"Panta Rhei 2019" (Vorsorge & Überlebenstechniken)

Anastasia, Freitag, 23. August 2019, 11:24 vor 58 Tagen 869 mal gelesen

Hallo,

heute hat in Weilburg eine Großübung namens "Panta Rhei 2019" begonnen.

"Das Szenario geht von einem Meteoriteneinschlag im Raum Limburg aus, als dessen Folge weite Teile der Infrastruktur der Region beschädigt oder zerstört sind. 36 THW-Ortsverbände mit rund 600 Einsatzkräften und Partnerorganisationen wie Feuerwehr und Rettungsdienst sind beteiligt."

https://www.thw-limburg.de/aktuelle-informationen/aktuelle-meldungen/artikel/wenn-ein-meteorit-in-limburg-einschlaegt/

https://www.oberlahn.de/Nachrichten/Grossuebung-des-Technischen-Hilfswerks-im-Raum-Limburg.html

https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/maintower/sendungen/meteor-stuerzt-auf-limburg,video-99824.html (02:50 Min.)

Gruß
Anastasia

Korrektur

Anastasia, Freitag, 23. August 2019, 13:35 vor 58 Tagen @ Anastasia 592 mal gelesen

Hallo,

bitte um Verzeihung!

... vor lauter "Burgen" habe ich mich vertan!

Die Übung findet nicht in Weilburg sondern in Limburg statt.

Grüße aus Marburg
Anastasia:-)

Videos dazu

IFan, Mittwoch, 28. August 2019, 23:00 vor 52 Tagen @ Anastasia 289 mal gelesen

Hallo Anastasia,

vielen Dank für den interessanten Hinweis!

Wo kommt die Idee wohl her, mit dem Meteoriteneinschlag? Sind da vielleicht Leute aus dem Planungsstab dahinter gekommen, dass so ein Szenario nicht völlig von der Hand zu weisen ist? Oder wissen die vielleicht mehr? - aber hier kommen wir schon in den Bereich der Verschwörungstheorien.

Es gibt auch Videos dazu, unter ZDF Mittagsmagazin ("Übung macht den Lebensretter") - Link 1 Link 2. Von mir aber nur als Hinweis, nicht direkt als Empfehlung; ich habe die Videos nicht gesehen (obwohl sie vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk eigentlich keine schlechte Qualität haben müssten).

Gruß,

IFan

Ich denke mal, an der Bewertung des Risikos durch Meteoritenenschläge hat sich in den letzten paar Jahren nicht geändert

Explorer, Donnerstag, 29. August 2019, 05:53 vor 52 Tagen @ IFan 346 mal gelesen

bearbeitet von Explorer, Donnerstag, 29. August 2019, 06:03

Hallo IFan,

Wo kommt die Idee wohl her, mit dem Meteoriteneinschlag? Sind da vielleicht Leute aus dem Planungsstab dahinter gekommen, dass so ein Szenario nicht völlig von der Hand zu weisen ist? Oder wissen die vielleicht mehr?

Ich denke nicht, dass man diese Übung als Indiz dafür nehmen sollte, dass man von einem Meteoriten weiß, der sich auf die Erde zubewegt.
Wüsste man da etwas konkretes, hätte man da nicht eine Übung gemacht, die weit großräumiger wäre?

Das Meteoriteneinschläge ein reales Bedrohungsszenario sind, weiß man ja spätestens, seit 2013 in Russland einer in der Atmosphäre detonierte.
Der Untergang von Sodom, der in der Bibel beschrieben wird, war neueren Forschungen nach, vermutlich auch ein Meteoriteneinschlag.
https://at.galileo.tv/video/gigantischer-meteoriteneinschlag-soll-sodom-vernichtet-haben/

Aber schon im vierten Gefahrenbericht von 2011 werden Meteoriteneinschläge als mögliche Bedrohungen genannt.

