@Guerrero und alle: Vorsorge oder Gottvertrauen ....

Geschrieben von Micha aus dem Süden am 02. Mai 2003 16:22:03:

Hi Guerrero und alle anderen,
sorry for delay, wir haben gestern den Tag zum Wandern genutzt und ich war 24 Stunden mal nicht am Computer, wow... :-)

Danke für die Blumen. Zu der Diskussion hier: ich halte viel auf den "mittleren Weg jenseits der Extreme".
Das eine Extrem wäre für mich, sich in 100%iger Erwartung des "JahresX" einen Bunker zu bauen, den mit haltbarer Spezialnahrung, Trinkwasser und Notstromaggregat, Filteranlage und wer weiß was auszurüsten ... und am Ende die letzte Dose Bohnen mit durchgeladener MG gegen hungrige Mitmenschen zu verteidigen.

Das andere Extrem wäre, weiterhin mit den News aus Tagesschau und Blöd-Zeitung zufrieden zu sein und darauf zu hoffen, dass die SPD, der liebe Gott oder die UFOs schon dafür sorgen, dass alles nicht so schlimm kommen wird.

Mein mittlerer Weg: mir selbst Ruhe und einen gwissen Vorsprung zu verschaffen mit mentaler wie materieller Vorsorge. Das Maß materielller Vorsorge ist eine Frage der Einschätzung und der Möglichkeiten: Nahrungsmittel, Treibstoff und Energieversorgung, Ausrüstung, Werkzeuge, Sämereien... Zur mentalen Vorsorge gehört für mich die Schulung des eigenen Geistes (Meditation und Mitgefühl)und die aufmerksame Verfolgung der Weltereignisse. Das hat nix mit "Negativität auf sich ziehen durch negative Gedanken" zu tun, sondern ähnelt dem Beobachten der Wetterentwicklung, wenn der Bauer sein Heu reinbringen muss.

Zudem die Freunde in der Umgebung zur Vorsorge inspirieren. Der Sinn dessen ist, im Ernstfall einen Schritt weiter zu sein, als alle Überraschten: dann kann man denen nämlich gemeinsam helfen, sich im Chaos auf die Reihe zu kriegen (zumindest im eignen Dorf). Ich sehe ein gelingendes Überleben eher in funktionierenden sozialen Netzen, als in der Form von egoistischen Einzelkämpfern.

Die Beobachtung von Zusammenbruchsvorgängen in der Geschichte (bis hin nach Bagdad dieser Tage) lehrt, was passieren und wie man klarkommen kann. Aber auch, dass es individuell ganz anders kommen kann, als man erwartet. Und dass Dörfer relativ resistent gegen Zusammenbrüche reagieren.

Grüße an alle
Micha


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