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Zu Nostradamus V/16 (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 28.12.2014, 11:37 vor 2832 Tagen (6058 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Mittwoch, 26.09.2018, 09:00

Hallo!

Weil ich gerade las, daß im Zukunftsforum jemand diesen Vers ansprach.

Zitat:

Dank Fred Feuerstein liegt uns eine profunde Analyse zu Nostradamus-Quatrains vor die nun aktueller denn je erscheinen.

Fred zitiert aus Kurt Allgeier - man staune:

Ich finde das erste Kapitel deshalb bemerkenswert, da Allgeier schon 1981 (-> ca. Höhepunkt des kalten Krieges!) den Islam, bzw. den „Glaubens“-krieg alsMIT-Verursacher oder Vorläufer des 3.Wk ansieht. Dies im Gegensatz zu anderen Nostradamus-Experten, welche DAMALS mit einer Bedrohung durch den Islam NICHTS anzufangen wußten. Es passte nicht in ihr damaliges Weltbild !!


Ein Quatrain sei hier herausgestellt:

»Wenn sich der Preis für den sabäischen Tropfen nicht mehr auf dem Höchststand halten kann,
zum Zeitpunkt, da man die toten menschlichen Körper zu Asche verbrennt
und die Insel Pharos durch Kreuzer in Unruhe versetzt wird,
wird auf Rhodos ein hartes Schreckgespenst erscheinen. «"

  • zur Zeit befindet sich der Ölpreis auf historischem Tief
  • Pharos steht für Ägypten, die Übersetzung für "croisars" = "Kreuzer" steht wohl für militärische Präsenz der NATO
  • gleichzeitig bedroht derzeit die Türkei wieder einmal Griechenland - Rhodos stand geschichtlich betrachtet immer im Brennpunkt zwischen Ost und West; heute steht es als Sinnbild für die Bedrohung des Westens durch die islamische Welt.

Bemerkenswert auch, wie Nostradamus mit den Symbolen der Antike spielt - Leuchtturm von Alexandria(Insel Pharos) und Koloss von Rhodos; damit will er die große, globale Bedeutung (Welt-Wunder) der Ereignisse hervorheben.

BB und ich haben mittlerweile rund den halben Nostradamus bereits überarbeitet und diesen Vers anders interpretiert, insbesondere die erste Zeile.

A ſon hault pris plus la lerme ſabee,
D’humaine chair par mort en cendre mettre,
A l’iſle Pharos par croiſars perturbee,
Alors qu’à Rodes paroiſtra dure eſpectre.

Auf ihrem hohen Preis (nicht) mehr die sabäische Träne,
Menschliches Fleich durch Tod zu Asche gemacht,
Auf der Insel Pharos durch Kreuzträger verwirrt,
Dann, daß zu Rhodos erscheint hartes Gespenst.

Zeile 1: "Sabäische Träne" wird von einigen Interpreten als "Erdöl" gedeutet. Dafür scheint aber kein historischer Beweis zu existieren.
Vielmehr ist "Saba", der heutige Jemen, seit der Antike als wichtigster (bzw. einziger) Lieferant für Weihrauch bekannt, der aus dem Harz (der Träne!) des Weihrauchbaums gewonnen wird.
Deutung: Der Weihrauch ist nicht mehr auf seinem hohen Preis. Das heißt, die Kirchen sind schlecht besucht/geschlossen, der Glaube in einer Krise.
Dazu paßt Vers I/44, wo Nostradamus die Krise der Kirche (wahrscheinlich während der französischen Revolution) ganz ähnlich verschleiert, nämlich mit: "Der Honig wird viel teurer sein als Wachs." => Wachs für Kirchenkerzen nicht mehr benötigt, Preis fällt.

Zeile 2: Dazu paßt Zeile 2 mit ihrer Scheiterhaufensymbolik. Vor dem Hintergrund der ersten Zeile scheinen hier religiös Verfolgte auf dem Scheiterhaufen zu landen (natürlich im übertragenen Sinne).

Zeile 3: Pharos weist natürlich auf den antiken Leuchtturm auf der gleichnamigen Insel hin und ist wohl eine Chiffre für Ägypten. Dort tauchen "croisars" auf. Das Wort gibt es nicht. Es ist wahrscheinlich eine Neuschöpfung aus dem Wort "corsaire" ("Seeräuber") und "croiser" ("kreuzen"), bzw. "croix" ("Kreuz). Ein "Kreuzer" (das Schiff) ist ein "croiseur". Da landen also in Ägypten von der See her (darum auch der Hinweis auf den Leuchtturm) christliche Seefahrer in erobernder, beutemachender Absicht an. Das kann natürlich auch im übertragenen Sinne gemeint sein.

Zeile 4: Das "harte Gespenst" ist wohl als Hinweis auf einen totgeglaubten Schrecken, bzw. eine vergangen und erledigt gewähnte Begebenheit, die mit voller Härte plötzlich wieder auf den Plan tritt, zu verstehen. Und zwar in Verbindung mit Rhodos! Uns scheint das ein Hinweis zu sein auf die aus Nostradamus' Sicht in jüngster Vergangenheit liegende Eroberung der Insel Rhodos durch Osmanen/Islam im Jahre 1523.
Rhodos ist heute wieder griechisch-orthodox. Aber in der Zukunft scheint dieses längst erledigt geglaubte Gespenst der Vergangenheit eine Wiederauferstehung zu erleben. Dem entsprechend scheint uns der Vers möglicherweise auf folgendes hinzudeuten:
1. Eine Bedrängnis des Christentums im nahen Osten, vielleicht sogar in ganz Europa.
2. Zugleich ist der Islam, bzw. die islamische Vorherrschaft im (östlichen) Mittelmeer, das harte Gespenst von Rhodos, im Aufwind begriffen. Die "Kreuzfahrer" in Ägypten könnten einen europäischen Gegenschlag andeuten.

Es ist möglich, daß dieser Vers in die fernere Zukunft gehört. Es scheint bei Nostradamus einen Großzyklus aus vergleichsweise vielen Versen zu geben, der eine islamische Erhebung beschreibt, die ihr geistiges Zentrum in Persien hat, allmählich den ganzen nahen Osten, Ägypten, Nordafrika, Byzanz (Türkei), den Balkan erfasst und schließlich sogar Spanien, Italien und Südfrankreich erobert. Das europäische Reich scheint zu dieser Zeit in einer Krise zu sein und von zentrifugalen Kräften auseinandergetrieben zu werden. Dann tritt "Chyren" auf, wirft den Islam (erneut) aus Europa, eint das Reich, steht am Ende sogar im Zentrum der islamischen Welt und wird zum "christlichen Weltherrscher". Es gibt überaus viele Verse, die sich relativ problemlos in diesen Handlungsbogen einreihen lassen. Tatsächlich kann sich das Ganze über mehrere Generationen hinziehen. Nichtsdestoweniger ist das alles höchst spekulativ.

Gruß
Taurec

--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

Re: Zu Nostradamus V/16

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Mittwoch, 31.12.2014, 21:41 vor 2829 Tagen @ Taurec (4382 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Mittwoch, 31.12.2014, 22:00

Hallo Taurec,

"Dank Fred Feuerstein liegt uns eine profunde Analyse zu Nostradamus-Quatrains vor die nun aktueller denn je erscheinen.

Fred zitiert aus Kurt Allgeier - man staune:

Ich finde das erste Kapitel deshalb bemerkenswert, da Allgeier schon 1981 (-> ca. Höhepunkt des kalten Krieges!) den Islam, bzw. den „Glaubens“-krieg alsMIT-Verursacher oder Vorläufer des 3.Wk ansieht. Dies im Gegensatz zu anderen Nostradamus-Experten, welche DAMALS mit einer Bedrohung durch den Islam NICHTS anzufangen wußten. Es passte nicht in ihr damaliges Weltbild !!


Ein Quatrain sei hier herausgestellt:

»Wenn sich der Preis für den sabäischen Tropfen nicht mehr auf dem Höchststand halten kann,
zum Zeitpunkt, da man die toten menschlichen Körper zu Asche verbrennt
und die Insel Pharos durch Kreuzer in Unruhe versetzt wird,
wird auf Rhodos ein hartes Schreckgespenst erscheinen. «"

zur Zeit befindet sich der Ölpreis auf historischem Tief

Pharos steht für Ägypten, die Übersetzung für "croisars" = "Kreuzer" steht wohl für militärische Präsenz der NATO

Isch hab gegoogelt - es gibt tatsächlichlich eine oder mehrere alte
französische Familien, deren Nachname Croisar lautet oder auch exakt
so geschrieben wird: Höchstwahrscheinlich bedeutet er soviel wie
"Kreuzträger", weniger "Kreuzer" als Schiff.
Daß es das Wort "Croisar(s)" 'gar nicht gibt', stimmt also nicht,
wenn auch bloß im Altfranzösischen. In dieser Zeit lebte jedoch
Nossi, nicht wahr?;-)
Aber da die Nato als Symbol ebenfalls sowas wie ein Kreuz beherbergt,
geschenkt.;-)

na ja "historisches Tief", Du hast die 70er Jahre nicht miterlebt, da kostete
der Liter Benzin umgerechnet 70, 80 bis 90 Pfennige.
In den 60ern noch weniger, selbstmurmelnd.
Zur Zeit liegt der Preis auf dem Niveau von 2009.

