Re: Marc Faber zu den Aussichten der US-Wirtschaft
Geschrieben von karlbauknecht am 13. Mai 2002 12:34:17:
Als Antwort auf: Marc Faber zu den Aussichten der US-Wirtschaft geschrieben von Theo Stuss am 13. Mai 2002 12:11:09:
>Hallo Leute,
>bei aller Gesundbeterei der US-Wirtschaft immer erst einmal auf den neuen Faber oder Malik warten:
>
>Geschrieben von Toby0909 am 12. Mai 2002 17:52:02:
>Hier Teil zwei des Gloom Boom und Doom Reports:
>Voran gehen Ausführungen darüber, daß Inflation immer ein Ergebnis von Geldangebot ist und Ausführungen darüber, wie unsinnig Preisindizes sind, weil man Butter, Brot und Olivenöl addiert.
>(...) Der Plan der US Regierung einen verbesserten Konsumentenpreisindex einzuführen, um die Inflation genauer zu messen ist nur eine Übung in Sinnlosigkeit. Ursache der Inflation sind nicht steigende Preise, sondern steigendes Geldangebot. Was auch immer der verbesserte Index messen wird, es wird mit der wahren Inflation nichts zu tun haben, die immer ein ansteigen des Geldangebots ist. Konsequenterweise gibt es also keinen bedarf für verschiedene verfeinerte Preisindizes um den wahren Stand der Inflation herauszufinden. Alles was ebnöigt wird, ist auf die Wachstumsrate des Geldangebots zu achten.
>Somit können wir folgern, daß es bereits eine bemerkenswerte Inflation in den USA gegeben hat, aber daß das gestiegene Geldangebot noch nicht seinen Weg in steigenden Preisen gefunden hat. Importpreise geben weiter nach, da die hergestellten Güter sich weiterhin verbilligen – zum Großteil aufgrund chinesischer Produkte die den Weltmarkt erreichen und aufgrund des starken Dollars. Aber es gab viele Preissteigerungen in anderen Sektoren der Wirtschaft. Die Häuserpreise sind in den letzten 12 Monaten um 10 % gestiegen und landesweit (USA) sind die Häuserpreise seit 1995 um rund 40 % gestiegen. Die Steigerungen waren in einigen Städten wie in Boston, San Francisco, San Diego und Denver viel höher und erreichten 70 bis 96 % (In den UK bezahlen die Erstbezieher von Häusern im Schnitt 14 % mehr als ein Jahr vorher und rund 18 % mehr in London).
>(...)
>Ich denke, die Möglichkeit ist sehr hoch, daß wir ins Jahr 2003 schreiten und die Preissteigerungsraten in den USA werden sich signifikant beschleunigen – egal unter welchem wirtschaftlichem Szenario. Wenn sich die Weltwirtschaft erholt, wird die Nachfrage nach Rohstoffen, die seit der Asienkrise in 1997 gefallen ist, sich erholen und zu weitaus höheren Preisen bei NE-metallen, Getreide und „soft commodities“ . Vergessen Sie nicht, daß sich die Rohstoffe inflationsbereinigt nahe ihrem All-Zeit-Tief bewegen und daß viele Rohstoffe unterhalb ihrer Produktionskosten gehandelt werden.
>Das Departement for Agriculture berechnete in 1999, daß die Durchschnittskosten zur Produktion von einem Pfund Baumwolle in den USA 84 Cents betrugen. Heute sollte der Preis wegen höherer Energiepreise eher bei 90 Cents liegen. Kalkuliert man einen Minimum-Profit von 3 – 5 % ein, sollte der Gleichgewichtspreis bei ca. 95 Cents liegen. Aktuell wird Baumwolle aber für rund 40 Cents gehandelt. Ausserdem ist es durchaus möglich, daß sich die Rohstoffpreise auch in einer deflationären Wirtschaft steigern. Vom Tief in 1932 zum Hoch in 1934 verdoppelten sich die Rohstoffpreise nahezu, obwohl sich die US Wirtschaft mitten in einer deflationären Depression befand. Wenn also die aktuelle Wirtschaftserholung abbricht und die Wirtschaft wieder zurück in die Rezession strudelt oder auch wenn sie nur ein bisschen abkühlt, liegen höhere Inflationsraten bereits auf der Straße und sind sehr wahrscheinlich, da die FED bei erneuter Schwäche eine noch entgegenkommendere Geldpolitik betreiben wird. Das Argument wird wohl sein, daß die Geldpolitik in 2001 höchsterfolgreich gewesen sei, da ja Eingenheime und Konsum obengehalten wurden, aber die lockere Geldpolitik reichte nicht lange genug, und somit kam es zu einem neuen „Dip“.
