktor) wurde ein Experiment aufgebaut, in dem in einer kugelförmigen Trommel flüssiges Natrium verwirbelt wurde. Natrium ist ein Metall, das bereits bei 100 °C flüssig wird und deshalb für solche Experimente gut geeignet ist. In dieser ca. 1 m großen Trommel wurden Quirle eingesetzt, die gegenläufig rotierten und daher das Natrium verwirbelten. (Mit ziemlicher Gewalt; die Motoren hatten ca. 300 kW = 400 PS.) Dort wurden die entstehenden Magnetfelder gemessen. Üblicherweise zeigte sich eine gemeinsame Hauptrichtung; gelegentlich kam es vor, dass diese Hauptrichtung umschlug, es also sozusagen zu einer Polumkehr kam.

Die Vorzeichen waren schwer abzuschätzen; so weit ich mich erinnere, wurde das Gesamtmagnetfeld zunächst immer schwächer, bis es sich schließlich umpolte und wieder stärker wurde.

In dem Link zu dem Buch heißt es auf Seite 238, "Bei geeigneten, unterschiedlichen Rotationsraten der den Dynamo antreibenden beiden Propeller polte sich das erzeugte Magnetfeld, den Vorgängen im Erdmagnetfeld entsprechend, häufiger in chaotischer Weise um." (Erster Absatz ganz unten.)

Taurec hat das ganz richtig verstanden. BBs Aussage kann ich auch nur unterstützen.

So weit ich mich an wissenschaftliche Berichte erinnere, hat sich das Erdmagnetfeld immer wieder umgepolt, in größeren und kleineren Abständen, und dabei keinesfalls das Leben ausgelöscht. Bei Metallen ist es gelegentlich so, dass sie schwach magnetisch sind3, ihre Magnetkraft aber verlieren, sobald sie zu heiß werden (flüssig beispielsweise). Bei Vulkanausbrüchen wird gelegentlich metallisches Material ausgeworfen, das nicht reines Metall sein muss, sondern in Lava in Spuren vorhanden beispielsweise. Hier kann es vorkommen, dass es an der Oberfläche schnell erkaltet.

Wie jeder weiß, kann man Eisen durch einen Magneten leicht etwas magnetisieren und diese Magnetisierung auch wieder aufheben bzw. umkehren. Flüssiges Eisen jedoch verliert diesen eigen-Magnetismus wieder.

Wird bei Vulkanausbrüchen flüssiges Eisen oder anderes Metall mit diesen magnetischen Eigenschaften ausgeworden, erkaltet es. In kaltem Zustand nimmt es dann den Magnetismus an, der ihm vom Erdmagnetfeld vorgegeben wird.

Nun kann man Vulkanausbrüche zeitlich einordnen und damit deren Lava. Ist ein Vulkan zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgebrochen, hat das Metall die Ausrichtung des Erdmagnetfelds, die zu dieser Zeit herrschte, übernommen.

Bein Untersuchungen ergab sich, dass zu unterschiedlichen Zeitpunkten eine unterschiedliche Ausrichtung des Erdmagnetfelds herrschte. So weit ich mich erinnere, hat sich das Erdmagnetfeld viele hunderte Male geändert, auch zu Zeiten, in denen es bereits Leben auf der Erde gab.


Gruß, IFan


1) oft auch "Stern" genannt, was natürlich nicht falsch ist, aber einen großen Unterschied zu einem Planeten suggeriert, der im Grunde nicht vorhanden ist. Ein Stern ist einfach nur ein großer Planet, der wegen seiner Größe und den deswegen in viel stärkerem Maße dort ablaufenden Prozessen heißer ist (so heiß, dass er leuchtet). Die Sonne besteht im Übrigen zum großen Teil aus Metall, was in der Öffentlichkeit nicht so gern deutlich gemacht wird, da es den beliebten Theorien über sie - "Wasserstofffusion" usw. - entgegenläuft.

2) Magnetfeldlinien entstehen erst beim Hinzufügen von Material, das auf den magnetischen Raum reagiert, und sind daher eine sekundäre Erscheinung. Man nimmt sie aber gerne her, da man ansonsten das unsichtbare magnetische "Feld" (besser: "Raum") nicht sichtbar machen kann.