"gleichzeitig bedroht derzeit die Türkei wieder einmal Griechenland"

ich verfolge die Nachrichten - wo wurde denn davon bitte berichtet???

- Rhodos stand geschichtlich betrachtet immer im Brennpunkt zwischen Ost und West; heute steht es als Sinnbild für die Bedrohung des Westens durch die islamische Welt."

BB und ich haben mittlerweile rund den halben Nostradamus bereits überarbeitet und diesen Vers anders interpretiert, insbesondere die erste Zeile.

"A ſon hault pris plus la lerme ſabee,
D’humaine chair par mort en cendre mettre,
A l’iſle Pharos par croiſars perturbee,
Alors qu’à Rodes paroiſtra dure eſpectre.

Auf ihrem hohen Preis (nicht) mehr die sabäische Träne,
Menschliches Fleich durch Tod zu Asche gemacht,
Auf der Insel Pharos durch Kreuzträger verwirrt,
Dann, daß zu Rhodos erscheint hartes Gespenst.

"Zeile 1: "Sabäische Träne" wird von einigen Interpreten als "Erdöl" gedeutet.
Dafür scheint aber kein historischer Beweis zu existieren."

Pech ist, daß der Jemen/Saba überdies so ziemlich das einzige
arabische Land ist ohne eigene Erdölvorkommen, deshalb sehr arm.

Vielmehr ist "Saba", der heutige Jemen, seit der Antike als wichtigster (bzw. einziger) Lieferant für Weihrauch bekannt, der aus dem Harz (der Träne!) des Weihrauchbaums gewonnen wird.
Deutung: Der Weihrauch ist nicht mehr auf seinem hohen Preis. Das heißt,
die Kirchen sind schlecht besucht/geschlossen, der Glaube in einer Krise.

Nähme man wortwörtlich den echten Weihhrauch (Boswellia carteri),
so ist dieser Strauch vom Aussterben bedroht, auch im Jemen.
Deshalb ist der echte Weihrauch inzwischen alles andere als billig.
Wie gesagt der echte - es gibt natürlich auch preiswerte Imitate.

Aber Nostradamus arbeitet bekanntlich mit parabelhaften Vergleichen,
und nicht mit direkten Zusammenhängen, und somit mag Deine
Interpretation ins Schwarze treffen, mit der Krise der traditionellen
abendländischen Kirchen.

Dazu paßt Vers I/44, wo Nostradamus die Krise der Kirche (wahrscheinlich während der französischen Revolution) ganz ähnlich verschleiert, nämlich mit: "Der Honig wird viel teurer sein als Wachs." => Wachs für Kirchenkerzen nicht mehr benötigt, Preis fällt."

Es gibt aber auch ein Bienensterben, die Ursachen liegen in den
Pestiziden und/oder am Elektrosmog. :clap:
Ich will das alte Jahr mit Humor verabschieden.
Klar, brilliant interpretiert: Krise des Glaubens und
der etablierten Kirchen.

Schau(t) mal, wie Eure Interpretationen diesbezüglich noch vor 10, 11 Jahren
geklungen hatten: http://el-abba.org/forumex-proph/messages12/120640.htm
und http://el-abba.org/forumex-proph/messages06/63989.htm :-D

Guten Rutsch, und komm(t) gut durch!

Eyspfeil

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Dunning-Kruger-Effekt

BBouvier @, Donnerstag, 01.01.2015, 14:06 vor 2828 Tagen @ Eyspfeil (4565 Aufrufe)

Hallo, Eyspfeil!

Man taumelt da eben immer an der Kante
des Dunning-Kruger-Effekts umeinand. :-D
=>
http://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt

Wobei die Indikatoren Nichtbetroffener Demut und Zweifel sind.

Beste Grüße!
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Re: Zu Nostradamus V/16

ods @, Freitag, 02.01.2015, 18:02 vor 2827 Tagen @ Taurec (4398 Aufrufe)

Hallo zusammen,

BB und ich haben mittlerweile rund den halben Nostradamus bereits überarbeitet und diesen Vers anders interpretiert, insbesondere die erste Zeile.

Die Interpretation klingt schlüssig, meinen Glückwunsch.

Es ist möglich, daß dieser Vers in die fernere Zukunft gehört. Es scheint bei Nostradamus einen Großzyklus aus vergleichsweise vielen Versen zu geben, der eine islamische Erhebung beschreibt, die ihr geistiges Zentrum in Persien hat, allmählich den ganzen nahen Osten, Ägypten, Nordafrika, Byzanz (Türkei), den Balkan erfasst und schließlich sogar Spanien, Italien und Südfrankreich erobert. Das europäische Reich scheint zu dieser Zeit in einer Krise zu sein und von zentrifugalen Kräften auseinandergetrieben zu werden. Dann tritt "Chyren" auf, wirft den Islam (erneut) aus Europa, eint das Reich, steht am Ende sogar im Zentrum der islamischen Welt und wird zum "christlichen Weltherrscher". Es gibt überaus viele Verse, die sich relativ problemlos in diesen Handlungsbogen einreihen lassen. Tatsächlich kann sich das Ganze über mehrere Generationen hinziehen. Nichtsdestoweniger ist das alles höchst spekulativ.

Auch wenn es etwas Off-topic ist darf ich eine mögliche alternative Interpretation vorschlagen.

Chiren (Selin) ist der bei Nostradamus am häufigsten genannte Name. Und es gibt nur einen Vers der nahelegt, dass Chiren ein "guter Monarch" sei:

IV-77
SELIN Monarque l'Italie pacifique
Regnes unis Roy chrestien du monde:
...

Wenn ich die zweite Zeile so interpretiere, dass Chiren indirekt dafür sorgt, dass sich die christlichen Könige der Welt vereinen/verbünden - weil sie sich vor Chiren fürchten - dann bricht das Kartenhaus des guten Monarchen Chiren zusammen. (Die Interpretation eines indirekt verursachten Ereignisses sehe ich auch in der dritten Zeile von X-72, aber das ist ein anderes Thema.)

Im Vorwort an seinen Sohn Cäsar lautet die erste Vorhersage für die Zukunft (Übersetzung von Allgeier):

Ich bin auch davon überzeugt, daß die Briefe ein riesiges Gequassel auslösen, weil ich herausfand, daß der Welt ein Aufruhr bevorsteht. Die Überschwemmungen und die Fluten werden so hoch steigen, daß es kaum ein Gebiet mehr geben wird, das nicht mit Wasser bedeckt wäre. Und das wird so lange dauern, daß alles verloren zu sein scheint, abgesehen von Volkskunde und Ortsbestimmung. Vor diesen Ereignissen aber und ebenfalls nach der Riesenflut wird es ...

Im Vorwort an Heinrich II., König von Frankreich, lautet die erste Vorhersage für die Zukunft (Übersetzung von Allgeier):

Dann [zu Beginn des 7. Jahrtausends], ... werden die Gegner Jesu Christi und seiner Kirche übermächtig zu wuchern beginnen. [Es folgen Abschnitte, die keine Vorhersage für die Zukunft machen.] Ich sehe, daß hauptsächlich auf die Kirchen Gottes, dann aber auch auf jene, die die irdische Macht verkörpern, ein riesiger Verfall zukommt, verbunden mit tausend anderen unglücklichen Ereignissen.

Ich stelle einmal die These auf, dass die riesige Überschwemmung dasselbe meint wie die übermächtig wuchernden Gegner Jesu Christi. Nostradamus schreibt viel davon, dass seine Sehergabe von Gott kommt, und er zitiert auch öfters Bibelverse. Insofern ist der Niedergang des Christentums eine absolute Katastrophe, eine Sintflut sondergleichen.

Dann stelle ich die These auf, dass der am häufigsten genannte - Chiren - diese Überschwemmung auslöst. Einen weiteren Beleg dafür habe ich im Moment nicht.

VIII-16 (Übersetzung von Allgeier)
Am Ort, an dem HIERON sein Schiff erbauen ließ,
entsteht eine so große plötzliche Flut,
daß es keinen Ort und keine Erde mehr geben wird, die man betreten könnte.
Die Fluten steigen am olympischen Felsen hoch.

Vielleicht baut auch dort, wo Hieron II. von Syrakus sein Prachtschiff bauen ließ, Chiren sein Schiff, also seine neue Religion, auf. Damit wird also die Riesenflut ausgelöst. Anders gesagt könnte Chiren seine Religion in Syrakus gründen (und dann weiter durch Europa ziehen). Übrigens könnte die Gründung einer neuen Religion theoretisch bereits gestern passiert sein; es muss keineswegs einen großen Presserummel geben. In der nächsten Woche berichtet dann vielleicht eine sizilianische Lokalzeitung mit einem kleinen Artikel zum ersten Mal davon...

Leider läuft mir gerade die Zeit davon, und ich will jetzt nur noch ein paar Stichworte hinschreiben, die mehr als Merker für mich gedacht sind. Wenn ich mehr Zeit finde will ich es genauer schreiben.
- Neue Religion hat Donnerstag als Feiertag (X-71)
- Neue Religion mit neuer Zeitrechnung (580, 703 in VI-2)
- Neue Religion könnte als "Islamische Reformation" in der Presse dargestellt werden.

Taurec, ich darf dich zitieren: Nichtsdestoweniger ist das alles höchst spekulativ.

Gruß von ods

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Danke sehr, Ods!

