Logistisches Problem

Geschrieben von franke43 am 19. Februar 2003 12:20:16:

Als Antwort auf: an die militärstrategen "gelber strich" geschrieben von Ismael am 19. Februar 2003 11:16:15:

Hallo Ismael

>hallo,
>als ungedienter und langhaariger schulschwänzer hab ich von sowas ja keine >ahnung, aber vielleicht kann mir ja jemand aus dem forum hier weiter helfen!

Bin ebenfalls ungedient ("Ex-Zivi"), wenngleich nicht langhaarig.

>ist ein, wie auch immer gearteter "gelber strich" tatsächlich geeignet, eine >moderne armee wirklich aufzuhalten? selbst wenn sich große truppenkontingente >direkt in der abwurfzone befinden kann ich mir kaum vorstellen, daß die >blockierung des nachschubs über land heute noch den effekt hätte, den es >vielleicht noch vor 60 jahren hatte!

Das kommt doch ganz auf dem Überraschungseffekt an. Wenn man
die zweite Staffel schon auf den vormarsch geschickt hat und
sie wird durch den Abwurf überrascht, dann sind die hin.
Umdisponieren geht dann nicht mehr, und wer weiss denn, ob
hinten noch eine dritte Staffel in Reserve steht ? Die zweite
Staffel ist dann mit Mannschaft und Gerät verloren, ein direkter
Weg für die dritte Staffel (so vorhanden) blockiert, Umwege
viel zu weit und langwierig, die Transportkapazität vielleicht
auch nicht (mehr) vorhanden.

Der Strich soll wahrscheinlich so breit sein, damit die
gesamte zweite Staffel sich so lange im Abwurfbereich
aufhalten muss, bis praktisch alle Soldaten umgekommen sind.

>letztlich könnten die russen ihren nachschub ja auch über luft- und seewege >ins land bringen,

Ja, wenn dann diese Wahlmöglichkeit noch besteht.

>das mag zwar umständlicher sein, aber wenn die amerikaner am anderen ende der >welt kämpfen können, warum dann die russen nicht in direkter nachbarschaft, >auch wenn die nachschubwege teilweise blockiert wären!

Längere Wege dauern, und inzwischen wird die erste Staffel
aufgerieben, weil sie Munitionsmangel hat und auch andere
Ausfälle nicht mehr ersetzen kann.

Genau das beschreiben die Seher.

>da ein angreifer ja sowieso damit rechnen muß, das truppenmassierungen auf >engem raum ein ziel für massenvernichtungsmittel sein könnten, ist sicher >davon auszugehen, das geeignete maßnahmen getroffen werden, um im falle eines >angriffs den schaden zu begrenzen!

Nur wenn man fest damit rechnet. Es könnte ja sein, dass
der Angreifer die Verteidigungsbereitschaft und den
Verteidigungswillen der Angegriffenen völlig falsch
beurteilt.

>die zweite welle der russischen truppen wird sich sicher kaum in grenznähe >aufhalten und so ein vortreffliches ziel darstellen,

Der Strich wird ja erst abgeworfen, wenn sie schon losmarschiert
sind. Und das hält dann keiner mehr auf.

>ich kann mir eher vorstellen, das die truppen weit aus dem hinterland per >flugzeug oder der berühmten bodenefektfahrzeuge schnell ans einsatzgebiet >herangeführt weden und direkt in den einsatz gehen,

Ist die Kapazität vorhanden ? Grosse Kontingente auf diese
Art zu verfrachten dauert Zeit und kostet massig an Transport-
mitteln und Treibstoff.

>ohne das es zu truppenaufmärschen in größerem umfang (mit größerem umfang >meine ich in so großer zahl, das der verlust der truppen kriegsentscheidend >wäre)gibt.

Auf dem Vormarsch gibt es notgedrungen Massierungen auf den
verwendeten Verkehrswegen, sonst dauert der Vormarsch eine
Ewigkeit. Also wird die zweite Staffel die Autobahnen nutzen.
Und der Verteidiger weiss bekanntlich, welche Autobahnen zur
Verfügung stehen. Stehen ja in jedem Autoatlas.

>auch kann ich mir vorstellen, das ein angreifer einen "plan b" für den fall in >der tasche hat, das der nachschub abgeschnitten wird!

Nur ob der noch zur Ausführung kommt ? Und wenn wirklich
China im Osten angreift, wenn Russland im Westen voll
beschäftigt ist ?

>so abwägig ist ja die idee mit dem gelben strich nicht, daß sich die russen >nicht auch gedanken machen würden, wie einer solchen strategie begegnet werden >könnte!

Oder sie glauben nicht an einen solchen Einsatz, weil die
Mittel dazu nur die USA hat und Russland mit deren Eingreifen
im europöischen Kriegstheater nicht mehr rechnet.
>Ismael

Gruss

Franke 43



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