3) Das nennt man "Ferromagnetismus"


Einstein beschreibt in seiner Arbeit über den Äther übrigens auch recht gut das Phänomen der durch verwirbelte Massen entstehenden Magnet"felder". Hier auf Seite 91 unten. Empfehlung, das mal zu lesen; wenn man auch nicht alles versteht (was man auch nicht muss), sind doch viele interessante Aspekte darin, auch für Laien.

Danke und weiterführende Fragen

rauhnacht, Mittwoch, 23. Januar 2019, 20:33 vor 267 Tagen @ IFan 859 mal gelesen

Hallo Ifan,
finde ich gut erklärt, was Du da geschrieben hast.

Frage: Umpolungen könnten sich aus sich überlagernden Verwirbelungen der Ströme ergeben?
Z.B. weil sich periodisch solches ergibt ( so wird das doch auch bei der Sonne angenommen?)oder weil sich Parameter ( Hitze, Ladung, Geschwindigkeit, dies eben auch durch Änderung eben dieser Parameter) auf potenzieren?

Zweite Frage: Neutrinos der Sonne, die eben auch aufgrund derer, unterschiedlich und eben nicht immer mit gleicher Ladung, Geschwindigkeit, Menge durch- treffen, bewirken „Aufladung“ der Strömungsladung?

Und klar, erwarte ich keine, ich weiß es Antwort. Mich würde gerade nur die Weiterführung Deines Verständnismodells zu eben den Fragen interessieren. Ohne Gewähr.

Freundliche Grüße
Rauhnacht

keiner weiß es so richtig

IFan, Dienstag, 29. Januar 2019, 01:21 vor 262 Tagen @ rauhnacht 751 mal gelesen

Hallo Rauhnacht,

"Hallo Ifan, finde ich gut erklärt, was Du da geschrieben hast."
- danke!

"Frage: Umpolungen könnten sich aus sich überlagernden Verwirbelungen der Ströme ergeben?"

Da habe ich bisher noch nicht drüber nachgedacht, aber ... jetzt, wo Du es schreibst ... hmm, denke, ja, so könnte man es formulieren. Könnte durchaus sein, dass das so ist.

"Z.B. weil sich periodisch solches ergibt (so wird das doch auch bei der Sonne angenommen?)"

Na ja, richtig periodisch ist es nicht, wenn man regelmäßige Abstände dabei annimmt. Die zeitlichen Abstände können durchaus sehr unterschiedlich sein. Der Vorgang ist insgesamt chaotisch und deswegen unvorhersagbar. Weil aber sehr große Massen im Spiel sind und diese nicht mal eben so ihr Verhalten ändern, sind die Abstände sicher verhältnismäßig groß.

Ein interessanter Gedanke, dass das wohl auch bei der Sonne so ist. Ja, eigentlich müsste es das sein; insofern könnte bei den (möglicherweise) kommenden gesehenen Ereignissen auch Magnetfeldänderungen der Sonne eine Rolle spielen.

"oder weil sich Parameter (Hitze, Ladung, Geschwindigkeit, dies eben auch durch Änderung eben dieser Parameter) aufpotenzieren?"

Hmmm ... es muss sich gar nicht unbedingt aufpotenzieren (wenn Du das im mathematischen Sinne meinst und nicht im umgangssprachlichen); vielleicht reicht eine einfache Aufsummierung der Faktoren. Ob Hitze, Ladung und Geschwindigkeit überhaupt eine Rolle spielen, vermag ich nicht zu sagen; die Änderung des Magnetfeldes dürfte sich mit Lichtgeschwindigkeit abspielen, also, wenn der zugrunde liegende Faktor gegeben ist, wirkt er sich unmittelbar aus. Was nicht heißen soll, dass so eine Umpolung mit dieser Geschwindigkeit stattfindet; die sich verwirbelnden Massen sind aus Materie (Metall wahrscheinlich) und haben daher eine ziemliche Trägheit, deswegen dürfe es mit der Geschwindigkeit stattfinden, die eben diese Massen vorgeben. Will heißen, wenn Du einen Magneten bewegst, geschieht das in der Regel relativ langsam, das damit verbundene Magnetfeld wandert aber nicht mit nochmaliger gleicher Verzögerung hinterher, sondern ist direkt damit verbunden. Der Unterschied zwischen der eigentlichen Magnetbewegung und der Auswirkung auf das Magnetfeld dürfte marginal sein und sich über die Lichtgeschwindigkeit formulieren lassen; im Abstand von 1 m zum Magneten wäre es dann 1 m / 300 000 000 m/s = 0,000 000 0033 Sekunden, in Höhe des Mondes mit Abstand 300 000 km = 1 Sekunde.

