Problemanalyse

Geschrieben von Elias Erdmann am 14. Februar 2003 23:11:09:

Als Antwort auf: Re: Ein Tip zur Lösung des Problems geschrieben von Johannes am 14. Februar 2003 20:36:09:

Hallo Johannes

> ich weiß, dieses Gerücht hält sich hartnäckig. Stimmt aber immer noch nicht,
> auch wenn es nun zum soundsovielten Mal wiederholt wird.

Was soll dabei ein Gerücht sein?

Du versuchst aus einem Forum, das früher einmal ein sehr breites Themenspektrum hatte, ein reines "Prophezeiungsforum" zu machen. Das sage ich jetzt einmal ganz wertfrei und nicht als Vorwurf oder als Kritik. Du hast dabei im Titel aus dem ursprünglich gleichberechtigten Thema "Weltgeschehen" ein untergeordnetes Thema gemacht, damit das Prophezeiungsthema nicht untergeht.

Und ich muss sogar ganz offen eingestehen, dass mir ganz persönlich heute das Forum deutlich besser gefällt, als in der Endphase von Pius. Und mir ist übrigens auch deutlich zu viel Smalltalk hier.

Dass ich dennoch hier nicht täglich schreibe hat andere Gründe. Es gibt für mich einfach Themen, die mir persönlich wichtiger sind. Mich interessieren inzwichen an den Visionen weniger die Hinweise auf die Zukunft, sondern eher die Offenbarungen in den Visionen, die uns einen Einblick in den Plan der Schöpfung geben.

Mein ganz persönlicher Vorwurf an Dich war auch nie, dass Du zensierst oder ermahnst. Das ist sogar notwendig. In meinem Forum zensiere ich auch, denn in einem Forum ohne Passwortschutz ist dieses sogar noch wichtiger. Mein Vorwurf betraf immer nur die Einseitigkeit dieser Maßnahmen. Einigen Leuten läßt Du halt deutlich mehr durchgehen als anderen und dadurch bekommt das Forum einen gewissen Drall.

Trotz aller Maßnahmen hält sich aber das Thema Weltgeschehen/Politik hält aus alter Tradition und verdrängt noch immer das Prophezeiungsthema und so wie ich Dich verstehe, stört Dich das offensichtlich. Sonst würdest Du ja nicht ankündigen:

ich werde auch mehr darauf achten, so daß es sein kann, daß ich den ein oder anderen Beitrag rausnehme, der nichts mit dem Forum zu tun hat.

Aber wird das etwas nutzen?

Ich glaube nein.

Es gibt nämlich ein paar Gründe, warum immer wieder das Weltgeschehen dominieren wird:

1.) Tradition - es war schon immer so
2.) da kann jeder mitreden (kein Expertenwissen notwendig)
3.) das beschäftigt die Leute
4.) da passiert ständig etwas, was man begackern kann

> Um das sachlich einschätzen zu können, helfen uns politische Streitereien
> nicht weiter.

Das gilt nicht nur für "politische" Streiteren. Das gilt auch für andere Pöbeleien: z.B. hier redet jemand von Wahn und Verwirrtheiten:
http://f23.parsimony.net/forum53379/messages/58401.htm

Wann wirst Du auch auf solche Dinge "achten".

> Und genau das ist mein Punkt, um den es mir geht, wenn ich Politik teilweise
> nicht mag. Natürlich gehört Politik dazu. Aber nur in dem Sinne, daß sie die
> Prophs nicht verdrängt.

Aktuell schätze ich das Verhältnis von Weltgeschen zu Prophezeingen auf 90 zu 10 Prozent. Wenn Du das Verhältnis umkehren willst, dann gibt es jede Menge "überschüssige" Politik-Themen.

Und wo willst Du die "überschüssige" Politik lassen? Mein Vorschlag ging in die Richtung, dass wir gemeinsam einen neuen Platz für diese Themen finden. Das Forum von Nick bietet sich hierfür an.

