Abt Werdin

Ohne Quellenangabe findet sich die folgende Prophezeiung in der Sammlung von Johann Nepumuk Trülle, erschienen 1849. Sie wurde dem Abt der italienischen Stadt Apulien zugeschrieben, der 1279 starb.

Sven Loerzer – Visionen und Prophezeiungen, 1998[1][2]

„Das Ende meiner Tage naht: mein Schutzengel hat es mir verkündigt. Vernehmet daher die künftigen Ereignisse. die mir geoffenbaret wurden und bei der Öffnung des sechsten Siegels in Erfüllung gehen werden. Maurus von Palermo und Jakob von Otranto, meine geliebten Schüler, werden diese geschriebene Weissagung mit meinem Leichnam in mein Grab legen. Und dies Grab wird geöffnet werden, wenn ein glänzender Stern über dem Fleische des Fürsten der Apostel leuchtet.
Dieser Stern, welcher das Angesicht der Kirche erleuchtet, macht viele Übel wieder gut. Der oberste Hirt richtet niedergerissene Altäre wieder auf, er baut neue Kirchen.
Siehe, es kommt ein schöner junger Mann, welcher die Herrlichkeit dieses Hirten betrachten will, und dieser Hirt setzt ihn auf den zu der Zeit leeren und verlassenen Thron von Frankreich.
Dann nach wenigen Jahren wird dieser Stern erlöschen. Und die Trauer wird in der Welt sein. Und mit diesem Stern wird der siebzigjährige Adler begraben, welcher seinen jungen Adler unter der Obhut der Ersten der Nation zurückläßt. Und alles wird zusammenstürzen.
Ein Tier, dessen Wut unerhört ist, mit giftigem Schweife, wird an seine Stelle treten, und unzählige Schlangen werden sich vermehren. Dann kommen Zeiten, wo die Bösen die Priester des Herrn in Blutströmen töten.
Und da wird die Verzweiflung der Menschen so groß sein, daß sie nach dem Tode flehen. Dann fallen viele Städte Italiens. und im Königreich Neapel und in Toskana. Schreckliche Unglücksfälle, wovon sich niemand eine Vorstellung machen kann. Otranto, meine Vaterstadt, wird die Beute des mohammedanischen Drachen. Rom wird bestürzt sein. Florenz wird in seinem abtrünnigen Haupt geschlagen. Das Nest der Philosophen wird gerüttelt. Genua wird von feindlichen Horden angefallen. Venedig wird von den mit andern Völkern verbündeten Türken angefallen: große Schlacht. Vernichtung Siziliens! Viele Klöster werden unter den Schlägen des nordischen Adlers fallen! Die Franzosen werden mit den Holländern kämpfen, und in zwei Schlachten wird das Blut in großen Strömen fließen.
Vom Orient kommt ein Adler, dessen Flügel sich über die Sonne breiten, gefolgt von einer Menge Menschen, um dem Sohne des Menschen zu Hilfe zu kommen. Dann fallen die Festungen, und die Welt ist im Entsetzen. An jenem Tage wird im Lande des Löwen ein Krieg unter den Fürsten sein, grausamer als alle, welche je die Welt verwüsteten, und es wird eine Flut von Blut geben.
Die Lilie wird ihre Krone verlieren, welche der Adler raubt, und der Sohn des Menschen wird bald darauf gekrönt.
Vier Jahre hindurch werden die Nationen sich bekriegen, die Sekten werden verschwinden, und ein großer Teil der Welt wird zerstört. Das Haupt der Welt wird fallen. Der Sohn des Menschen wird über die Meere gehen und das Wunderzeichen am Haupt der Verheißung tragen. Und der Sohn des Menschen und der Adler werden siegen, und nach dem Siege des Sohnes des Menschen und des Adlers wird der Friede in der Welt herrschen.“

Quellen

  1. Loerzer, Sven: Visionen und Prophezeiungen. Augsburg 1998.
  2. Trülle, Johann Nepumuk: Das Buch der Wahr- und Weissagungen. Regensburg 1849.