Schätze ich mal so.

Zweite Frage: Neutrinos der Sonne, die eben auch aufgrund derer, unterschiedlich und eben nicht immer mit gleicher Ladung, Geschwindigkeit, Menge durch- treffen, bewirken „Aufladung“ der Strömungsladung?

Ein interessanter Gedanke. Allerdings müssen wir unterscheiden zwischen Neutrinos und geladenen Teilchen, die von der Sonne kommen, dem sogenannten Sonnenwind. Was Neutrinos angeht, da bin ich sehr skeptisch, ob es sich da wirklich um reale Teilchen handelt. Wenn man sich anschaut, was die Wissenschaft so darunter versteht, muss man die fast als Geisterteilchen sehen, die so wenige Auswirkungen haben, dass man im Grunde sagen kann, die gibt es gar nicht. Möglicherweise handelt es sich dabei um einen Auswuchs aus Theorien, die aus Theorien stammen, die aus Theorien stammen, die auf Annahmen basieren, die vielleicht logisch möglich sind, aber keine feste Verankerung in wirklichen Beobachtungen haben. Die Wissenschaft spekuliert seit Jahrzehnten herum und schafft alle möglichen komplizierten Denkmodelle. Dass sie kompliziert sind, ist aber kein Argument dafür, dass sie richtig sind; eher im Gegenteil.

Das macht sie, um bestimmte Beobachtungen überhaupt noch irgendwie mit vorhandenen Theorien erklären zu können. Diese Erklärungen sind oft hochspekulativ.

Sie sind nicht unbedingt widerlegt, das muss aber nicht heißen, dass sie wirklich richtig sind. Die extreme Kompliziertheit schützt sie davor, ehrlich hinterfragt zu werden. Um sie zu hinterfragen, muss man sie verstehen, und dafür muss man sich im Dunstkreis der Physiker bewegen. Diese haben aber alle denselben Bildungshintergrund und dieselbe Angst, "abgesägt" zu werden, denn eine grundsätzliche Infragestellung vorhandener Theorien und das Vorstellen neuer kann ein Karrierekiller sein. Da liegt der eigentliche Fehler; diese Theorien werden nicht mehr hinterfragt, sondern als festgelegte Erkenntnisse angesehen, von denen man ausgehen muss und die als Grundlagen an den Hochschulen gelehrt werden.

Hierzu auch "Physik vor dem Kollaps", trotz des reißerischen Titels eine seriöse Beleuchtung der derzeitigen Probleme der Physik. (Nur mit der Ansicht Ingolf Baurs, dass es den Äther nicht gäbe, stimme ich nicht überein.)

Dr. Alexander Unzicker findet viele derzeite Theorien überkandidelt und sehr künstlich. Er hat auch Bücher geschrieben wie "Vom Urknall zum Durchknall".

Nun aber von diesem Exkurs wieder zu Deiner Fragestellung.

Dass der Sonnenwind großen Einfluss auf die Magnetfeldänderung haben könnte, bezweifle ich. Der Teilchenstrom ist viel zu schwach. Übrigens werden diese Teilchen durch das Erdmagnetfeld abgewehrt bzw. umgeleitet; die Polarlichter stammen daher.

"Und klar, erwarte ich keine, ich weiß es Antwort."

Danke, das erleichtert mich. Ich weiß es nämlich wirklich nicht.

Einstein war übrigens so frei, seine eigenen Theorien als "provisorisch" zu benennen und hat auch offen zugegeben, dass er nicht alles erklären kann. Z.B.: "Die ganzen fünfzig Jahre bewusster Grübelei haben mich der Antwort der Frage ‚Was sind Lichtquanten‘ nicht näher gebracht." (Link) Als er einmal gefragt wurde, wie man sich als intelligentester Mensch der Welt fühle, hat er gesagt, "Da müssen Sie Nikola Tesla fragen." Nikola Tesla hat sich, so weit ich weiß, immer darüber lustig gemacht, dass Licht und andere elektromagnetische Wellen aus einzelnen Teilchen bestehen sollten, die mit Lichtgeschwindigkeit umherrasen.

