Re: «Vertrau auf Gott, und binde dein Kamel an!»

Geschrieben von Johannes am 03. Mai 2003 01:06:08:

Als Antwort auf: «Vertrau auf Gott, und binde dein Kamel an!» geschrieben von Salim am 03. Mai 2003 00:31:07:

> ich halte diese Dichotomie an sich selbst für falsch und irreführend. Denn
> wer sagt denn, daß nicht beides zusammenkommen kann. akl wa tawwakl!,
> das kann man umschreiben mit: «Vertrau auf Gott, und binde dein Kamel an!»

Hallo Salim,

dieser Satz gefällt mir. Aber genau die gleiche Aussage hat doch auch Micha adS gemacht, oder? Er zeigt 2 Extreme auf, die er nicht will, und kommt dann zu seinem Mittelweg:

> Mein mittlerer Weg: mir selbst Ruhe und einen gwissen Vorsprung zu ver-
> schaffen mit mentaler wie materieller Vorsorge. Das Maß materielller Vor-
> sorge ist eine Frage der Einschätzung und der Möglichkeiten: Nahrungs-
> mittel, Treibstoff und Energieversorgung, Ausrüstung, Werkzeuge, Sämereien...
> Zur mentalen Vorsorge gehört für mich die Schulung des eigenen Geistes
> (Meditation und Mitgefühl)und die aufmerksame Verfolgung der Weltereig-
> nisse. Das hat nix mit "Negativität auf sich ziehen durch negative Gedan-
> ken" zu tun, sondern ähnelt dem Beobachten der Wetterentwicklung, wenn
> der Bauer sein Heu reinbringen muss.

> «Vertrau auf Gott, und binde dein Kamel an!»

Völlige Zustimmung. Nur gibt es hier im Forum auch Teilnehmer, die glauben, erst durch das Anbinden käme das Kamel auf die Idee, wegzulaufen. Allein das Denken an das Anbinden sei daher schlimm - und womöglich gleichzeitig noch gegen Gott gerichtet, dem ich ja offensichtlich nicht genug vertraue, wenn ich mein Kamel anbinde. Oder das Fenster schließe, wenn Regen kommt. Oder sonstwie vorbereitend auf erkannte kommende Dinge reagiere...

Gruß

Johannes


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