BBouvier @, Freitag, 02.01.2015, 23:15 vor 2827 Tagen @ ods (4214 Aufrufe)

"Überschwemmung": Bei Nostradamus offenbar durchgängig
=>
Revolutionen-Umstürze-Kein Stein bleibt mehr auf dem anderen,
das alte wird hinweggespült, geht unter ... etc.

Kein H2O :-)

Beste Grüße!
BB

--
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Chyren der "Islambezwinger"

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 04.01.2015, 13:59 vor 2825 Tagen @ ods (6031 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Mittwoch, 26.09.2018, 08:49

Danke, sehr interessant, Ods!

Chiren (Selin) ist der bei Nostradamus am häufigsten genannte Name. Und es gibt nur einen Vers der nahelegt, dass Chiren ein "guter Monarch" sei:

IV-77
SELIN Monarque l'Italie pacifique
Regnes unis Roy chrestien du monde:
...

Wenn ich die zweite Zeile so interpretiere, dass Chiren indirekt dafür sorgt, dass sich die christlichen Könige der Welt vereinen/verbünden - weil sie sich vor Chiren fürchten - dann bricht das Kartenhaus des guten Monarchen Chiren zusammen. (Die Interpretation eines indirekt verursachten Ereignisses sehe ich auch in der dritten Zeile von X-72, aber das ist ein anderes Thema.)

Ich vermute, daß Chyren durchaus selbst sich die christlichen Reiche unterwirft.

In VI/70 ist er ebenfalls selbst König der Welt (Übersetzung nach Jean-Claude Pfändler):
Au chef du monde le grand Chyren ſera,
Plus oultre apres aymé craint redoubté:
Son bruit & loz les cieux ſurpaſſera,
Et du ſeul tiltre victeur fort contenté.

Zum Oberhaupt der Welt wird der große Chyren werden,
Darüber hinaus1 später geliebt, gescheut2, gefürchtet3.
Sein Ruf4 und Ruhm5 werden die Himmel übersteigen,
Und mit dem alleinigen Titel "Sieger" sehr zufrieden.


1 Lat. „plus ultra“ = „darüber hinaus”.
2 Frz. „craindre“ = „fürchten”, „befürchten”, „sich vor jemandem ängstigen”.
3 Frz. „redouter” = „jmd. fürchten”, „sich vor jmd. grauen” von lat. „re-“ + „dubitare” („zweifeln”). Im Grunde „craindre” in stärkerer Form.
4 Frz. „bruit” = „Gräusch”, „Lärm”, „Getöse”, „Gerücht”.
5 Frz. „loz“ von lat. „laus“ = „Lob“, „Verherrlichung“, „Anerkennung“. Im Vergleich zu VI/50 wurde die Wendung hier weniger weltlich übersetzt.

"Redouté" (mit "gefürchtet" wiedergegeben) übersetzt Pfändler unverständlicherweise mit "verehrt". Der Sinn ist genau das Gegenteil: "craindre", nur stärker. Man scheißt sich wirklich in die Hose, wenn man seinen Namen nur hört. Daher habe ich "craindre" etwas schwächer mit "gescheut" übersetzt.

Dazu zu gehören scheint uns Vers IV/86:
L’an que Saturne en eau ſera conioinct,
Auecques Sol, le Roy fort & puiſſant:
A Reims & Aix ſera receu & oingt,
Apres conqueſtes meurtrira innocens.

Das Jahr, in dem Saturn im Wasser verbunden ist
Mit der Sonne, der starke und mächtige König
Zu Reims und Aachen1 wird empfangen und gesalbt,
Nach Eroberungen ermordet er Unschuldige.

1 Frz. „Aix-la-Chapelle“ = „Aachen“.

"Saturn" steht symbolisch mit Unglück in Verbindung (er war ja Vorlage für den Sensenmann). Darüber hinaus ist in manchen Versen das Judentum als Saturn verschleiert (dies Saturni = Samstag = Sabbat). Letzteres scheint hier aber weniger zu passen. Daher: Unheil/Tod mit Umsturz (Wasser) verbunden.
"Sonne" steht hier aber durchaus für das Christentum (Sonntag). Der starke und mächtige König wird zu Reims (Krönungsstadt der französischen Könige) und Aachen. Letzteres war Residenz Karls des Großen und bis 1531 Krönungsort der römisch-deutschen Könige (und damit Kaiser).
Hier wird ein mächtiger christlicher Kaiser gekrönt, der Deutschland und Frankreich zusammen regiert (=> Reiche vereint in IV/77).
Aber wie in VI/70 ist er eine ziemlich üble Socke: nach seinen Eroberungen ermordet er Unschuldige.
Chyren ist also eine durchaus ambivalente Persönlichkeit.

Die Frage, die sich mir vor dem Hintergrund des groben Ablaufs stellt, lautet: Ist Chyren mit dem Kaier/Imperator, der in manchen Seherschauungen vorkommt und in älteren Prophezeiungen als "großer Monarch" einen festen Platz hat, identisch oder handelt es sich um einen weiteren Kaiser, der vielleicht Jahrhunderte später als Restaurator des Reiches auftritt?
Gewissermaßen, wenn man es mit dem römischen Imperum vergleicht:
Möglichkeit 1: "Chyren" = unser "Augustus"?
Möglichkeit 2: "Chyren" = unser "Konstantin", christlicher Reichsbefestiger?

Da der Islam hier bereits Fuß zu fassen begonnen hat, erscheint mir Möglichkeit 1 um so wahrscheinlicher, je länger die gegenwärtige Entwicklung andauert.

Dann stelle ich die These auf, dass der am häufigsten genannte - Chiren - diese Überschwemmung auslöst. Einen weiteren Beleg dafür habe ich im Moment nicht.

Ich vermute eher, daß er die "Überschwemmung" beendet, indem er einerseits den Islam aus Europa hinausfegt, andererseits als Synthese die Krise innerhalb Europas auflöst.

Was bei Nostradamus daruf hinzudeuten scheint, ist natürlich wieder höchst dubios, z. B.:

V/45:
Le grand Empire ſera toſt deſolé,
Et tranſlaté pres d’arduenne ſilue:
Les deux baſtardz par l’aiſné decollé,
Et regnera Aenodarb. nez de milue.

Das große Kaiserreich ist bald trostlos,
Und verlegt nahe des Ardenner1 Waldes.
Die beiden Bastarde durch den älteren enthauptet,
Und es herrscht Rotbart2 Habichtnase3.

1 In der Ausgabe Moskau 1557 steht „d’arduer ne silve“.
2 In den beiden Erstausgaben von 1557 steht „Aenobarbe“. Lat. „ahenobarbus“ = „bronzener/roter Bart“ aus „aenus“ („ehern“, „kupfern“) und „barba“ („Bart“). Der Beiname der römischen Familie, welcher Nero entstammte war Ahenobarbus.
3 In der Ausgabe Moskau 1557 steht „nay de milve“ („geboren vom Habicht“). Lat. „milvus“ = „Gabelweihe“, „Taubenfalke“ (ein Synonym für „Habicht“) und „Milan“, alles Vogelarten, die zu den Habichtartigen gezählt werden. Hier wird offenbar auf die Krümmung der Nase angespielt.

Das Reich (also auch das Christentum) ist trostlos. Der Ardenner Wald, der liegt grob mittig zwischen Reims und Aachen.
Rätselhaft die beiden Bastarde. Ich halte es für möglich, daß das zwei zur Herrschaft eigentlich nicht legitiemerte Zweitklassige sind, die sich Reichsteile unter den Nagel reißen.
Eine Einordnung erlaubt eigentlich nur Aenobarb (Aenodarb = Setzfehler in der 1568er Ausgabe). Der Begriff schickt uns auf eine Schnitzeljagd, die uns wieder zu Chyren führt:
1. Ahenobarbus ist der Beiname der Familie Kaiser Neros und bedeutet: Bronzebart, Rotbart.
2. In Vers I/74 röstet ein "Kupferbart" am Spieß. Der Vers muß zeitlich nach V/45 liegen, wo er noch herrscht. Der Begriff ist wahrscheinlich eine Anspielung von Nostradamus auf den zeitgenössischen osmanischen Korsaren Khair ad-Din, der den Beinamen "Rotbart" trug. Folglich: "Aenobarb" = Chiffre für einen islamischen Admiral/Feldherr.
3. In Vers I/74 strebt ein "krauser Schwarzhaariger" nach dem Reich (vermutlich das selbe Empire, das in V/45 trostlos ist). Ich vermute, es ist der Chef des Rotbarts, also der Obermoslem.
4. In Vers II/79 wird eben dieser "krause und schwarze Bart" von Chyren erledigt:

La barbe creſpe & noire par engin,
Subiuguera la gent cruelle & fiere:
Le grand chiren oſtera du longin,
Tous les captifs par Seline baniere.

Der krause und schwarze Bart mit Einfallsreichtum1,
Unterwirft das grausame und stolze2 Volk.
Der Große Chiren entfernt aus dem Verließ3,
Alle die Gefangenen von Seline Banner.

1 Frz. „engin“ bekam erst in neuerer Zeit die Bedeutung „Gerät“, „Maschine“. Lat. „ingenium“ bedeutet „Schöpfergeist“, „Genie“, „Talent“. Mfrz. „engin“ hatte u. a. die Bedeutung „Erfindungsreichtum“, „Gewitztheit“, „List“, „Kriegsmaschine“.
2 Frz. „fier“ = „stolz“, „anständig“, „hochmütig“, „mächtig“, „riesig“, „selbstbewußt“.
3 Gemeint ist wahrscheinlich das mittelfranzösische „longaigne“ („Latrine“, „Kloake“, aber auch „das Schmachten“, „die Schwäche“). Hier dürfte ein symbolisches Verließ oder eine ziemlich üble Lage gemeint sein, vgl. frz. „languir“ („schmachten“).