Auch die Behörden in Österreich und der Schweiz, haben Meteoriteneinschläge als mögliche Bedrohungsszenarien genannt.

Daher ist es nur logisch, dass es mal eine Übung gibt, die offiziell mal einen Impakt als Szenario nennt, wobei bei den meisten geübten Techniken und Abläufen ja egal ist, was man als konkreten auslöser der Katastrophe annimmt.

So außergewöhnlich das Szenario auch klingen mag: Die Tätigkeiten, die die ehrenamtlichen Helfer haben ausführen müssen, gehören zu den Kernkompetenzen des THW und sind bei den verschiedensten Katastrophenfällen anwendbar.

https://www.wetterauer-zeitung.de/wetterau/friedberg-ort28695/einsatz-nach-meteoriteneinschlag-12954000.html


Ich würde mir mehr Gedanken machen, wenn jetzt plötzlich viele Übungen zu Starken Erdbeben stattfinden würden. Den zu tektonischen Spannungen und der Erdbebengefahr in Deutschland, gibt es seit kurzem neue Erkentnisse, die in der Zivilschutzplanung berücksichtigt werden sollten.

Lehmann: „1756 war bei Düren ein Erdbeben, dem man heute die Stärke 6,4 auf der Richterskala zuordnen würde. Wäre solch‘ ein Beben heute, wo wir heute natürlich eine sehr viel kompliziertere Infrastruktur haben, sehr viel mehr Industrialisierung, dann würde das weitaus katastrophale Folgen haben. Und mit unserem Erdbebenalarmsystem haken wir genau hier ein.“

Das Alarmsystem arbeitet vollautomatisch. Die Daten der Erdbebenstationen in NRW laufen kontinuierlich beim Landeserdbebendienst ein und werden vom Computer analysiert. Der stellt im Ernstfall zunächst fest, dass die Wellen tatsächlich von einem Erdbeben in der niederrheinischen Bucht stammen. Ganz ähnlich aussehende Signale könnten von einem weit entfernten Ereignis stammen – oder von einer Sprengung. Dann wird berechnet, wie stark das Erdbeben ist. Falls es Magnitude 3 überschreitet, alarmiert das System automatisch die Rettungsbehörden – innerhalb von fünf Minuten.

Klaus Lehmann: „Und zwar möchten wir, dass den Rettungsbehörden mitgeteilt wird, in welchem Bereich ist mit Schäden zu rechnen. Das heißt, die Rettungsbehörden müssen nicht erst gucken, wer macht welche Meldung, sondern die können sagen, wir setzen gezielt unsere Einsatzkräfte in einen Bereich und ziehen die Kräfte von woanders entsprechend zusammen.“

https://www.deutschlandfunk.de/erdbeben-alarmsystem-in-nrw-fuenf-minuten-bis-zur-warnung.676.de.html?dram:article_id=440231

»Dass es in Deutschland überhaupt eine Erdbebengefahr gibt, gerät schnell in Vergessenheit«, sagt Thomas Spies von der BGR. »Aber es ist ein trügerisches Gefühl der Sicherheit, denn im Prinzip kann in den deutschen Erdbebengebieten jederzeit ein Erdbeben der Magnitude fünf geschehen, das zumindest Schäden an Häusern auslöst und damit Menschen gefährdet.« Einmal pro Generation muss man statistisch damit rechnen; Ereignisse ab Stärke 5,5 kommen im Durchschnitt etwa alle 100 Jahre vor.

