Re: @Andreas: Dauer des Niederganges nach Beasley und Widdowson
Geschrieben von Andreas am 31. März 2004 17:23:57:
Als Antwort auf: @Andreas: Dauer des Niederganges nach Beasley und Widdowson geschrieben von Taurec am 31. März 2004 16:56:08:
>Hallo, Andreas.
>Wie lange soll denn nach Widdowson der Niedergang dauern? Wie lange dauert das folgende dunkele Zeitalter?
>Ich denke, dies ist dann wohl eine längerfristige Alternative zum Proph-Szenario. Die Welt würde sich so entwickeln, wenn man die jetzige Situation und die Tendenzen auf die Zukunft anwendet, ohne daß man plötzliche Ereignisse, wie z.B. Meteoriten, Vulkanausbrüche und andere Naturkatastrophen, miteinbezieht, welche die Situation ändern könnten, bzw. Widdowsons Szenarion etwas stören könnten. Das Ergebnis dürfe aber das des Eintreffens der Prophezeiungen übertreffen. --> Totalschaden der Zivilisation
>Leider scheint mir das Englisch Widdowsons etwas schwierig. Zumindest die Texte, die du hier reingestellt hast. Deswegen muß ich viele Wörter nachschlagen, was sehr zeitaufwendig ist, sonst würde ich mich eingehender damit befassen. Bin im Englischen nämlich nur durchschnittlich begabt.
>Gruß, Taurec.Hallo Taurec
W. geht davon aus, dass es etwa zwischen 50-200 Jahre dauert, bis das Dunkle Zeitalter in seiner vollen Tragweite anbricht. Zunächst werden wir einen Abstieg und dann einen raschen Fall von maximal 10 Jahren Dauer erleben. Das sind natürlich Spekulationen, aber sie sind nicht völlig unsinnig. Das von der internationalen Perspektive wichtige ist eben, dass nach den USA niemand bereit zu sein scheint, die globale Ordnungsrolle zu übernehmen, insbesondere wenn man davon ausgeht, dass China oder Russland selbst schwer angeschlagen aus einem Konflikt hervorgehen werden bzw. die USA mehr oder weniger angeschlagen aus einem siegreichen Krieg mit einer dieser Nationen hervorgehen werden. Europa?
Das Problem ist auch, dass sämtliche Nationen, ob es die reichsten oder die ärmsten sind, von inneren Widersprüchen, wie es W. nennt, befallen sind, die nicht auf einem sanften Weg und schon gar nicht durch politische Programme oder bürokratische Verordnung gelöst werden können (Arbeitslosigkeit, Zerfall des sozialen "Kitts" durch immer mehr Scheidungen, Migration).
Übrigens schliesst W. Seuchen, Naturkatastrophen, Meteoriten und dergleichen nicht als unmittelbare Auslöser aus, er sagt jedoch, dass wohl noch keine Zivilisation alleine wegen einem solchen Phänomen untergegangen sei. Die langfristigen Ursachen sind systeminhärent:
- Wohlstand führt zu einer verbreiteten Geisteshaltung, die langfristig der weiteren Schaffung von Wohlstand abträglich ist. Nichtarbeiten wird immer mehr zu einer Option, wenn auch nicht für die Mehrheit.
- Wachsende Staatsmacht führt letztendlich zur innefizienten Allokation von Ressourcen, der Extremfall der Sowjetunion sei erwähnt, aber auch im Westen steigt die Staatsquote, wie überall, ständig, egal ob Tory oder Labour, egal ob CDU oder SPD. Die Ansprüche der Bürger wachsen schneller als die Fähigkeiten des Systems diesen Ansprüchen nachzukommen (medizinische Versorgung als Bsp.). Unser Gewissen erlaubt jedoch keine kontrollierte Rückkehr zu "früheren", härteren Zuständen.
- Massenkonsum bedeutet, dass die ästethischen und kommerziellen Standards sich den Massen anpassen. Es kommt zu einer neurotischen Beschäftigung bei der Vermeidung von Schmerz und Tod.
- Die Ausbreitung eines Hegemons USA führt zur Verbreitung von Waffentechnologie und irgendwann zum imperial overstretch.Zum finalen Crash kommt es wenn Ansprüche und Kapazitäten auseinanderklaffen und das Vertrauen in das System verloren geht. Das heisst indes nicht, dass mit dem ersten grossen Börsencrash gleich das Dunkle Zeitalter anfängt. Wir sind immer noch im Niedergang. Ein Problem ist natürlich genau zu definieren, was eine Zivilisation/Gesellschaft ist, und zu sehen welche "aufsteigen" und welche "absinken".
Das Englisch von W. ist in der Tat nicht ganz leicht, zum Teil sind seine Ausführungen auch etwas langatmig.
Gruss
Andreas
- Re: @Andreas: Dauer des Niederganges nach Beasley und Widdowson Taurec 01.4.2004 16:05 (1)
- Re: @Andreas: Dauer des Niederganges nach Beasley und Widdowson Andreas 01.4.2004 18:49 (0)