Re: Kein Grund für uneingeschränkte Unfreiheit
Geschrieben von Astro am 01. März 2004 21:32:44:
Als Antwort auf: Kein Grund für uneingeschränkte Unfreiheit geschrieben von Elias Erdmann am 01. März 2004 19:22:02:
Hallo Elias,
für einen Wassermann, der sich das Wort Freiheit auf die Fahnen geschrieben hat, ist es nur schwerlich zu verdauen, dass die Freiheit des Willens eingeschränkt sein soll.
Tatsächlich zeigen neuere Untersuchungen bei der Gehirnforschung, dass bei einem Auswahlprozess die Entscheidung längst in den Neuronen gefallen ist, auch wenn die Person noch einige Zeit hin-und-her-wägelt.
Der Mensch ist zum großen Teil Marionette seiner Neurone.
Er überschätzt seinen freien Willen.
Der freie Wille ist in vielen Fällen eine Illusion.Das weiter unten von mir gebrachte Modell enthält beide Anteile:
den deterministischen Teil mit der Zeitachse und die Achse des freien Willens.Insofern ist Präkognition im gewissen Maße auch möglich, was ja auch bei zahlreichen Menschen nachgewiesen wurde.
Deine Skepsis sich an eine bestimmte Aussage, Vision oder gar Dogmen usw. fest zu binden, ist für mich nachvollziehbar, es widerstrebt Deinen Freiheitswillen.
Auch Dir möchte ich das unten genannte Buch wärmstens empfehlen, es ist für Dich eine Bereicherung. Es bezieht auch die Astrologie als Mittler zwischen Religion und Physik mit ein und führt auch in das analoge Weltbild der Astrologie ein, erläutert die Symbolsprache der Astrologie und zeigt die kosmischen Vernetzungen auf.
http://www.f23.parsimony.net/forum53379/messages/100941.htm
und hier noch ein bißchen Fegen bei Abendrot 2001:
http://www.f23.parsimony.net/forum53379/messages/10425.htm
Viele Grüße
Astro>Hallo Fred
>> Es widerstrebt einem im Innersten daran zu glauben, daß unser
>> Wille möglicherweise uneingeschränkt unfrei ist, aber es ist für mich
>> die einzige logische Erklärung, daß es nachgewiesenermaßen Menschen
>> gibt, die präkognitive Fähigkeiten hatten/haben.
>> Der freie Wille als Illusion !
>Die „uneingeschränkte Unfreiheit“ wäre nur dann als Hypothese notwendig, wenn wir eine „uneingeschränkte Vorhersagbarkeit“ hätten. Wenn aber die Vorhersagbarkeit „Freiheiten“ zulässt und wenn manche Vorhersagen auch gar nicht eintreffen, dann gibt es absolut keinen Grund, von einer „uneingeschränkt Unfreiheit“ auszugehen.
>Wenn es eine absolut sichere, eindeutige und lückenlose Vorhersage über die Zukunft gäbe, die sich bislang immer hundertprozentig bewahrheitet hätte, dann müssten wir uns Gedanken machen, ob es tatsächlich eine „uneingeschränkte Unfreiheit“ gibt. Aber eine solche Quelle gibt es nicht und damit fehlt die Grundlage für alle weiterführenden Spekulationen.
>Für die Erklärung der tatsächlichen Trefferquote bei Prophezeiungen reicht es vollkommen aus, wenn wir davon ausgehen dass in den „Zukunftsvisionen“ Pläne, Möglichkeiten, Wahrscheinlichkeiten und Gefahren visualisiert werden.
>Ich gehe übrigens durchaus davon aus, dass es in uns eine Instanz gibt, die deutlich weiter plant, als es unserem Tagesbewusstsein bewusst ist und die auch unsere Wege lenkt.
>> Die Bibel legt sich fest: Es gibt keinen freien Willen, Gott kennt die Zukunft,
>> die Zukunft ist somit determiniert und zumindest für Gott vorhersehbar:
>> Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht
>> schon wüßtest. Psalm 139
>Eine so weitreichende Interpretation kann man von diesem einen Satz ganz sicher nicht ableiten.
