Re: @Andreas: Dauer des Niederganges nach Beasley und Widdowson

Geschrieben von Andreas am 01. April 2004 18:49:45:

Als Antwort auf: Re: @Andreas: Dauer des Niederganges nach Beasley und Widdowson geschrieben von Taurec am 01. April 2004 16:05:04:

Zerfall des sozialen "Kitts" durch immer mehr Scheidungen, Migration).
>Am besten scheint es mir zu sein, so unabhänig wie möglich von der sterbenden Zivilisation zu werden. Wenn sich nur genug Menschen fänden, die wissen, wo die Reise hingeht, wäre es vielleicht möglich (Dorf-)Gemeinschaften zu bilden, die sich selbst versorgen. In diesen Zellen könnten vielleicht die Kultur und Wissen über den Zusammenbruch hinaus bewahrt werden, sodaß durch sie ein neuer Aufstieg möglich ist.
>Gruß, Taurec.

Tja, wenn, Du sagst es. Dabei lachen mich die Leute schon aus, wenn ich ihnen weiszumachen versuche, dass es in wenigen Jahrzehnten allein aufgrund der zunehmenden Multipolarität auf dieser Welt zu sehr ernsten Spannungen kommen muss.
Wenn man darauf hinweist, dass der Westen zu schwach ist, um in Afghanistan einmal richtig auf den Tisch zu hauen, diese Clan-Heinis einmal richtig durchzumischen, damit das Drogenproblem von der Produktionsseite einmal gelöst würde wird abgewiegelt. Was sind schon ein paar Drogentote und ein bisschen Beschaffungskriminalität. Nun in Englang gibt es etwa 250'000 Abhängige von harten Drogen. Eine Viertelmillion.
Wenn man sagt, dass eben dieses Drogenproblem ebenso wie die Arbeitslosigkeit nicht Probleme aus einer weitenentfernten Vergangenheit sind sondern dass unser System sie offenbar systematisch produziert, wird weggehört. Ebenso wenn der Hinweis auf die sinkende Wahlbeteiligung, die zunehmendend Scheidungsraten, die Unterwanderung durch Fremde angesprochen wird. Wenn ich dann noch anfange, die Situation mit dem Alten Rom (Germanenunterwanderung, Söldern anstatt röm. Bürger die Drecksgeschäft erledigen, Zunahme der Piraterie, Verfall der Strassen), mit dem Alten China (Opiumsucht) zu vergleichen werde ich als verrückter Spiel- und Spassverderber und ewiger Miesmacher zum Teufel geschickt.

Das Problem ist. Alles was nicht im Moment bedrohlich ist wird verdrängt. Die Leute denken nicht in Prozessen. Wenn heute und morgen und fünf Jahren nichts passiert gibt es keine Gefahr. Jeder will noch möglichst viel aus dem System raussaugen bevor es dereinst zusammenkracht.

Gruss
Andreas



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