Re: Baldur´s Horror-Szenario - der Ärmste!

Geschrieben von Bine am 26. September 2002 17:09:36:

Als Antwort auf: Re: Baldur´s Horror-Szenario - der Ärmste! geschrieben von Torsten am 26. September 2002 12:17:13:

Hallöle Torsten :-)

>natürlich leisten Arbeiter/Angestellte und Mittelstand den größten Teil der Wertschöpfung.
>Da Baldur alle Autos bis auf eines abmelden will, sind sie ganz offensichtlich nicht nötig.

Oder er kann sie sich schlicht und einfach wirklich nicht mehr leisten. Und vorher, mit dem gkeichen Einsatz (vielleicht sogar mit weniger) konnte er sie sich leisten, das ist der Punkt. Wenn es so weitergeht, werden wir eine Arbeitsleistung, die wir früher für "Luxus" erbringen mussten, bald für das nackte Überleben erbrngen müssen. Darum geht es mir. Die Bonzen haben deswegen immer noch ihren Fuhrpark (den sie eigentlich nicht bräuchten, schließlich arbeiten sie ja nichts oder wenig). Aber wenn wir überhaupt noch ein Auto besitzen, dann kann es unter Umständen bedeuten,daß uns wertvolle Zeit verloren geht, wenn wir die Familie von den einzelnen Betrieben einsameln müssen und jeder verschiedene Arbeitszeiten hat. Gut, vielleicht auch irgendwo noch machbar, wenn dadurch der Ausgleich von weniger Arbeit< (schließlich verzichtet man auf etwas, was man früher hatte) da ist.

Ein großer Teil unserer Probleme rührt daher, daß sich Jeder das leisten möchte, was er unter Umständen vielleicht irgendwann mal benötigen könnte - und sei es nur, um den Nachbarn neidisch zu machen (Kennst Du die Werbung: "Mein Nachbar hat 3 Autos - ich nicht."?).

Möglich, daß das früher einmal bei etlichen Leuten so war. (Fand ich immer lustig so was *ggg*) Kann sein, daß es immer noch Menschen gibt, die bei der "Ratrace" mitmachen. Das finde ich an und für sich eher lächerlich und oberflächlich. Ein bißerl "einfach gestrickt" Aber solche wirds immer geben.

Und dafür ist er auch bereit, Alles zu geben, Überstunden zu leisten und sich zeitlich und psychisch so zu belasten, daß er den nutzlosen Plunder noch nicht einmal genießen oder als solchen erkennen kann. Die Einsicht, ihn zu benötigen, vermitteln die Medien - wozu sollte man das anzweifeln? Wenn Alle das ewige Wachstum predigen, wird das schon richtig sein.

Nun, tatsächlich werden gerade die jüngeren Leute fürchterlich manipuliert und es ist nicht immer nur eine Sache des starken Selbstvertrauens, sich hier auszuklinken. Es erfordert schon den Mut zum Anderssein. Das kann nicht jeder (Ich konnte es, habe auch den Preis dafür bezahlt). Unser ganzes Erziehungssystem ist doch auf "Massenmensch" ausgerichtet. Schon von klein auf wird den Kindern eingebläut, sich bestimmten Normen zu unterwerfen, ud wenn sie noch so unsinnig sind. Es ist nun nicht jedermanns Sache, die Manipulation zu erkennen und sich aus der frühkindlichen Indoktrination jeglicher Art zu befreien. Das ist ein Kraftakt, der einige innere Kämpfe und das Überwinden gewisser Urängste erfordert. Im täglichen Kampf haben nicht allzuviele Menschen den Mut, sich dieser Herausforderung zu stellen. Jedoch selbst, wenn man sich weitgehend "ausgeklinkt" hat, braucht man nach wie vor bestimmte Dinge, die einfach sauteuer geworden sind. Gerade, wenn man konsequent gegensteuern will, auch zum Beispiel bei der Ernährung. Das gute, gesunde Zeug ist mittlerweile Luxus.

>Um zu erkennen, daß dieses Pyramidenspiel im nationalen und globalen Maßstab nicht funktionieren kann und oft genug auch im persönlichen schiefgeht, müßte man aber das Ding zwischen den Ohren mal von Gier auf Denken umschalten. Dann würde man auch erkennen, daß man mit seinen Überstunden Anderen die Arbeit abnimmt, nur um sie hinterher für die Nicht-Arbeit zu bezahlen und auch noch schief anzusehen.

Das ist sicherlich richtig. Nur: Wie bringe ich einen Menschen, der noch nie chinesisch konnte dazu, es zu sprechen ? Er muss es lernen ! Schon von klien auf wurden wir doch entmündigt und wurden zu Befehlsempfängern erzogen. Unser Schulsystem und auch später das Berufsleben ist auf Wettbewerb ausgerichtet.

>Die Umverteilung geschaffener Werte funktioniert nicht nur in Richtung der Spitze der Pyramide (wo zugegebenermaßen die größten Nichtsnutze/Schädlinge sitzen), sondern auf jeder Ebene. Und das liegt schlicht und ergreifend an allgemeingültigen persönlichen Verhaltensmustern und Wertvorstellungen, deren Spitze die Politik darstellt, aber deren Ursache sie nicht ist.

