Recht auf Selbstverteidigung/Die Diktatur der "Toleranten"

Geschrieben von Swissman am 03. Mai 2003 02:16:07:

Als Antwort auf: Re: Vorsorge oder Gottvertrauen .... geschrieben von RMuktananda am 02. Mai 2003 19:41:25:

Hallo RMuktananda,

>Nee - lass die Kugeln man stecken. Die Schuld, die sich ein anderer aufläd, die ist sein Ding.
>die, die ich mir auflade, meines.

Wenn ich, obwohl ich eingreifen könnte, bloss zusehe, wie ein Verbrecher eine Straftat begeht, dann mache ich mich dadurch zumindest ebenso schuldig, wie der eigentliche Täter. Selbstverständlich wende ich in einer solchen Situation auf jeden Fall Gewalt an, und zwar lieber zuviel, als zuwenig. Im Unterschied zu Dir und gewissen "Richtern" theoretisiere ich nicht bloss aus einem selbstgebauten Wolkenkuckuksheim heraus, sondern ich weiss aus eigener Erfahrung, wovon ich spreche. Ein schlechtes Gewissen hatte und habe ich deswegen nie gehabt, ganz im Gegenteil.

Ob ich selber realistischerweise Aussicht auf Erfolg habe, ist dabei noch nicht einmal von Bedeutung: Mörder und Vergewaltiger zu bekämpfen ist immer gerechtfertigt und ehrenvoll, sie gewährenlassen und bloss zusehen ist hingegen schändlich - In diesem Punkt teile ich Tsunetomo Yamamoto's Philosophie: "Wenn der Samurai zwischen einem Leben in Schande und dem Tod wählen muss, dann soll er den Tod wählen und ihm freudig entgegengehen."

Auch auf die Gefahr hin, dass Du mir kein Wort glaubst: Nach zwei Nahtoderfahrungen weiss ich, dass man sich vor dem Tod im Grunde genommen nicht fürchten muss. - Die Aussicht, einen Vergewaltiger gewähren zu lassen, um dadurch (vielleicht) meine diesseitige Existenz um ein paar Tage, Wochen oder Jahre zu prolongieren, dafür aber in Schande leben und jeden morgen den Spiegel bespucken zu müssen, ist dazu schon eher geeignet...

>Und da ist ein Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr mitspiele.
>Lieber 1000mal vergewaltigt ( weil das mit Müh und Not von dem Mann zu verstehen ist, der das tut ) - als auch nur einmal wen erschossen, weil ich das mit mir selber nicht mehr rund bekäme..

Der letzte Satz ist einen bodenlose Frechheit und ein Schlag ins Gesicht eines jeden Vergewaltigungsopfers! Wenn und falls Du wirklich auch im Ernstfall noch so denken und (nicht) handeln solltest, so ist dies tatsächlich Deine Sache - Ich verlange aber auf das entschiedenste, dass Du anderen wenigstens zubilligst, diesbezüglich eine gegenteilige Auffassung zu vertreten (ihr gealterten 68er seit ja alle sowas von tolerant, aber wehe, jemand wagt es, eine andere Meinung zu vertreten - dann zerplatzt die angebliche "Toleranz" wie eine Seifenblase!).

Wenn ich in der Nähe sein sollte würde mich selbst das Wissen, dass Du die Vergewaltigung als Teil Deines Karmas ansehen würdest, nicht daran hindern, dem Täter eine Kugel in den Kopf zu jagen, einen Spaten über den Schädel zu ziehen, den Gürtel um seinen Hals zu ziehen, oder, wenn denn gar nichts anderes greifbar sein sollte, meine Handkante in seinem Genick zu platzieren.

Den Vergewaltiger zu töten oder ihn ernsthaft zu verletzen (oder allenfalls beim Versuch dazu umzukommen, als Vorbild für andere) wäre dann eben Teil meines Kharmas - und was Dein Karma betrifft: Offenbar lag da ein kleines Missverständnis Deinerseits vor... *g*

Offen gesagt, ich kann die Ansicht, dass man alles und jedem gegenüber tolerant sein müsse, egal wie abartig, pervers und destruktiv es auch sei, nicht mehr hören - der Quatsch steht mir bis obenhin! Selbstverständlich darf und muss man gegenüber dem Bösen "intolerant" sein! Ja, ich bin intolerant: Gegen Mörder, Vergewaltiger, Pädophile, Kinderpornographen, Rauschgifthändler, Nazis, Kommunisten, und anderen Abschaum - mehr noch, ich bin sogar stolz darauf!

In der Schweiz sind wir ja sogar mit einer Bundesrätin geschlagen, die sich nicht entblödet hatte, im Wahlkampf Gott zu unterstellen, er würde die Abtreibung nicht generell verurteilen und hätte selbstverständlich Verständnis blahblahblah... - Wenn Gott tatsächlich so wäre (man beachte den Irrealis!), wie ihn sich Frau Metzler offenbar vorstellt, dann würde ich freiwillig in die Hölle gehen, denn in diesem Fall wären wohl gewisse gnostische Häresien, wonach Gott in Wirklichkeit Satan wäre und umgekehrt, wohl zutreffend.

>Was deine Bibel sagt, kann ich dir im Zweifelsfall auswendig rezitieren. War lange genug Nonne.

Ist es denn die Möglichkeit...

>Was aber mein Gewissen sagt, geht sehr viel schneller:
>"Ich werde nicht töten und ich werde keinen Gewinn aus dem Töten ziehen, das ein anderer vollendete. Kein gewaltsamer Tod wird je mit meinem Einverständnis geschehen!"

Also mein Gewissen sagt dazu was anderes.

>Mich interessiert nur, was ich verantworten kann.

Meinetwegen tu das - aber gestehe zumindest anderen das gleiche Recht zu!

Was mich an Dir immer wieder entsetzt, ist weniger das Gedankengut, dass Du vertrittst, als vielmehr die Vermutung, dass Du Deine Schüler mutmasslich ebenfalls in diesem Sinne berieselst und sie damit systematisch zu pazifistischen Waschlappen erziehst!

mfG,

Swissman

P. S.: Abschliessend erlaube ich mir noch den, mittlerweile bereits traditionellen, Hinweis auf die von mir vor nunmehr bereits drei Monaten gestellten Fragen, deren Beantwortung Du Dich bislang entzogen hast... (Spätestens jetzt dürfte klar sein, dass auch dieses Posting von der Empfängerin ignoriert werden wird... *g*)


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