Die Verbindung "krauser Schwarzbart" = Islam fällt eigentlich ins Auge:
[image]
Das grausame und stolze Volk = die Europäer? Rätselhaft.
Weniger rätselhaft sind Zeilen 3 und 4: Chyren befreit all jene, die unter dem Banner des Islams (Selene = Mondgöttin = "Islam") gefangen sind.

Dazu gehört auch Vers IV/34:
Le grand mené captif d’eſtrange terre,
D’or enchainé au Roy chyren offert:
Qui dans Auſone, Milan perdra la guerre,
Et tout ſon oſt mis à feu & à fer.

Der Große gefangen geführt aus fremdem Lande,
Mit Gold gekettet dem König Chyren dargeboten.
Der in Ausonien1, Mailand verliert den Krieg,
Und seine ganze Armee2 überantwortet dem Feuer und dem Eisen.

1 Als „Ausonien“ wurden in der Frühantike von den Hellenen Süd- und Mittelitalien bezeichnet. Der Begriff wurde aber allmählich auf ganz Italien ausgedehnt.
2 Mfrz. „ost“ = „Heer“, „kriegerische Unternehmung“, „Kampf“ von lat. „hostis“ („Feind“, „Fremder“, „Widersacher“).

Zeilen 1 und 2: Vermutlich identisch mit "krauser Schwarzbart". Da es sich um einen Führer handelt, werden ihm von Chyren seine Abzeichen belassen. Vielleicht wird er auch wie Vercingetorix als Trophäe vorgeführt, den Cäsar auf einem Triumphzug durch Rom schleifte und dann töten ließ.
Zeilen 3 und 4: Womöglich der Feldherr Rotbart, der sich in Italien (Ausonien und Mailand) abmüht und am Ende am Spieß röstet. All seine Untergebenen läßt Chyren ebenfalls über die Klinge springen. Damit schließt sich der Kreis zu IV/77: "Italien befriedet". Die Christenheit ist gerettet. Chyren wird christlicher Weltherrscher, die Reichsteile werden geeint. Womöglich ist damit das Ende des Islams an sich angedeutet. Als nächstes dreht Chyren den Spieß nämlich um und macht sich selbst dorthin auf, wo seine Feinde herkamen:

IV/77:
SELIN monarque, l’Italie pacifique,
Regnes vnis Roy chreſtien du monde:
Mourant voudra coucher en terre bleſique
Apres pyrates auoir chaſſé de l’onde.

Islambeherrscher, Italien befriedet,
Reiche vereint, christlicher König der Welt.
Sterbend will er ruhen im Heiligen1 Land
Nachdem (er) Seeräuber hat gejagt von der Welle.

1 Das Wort „blesique“ gibt es in der französischen Sprache nicht. Ein Teil der Interpreten deutet es als ein auf die Stadt Blois verweisendes Adjektiv. „Blésois“ wird die Landschaft genannt, in der Blois (lat. „Blesum“) liegt. Eine andere Möglichkeit ist die Verwandtschaft mit dem englischen „bless“ („segnen“). Eine Anleihe aus dem Englischen hat Nostradamus auch in II/17 vorgenommen. „Terre blesique“ wäre dann als Verschleierung für „gesegnetes“ oder „heiliges“ Land (frz. „Terre sainte“) zu deuten.

Selene ist in der griechischen Mythologie eine Mondgöttin und der Halbmond steht für den Islam, daher "Islambeherrscher". Zudem könnte "Selin" ein Anagramm für "Islen" sein, was fast wie Islam klingt.
"Selene Monarch" ist entweder ein Islamherrscher, der zuvor in Italien einfällt, oder es handelt sich wie bei "Africanus" (für Scipio, Sieger über Hannibal) um einen Spitznamen Chyrens: "Islambeherrscher".
"Terre blesique" ist nicht das Land von "Blois" (frz. "Blésois"), wie viele übersetzen, sondern "gesegnetes Land". "Blesique" gibt es im französischen nicht, könnte aber eine Französisierung des Englischen "to bless" ("segnen") sein und auf das Gelobte Land (frz. "Terre promise" oder "Terre sainte") anspielen. Chyren will also ins Heilige Land, um dort zu ruhen. Damit entspricht er völlig den europäischen Prophezeiungen über den Großen Monarchen, der nach 25-jähriger Regierungszeit in Jerusalem seine Reichsinsignien niederlegen soll!
Zitate dazu von Arthur Hübscher:
"Man sieht den Antichrist im fernen Orient, in mohammedanischer Umgebung aufwachsen und als siegreichen Feldherrn und Eroberer die Welt in Schrecken setzen. Er wird vorläufer und vorauslaufende Diener haben - sind sie nicht schon da? Das erste Jahrtausend nachchristlicher Geschichte nähert sich dem Ende, - ist es das Ende der Welt? 'Appropinquate mundi termino" [Da das Weltende naht] ist eine beliebte Formel des 10 Jahrhunderts. Aber Adso hat einen Trost bereit. Er sieht den Verfall des erneuerten Kaisertums, und doch ist er der beste Träger der großen Prophetie, der unter dem Eindruck der translatio imperii steht, der Übertragung des Reiches auf die Franken. Und dieses neue Reich ist nun die aufhaltende Macht: Solange es noch Könige der Franken gibt, wird der Antichrist nicht erscheinen. Die Sibylle hat ja prophezeit, daß aus diesem Königshause noch ein gewaltiger Kaiser vor dem Ende der Tage ersteht, der ein Reich des Friedens bringen und dann auf Golgatha Krone und Szepter niederlegen wird." (Hübscher: Die große Weissagung, S. 96/97)
Und Ende es 15. Jahrhunderts lautet die Endfassung der Prophezeiung des Methodius:
"Die Türken werden vom Kaiser völlig besiegt und unterjocht, die Christen fallen bald darauf in einen allzu gesegneten Frieden in fleischlicher Üppigkeit, bis Gog und Magog ein furchtbares Blutbad unter ihnen anrichten. Dann zieht der römische König nach Golgatha, legt seine Krone auf das Kreuz und übergibt des Reich der Christen Gott dem Vater." (Hübscher: Die große Weissagung, S. 138)
Wird können sicher davon ausgehen, daß Nostradamus in der Prophezeiungsliteratur seiner Zeit belesen war und diese Aussagen kannte.
Die "Seeräuber" in Zeile 4 des obigen Verses könnten übrigens wieder ein Hinweis auf die Vorherrschaft des Islams im Mittelmeer unter dem als "Rotbart" chiffrierten Korsaren sein, den Chyren vom Wasser bläst.

Gruß
Taurec

--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

Interpretationsversuch

Leonessa @, Sonntag, 04.01.2015, 18:52 vor 2825 Tagen @ Taurec (3971 Aufrufe)

Hallo Taurec,

ein Gedanke zur Interpretation von Vers II/79:

Könnte es nicht sein, daß sich "cruelle et fiere"
auf die Art und Weise bezieht, wie "la barbe"
das Volk unterwerfen wird und nicht die Eigenschaften
des untergekriegten Volkes beschreibt?

Also: der schwarze Krausbart wird die Leute grausam
und stolz unterwerfen…

Gruß
Leonessa

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Adjektiv und Adverb

BBouvier @, Sonntag, 04.01.2015, 22:40 vor 2825 Tagen @ Leonessa (4016 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Sonntag, 04.01.2015, 23:09

Hallo Taurec,

ein Gedanke zur Interpretation von Vers II/79:

Könnte es nicht sein, daß sich "cruelle et fiere"
auf die Art und Weise bezieht, wie "la barbe"
das Volk unterwerfen wird und nicht die Eigenschaften
des untergekriegten Volkes beschreibt?

Also: der schwarze Krausbart wird die Leute grausam
und stolz unterwerfen…

Gruß
Leonessa

Hallo, Leonessa!

Die Zeile lautet:
"Subiuguera la gent cruelle & fiere."

cruelle und fière sind Adjektive von "gent".

Würde K. sie "grausam und stolz" unterwerfen,
dann stünden dort Adverbien.

Wie im Englischen (und anders als im Deutschen)
unterscheidet die frz. Grammatik zwischen beiden!

Englisches Beipiel:
The frog is nice.
The Frog sings nicely

Analog:
Die Adverbien der Adjektive "cruel" und "fièr"
würden lauten: cruellement und fièrement.

Und das steht dort nicht:
Die Sache ist eindeutig.
Und außerdem müßte dann "la gent" am Satzende stehen.
Darüberhinaus sind "cruelle und fière" Adjektive im Feminin,
denn sie richten sich hier nach dem femininen "la gent".

Parallele:
Wohl Niemand käme auf die Idee, bei dem deutschen Satz:
"Er unterwirft die grausame und stolze Bevölkerung."
... zu vermuten, der Unterwerfer wäre wohl stolz und grausam?

(Im Frz. werden Adjektive - bis auf ganz wenige Ausnahmen - nachgestellt.)