> Was ich mir wünsche, sind sachliche Bestandsaufnahmen und Lageeinschätzungen
> der Entwicklung, die möglichst über die Standardticker hinausgehen. Damit wir
> das dann mit den Prophs vergleichen können.

Das kann man aber in sehr wenigen Worten zusammen fassen und das ist somit kaum ein geeignetes Dauerthema: Ein neuer Nahostkrieg droht und der wird tatsächlich in eingen Prophezeiungen erwähnt und Amerika hat tatsächlich etwas vor, von dem die Leute sagen können, das es nicht in Ordnung ist (in Analogie zum Waldviertler). Weiterhin drohnt eine Wirtschaftkrise, die auch mehrfach in Prophezeiungen erwähnt wird.

Für den Rest aus dem "konventionellen Prophezeiungs-Szenario" gibt es zur Zeit absolut keine Anzeichen. Revolutionen und bürgerkriegsähnliche Zustände in Europa sind als Folge der drohenden Wirtschaftskrise zumindest denkbar.

Alles was darüber hinaus geht, ist zur Zeit reine Spekulation.

> Wie funktionieren Prophezeiungen?

Gerade mit dieser Frage habe ich mich ausführlich beschäftigt.

> Gibt es echte Zukunftsschauen, d.h. solche, die bereits das Ergebnis unseres
> freien Willens voraussehen und somit nicht veränderbar sind?

Ich weiß, dass es sowas gibt, aber die Mehrzahl der "Prophetien" gehört nicht dazu.

> (Ich denke JA, z.B. biblische Prophs).

Genau diese Gruppe an Prophezeiungen schließe ich aus:

Dass Jesus auf die Prophezeiungen aus dem Alten Testament passt, hat einen ganz banalen Grund: Seine Geschichte wurde so geschrieben, dass sie passt.

Die Wiederherstellung eines Jüdischen Staates ist auch kein Vorauswissen im eigentlichen Sinn, sondern kann unter das Thema "selbsterfüllende Prophezeiungen" einsortiert werden.

Die Naherwartung vom Reich Gottes war nun eine konkrete Prophezeiung - doch das Reich Gottes kam damals nicht.

So ist die Bibel in Sachen Vorauswissen eigentlich eine ziemliche Enttäuschung.

> Aber wie unterscheidet man Zukunftsschauungen von reinen Warnungen?

... und von visualisierten Ängsten und Hoffnungen
... und von missverstandenen Offenbarungen
... und was es sonst noch so alles gibt.

> Wie erkennt man überhaupt eine echte Prophetie?
> Was sind die Leitlinien, um möglichst viel davon
> profitieren/umsetzen zu können?

Zunächt einmal muss man sich mit möglichst vielen artverwandten Themen beschäftigen:

- Tiefenpsychologie/Archetypenlehre
- Mythologie
- Esoterik
- Traumdeutung
- ...

Das hilft bei der Einordnung vieler Themen, die man bei einer isolierten Betrachtung des Prophezeiungs-Phänomens nicht richtig einordnen kann.

Wenn man eine bestimmte Klasse von Visionen einem anderen Themenkomplex zuordnen kann, der nichts mit unserer Zukunft zu tun hat, dann kann man zumindes einige Szenarien ausschließen.

> Und hast Du bemerkt, wie schnell weiterführende Beiträge von Amazone und
> Wikking in der Beitragsflut aus Smalltalk, Politik etc. untergehen?

Natürlich. Die Qualität wird oftmals regelrecht vom Smalltalk erstickt. Auf Smalltalk kann man halt leichter reagieren als auf anspruchsvolle Themen.

Beim aktuellen Tempo hier ist es jedenfalls für mich vollkommen unmöglich auf einen anspruchsvollen Beitrag in der Zeit zu reagieren, bis er im Archiv verschwunden ist.

Um so dringender wird die Frage, wo die Themen in Zukunft eine Heimat finden sollen, die hier aktuell hier alles überwuchern.




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