Einsteins Arbeit über den Äther wird in der Physik immer ignoriert, obwohl er sie neun Jahre nach seiner Allgemeinen Relativitätstheorie geschrieben hat. Die Physiker schreckt es ab; sie wollen nicht wissen, dass er da ganz anderer Ansicht als sie war.

Es ist viel einfacher, Licht und alle anderen elektromagnetischen Wellen als Schwingungen in einem vorhandenen Medium zu sehen als als einzelne umherfliegende Teilchen. Das ist im Grunde absurd; sie müssten ja ständig miteinander kollidieren.

Auch bei den derzeitigen Vorstellungen über die Entstehung der Erde (und anderer Planeten) wird immer von der Vorstellung ausgegangen, sie hätten sich aus umherfliegenden Materiebrocken (Meteoriten u.ä.) gebildet. Wo aber kämen denn diese Materiebrocken her? Diese Frage wird geflissentlich unbeantwortet gelassen. Irgendwo hätten sich ja diese Materiebrocken auch bilden müssen.

Und dieser Schwachsinn mit Sternen, die ihre Energie dadurch beziehen, dass Wasserstoff zu Helium fusionierte. Und wenn der Wasserstoff aufgebraucht ist, explodieren sie. Das ist aber merkwürdig, dass unsere Sonne immer noch nicht explodiert ist; woher kommen denn die FraunhoferschenSpektrallinien? Deswegen wird ein Fusionsreaktor auch nie funktionieren, weil die Vorstellungen völlig falsch sind.

O.k., jetzt bin ich vielleicht über das Ziel hinausgeschossen. Es ärgert mich halt, dass überall die Physiker als die Super-Wissenschaftler hingestellt werden, auf deren "wissenschaftliche Erkenntnisse" man sich 100%ig verlassen könnte, wobei sie nur sehr geschickt darin sind, ihr Unwissen zu verbergen. Und dieser Unsinn führt uns immer weiter auf dem Holzweg ins Nirgendwo.

Tut mir leid, das sich so spät geantwortet habe; ich war viel unterwegs (den letzten Beitrag habe ich auf einem Laptop in einem Hotel in München geschrieben, deswegen auch die vielen Tippfehler) und bin im Moment auch nicht ganz gesund.


Gruß, IFan

vereinfacht

IFan, Mittwoch, 30. Januar 2019, 00:01 vor 261 Tagen @ rauhnacht 663 mal gelesen

bearbeitet von Taurec, Donnerstag, 31. Januar 2019, 07:40

Hallo Rauhnacht,

gestern hatte ich mich etwas verrannt, habe ich jetzt bemerkt; lag wohl daran, dass, wenn man sich mit Details beschäftigt und sie auseinanderklamüsert, man meint, sehr differenzierte Antworten geben zu müssen.

Hier deswegen in vereinfachter Form der Versuch eine Antwort aus meiner Sichtweise:

Die Umpolungen des Erdmagnetfelds ergeben sich ausschließlich aus der Veränderung der Umwälzungen der metallischen Massen im Erdinneren; äußere Einflüsse spielen da keine Rolle.

Damit sollte dieser Beitrag eigentlich komplett sein.



Wenn ich jetzt noch etwas Senf dazugeben soll:

Jeder hat schon einmal etwas von "Kelvin" gehört, Grad Kelvin. Das ist eine andere Wärmeeinheit, prinzipiell abgestuft wie Celsius, aber der Nullpunkt liegt an der tiefsten an sich möglichen Temperatur, minus 273 °C. Wenn man von 297 °K spricht, haben wir also eine angenehme Temperatur von 24 °C.

Der Kelvin, nach dem die Einheit benannt ist, war ein Forscher und hieß eigentlich William Thomson, 1. Lord Kelvin. Der hat schon im 19. Jahrhundert berechnet, dass, wenn die Erde so entstanden wäre, wie allgemein spekuliert (aus Meteoriten zusammengesetzt und damals flüssig), sie eigentlich nur 24,1 Millionen Jahre alt sein könnte. Das kann man aus der von der Erde abgestrahlten Energie bei diesem Zustand und ihrer derzeit noch vorhandenen Wärme errechnen. Nun kommen natürlich unsere Physiker, die alles wieder so hinbiegen, dass es passt, und erklären das mit radioaktiven Prozessen im Erdinneren. Dabei wundert mich, dass Kernzerfallsprozesse ja irgendwann aufhören (sogenannte Halbwertszeiten). Sie halten vielleicht Millionen Jahre an, aber nicht Milliarden.

