Der alte Plagge

Die Mitteilung über diesen Spoekenkieker erreichte Wolfgang Johannes Bekh in Briefform im Jahre 1994.

Wolfgang Johannes Bekh – Geheimnisse der Hellseher, 2003[1]

„Sehr geehrter Herr Bekh!
Die meisten Ihrer Bücher habe ich gelesen. So komme ich dazu, Ihnen eine kleine Prophezeiung mitzuteilen.
Es muß wohl vor gut hundert Jahren gewesen sein. Ein Mann, Plagge mit Namen, ging von Hembergen (eine Bauernschaft 5 km von Emsdetten) nach Emsdetten Kirche. (Anmerkung des Verfassers: Emsdetten an der Ems, 24 Kilometer nördlich von Münster in Westfalen.) Unterwegs traf er noch einen Vater mit seinem Sohn. Als er nun so weit gekommen war, wo wir 1949 unser Haus gebaut haben, da sagte er: ‚Bleib doch mal einen Moment stehen.’ Der andere fragte: ‚Was?’ Da sagte der Plagge: ‚Hier ist alles zugebaut.’ Der Andere darauf: ‚Hier gibt's nichts wie Hecken und Heide.’ (Das nächste Haus von Emsdetten war noch ungefähr zwei Kilometer weiter.) Dann sagte Plagge: ‚Ich sehe es doch! Lauter schöne Häuser und eine Kutsche, die von selbst läuft.’ Als der Andere das hörte, sagte er nicht, ‚Du spinnst’, sondern: ‚Komm, laßt uns gehen, sonst kommen wir noch zu spät in die Kirche.’ So gehen sie nun weiter. Da sagt der Andere ganz vernünftig: ‚Von was sollen die Leute denn leben? So viel gibt es in Emsdetten ja gar nicht zu tun.’ Darauf Plagge: ‚Die haben viel mehr Geld als wir.’ So kamen sie ungefähr hundert Meter weiter. Da sagte Plagge noch einmal: ‚Nun bleibt doch noch mal einen Augenblick stehen.’ ‚Ja, siehst du wieder was?’ Da hält Plagge sich die Arme um die Brust, schaut ängstlich umher und sagt: ‚Die Häuser stehen alle leer. Da wohnt keiner mehr drinn.’ Ende.
Wenn die Worte gerade wo ich wohne gesagt worden sind, haben sie ein höheres Gewicht.
Herzlichen Gruß! Hochachtungsvoll!
Albert P.; Emsdetten
P. S. D.
Den Plagge habe ich noch gekannt, er wohnte hinter dem Hemberger Damm, starb kurz nach 1. Weltkrieg, ich glaub 85jährig.“

Quelle

  1. Bekh, Wolfgang Johannes: Geheimnisse der Hellseher. Rosenheim 2003. (Titel der Originalausgabe: „Das dritte Weltgeschehen. Bayerische Hellseher schauen in die Zukunft.“)

Literatur

  1. Bekh, Wolfgang Johannes: Das Ende der Welt. Augsburg 1998.