Grüße!
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Dank

Leonessa @, Montag, 05.01.2015, 15:02 vor 2824 Tagen @ BBouvier (3833 Aufrufe)

Hallo BB,

Danke für die freundliche Auffrischung meiner verschütteten Französischkenntnisse.:-)
…"cruellment", jetzt wo Du es sagst, dämmert's wieder…

Daß die besagten Adjektive im Feminin stehen war mir bewußt, hätten sich aber meiner (falschen) Meinung nach auf "la barbe" beziehen können.

Nichtsdestotrotz, es macht mir riesigen Spaß, mich an der Interpretation diverser Nostradamusverse zu versuchen. Nur werde ich die Ergebnisse in Zukunft für mich behalten, aber die Hoffnung nicht aufgeben, das blinde Huhn zu sein, das auch mal ein Korn findet.:yes:

Herzliche Grüße,
Leonessa

Anregung zum "Gegenbeweis"

Martin @, Dienstag, 06.01.2015, 23:49 vor 2823 Tagen @ Leonessa (4097 Aufrufe)
bearbeitet von Martin, Dienstag, 06.01.2015, 23:57

Hallo zusammen,

zunächst möchte ich allen Experten hier mein Lob und meine Anerkennung für die schwierige Arbeit erbieten!

Ich selbst bin noch nicht einmal "Nosti"-Amateur, doch geschult in textbasierter Interpretation.

Unser guter "Nosti" hat sich im Laufe der Jahre auch in den Proph-Foren immer wieder als schwer interpretierbar, sperrig,
nebulös erwiesen. Bisweilen kann eine Interpretation erst im Nachhinein einem Ereignis zugeordnet werden.

Ich habe nun eine eher ungewöhnliche Frage an die Experten zu einem "höchst spekulativen" Thema:

In der obigen Abhandlung lese ich bisher Folgendes in Bezug auf daswirkliche HANDELN des unbekannten Herrschers:

- Es scheint bei Nostradamus einen Großzyklus ... zu geben, der eine islamische Erhebung beschreibt,...die schließlich sogar
Spanien, Italien und Südfrankreich erobert....
Dann tritt "Chyren" auf,...

- Chiren (Selin) ist der bei Nostradamus am häufigsten genannte Name. Und es gibt nur einen Vers der nahelegt, dass Chiren
ein "guter Monarch" sei:


Weiss der Geier wieso jetzt "Chiren" jetzt "Selin" ist - ich nehme das für bereits erörtert und schaue weiter ....


- Dann stelle ich die These auf, dass der am häufigsten genannte - Chiren - diese Überschwemmung auslöst.
(aka Revolutionen-Umstürze)

- Zum Oberhaupt der Welt wird der große Chyren werden

- Nach Eroberungen ermordet er Unschuldige.

- ... "Aenobarb" = Chiffre für einen islamischen Admiral/Feldherr.

- Der Große Chiren entfernt aus dem Verließ,
Alle die Gefangenen von Seline Banner. .... Chyren befreit all jene, die unter dem Banner des Islams (Selene = Mondgöttin =
"Islam") gefangen sind.

- All seine Untergebenen läßt Chyren ebenfalls über die Klinge springen.


dazu noch


- Selene ist in der griechischen Mythologie eine Mondgöttin und der Halbmond steht für den Islam, daher "Islambeherrscher".
Zudem könnte "Selin" ein Anagramm für "Islen" sein, was fast wie Islam klingt.


- "Selene Monarch" ist entweder ein Islamherrscher, ... oder es handelt sich ... um einen Spitznamen Chyrens: "Islambeherrscher".

- "Man sieht den Antichrist im fernen Orient, in mohammedanischer Umgebung aufwachsen und als siegreichen Feldherrn und Eroberer die Welt in Schrecken setzen.


Eure Interpretation halte ich für gut möglich.
Ich bin Christ und Europäer - Nichts würde ich lieber glauben.

Ist es nicht ebenfalls möglich, dass das Ganze nach einem vorläufigen Triumph des Islams aussieht, woraufhin sich der
Protagonist der Gegenseite zuwendet / konvertiert oder dergleichen?

Ich finde dies wäre ein bedeutsames Detail!

Mein Vorschlag zur Falsifikation:
Mal angenommen Ihr würdet den Text zum ersten Mal sehen.
Wäre es da möglich, dass von einem islamischen Herrscher und Feldherren gesprochen wird?
Wie ginge die Entwicklung dann weiter anhand der Quatrains?


LG
Martin

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"Nichts ist unmöglich!" :-)

BBouvier @, Mittwoch, 07.01.2015, 13:56 vor 2822 Tagen @ Martin (4011 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Mittwoch, 07.01.2015, 14:07

<"Wäre es da möglich, dass von einem islamischen Herrscher
und Feldherren gesprochen wird?
">

Hallo, Martin!

Im vorab die eigentliche Aussage künftigen Geschehens
bei Nostradamus treffend zu erfassen, grenzt an ein mittleres Wunder
und ist fast (!) unmöglich.
Man ist schon froh&glücklich, wenn es gelingt,
einen Vers relativ sicher einem Ereignis der Vergangenheit
zuzuordnen.
Allerdings mag man - künftiges, die näherere Zukunft betreffend -
via Konkordanz mit den uns geläufigen Schauungen hie&da
eine vage Übereinstimmung mit einem Vers zu konstatieren
und den auf dieser Grundlage zu betrachten.
Meist muß es allerdings bei einer kommentierten
Übersetzung bleiben.

Ein Beispiel sei - die Schwierigkeit, im vorab
die Lösung zu finden, aufgeführt.

IX/26, Ziele drei:

"Nahe Voltris, mit grünen Mauern "capres". (= Kapern)
???
Richtig:
"Nahe Voltris, mit grünen Mauern "capturé". (= gefangen/gekapert!)

Voltri, ein Küstenort am Mittelmeer unweit Genuas.

Lösung:
Napoleon, auf der Insel Elba, mitten im Wasser des Mittelmeeres, interniert.

Zeile vier bestätigt:
"Nach Piombino der Wind, auf guter Achse".

Napoleon entwischt am 26. Februar 1815 seinem englischen Bewacher,
dem Oberst Campbell, der wegen Behandlung siner Zahnschmerzen nach Piombino,
auf das nahe Festland, gesegelt war und landet am 1. März glücklich in Antibes.
Campbell sieht auf der Rückfahrt zwar noch Napoleons Brigg, die Inconstant,
und schöpft Verdacht, jedoch muß sein Schiff gegen den Wind kreuzen,
während für Napoleon der Wind gut steht und dessen Brigg
am Horizont schnell verschwindet.

Und nun das knacke mal vorher - 1814!
Noch 1989 schreibt dazu der Kenner Allgeier, es sei vermessen,
den Vers deuten zu wollen.

Aber Taurec und ich knabbern da verbissen und hoffentlich auch erfolgreich.

Grüße!
BB

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Nizza Abfahrt?

BBouvier @, Mittwoch, 07.01.2015, 16:48 vor 2822 Tagen @ BBouvier (4124 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Mittwoch, 07.01.2015, 16:57

Nachtrag ... weil es so bezeichnend ist.
Zeile eins des Verses lautet:
"Nizza Abfahrt, Beiname aus beißenden/heftigen/harten Buchstaben."

??

Der Name "Napoleon" gleicht phonetisch ganz ungemein
dem Oberteufel, dem Satan der Offenbarung, dem "Apollyon".

Napoleons Weg in die Verbannung führt ihn über den Hafen
von Fréjus nach Elba, wo er nach kurzer Überfahrt am 04.Mai 1814 eintrifft.

Von Fréjus nach Nizza sind es zwar nur gut 45 Minuten Autofahrt
entlang der Küstenstraße, jedoch ist nun nicht davon auszugehen,
Nostradamus hätte etwa Fréjus mit Nizza verwechselt oder der "richtige"
Fährhafen für die Überfahrt sei ihm nicht bekannt gewesen.

Auch in anderen, definitiv sicher entschlüsselten Versen,
nennt Nostradamus zur Verschleierung oftmals recht "kleine"
und unbedeutende Orte in unmittelbarer Nähe des eigentlichen Geschehens.

Damit müssen wir leben.

Im Doppelvers zu diesem, X/13, nennt Nostradamus allerdings
völlig korrekt und treffend Antibes als Endpunkt der Flucht.
Und mittendrin "helbepolique".
??
=>
Der Ausgangspunkt der Flucht ist Elba.
h-elbe-polique (im Frz. wird so ein "h" nicht gesprochen)
Und die Reise endet am 20. März in Paris = der "Stadt" - griechisch: "polis".
(h)elbe-poli-que
Die Endsilbe "que" ist irrelevant, gleicht beispielsweise: "antibiotique",
dient nicht nur zur Verscheierung, sondern auch dem Reim in Zeile vier.
Einige tausend frz. Wörter mit dieser reinen Endsilbe:
=>
http://www.wordmine.info/de/Search.aspx?slang=fr&stype=worter-mit-endung&sword=QUE

Man staunt.

Grüße,
BB

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helbepolique

Oberberger @, Mittwoch, 07.01.2015, 21:11 vor 2822 Tagen @ BBouvier (3861 Aufrufe)

Hallo allerseits, insbesondere BB!