Wahrscheinlich ist die Ursache für die Wärme eine ganz andere.

Noch etwas.

Einstein schrieb, "Erde und Sonne besitzen Magnetfelder, deren Orientierung und Sinn mit der Drehaxe dieser Himmelskörper in annäherndem Zusammenhang stehen. (...) Auch die Sonnenflecken, welche mit guten Gründen als Wirbel aufgefasst werden, besitzen analoge, sehr kräftige Magnetfelder. Es ist aber kaum denkbar, dass in allen diesen Fällen elektrische Leitungs-, bzw. Konvektionsströme von hinreichender Stärke wirklich vorhanden seien. Es sieht vielmehr so aus, wie wenn zyklische Bewegungen neutraler Massen Magnetfelder erzeugten. Weder die MAXWELLSche Theorie in ihrer ursprünglichen Fassung noch die im Sinne der allgemeinen Relativitätstheorie erweiterte MAXWELLSche Theorie lassen eine derartige Felderzeugung voraus sehen. Hier scheint uns die Natur auf einen fundamentalen, bis jetzt theoretisch noch nicht erfassten Zusammenhang hinzuweisen."

Typischerweise entstehen planetare Magnetfelder durch Verwirbelung metallischer Massen - wie bei der Erde.

Das Magnetfeld der Sonne ensteht also wahrscheinlich auch auf diese Weise. Das heißt aber, dass sie zum großen Teil aus Metall besteht.

Auch die Fraunhoferschen Spektrallinien weisen auf einen hohen Metallanteil der Sonne hin.

Was aber machen unsere Physiker? "Sie schlossen hieraus, dass die von Wollaston und Fraunhofer beobachteten Linien den Absorptionseigenschaften dieser Elemente in den oberen Schichten der Sonne geschuldet waren ..."

Da haben wir es wieder; es wird wieder hingebogen. Um die Fakten erklären zu können, sagt man nun, dass sich diese Elemente nur in den oberen Schichten der Sonne befänden. Damit man nur ja die Wasserstofffusion beibehalten kann. Das ist ja merkwürdig; der leichte Wasserstoff und das Helium befinden sich nun unten, während die schweren Metalle nun oben sind. An und für sich ist das doch andersherum, die schweren Elemente sinken nach unten und die leichten steigen nach oben.

Das sind nur zwei Beispiele für die Denkweise vieler Physiker. Überkommene Theorien werden auf Gedeih und Verderb beibehalten und Fakten, die dagegen sprechen, werden ignoriert oder die Erklärung dafür so hingebogen, dass sie wieder irgendwie mit den alten Theorien zusammenpassen.

Den Einstein-Aufsatz kann man sich auch als Pdf herunterladen; einfach auf "Detailinformationen" gehen, dort auf "PDF" drücken.

Gruß, IFan

Die Natur zeigt uns nur den Schwanz des Löwen. von Einstein

rauhnacht, Mittwoch, 30. Januar 2019, 10:58 vor 260 Tagen @ IFan 809 mal gelesen

bearbeitet von Taurec, Donnerstag, 31. Januar 2019, 07:42

Hallo IFan,

vielen herzlichen Dank für Deine Antworten. Besonders den Einstein- Aufsatz über "Äther" find ich sehr interessant.

Dem hier kann ich aber nach viel Grübelei nichts abgewinnen:


Typischerweise entstehen planetare Magnetfelder durch Verwirbelung metallischer Massen - wie bei der Erde.

Das Magnetfeld der Sonne ensteht also wahrscheinlich auch auf diese Weise. Das heißt aber, dass sie zum großen Teil aus Metall besteht.

Da hab ich nun den ganzen Morgen drüber nachgedacht und halte ich für abwegig.
Ich finde die Theorie zu Plasma und Kernfusion auf Sonnen schlüssig. Plasma erzeugt Magnetfelder.