>Es gibt in uns einen Prozess der „Wortfindung“. Wenn jemand diesen Prozess beobachten könnte, wie aus unseren inneren Ideen, Bildern und Vorstellungen Worte werden, dann würde er auch jedes unserer Worte schon kennen, bevor wir es aussprechen – auch ohne dass dadurch der freie Wille eingeschränkt wäre.
>Und was für Worte gilt, die im Werden sind, dass gilt auch für Ereignisse.
>Aus dem Gesamtzusammenhang komme ich übriges sogar zu der Auffassung, dass wir nach dem biblischen Weltbild tatsächlich eine gewisse Freiheit bekommen haben. Gerade vor ein paar Tagen habe ich das im Zusammenhang mit dem Turmbau zu Babel dargestellt.
>> Freier Wille und eine determinierte Zukunft sind einander ausschließende
>> Elemente. Entweder es gibt einen freien Willen und damit keine
>> determinierbare Zukunft, oder der Wille ist unfrei und damit ist es für
>> präkognitive Menschen möglich die Zukunft zu sehen.
>Ich sehe bislang keinen Hinweis, dass Menschen die tatsächliche Zukunft sehen können. Es gibt absolut überhaupt keine Notwendigkeit für eine so weitreichende Spekulation. Für die bisherigen „prophetischen“ Treffer reicht es als Erklärung vollkommen aus, wenn wir davon ausgehen, dass manche Menschen eine potentielle oder eine geplante Zukunft erkennen können.
>> Dieses Paradigma hat somit auch für unser Forum eine grundlegende
>> Bedeutung: Wenn unser Wille wirklich uneingeschränkt frei wäre,
>> könnten wir sofort dieses Forum stilllegen (hätte ich auch kein Problem
>> damit), denn damit wären Multi-Zukünfte wieder möglich, nur eben
>> nicht vorhersehbar.
>Die „uneingeschränkten Unfreiheit“ und die „uneingeschränkten Freiheit“ sind zwei Extreme. Die Realität dürfte irgendwo dazwischen liegen. Schon alleine durch Sachzwänge und Wahrscheinlichkeiten ist die Zukunft ganz sicher nicht vollkommen offen, sondern schon etwas eingeschränkt. Eine weitere Rolle dürfte auch unser „karmischer Lehrplan“ spielen.
>Nicht für jedes Ereignis gibt es die gleiche Freiheit und die gleiche Vorhersagbarkeit. Es gibt situationsbedingt wahrscheinlichere Entwicklungen und unwahrscheinlichere Entwicklungen. Die wahrscheinlicheren kann man durchaus vorhersagen und es ist durchaus auch anzunehmen, dass es Bewusstseinsebenen gibt, die einen größeren Überblick haben und die auch längerfristige Entwicklungen und Pläne abschätzen können.
>> Man sucht sich die Zukunft raus, die einem gerade in den Kram passt,
>> oder besser gesagt, man sucht sich einen Seher raus, dessen Visionen,
>> oder aber Phantastereien (Träume) meinen eigenen Wunschvorstellungen
>> entsprechen.
>Ich sehe eine andere Konsequenz:
>Wir können statt dessen versuchen, verantwortungsbewusst zu handeln, mit dem Ziel, eine erstrebenswerte Zukunft herbei zu führen.
>Wir können uns keine Zukunft beliebig raussuchen. Aber wir können die Zukunft durch unser Handeln in gewissen Grenzen beeinflussen.
>Viele Grüße
>Elias
>PS: Unabhängig von dem hier Gesagten gibt es auch sehr viele „Visionen“, die nur irrtümlich für „Zukunftsvisionen“ gehalten werden und die eigentlich eine ganz andere Botschaft vermitteln.
>
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- Re: Kein Grund für uneingeschränkte Unfreiheit Elias Erdmann 02.3.2004 19:41 (0)
- RE: Astrologie/Prophezeiungen Fred Feuerstein 01.3.2004 23:28 (1)
- Re: RE: Astrologie/Prophezeiungen Astro 02.3.2004 23:10 (0)