Habe da noch eine weitere Interpretationsidee bezüglich h-elbe-poli-que...
Wir wissen doch, daß "Nossi" nicht nur in Altfranzösisch, sondern auch in Latein schrieb...
Und da fiel mir folgendes ein: SPQR = Senatus Popolusque Romanus = Der Senat und das Volk Roms
Die Endsilbe -que im Lateinischen bedeutet "und" ...wie ich als alter, aber schwacher Lateiner noch guth weiß.....;-)
Also würde es bedeuten Elba und (Haupt)Stadt, und ich wette, wenn man nur lange genug sucht, hat auch das H am Anfang noch eine Bedeutung...ich habe sogar das Gefühl, daß es offensichtlich sein könnte, aber ich es nicht erkenne...
Entweder hat es eine Bedeutung aus dem (Alt)Französischen oder aber Latein oder sogar (Alt)Griechischen...
Ich hatte zunächst die Idee, daß vielleicht die Insel Elba im Griechischen mit H, also Helba oder ähnlich, heißen könnte, konnte es aber nirgends verificieren. Lediglich der Buchstabe Eta = altgr. E im Griechischen schreibt sich wie ein lateinisches H.
Auch das Wort Insel (= Nisi) beginnt im Griechischen nicht mit H, genauso wenig auf Französisch (île =neu /isle= alt) oder Latein (= insula).
Auch die Termini "Flucht" oder "Rückkehr" beginnt in keiner dieser Sprachen mit H....
Vielleicht hat ja irgend jemand anderes auch eine Idee....:-)

Oder BB, Du hast wirklich recht, und es ist lediglich ein "hache non aspiré", um die Insel Elba nicht sofort offensichtlich zu machen.... der Inquisition wegen...

Gruß der Oberberger;-)

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Reiner Werkschutz!

BBouvier @, Mittwoch, 07.01.2015, 21:56 vor 2822 Tagen @ Oberberger (4282 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Mittwoch, 07.01.2015, 22:16

<"...der Inquisition wegen...">

Hallo, Oberbreger!

Danke!
---------------------

Zu obigem - seufzz - weil wir das hier
bereits mehrfach und in epischer Länge hatten. :-(
Zuletzt noch nicht mal vor einem Jahr:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=24095
...und hier:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=8367
...und hier:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=24106
...und hier:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=8380
...und hier:
=>
- auch zum "Schlüsselproblem" -
https://schauungen.de/forum/index.php?id=3990+

Zitat daraus:
"Die Suche nach einem Schlüssel ist deswegen ein
markanter Indikator niedrigen IQs all Derjeniger, die sich
damit abmühen und sich gar gelegentlich nicht
entblöden, darüber sogar ganze Bücher zu verfassen."

...und so weiter =>

Das ist viel zu kurz gedacht und wird auch nicht besser,
weil auch von anderen Schlichtdenkern dümmlich wiederholt, wie eine
Schallplatte mit Sprung.
(Du bist da selbstverständlich ausgenommen.)

Also:

1.
Genoß Nostradamus den absoluten Schutz
des französischen Königshauses.

Vor allem jedoch
2.
Hätte er Klartext geschrieben, dann wären
diejenigen Unternehmungen, die er hatte böse scheitern sehen
und deren Scheitern er im vorab veröffentlicht hatte, doch gar nicht
erst angegangen worden, woraufhin er derlei nie hätte sehen
können, weswegen sie wiederum ... und so weiter und so weiter =>

Ego:
=>
Reiner Werkschutz!

Grüße,
BB

--
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- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Reiner Werkschutz

Oberberger @, Mittwoch, 07.01.2015, 22:18 vor 2822 Tagen @ BBouvier (3925 Aufrufe)

Hallo BB!

OKI! Vom "Werkschutz" überzeugt!;-)

Gruß, der Oberberger!

Re: Chyren der "Islambezwinger"

ods @, Sonntag, 11.01.2015, 19:14 vor 2818 Tagen @ Taurec (4292 Aufrufe)

Hallo Taurec,


Ich vermute, daß Chyren durchaus selbst sich die christlichen Reiche unterwirft.

Ja, da will ich auch gar nicht widersprechen, zumindest was einige christliche Reiche betrifft.

In VI/70 ist er ebenfalls selbst König der Welt (Übersetzung nach Jean-Claude Pfändler):
Au chef du monde le grand Chyren ſera,
Plus oultre apres aymé craint redoubté:
Son bruit & loz les cieux ſurpaſſera,
Et du ſeul tiltre victeur fort contenté.

Zum Oberhaupt der Welt wird der große Chyren werden,
Darüber hinaus später geliebt, gescheut, gefürchtet.
Sein Ruf und Ruhm werden die Himmel übersteigen,
Und mit dem alleinigen Titel "Sieger" sehr zufrieden.

"Redouté" (mit "gefürchtet" wiedergegeben) übersetzt Pfändler unverständlicherweise mit "verehrt". Der Sinn ist genau das Gegenteil: "craindre", nur stärker. Man scheißt sich wirklich in die Hose, wenn man seinen Namen nur hört. Daher habe ich "craindre" etwas schwächer mit "gescheut" übersetzt.

Ich stimme zu.

Dazu zu gehören scheint uns Vers IV/86:
L’an que Saturne en eau ſera conioinct,
Auecques Sol, le Roy fort & puiſſant:
A Reims & Aix ſera receu & oingt,
Apres conqueſtes meurtrira innocens.

Das Jahr, in dem Saturn im Wasser verbunden ist
Mit der Sonne, der starke und mächtige König
Zu Reims und Aachen wird empfangen und gesalbt,
Nach Eroberungen ermordet er Unschuldige.

"Saturn" steht symbolisch mit Unglück in Verbindung (er war ja Vorlage für den Sensenmann). Darüber hinaus ist in manchen Versen das Judentum als Saturn verschleiert (dies Saturni = Samstag = Sabbat). Letzteres scheint hier aber weniger zu passen. Daher: Unheil/Tod mit Umsturz (Wasser) verbunden.
"Sonne" steht hier aber durchaus für das Christentum (Sonntag). Der starke und mächtige König wird zu Reims (Krönungsstadt der französischen Könige) und Aachen. Letzteres war Residenz Karls des Großen und bis 1531 Krönungsort der römisch-deutschen Könige (und damit Kaiser).
Hier wird ein mächtiger christlicher Kaiser gekrönt, der Deutschland und Frankreich zusammen regiert (=> Reiche vereint in IV/77).
Aber wie in VI/70 ist er eine ziemlich üble Socke: nach seinen Eroberungen ermordet er Unschuldige.
Chyren ist also eine durchaus ambivalente Persönlichkeit.

Die Interpretation finde ich mutig. Aber gut, mutig interpretieren müssen wir wohl immer mal wieder.

Die Frage, die sich mir vor dem Hintergrund des groben Ablaufs stellt, lautet: Ist Chyren mit dem Kaier/Imperator, der in manchen Seherschauungen vorkommt und in älteren Prophezeiungen als "großer Monarch" einen festen Platz hat, identisch oder handelt es sich um einen weiteren Kaiser, der vielleicht Jahrhunderte später als Restaurator des Reiches auftritt?
Gewissermaßen, wenn man es mit dem römischen Imperum vergleicht:
Möglichkeit 1: "Chyren" = unser "Augustus"?
Möglichkeit 2: "Chyren" = unser "Konstantin", christlicher Reichsbefestiger?

Da der Islam hier bereits Fuß zu fassen begonnen hat, erscheint mir Möglichkeit 1 um so wahrscheinlicher, je länger die gegenwärtige Entwicklung andauert.

Da ich vermute, dass Chyren eine neue Religion verbreiten wird, würde ich ihn eher mit Mohammed vergleichen. Zugegeben ist meine Interpretation auch mutig.

Dann stelle ich die These auf, dass der am häufigsten genannte - Chiren - diese Überschwemmung auslöst. Einen weiteren Beleg dafür habe ich im Moment nicht.


Ich vermute eher, daß er die "Überschwemmung" beendet, indem er einerseits den Islam aus Europa hinausfegt, andererseits als Synthese die Krise innerhalb Europas auflöst.

Damit liegst du auf etwa derselben Schiene wie Allgeier.

Was bei Nostradamus daruf hinzudeuten scheint, ist natürlich wieder höchst dubios, z. B.:

V/45:
Le grand Empire ſera toſt deſolé,
Et tranſlaté pres d’arduenne ſilue:
Les deux baſtardz par l’aiſné decollé,
Et regnera Aenodarb. nez de milue.

Das große Kaiserreich ist bald trostlos,
Und verlegt nahe des Ardenner Waldes.
Die beiden Bastarde durch den älteren enthauptet,
Und es herrscht Rotbart Habichtnase.

Das Reich (also auch das Christentum) ist trostlos. Der Ardenner Wald, der liegt grob mittig zwischen Reims und Aachen.
Rätselhaft die beiden Bastarde. Ich halte es für möglich, daß das zwei zur Herrschaft eigentlich nicht legitiemerte Zweitklassige sind, die sich Reichsteile unter den Nagel reißen.
Eine Einordnung erlaubt eigentlich nur Aenobarb (Aenodarb = Setzfehler in der 1568er Ausgabe). Der Begriff schickt uns auf eine Schnitzeljagd, die uns wieder zu Chyren führt:
1. Ahenobarbus ist der Beiname der Familie Kaiser Neros und bedeutet: Bronzebart, Rotbart.
2. In Vers I/74 röstet ein "Kupferbart" am Spieß. Der Vers muß zeitlich nach V/45 liegen, wo er noch herrscht. Der Begriff ist wahrscheinlich eine Anspielung von Nostradamus auf den zeitgenössischen osmanischen Korsaren Khair ad-Din, der den Beinamen "Rotbart" trug. Folglich: "Aenobarb" = Chiffre für einen islamischen Admiral/Feldherr.
3. In Vers I/74 strebt ein "krauser Schwarzhaariger" nach dem Reich (vermutlich das selbe Empire, das in V/45 trostlos ist). Ich vermute, es ist der Chef des Rotbarts, also der Obermoslem.