>In meinen Augen werden steigende Inflationsraten und Zinsen in 2003 oder sogar eher das Hauptthema sein – egal welcher wirtschaftlicher Ausblick vorherrscht. Dies wird insbesondere dann wahr werden, wenn der US Dollar im zusammenhang mit steigenden Rohstoffpreisen abzuschwächen beginnen wird – ein Ereignis, welches ich innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate als unausweichlich einschätze. Dies ist deshalb so, weil signifikante Preissteigerungen bei den Rohstoffen sicherlich die Anleihen unter Druck bringen werden. Somit werden die Ausländer, die in den letzten beiden Jahren die Hauptkäufer im US Bondmarkt waren große Verluste erleiden und Ihren Appetit für festverzinste Wertpapiere lautend auf die USA reduzieren oder sogar aus dem Markt alle zusammen aussteigen.
>Es gibt einen Punkt mehr, den ich entlarven möchte. Basierend auf den neueren Erfahrungen in Japan und den Erinnerungen an die Depressionsjahre der 30er, verbinden die meisten Leute eine schwache Wirtschaft mit Deflation und eine starke mit Inflation. Aber das Gegenteil ist eigentlich eher die Regel als die Ausnahme. In einer schwachen Wirtschaft gehen normalerweise eine lockere Geldpolitik Hand in Hand mit einem Budgetdefizit.
>Es folgen Ausführungen zur mexikanischen Wirtschaft zwischen 1979 und 1988 – Inflation, lockere Geldpolitik, Einbruch am Aktienmarkt, Explosion am Aktienmarkt.
>(...)
>Es ist nicht schwer zu verstehen, daß die Rohstoffpreise seit 1980 in Peso sich vervielfacht haben, obwohl sie in Dollar gefallen sind. Somit möchte ich wiederholen, daß aus meiner Sicht ökonomische Schwäche sehr gut neben stark steigenden Konsumentenpreisindizes und steigenden Rohstoffpreisen existieren kann und von starken Wechselkursverlusten begleitet werden, so wie es der Fall in Mexico und den meisten anderen Lateinamerikanischen Ländern in den 80ern der Fall war. (Der Yen-Gold-Preis ist im Moment auch um 35 % in den letzten 15 Monaten gestiegen, obwohl der Dollarpreis nur 14 % gestiegen ist).
>Noch ein letzter Punkt zu Mexico und den anderen Lateinamerikanischen Staaten in den 80ern: Als diese Staaten in eine hochinflationäre Phase eintraten, war es am Besten deren Aktienmärtkten fern zu bleiben, da die Wechselkursverluste die Gewinne in den lokalen Währungen mehr als ausglichen. Wie auch immer, bot diese tödliche Kombination von hoher Inflation, Rezession und starken Wechselkursverlusten auch eine im Leben einmalige Kaufgelegenheit in der Mitte der 80er in Mexico, Chile und in den späten 80ern in Argentinien, Kolumbien, Peru und Brasilien. Innerhalb einiger Jahre nach 1984 steigen die mexikanischen Aktien in Dollar um mehr als das 50fache !
>Weitere Ausführungen nur in Stichpunkten:
> US-Bonds haben Ihr Hoch gesehen – Zwischenhochs zum Aussteigen nutzen
> Auch Corporate Bonds sind keine echte Alternative, da die steigenden Zinsen auch hier die Preise unter Druck bringen werden
> Dollar wird fallen – aber nicht unbedingt ggü. Anderen Währungen, sondern v.a. ggü. Den Rohstoffen und v.a. ggü. Dem Goldpreis
> Emerging Markets übergewichten, auch wenn es kurzfristig zu Gewinnmitnahmen kommen kann
> 90 % der Privatinvestoren und 75 % der Professionals sehen in den kommenden 12 Monaten einen steigenden Markt
> Keine nachhaltige Nachfrage von der Konsumentenseite
> Gleiches bei den Konsumentenkrediten
> Fallende Immobiliebpreise
> Leerstände steigen bereits, v.a. in San Francisco
> Investitionen fallen weiter
> Woher sollte also Wachstum kommen ?
> Resultat aus schwacher Wirtschaft und exzessiver Geldpolitik: Stagflation
> Die FED kann nicht dagegen machen, sie kann nur soviel drucken, um eine Inflation mexicanischen Stils zu erreichen
> US-Werte meiden
> v.a. die bisher unbeschadeten Sektoren meiden ( WMT, HD, BBY, LOW, BBBY, CTX, LEN, BZH )
> Große Werte wie IBM und GE werden auch die großen Indizes zum abstürzen bringen.
So viel Blödsinn auf einmal habe ich selten gehört, genau so ist es als wenn man versucht durch eine Ausweitung der Geldmenge die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen (fehlende Verifizierung der Philippskurve)
- So und das hältst du auch für Blödsinn? Danan 13.5.2002 18:10 (0)
- Re: Blödsinn von wessen Seite? Theo Stuss 13.5.2002 13:45 (2)
- Kommt auf Schorschis Logik an Torsten 13.5.2002 15:44 (1)
- Re: Es liegt in der Logik Amerikas mit Kanonen auf Spatzen zu schießen Theo Stuss 13.5.2002 16:18 (0)