Re: Sehr lesenswerte Zusammenfassung im Spiegel
Geschrieben von Bonnie am 11. Oktober 2003 11:11:59:
Als Antwort auf: Sehr lesenswerte Zusammenfassung im Spiegel geschrieben von Andreas am 10. Oktober 2003 22:42:34:
Hallo Andreas, irgendwas wollte ich dazu schreiben, weil ich diesen persönlichen Kommentar von dir so gut fand:
>Persönlicher Kommentar:
>Man lasse sich nicht durch das moralinsaure Geschreibsel aus dem Spiegel - der in einem Land verfasst wird, das den letzten Weltkrieg verloren hat - täuschen: Sämtliche Imperien wollten und wollen zu allen Zeiten soviel Macht wie nur irgend möglich und so starke Streitkräfte wie nur denkbar. Möglicherweise variiert die Form der Machtausübung je nach Epoche. Doch die USA unterscheiden sich in ihrem Verhalten als dominante Weltmacht grundsätzlich weder vom Römischen Reich noch vom Britischen Empire.
>Der Fall des US-Imperiums wird also nicht kommen, weil die Amerikaner "alle so böse waren und so viele Waffen hatten". Sondern der Fall wird kommen, weil die internationalen Verpflichtungen bzw. - je nach Auslegung - die Gier nach globalem Einfluss zum sogenannten "Imperial Overstretch" führen werden: "schließlich der wirtschaftliche Ruin des Landes, weil immer mehr Ressourcen in immer ehrgeizigere Militärprojekte gesteckt werden."So ist es !! Man kommt viel weiter, wenn man sich von diesen (antiamerikanischen) Gefühlen löst. Andererseits sind unsere Gefühle (wir sind ja schließlich ein amerikanischer Satellitenstaat) auch typisch für die Situation. Die USA haben es (uns) nicht mehr im Griff, genauso wie das römische Reich seine Eroberungen nicht mehr im Griff hatte. Sehr schön dargestellt in den Asterixheftchen *ggg*. Die Römer sind da irgendwie immer die "Blöden", die nur dem unbezwingbaren Dörfchen als Übungsmaterial dienten für den Zaubertrunk. Cäsar verliert ständig gegen die aufmüpfigen Gallier.
Vielleicht setzt immer eine Gegenbewegung ein, wenn ein Imperium zu groß geworden ist.
Am stabilsten sind wahrscheinlich nicht imperialistische staatliche Gebilde, wie sie in Asien über Jahrhunderte hinweg existierten. Und für die nicht-imperialistische Haltung ist wahrscheinlich wiederum die Religion verantwortlich. Womit ich wieder bei Max Weber bin :-). Völker mit einer Religion, die von der Idee auf Missionieren ausgelegt ist, neigen zum Imeperialismus und damit auch zu diesem Zyklus Aufstieg - Blüte - Niedergang, bei nicht missionarischen Religionen greift das Muster nicht. China existierte meines Wissens lange Zeit mehr oder weniger unverändert in der inneren und äußeren Struktur.
Liebe Grüsse, Bonnie
- Re: Sehr lesenswerte Zusammenfassung im Spiegel Backbencher 11.10.2003 13:58 (1)
- Konfuzianismus Bonnie 11.10.2003 14:51 (0)