Doch, Torsten. Da wir im kapitalistischen System leben, werden wir dementprechend gesteuert. Das gesamte Erziehungssystem ist darauf ausgerichtet. Wir sind eine "Leistungsgesellschaft". Ich weiß, ich höre mich nun ein wenig anarchistisch an und bitte Dich, dies nicht falsh zu verstehen. Ich bin ebenso wie Du der Meinung, daß sich die Werte wandeln müssen. Auch daß der Anfang an der Basis geschehen sollte. Weil sich er Wechsel "im oberen Bereich" dann über kurz oder lang von selbst ergeben müsste. Man sollte in der Familie bereits beginnen die eigenen Kinder zur Verantwortlichkeit zu erziehen, ihnen menschliche Werte mit auf den Lebensweg geben. Ich denke, daß die Schmarotzer dann die längste Zeit ihr Leben genießen könnten. Sie müssten einfach mitarbeiten, denn sonst gäbe es nichts für sie !

>Daß die Mehrheit gleichförmig handelt, heißt noch nicht, daß sie richtig handelt. Der Nachahmungstrieb mag für die Organisation von Affenhorden ausreichen, aber ein wenig komplexer sind die zwischenmenschlichen Beziehungen schon. Dennoch spielt der Nachahmungstrieb bis in die höchsten Ebenen die entscheidende Rolle (wird nur aus psychologischen Gründen "empirisches Wissen" genannt).

Richtig. DSieh einen Absatz weiter oben :-)

>Aber das ist eine nutzlose Diskussion.

Nein das finde ich nicht. Es zeigt mir zum Beispiel, daß man sehr oft eine ähnliche Meinung haben kann, auch wenn man sie vielleicht an anderen Punkten aufrollt. Wir gingen in Bezug auf Baldur von zwei gegensätzlichen Annahmen aus.
Ich versuche klarzustellen, daß es nicht unbedingt Luxus sein muss, sondern eine Notwendigkeit, wenn jemand vier Autos hat. (Wir hatten zwei, jetzt eines. Und es gibt regelmäßig Debatten drüber, wer die Kiste nun am Wochenende fährt *ggg*) Natürlich können wir auch wieder so leben, wie die Menschen ganz früher. Dann weigere ich mich jedoch, mir für einen fremden, der mit seinemHintern in einer fetten Villa hockt (und noch etliche andere Häuser hat) zu arbeiten ! Dann hock ich mich auf meine eigene Scholle und bau mir mein Zeug selber an ! Dann weiß ich wenigstens, warum ich mir den A**** aufreiße. Sory, aber es ist doch so, oder ? Ich rede nicht vom Luxus und vom immer mehr wollen, sondern vom Erhalt eines guten mittleren Lebensstandarts, den wir wohl offensichtlich verlieren, wahrscheinlich auch Du, und die Oberen und Unteren lachen sich den Arschab. Torsten, so wie es aussieht weren wir versklavt ! Darum gehts mir. Wenn ich schon die dei Kisten hergebe, dann will ich dafür nicht genausoviel oder mehr arbeiten müssen, sondern weniger ! Ich hoffe, ich brings rüber. Den Schmarotzern gehts noch genauso gut wie vorher, aber uns gehts schlechter !

Ich wollte nur darauf hinweisen, daß die schönste Bestandsaufnahme nur dann von Wert ist, wenn man die Ursachen der Mißstände sucht und an diesen mit Veränderungen ansetzt.

Da ebe ich Dir vollkommen recht. Das wollte ich mit meinem "Meckern" auch rüberbringen.

Und ich sehe die Ursachen ausschließlich in persönlichen Einstellungen und persönlichem Handeln - und auch Veränderungen können nur im persönlichen Maßstab erfolgen.

Eben nicht nur ! Da sollten schon Veränderungen geschaffen weren. Ich gehöre zum Beispiel beileibe nicht zu den Leuten, die dies oder jenes haben müssen, weils der Nachbar hat. Mir stinkt es aber, wenn ich zum Einkaufen gehe und anstelle von früher fünf Tüten für die nächste Woche für das gleiche Geld nur zwei oder drei Tüten raustrage. Viele Dinge, die eigentlich für den Mittelstandbürger dazugehörten, wie mal essen gehen oder ein Konzert-oder Theaterbesuch: ein Luxus ! Da wo früher das DM Zeichen stand, da steht jetzt das Eurozeichen. Das heißt: Wer früher Mittelverdiener war, ist jetzt schlicht und ergreifend eine arme Sau !

Wie Jesus so schön sagt: Du siehst den Span im Auge Deines Bruders, aber nicht den Balken im eigenen.

Das mag zutreffen, wenn man den Maßstab global ansetzt. Sicherlich sind wir im Vergleich zu den 3.Weltländern gut dran. Aber, sollen wir drauf warten, bis es uns auch so geht ? Übrigens: Den Bonzen in den Ländern geht es noch viel besser als unseren Bonzen. Zufall ???

liebe Grüße
Bine (die es nicht persönlich meint :-))
>Viele Grüße
>Torsten



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