Re: Getreidelagerung

Geschrieben von Kiaril am 07. März 2006 20:57:28:

Als Antwort auf: Re: Getreidelagerung geschrieben von AlexP am 07. März 2006 18:15:16:

Hallo Alex,


diese Info bezieht sich auf Lagerung unter "normalen" Umständen.
Die wenigsten haben die Möglichkeit Kryokonservierung, erst recht in diesem Ausmaß zu betreiben.

Der Sauerstoffverbrauch des Keimlinges hängt unter normalerweise auch von der Umgebungstemperatur ab, da Stoffwechselprozesse, hier Atmungsprozesse nunmal auch von den äußeren Umweltbedingungen abhängen.


Infos über Roggen und dessen Lagerfähigkeit unter "normalen" Umständen findest Du z.B. hier:

http://www.tis-gdv.de/tis/ware/getreide/roggen/roggen.htm#lueftung

sehr informative Seite! Da heißt es unter anderem:

"Verschiffungstrockener Roggen (Wassergehalt unter 14%) ist bei Einhaltung der entsprechenden Temperatur-, Feuchte- und Lüftungsverhältnisse bis zu 12 Monaten und länger haltbar".


Aber deshalb bitte nochmal die Seite ganz mit allen Links durchforsten!


Du beziehst dich mit deiner Aussage wohl auf folgenden Link:

http://www.genres.de/IGRREIHE/IGRREIHE/DDD/173.pdf

Die Zwischenergebnisse sind hochinteressant und auch mir z.T. völlig neu.
Das hieße, das Roggen die Fähigkeit hätte, bei einem völligen fehlen von Sauerstoff und fast völliger Trockenheit, seine Atmung auf NULL zu reduzieren, und trotzdem lebensfähig zu bleiben. Asche auf mein Haupt! Sorry Rumpelstilzchen (der hoffentlich das auch mitliest)! Für meine Überzeugung, daß auch die geringsten Lebensprozesse Sauerstoff vonnöten ist, hätte ich meine Hand ins Feuer gelegt.

Aber! Die Saatgutfeuchtigkeit beträgt in diesem Versuch gerade mal 3 bis 5%!!! Wer kann mit häusliche Mitteln derartige Bedingungen dauerhaft schaffen und kontrollieren? Vor allem die täglichen Schwankungen der Luftfeuchtigkeit?
Selbst bei einer gesättigten Co2- oder Stickstoffatmosphäre würde bei höheren Luftfeuchtigkeiten anaerobe Milchsäurebakterien gnadenlos zuschlagen, sollte kein Luftaustausch stattfinden können.

Hier noch ein Auszug aus folgendem Link:

Gefahr des Verlustes der Keimfähigkeit von Saatgetreide. Wird Saatgetreide jedoch in Schüttgutcontainern bei höheren Wassergehalten, d. h. beispielsweise Weizen mit Wassergehalten > 14 %, transportiert, ist infolge der sich anreichernden Kohlendioxidmengen damit zu rechnen, dass das Getreide vom aeroben zum anaeroben Atmungstyp übergeht, wobei u. a. Milchsäurebakterien zur Entwicklung gelangen, die anaerobe Verhältnisse vertragen. Die Gärungsprodukte Kohlendioxid, Milchsäure und Alkohol wirken sich dabei vor allem auf das Saatgetreide aus, da diese Gärungsprodukte eine toxische Wirkung auf den Kornkeim ausüben, und das Saatgut büßt seine Keimfähigkeit ein, wenn es in einem sauerstoffarmen Medium gelagert wird.

Link dazu:

http://www.containerhandbuch.de/chb/scha/index.html?/chb/scha/scha_17_02.html


Also für Otto-Normalverbraucher heißt das: Getreide am besten in Jutesäcken o.ä. an trockenen, schattigen, kühlen Orten lagern. Am besten eine Palette darunter. Wer natürlich die Möglichkeit hat die oben beschriebene Lagerungsmethode durchzuführen, sollte aber bedenken, daß die Lagerungsbedingungen genaustens eingehalten werden müssen. Ob das bei den prophezeihten Umständen aber so einfach gehen wird??


Danke für die lehrreiche Kritik und Gruß!


Antworten: