Re: Der heilige Gral und seine Erben

Geschrieben von Templar am 04. Januar 2005 23:55:51:

Als Antwort auf: Templer + Gral geschrieben von Starfire am 04. Januar 2005 17:30:53:

Salve

Knight und Lomas (zwei Freimaurer) haben verschiedene Bücher zum Thema geschrieben, unter anderem auch "Der Tempel und die Loge" wo die direkte Verbindung zwischen den Templern und der Freimaurerei bewiesen werden sollte. Am bekanntesten wurden sie allerdings mit ihrem Bestseller "Der heilige Gral und seine Erben" der eine Art modernes Schatzfieber auslöste und die Prieuré de Sion in Blitzlicht einer interessierten Öffentlichkeit brachte.

Zum Gral gibt es höchst unterschiedliche Interpretationen, wovon ich einige mal anführe:

ZBSP:
- Der Gral ist tatsächlich ein Kelch, bis zur Ermordung Kaspar Hausers, einer Gottesinkarnation der Neuzeit, soll er auf dem St. Odilienberg im Elsass aufbewahrt worden sein.

- Der Gral steht für einen (vermutlich katharischen) Einweihungsweg. Einige der mittelalterlichen Ritterlegenden mit ihrem deutlich herätischen Background und alchimistischen Hinweisen, sollen immer noch davon zeugen.

- Der Heilige Gral soll auf das Heilige Blut (Sang Real) aus der Blutlinie von Jesus Christus verweisen

- Mit dem Heiligen Gral wird ein erleuteter Bewusstseinzustand bezeichnet (Hinweis darauf auch im erwähnten Baphometschen Ritual) bei dem sich im Zusammenhang mit Aktivierung gewisser Hirnregionen, Drüsen und einem voll aktivierten Aurafeld der ganze Körper in einen Heiligen Gral, einen Tempel verwandelt. -->Dies wäre dann das "Lichtkleid" bzw. der Lichtkörper von dem in verschiedenen gnostischen Schriften und der Pistis Sophia gesprochen wird.

-------------------------------------------------------------------

Speziell Knight und Lomas haben in ihrem Buch auf den Zusammenhang zwischen Gral, der Blutlinie Jesu und den Merowingern hingewiesen. Deswegen anbei auch noch die verschiedenen Ansätze zu diesem "Forschungszweig":


Zu Maria Megdalena und den Katharern, Prieuré de Sion
-MM ging mit 21 anderen Männern und Frauen aufs europäische Festland mit dem Auftrag, durch ihr Beispiel mit den Menschen zusammenzuleben und ihnen so die Botschaft von Jesus vorzuleben. Dort angekommen teilte sich die Gruppe auf. Manche wanderten in den nächsten 30 Jahren bis nach Nordeuropa, andere gingen in das Gebiet des Balkans und Osteuropas, andere bis nach Grossbritannien und Irland. Nach Jahren der Wanderschaft liess sich MM schliesslich in einer der grossen Höhlen in Südfrankreich nieder, wo sie bis zu ihrem Tod lebte und ihr umfangreiches Wissen an die Einheimischen weitergab, die sie bald als Grosse Mutter und Heilige (auch wenn es diesen Begriff damals in dem Sinne noch nicht gab) verehrten.

-Aus diesen Kontakten und dem bewahrten Wissen ging schliesslich die Glaubensgemeinschaft der Katharer hervor, diejenigen der Katharer die sich dem spirituellen Weg verpflichtet fühlten lebten ebenfalls in diesen Höhlen. Es gab sogar eigene Mysterienschulen in riesigen, weitverzweigten Höhlen. Mit dem "Weg zum Heiligen Gral" bezeichneten die Katharer übrigens den Einweihungsweg, bzw. Initiationsritus jener besagten Mysterienschule (-->Querverbindung zu den Ritterlegenden). Für drei Jahre lebten die Adepten in einer gigantischen Höhle in Gemeinschaft mit den anderen Glaubensmitglieder, die sich ebenfalls dem spirituellen Weg verschrieben hatten. Die Abschlussprüfung bestand darin drei Tage lang in einer kleinen Höhle in absoluter Dunkelheit zu verbingen....(Gedanken an das rechte oder linke Auge des Horus und ähnliche Einweihungsrituale bei den Ägyptern liegen nahe)...bevor man als Parfait wieder in die Gemeinschaft zurückging, oder sich für das klösterliche Leben in der Höhle entschied.