Ich kann nicht widersprechen.

4. In Vers II/79 wird eben dieser "krause und schwarze Bart" von Chyren erledigt:
La barbe creſpe & noire par engin,
Subiuguera la gent cruelle & fiere:
Le grand chiren oſtera du longin,
Tous les captifs par Seline baniere.

Der krause und schwarze Bart mit Einfallsreichtum,
Unterwirft das grausame und stolze Volk.
Der Große Chiren entfernt aus dem Verließ,
Alle die Gefangenen von Seline Banner.

Die Verbindung "krauser Schwarzbart" = Islam fällt eigentlich ins Auge:

Ja, ich stimme zu.

Das grausame und stolze Volk = die Europäer? Rätselhaft.

Vielleicht sind die Araber (in Frankreich) gemeint?

Weniger rätselhaft sind Zeilen 3 und 4: Chyren befreit all jene, die unter dem Banner des Islams (Selene = Mondgöttin = "Islam") gefangen sind.

Ich stimme zu.

Dazu gehört auch Vers IV/34:
Le grand mené captif d’eſtrange terre,
D’or enchainé au Roy chyren offert:
Qui dans Auſone, Milan perdra la guerre,
Et tout ſon oſt mis à feu & à fer.

Der Große gefangen geführt aus fremdem Lande,
Mit Gold gekettet dem König Chyren dargeboten.
Der in Ausonien, Mailand verliert den Krieg,
Und seine ganze Armee überantwortet dem Feuer und dem Eisen.

Zeilen 1 und 2: Vermutlich identisch mit "krauser Schwarzbart". Da es sich um einen Führer handelt, werden ihm von Chyren seine Abzeichen belassen. Vielleicht wird er auch wie Vercingetorix als Trophäe vorgeführt, den Cäsar auf einem Triumphzug durch Rom schleifte und dann töten ließ.
Zeilen 3 und 4: Womöglich der Feldherr Rotbart, der sich in Italien (Ausonien und Mailand) abmüht und am Ende am Spieß röstet. All seine Untergebenen läßt Chyren ebenfalls über die Klinge springen. Damit schließt sich der Kreis zu IV/77: "Italien befriedet". Die Christenheit ist gerettet. Chyren wird christlicher Weltherrscher, die Reichsteile werden geeint. Womöglich ist damit das Ende des Islams an sich angedeutet. Als nächstes dreht Chyren den Spieß nämlich um und macht sich selbst dorthin auf, wo seine Feinde herkamen:

Erscheint mir plausibel. Nur bin ich natürlich bei "christlich" anderer Meinung.

IV/77:
SELIN monarque, l’Italie pacifique,
Regnes vnis Roy chreſtien du monde:
Mourant voudra coucher en terre bleſique
Apres pyrates auoir chaſſé de l’onde.

Islambeherrscher, Italien befriedet,
Reiche vereint, christlicher König der Welt.
Sterbend will er ruhen im Heiligen Land
Nachdem (er) Seeräuber hat gejagt von der Welle.

Selene ist in der griechischen Mythologie eine Mondgöttin und der Halbmond steht für den Islam, daher "Islambeherrscher". Zudem könnte "Selin" ein Anagramm für "Islen" sein, was fast wie Islam klingt.
"Selene Monarch" ist entweder ein Islamherrscher, der zuvor in Italien einfällt, oder es handelt sich wie bei "Africanus" (für Scipio, Sieger über Hannibal) um einen Spitznamen Chyrens: "Islambeherrscher".

Hier würde ich es mir einfacher machen. Laut VIII-54 interpretiere ich "Chyren selin" als Name derselben Person, oder besser gesagt Chyren = Selin. Und die zweite Zeile würde ich wie gesagt als passive/indirekte Tat interpretieren. Wenn Chiren Italien, und damit Rom als letzten der alten Patriarchensitze, "befriedet" hat, dann könnten auch die anderen christlichen Staaten näher zusammenrücken. Klar, auch das ist mutig von mir interpretiert.

"Terre blesique" ist nicht das Land von "Blois" (frz. "Blésois"), wie viele übersetzen, sondern "gesegnetes Land". "Blesique" gibt es im französischen nicht, könnte aber eine Französisierung des Englischen "to bless" ("segnen") sein und auf das Gelobte Land (frz. "Terre promise" oder "Terre sainte") anspielen. Chyren will also ins Heilige Land, um dort zu ruhen.

Wohl etwas mutig interpretiert, aber gut, ich habe keine bessere Interpretation.

Damit entspricht er völlig den europäischen Prophezeiungen über den Großen Monarchen, der nach 25-jähriger Regierungszeit in Jerusalem seine Reichsinsignien niederlegen soll!
Zitate dazu von Arthur Hübscher:
"Man sieht den Antichrist im fernen Orient, in mohammedanischer Umgebung aufwachsen und als siegreichen Feldherrn und Eroberer die Welt in Schrecken setzen.
...
Solange es noch Könige der Franken gibt, wird der Antichrist nicht erscheinen. Die Sibylle hat ja prophezeit, daß aus diesem Königshause noch ein gewaltiger Kaiser vor dem Ende der Tage ersteht, der ein Reich des Friedens bringen und dann auf Golgatha Krone und Szepter niederlegen wird."
(Hübscher: Die große Weissagung, S. 96/97)
Und Ende es 15. Jahrhunderts lautet die Endfassung der Prophezeiung des Methodius:
"Die Türken werden vom Kaiser völlig besiegt und unterjocht, die Christen fallen bald darauf in einen allzu gesegneten Frieden in fleischlicher Üppigkeit, bis Gog und Magog ein furchtbares Blutbad unter ihnen anrichten. Dann zieht der römische König nach Golgatha, legt seine Krone auf das Kreuz und übergibt des Reich der Christen Gott dem Vater." (Hübscher: Die große Weissagung, S. 138)
Wird können sicher davon ausgehen, daß Nostradamus in der Prophezeiungsliteratur seiner Zeit belesen war und diese Aussagen kannte.

Da kann ich nichts zu beitragen. Im oberen Teil ist das Blutbad nicht genannt. Fast scheint es so, dass nach dem Blutbad der Papst die Stellvertreterschaft Christi abgibt oder abgeben muss; er kapituliert.

Die "Seeräuber" in Zeile 4 des obigen Verses könnten übrigens wieder ein Hinweis auf die Vorherrschaft des Islams im Mittelmeer unter dem als "Rotbart" chiffrierten Korsaren sein, den Chyren vom Wasser bläst.

Klingt plausibel.

Mir sind zwei andere Punkte aufgefallen, die Chiren als "guten" Monarchen unwahrscheinlich erscheinen lassen. Es gibt 4 Verse, in denen die Apenninen (= zentrales Gebirge in Italien) genannt werden: II-29, III-39, III-43 und V-61. Es erscheint mir in diesem Zusammenhang ausreichend, die Verse "schnell" zu übersetzen.

In III-43 werden die Leute aus der Gegend der Tarn, Lot und Garonne (Südfrankreich) davor gewarnt die Apenninen zu überschreiten, weil ihre Gräber bei Rom und Ancona liegen werden, und der krause Schwarzbart richtet sein Siegesbanner auf.
Wir sind uns wohl einig, dass der krause Schwarzbart ein Zeitgenosse, aber nicht gerade ein Freund Chirens ist. Was genau mit dem Vers gemeint sein könnte kann ich nur vage raten.

In III-39 sind sich 7 (Leute) einig, die Apenninen zu erobern, aber Unwetter und ligurische Feigheit führen sie zum schnellen Ruin.
Hier könnte dasselbe wie im Vers zuvor gemeint sein.

Zu V-61 kann ich auch nur vage raten, was gemeint sein könnte. Auch wenn es einen Zusammenhang geben könnte kann ich den Vers mangels Interpretation nicht weiter berücksichtigen.

Und in II-29 wird der aus dem Orient seine Heimat verlassen, um die Apenninen zu überqueren und Frankreich zu sehen. Den Himmel, Wasser und Schnee wird er durchqueren und jeden mit seiner Peitsche schlagen.

WENN damit Chiren gemeint ist, dann ist er wegen seiner Peitsche bestimmt kein "guter" Monarch. Und die Marschrichtung Norden erscheint mir auch plausibel. In der Gegend von Mailand erst stößt er auf den Widerstand des krausen Schwarzbarts in II-79 (auch wenn Chiren schließlich siegreich sein wird).


Aber es gibt noch ein völlig anderes Argument gegen den "guten" Chiren.
Die beiden Vorworte an seinen Sohn Cäsar und den König Heinrich II. darf ich - zumindest was die Vorhersagen angeht - als eine Art Überblick oder Zusammenfassung der Ereignisse ansehen, die in den Centurien dann detaillierter genannt sind. Und in den Vorworten gibt es nur ganz selten positive Aussagen, z.B. (Übersetzung von Allgeier, an Cäsar)
Wenn wir uns dem 8. Jahrtausend nähern [...] wird der große Gott den großen Umsturz beenden. Die himmlischen Bilder werden zu ihrer gewohnten Bewegung zurückkehren und zur höheren Bewegung, die unsere Erde stabil und fest macht: "Sie soll nicht auf ewig weggedreht werden..."
Sollte Chiren hier der Auslöser sein, der die Erde wieder stabil macht, dann wäre er in die ferne Zukunft zu verlegen.

Nun, bis auf ganz wenige Ausnahmen sieht es in den Vorworten so aus, dass riesige Mengen glühender Steine vom Himmel fallen, eine Überschwemmung alles auslöscht, Hungersnöte, Seuchen und dauernder Regen auftreten, Säuglinge gegen die Mauern zerstörter Städte geschleudert werden, und das Blut fließt wie Wasser in einem Wolkenbruch. Kurzum, laut Vorwort es gibt praktisch nur fürchterliche Katastrophen.

Wenn Chiren ein "Guter" sein sollte, dann gäbe es im Inhalt (also in den Centurien) wegen vieler Chiren-Verse viele "gute" Verse. Und dann passt die Zusammenfassung einfach nicht mit dem Inhalt zusammen. Kurzum, angesichts der Zusammenfassungen kann der am häufigsten im Inhalt genannte Chyren kein "Guter" sein. Das würde einfach nicht zusammenpassen.

Gruß von ods

Rotbart

Galinka @, Donnerstag, 22.01.2015, 11:28 vor 2807 Tagen @ Taurec (3884 Aufrufe)

Hallo Taurec,

ich lese schon länger mit und wage es eher nicht mich hier zu äußern da mir euer fundiertes Wissen bzgl Schauungen einfach fehlt und ich mich eher nebenbei mit antiken Göttern und deren Verbindung zu heutigen Religionen beschäftige usw. also nicht so sehr Schauungen im speziellen. Zum Beispiel vor Jahren die Übersetzung der hebräischen Bibel, wo einige sehr interessante Details "absichtlich" Fehlerhaft übersetzt wurden.
Aber das ist ein anderes Thema...

Was ich eigentlich nur sagen wollte ist, dass mir bei dem "hakennasigen Rotbart" sofort das Judentum einfiel, zwar immer verfolgt aber auch immer präsent wenn auch oft im Hintergrund, und ewiger Gegenspieler aber nähester "Bruder" des Islam (beide Abrahams Kinder) Vielleicht spielen diese eine Rolle?

Gruß Galinka

Avatar

Selin

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 22.01.2015, 16:47 vor 2807 Tagen @ Galinka (4451 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Mittwoch, 26.09.2018, 08:59

Hallo!

Was ich eigentlich nur sagen wollte ist, dass mir bei dem "hakennasigen Rotbart" sofort das Judentum einfiel, zwar immer verfolgt aber auch immer präsent wenn auch oft im Hintergrund, und ewiger Gegenspieler aber nähester "Bruder" des Islam (beide Abrahams Kinder) Vielleicht spielen diese eine Rolle?

Schwer zu sagen, da die Sache womöglich sehr weit in der Zukunft liegt und Nostradamus wohl generell nicht zu verstehen ist, bevor die Sache eintrifft.

Im Zusammenhang mit diesem künftigen Konflikt kommt bei Nostradamus immer wieder "Selin", "Seline Hafen" und ähnliches vor.

"Selene" ist eine Mondgöttin der griechischen Mythologie.

Dargestellt wird sie mit einem Halbmond über der Stirn:
[image]

Der ist ja bekanntlich das Symbol für den Islam:
[image]

Daher scheint mir "Selene" eine Chiffre für den Islam zu sein, der bei diesem Geschehen im Vordergrund steht.

Ob das Judentum oder der Staat Israel bis dahin überhaupt noch existieren, scheint mir recht zweifelhaft zu sein, wenn ich solche Verse lese:

I/8
Combien de foys prinſe cité ſolaire
Seras, changeant les loys barbares & vaines:
Ton mal s’approche: Plus ſeras tributaire,
La grand Hadrie reourira tes veines.

Wie häufig die Sonnenstadt genommen
Wird, wechseln die barbarischen und nutzlosen Gesetze.
Dein Unheil naht. Einmal mehr wirst Du abhängig,
Der1 große Hadrie2 wird Deine Venen wieder öffnen.

1 Es müsste korrekt „le“ lauten, weil Hadrian, auch in den anderen Hadrianversen, männlich ist.
2 „Hadrian“ heißt auf französisch eigentlich „Hadrien“.

Die "Sonnenstadt" könnte Jerusalem sein in Anlehnung an das himmlische Jerusalem, das in der Offenbarung vom Himmel fährt und Sitz des Lichtes selbst ist. Der Begriff scheint in der älteren Literatur gelegentlich verwendet worden zu sein.
"Hadrie" ist Kaiser Hadrian, der zwischen 132 und 135 das Judentum in Palästina nahezu ausrotten ließ, Jerusalem quasi vom Erdboden tilgte und eine neue römische Stadt darüber bauen ließ.
Irgendwann käme demnach ein neuer Hadrian, der mit Jerusalem dasselbe erneut macht.

Dazu paßend:
V/81
L’oiſeau royal ſur la cité ſolaire,
Sept moys deuant fera nocturne augure:
Mur d’Orient cherra tonnerre eſclaire,
Sept iours aux portes les ennemis à l’heure.

Der königliche Vogel über der Sonnenstadt,
Sieben Monate vorher macht er nächtliches Vorzeichen1.
Mauer des Orients fällt, Donner, Blitz,
Sieben Tage an den Toren die Feinde rechtzeitig.

1 „Augure“ kann sowohl „Omen“, „Vorzeichen“ sein, als auch der Seher, der Augur selbst.

Die "Mauer des Orients" ist die Mauer im Osten, hinter der laut islamischer Überlieferung Gog und Magog verborgen sind. Vor dem jüngsten Tag sollen sie die Mauer durchbrechen und von allen Hügeln auf die Erde strömen. Schließlich stehen sie vor den Toren der Sonnenstadt.

Dazu gehört womöglich auch:

VIII/96
La ſynagogue ſterile ſans nul fruit
Sera receu entre les infidels
De Babylon la fille du porſuit
Miſere & triſte luy trenchera les aiſles.

Die unfruchtbare Synagoge ohne irgendeine Frucht
Wird unter die Ungläubigen aufgenommen
Von Babylon die Tochter der Verfolgung1
Elend und trübselig2 stutzt er ihr die Flügel.

1 Mfrz. „poursuit“ = „Verfolgung“.
2 Mfrz. „triste“ = „traurig“, „trübselig“, „unheilvoll“, „betrüblich“, „beschwerlich“, „verhängnisvoll“.

Die "unfruchtbare Synagoge" = "die Tochter der Verfolgung", das überalterte Judentum, elend und traurig, dem die Flügen gestutzt werden?

Unterm Strich scheint mir bei Nostradamus für das Judentum keine goldene Zukunft vorausgesagt zu sein. Außer in solchen Versen, wo es mit ihm zuende geht, sind mir bislang auch noch keine untergekommen, in denen das Judentum überhaupt eine größere Rolle spielt.
Der Islam scheint aber nochmal eine Blüte zu erleben, in der er den ganzen nahen Osten, Kleinasien, Nordafrika und Teile Europas für sich gewinnt.

Das sind aber nur die groben Züge, die mir bei Nostradamus angedeutet zu sein scheinen. Was genau passiert und wann, läßt sich nicht erahnen.
Grundsätzlich könnte bei Nostradamus zukünftiges reales Geschehen mit apokalyptischen Motiven (Gog und Magog, Endkampf in Palästina usw.) verschleiert sein. Dabei kommt es gar nicht so sehr darauf an, ob die Endzeitmythen selbst künftiges beschreiben, sondern darauf, daß Nostradamus daran glaubte und die eigenen Schauungen mit den religiösen Motiven identifizierte.

Gruß
Taurec

--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

Selene

Galinka @, Donnerstag, 22.01.2015, 19:52 vor 2807 Tagen @ Taurec (3869 Aufrufe)

Vielen Dank für deine Antwort, und die Gedankengänge dahinter. Hier
tut sich für mich natürlich das Problem auf das ich bei Nostradamus
einfach nicht wirklich bewandert bin und ihr beide wisst aufgrund eurer
Recherche einfach welche Bilder er gerne nimmt und was er wahrscheinlich/vielleicht
dahinter sieht.
Wenn ich was von der Titanin Selene höre denke ich sofort an den weiblichen Aspekt
und Helios natürlich der Sonnen (männlichen) Part dazu. Mit Eos als Mitte.
Da Sonne und Mond von jeher, egal in welcher Kultur diese Mann-Frau
Einteilung hat.
Aber für Nostradamus hat es vielleicht genau diese Bedeutung nicht, wie gesagt
ich finde dieses Burschen äußerst verwirrend :-)
Wobei ich natürlich Recht geben muss das derzeit der jüdische Glaube nicht
wirklich präsent und die Frage ist ob er es jemals wieder sein wird.
Aber einzelne Personen oder Familien dieses Glaubens sind bis heute präsent
und einflussreich. Aber Nostradamus ist Neuland für mich deshalb werde ich
nicht mehr versuchen ihn zu interpretieren dafür, stelle ich fest, kenne ich
viel zu wenig von ihm.

Auf jeden Fall danke für deine Erklärung!

Grüße
Galinka

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