Deutschland liegt zwar mitten auf einer Erdplatte und hat darum – anders als Italien, die Türkei oder die Anrainer des Pazifiks – wenig von tektonischen Prozessen an deren Grenzen und Überlappungsbereichen zu befürchten. Dennoch gibt es Schwächezonen und Stress im Untergrund. Das Land besitzt, wenn man nach der Gewohnheit der Geoforscher jeweils einen schmalen Randstreifen seiner Nachbarstaaten mitrechnet, die größte seismische Aktivität nördlich der Alpen.

https://www.spektrum.de/news/in-jeder-generation-gibt-es-ein-erdbeben-in-deutschland/1648960


Nun haben Experten neues Kartenmaterial zur Erdbebengefährdung im Land vorgelegt. Es ersetzt die aktuell gültigen, zuletzt vor etwa 20 Jahren überarbeiteten Erdbebenzonen in den Baunormen

[image]
https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/erdbeben-hier-ist-das-risiko-in-deutschland-am-hoechsten-a-1212912.html

Grüße Explorer

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Kreisch!

dersoeflinger, Hauptstadt des Nebelreiches, Donnerstag, 29. August 2019, 09:16 vor 52 Tagen @ Explorer 329 mal gelesen

Hallo,

Lagen, die zu Übungen immer wieder herangezogen werden sind:

Pademie
Ausbruch eines Supervulkans
Meteoriteneinschlag
Zombieapokalypse

Dazu immer mein Lieblingsspruch: Die Frage ist nicht ob es passiert, sondern wann.

Diese Lagen bieten sich an, weil sie die Menschheit in ihrer Gesamtheit bedrohen und da sich der Mensch als sehr wichtig erachtet auch für die nötige Gänsehaut sorgen.

Die Zombieapokalypse ist übrigens kein Witz von mir, sondern wird in den USA tatsächlich als Szenario herangezogen. Nicht weil die Amis so abgefahren sind, sondern weil hier einfach der Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung angenommen werden kann.

Viele gute Vorsorgebücher verstecken sich übrigens hinter Zombies.

Was mich beim Thema Meteoriten verwundert hat:

Ein lächerlich geringer Teil des Raumes wird auf Bedrohungen überwacht.
Um eine Bedrohung abwenden zu können ist eine Vorwarnzeit von einhundert Jahren gewünscht.
Wobei sich die Wissenschaft heute noch nicht einig ist, wie so einem Steinbrocken zu begegnen ist.

Guck Deine Sechs

Peter:-D


Nicht ein Hängen an dem, was gestern war, sondern ein Leben aus dem, was immer gilt.

danke

IFan, Donnerstag, 29. August 2019, 23:43 vor 51 Tagen @ Explorer 272 mal gelesen

Hallo Explorer,

vielen Dank für die Erläuterungen und Hinweise. War mir nicht bewusst, dass Meteoriteneinschläge schon länger als mögliches Szenario auch in anderen Ländern durchdacht werden.

Meine Fragen waren eher als rhetorische Fragen gedacht, so zum Nachdenken; nicht unbedingt von der Vermutung ausgehend, dass da wirklich im Planungsstab etwas bekannt wäre. Das glaube ich selber nicht; selbst wenn da etwas im Anmarsch wäre, also etwas großes, und NASA o.ä. davon schon wüssten, würden sie dieses Wissen nicht an solche untergeordneten Behörden weitergeben. Die hätten viel zu viele Bedenken wegen der aufkommenden Unruhe und der (millionenfachen) Fragen, die gestellt werden würden.

Erdbeben sind nicht vorhersagbar, außer in sehr großem zeitlichen und räumlichen Maßstab (Eurasische Platte, Istanbul; "Das Große" am St. Andreas-Graben, Kalifornien - "Da wird etwas kommen!") und insofern würden selbst vermehrte Übungen kein Hinweis darauf sein, dass da etwas erwartet wird. Es kann nichts Konkretes erwartet werden, weil niemand weiß, ob und wann etwas kommt, jedenfalls in Deutschland (das "ob" gilt für die Türkei z.B. allerdings nicht).

Ja, soweit ich mich erinnere, hat der Untergang Sodoms und Gomorrhas tatsächlich etwas mit einem Meteoriteneinschlag zu tun; da gab es einmal eine Sendung, im öffentlich-rechtlichen sogar, meine ich.


Gruß, IFan

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