Josef Albrecht

Wolfgang Johannes Bekh – Geheimnisse der Hellseher, 2003[1]

„Nach einer Mitteilung von Armin Brunner, Marktoberdorf vom 25. Februar 1995.
Josef Albrecht (Hausname Sattlers Sepp), 1891–1976, aus Hausen bei Bertoldshofen (fünf Kilometer östlich von Marktoberdorf) ist ledig geblieben und hat bei seinem Bruder auf dem Hof gearbeitet. Albrecht war religiös. Bekannt war sein Ausspruch: ‚Man braucht kein Betbruder sein, aber man soll Gott die Ehre geben, und das nicht erst, wenn es einem schlechtgeht.’ Er war aufgeschlossen, geistig beweglich und ein grundehrlicher Mensch.
Hier eine für ihn typische Vision vor dem Zweiten Weltkrieg: Albrecht ging in Richtung der Kirche von Bertoldshofen, da ging die Kirchentür auf, und wie nach einer Messe kamen die Leute heraus - alles längst Verstorbene Verwandte und Bekannte. Er grüßte mit ‚Heil Hitler!’ (im Wachzustand unmöglich für ihn!), doch keiner erwiderte den Gruß. Alle sahen ihn nur ernst an. Da schämte er sich fürchterlich. Er ging wieder weg von der Kirche, da sah er plötzlich Hitler, der an ihm vorbei auf der Straße Richtung Westen ging. Albrecht blickte umher; friedlich lag das Dorf im Sonnenschein da. Dann schaute er nach Westen, neugierig, wo denn Hitler hingehe. Da gewahrte er, wie sich eine ungeheuere, pechschwarze Gewitterfront von Westen her rasch näherte. Unbeirrt ging Hitler geradewegs in diese hinein.
Albrecht hatte sehr oft, wenn besondere Ereignisse bevorstanden, Visionen von symbolischem Inhalt, so diese Schau über die Zukunft: Es war schon einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, da betete er einmal darum, daß ihm die Zukunft Deutschlands gezeigt würde. Ein paar Tage später hatte er diese Vision: Er sah eine Landkarte von Mitteleuropa, so groß wie eine Hauswand. Dann sah er, daß Deutschland von Osten her angegriffen wurde. Der Hauptstoß ging genau in der Mitte durch, etwa von Hof in Richtung Frankfurt, noch über den Rhein, vielleicht noch ein kleines Stück nach Belgien und Frankreich hinein. Hier war er sich nicht mehr ganz sicher, das Bild verwischte sich etwas. Dann war die Angriffskraft der Feinde gebrochen. Vor allem nördlich der Donau, bis an die Waterkant, werde alles zerstört, die Erde aufgerissen und verbrannt. Nur im südlichen Bayern schien die Sonne. Er sah dies, nachdem das Bild der Landkarte verschwand. Wann das eintreten würde, konnte er nicht sagen, nur daß es nicht im Winter sein werde, das habe er am Bild der Natur gesehen.
Es war die stärkste und erschütterndste Vision in seinem Leben. Er sagte, daß er nicht nur tage-, sondern wochenlang danach völlig verstört war. Er hat sogar angedeutet, daß er darum gebetet hatte, daß ihm so etwas nie mehr gezeigt würde.“

Quelle

  1. Bekh, Wolfgang Johannes: Geheimnisse der Hellseher. Rosenheim 2003. (Titel der Originalausgabe: „Das dritte Weltgeschehen. Bayerische Hellseher schauen in die Zukunft.“)