Pinch-Effekt
Der Strom, der durch das Plasma fließt, erzeugt ein Magnetfeld, welches wiederum das Plasma zusammenschnürt. Dies wird als Pinch-Effekt bezeichnet. Dabei wird das Plasma dichter und heißer. Wenn die Stromquelle hohe Ströme im Bereich einiger zehn Kiloampere liefert, können sehr dichte, heiße und sehr stark ionisierte Plasmen erzeugt werden, die Röntgenstrahlung emittieren oder in denen sogar Kernfusionen stattfinden (Tokamak). Der Pinch-Effekt ist auch die Ursache dafür, dass sich in einem Blitz ein enger Kanal für den Strom bildet.

https://www.dpg-physik.de/dpg/gliederung/fv/p/info/grundlagen_fusion.html?print=true&

Glaubst Du das nicht?
Wasserstoffbomben, deren Wirkungsweise nach Theorie darin besteht, dass durch Nuklearexxplosion solch hohe Temperatur und hohen Druck ausgeübt wird, dass die mitgeführten Wasserstoffisotope verschmelzen- Kernfusion, gibt es doch auch.

Auch die Fraunhoferschen Spektrallinien weisen auf einen hohen Metallanteil der Sonne hin.

Kann ich nicht beurteilen. Solch Spektrallinien wären doch auch durch eben Abstrahlungsenergie Plasma Fusionen möglich. Oder nicht?

Liebe Grüße
Rauhnacht

Tsunami in der Nordsee 1858

IFan, Freitag, 01. Februar 2019, 00:44 vor 259 Tagen @ rauhnacht 772 mal gelesen

Hallo Rauhnacht et al.,

hier ein Hinweis auf eine wohl seriöse Reportage über einen Tsunami in der Nordsee, vorgekommen 1858 - Link. Aus "W wie Wissen" (ARD), nur 5 Minuten lang.

Dies hier in dem Strang, weil ich keinen neuen aufmachen wollte.

Liebe Rauhnacht et al., zu Deiner Fragestellung im vorigen Beitrag kann ich jetzt nichts schreiben, weil es schon spät ist, ich morgen früh aufstehen muss und das etwas länger dauert, wenn man es vernünftig machen will. Ich will mich aber noch dazu äußern.

Gruß, IFan

Re IFan

rauhnacht, Freitag, 01. Februar 2019, 11:21 vor 258 Tagen @ IFan 607 mal gelesen

Hallo IFan,
lass Dir ruhig Zeit. Ich bin eh noch am Denken.

Liebe Grüße und, weil ich es beim letzten Mal vergessen hab, gute Gesundheit
Rauhnacht

kein Link

IFan, Samstag, 02. Februar 2019, 16:32 vor 257 Tagen @ rauhnacht 475 mal gelesen

Hallo Rauhnacht,

wenn man man den angegebenen Link öffnet (https://www.dpg-physik.de/dpg/gliederung/fv/p/info/grundlagen_fusion.html?print=true&), kommt "Die Seite existiert leider nicht…" von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Kannst Du noch einmal nachsehen? Würde mir die Erklärung gerne einmal durchlesen. Wenn ich selber anfange, zu suchen, brauche ich vielleicht Tage; so viel, wie die veröffentlicht haben.

Gruß, IFan

Re IFan

rauhnacht, Samstag, 02. Februar 2019, 19:07 vor 257 Tagen @ IFan 504 mal gelesen

Hallo IFan,
hab nach gesehen und festgestellt das DPG just zum 1.2 ihre Website neu aufgesetzt haben. Ärgerlicherweise finde ich nun die entsprechende Veröffentlichung dort auch nicht mehr. Ging aber darin um in derzeit "üblichem" Verständnis, zumindest so weit ich das beurteilen kann, Plasmaentstehung, Wirkungsweisen, Besonderheiten und Kernfusion-

Liebe Grüße
Rauhnacht

Statische Magnet

sakalon, Freitag, 08. Februar 2019, 11:39 vor 251 Tagen @ IFan 526 mal gelesen

Zitat.:
es handele sich bei Planeten (nicht nur die Erde hat ein Magnetfeld, sondern auch viele andere Planeten, wie die Sonne1) im Grunde um eine Art statischen Magnet. Da ist es natürlich überraschend, wie der sich denn plötzlich umpolen soll; so etwas gibt es bei Stabmagneten normalerweise nicht. Nordpol ist Nordpol, Südpol ist Südpol.


""? umpolen soll ?"" NEIN.
Verschiebung - JA.

Meine Meinung nach, so es geht nicht. Ich vertrette deine Meinung - es ist eine Art vom Statischen Magnet. Dafür habe eigene Vorstellung zum Funktion
Da auf neine Netseite findest du Kontakt auf mich.... flut.szm.com/1805663.htm

mfG

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