-Was das Wirken von Maria Magdalena in Südfrankreich anbelangt gibt es viele -kaum verifizierbare- Hinweise. Da wären zum einen sehr alte Überlieferungen und Prophezeiungen von in dieser Region lebenden Zigeunern. Am deutlichsten sind die Hinweise im Zusammenhang mit den Katharern. Die aktuellste Stand der Forschung geht mittlerweile davon aus, dass MM nicht nur völlig verkannt wurde und letztlich in der Bibel sogar verleumdet, sondern dass sie für ihre Zeit eine ungemein fortschrittliche Frau war. Zwar ist es umstritten, aber ziemlich wahrscheinlich dass MM ihre erstaunlichen heilerischen Fähigkeiten (Geistheilung, Salben, Essenzen, Tinkturen) bei einer bestimmten Essenergemeinschaft erlernt hat, oder aus diesem Umfeld herkam und dort auch in Kontakt mit Jesus kam. Es gibt auch einige Theorien die besagen, dass die in Südfrankreich, Nordspanien und Norditalien verbreiteten Schwarzen Madonnen ursprünglich ebenfalls Maria Magdalena verehrten und die Umdeutung in Mutter Maria erst nach den Albigenserkriegen stattfand.

Die grosse Frage, die auch Knight und Lomas aufwerfen, also ob MM und Jesus verheiratet waren und eines oder mehrere Kinder hatten ist letztendlich heute kaum noch zu beantworten, nur Vermutungen und Schlussfolgerungen kann man ziehen:

- MM und Jesus waren tatsächlich zusammen/verheiratet (die Hochzeit in Kanaa soll darauf verweisen) Aus dieser Ehe sind eines oder zwei Kinder entstanden. Die Tochter welche über besondere mediale Fähigkeiten verfügt haben soll, habe mit MM nach dem fingierten Kreuzestod von Jesus das Heilige Land verlassen und sei nach Südfrankreich gegangen. Gemeinsam mit ihrer Mutter und anderen Jüngern und Anhängern hat sie die Botschaft weitergetragen und geholfen die ersten urchristlichen Gemeinschaften zu bilden. Aufgrund der ganz besonderen genetischen Eigenschaften von Jesus, die auch an seine Nachkommen weitergegeben wurden, entwickelte sich mit der Zeit der Mythos vom "Sang Real" dem Heiligen Blut -->bzw. dem Heiligen Gral. Es soll tatsächlich noch eine Reliquie mit dem sich nicht zersetzenden Blut von Jesus geben, welche immer noch existiert und die Besonderheit dieser Gottesinkarnation belegen kann. --> In Zeiten von DNS-Analysen und etwelchen Blutlinien nicht ganz unerheblich.

- Neben den Kindern mit MM soll Jesus in seiner Wander- und Ausbildungszeit im Tibet noch mindesten ein weiteres Kind gehabt haben, wohin er nach der fingierten Kreuzigung und seiner Flucht aus dem Heiligen Land auch wieder zurückgekehrt sei, bis er in der Tradition der indischen Yogis nach einiger Zeit in den Mahasamadi eingegangen sei.

- MM soll mit den nicht näher beschriebenen Kindern von Jesus nach Südfrankreich gegangen sein und sich mit den dort lebenden jüdischen Familien verbunden haben. Das Geheimnis wurde über die Jahrhunderte wohl bewahrt und gipfelte schliesslich in der Begründung der Merowingerdynastie und dem Gralsmythos.

- Jesus und MM waren sich zwar seelisch und menschlich ungemein zugetan, waren aber weder verheiratet, noch hatten sie Kinder oder sonstige geschlechtlichen Beziehungen miteinander. MM wurde von Jesus jedoch bevorzugt behandelt, da sie von all seinen Anhängern die bewusstseinsmässig am weitesten entwickelte Seele war und seine Aufgabe, seine Worte und Gleichnisse am klarsten verstanden hat. Die besondere Beziehung zwischen den beiden sei manchen der anderen Jünger, die immer noch in ihrem patriarchalischen Weltbild gefangen waren, ein echter Dorn im Auge gewesen sein. Einige der angeblichen Apostel (auch hier herrscht Uneinigkeit) sollen sogar eine regelrecht frauenfeindliche Einstellung gehabt haben, was sich später in der grundsätzlich frauenfeindlichen Haltung der sich entwickelnden Kirche niedergeschlagen haben soll.


Nun wie gehabt. Nichts genaues weiss man nicht, alles mehr oder weniger möglich oder (un-)wahrscheinlich. Auf jeden Fall ein schönes Geheimnis...


mfg
Templar

PS: Unter dem angegebenen Link äussert sich auch Nostradamus-Forscher Dimde. Er vertritt die Ansicht, dass Nostradamus ein Katharerpapst war, im übrigen will er den Ort des "Schatzes" gefunden haben...

PPS: Bild aus der bislang besten Artus/Gral-Sagen-Verfilmung, nämlich aus Excalibur von Jon Boorman anno 1981. Wirklich empfehlenswert.


Antworten: