Re: Frage: (Über-) Lebenswichtige Medikamente

Geschrieben von Saurier61 am 11. März 2005 23:23:49:

Als Antwort auf: Re: Frage: (Über-) Lebenswichtige Medikamente geschrieben von Taurec am 11. März 2005 14:17:48:

Hi Taurec,
das Verfahren ist sehr aufwendig. Kannst du dir ungefähr so vorstellen:
Aus Eiweiß, dass aus 20 Aminosäuren besteht muß eine einzige herausgefiltert werden. Dafür müssen dann wieder Vitamine, Spurenelemente und Mineralien zugegeben werden, da diese ja auch mit der Diät sonst fehlen würden. Kann dann nur hoffen, dass die gerade ne große Produktion hatten.

Bei euch ist es das gleiche Problem, die Herstellung ist auch sehr aufwendig. Es ist quasi ein Peptidhormon, dass aus verschiedenen Aminosäuren hergestellt wird.
Aminosäuren = teuer

Wenn er ohne Medi 15-20L verlieren würde, wäre das nicht nur Wasser, er würde auch Mineralien und Salze (Elektrolyte) mit ausscheiden, die dann dem entsprechend "nachgefüllt" werden müssten. Wenn der Elektrolythaushalt zusammenbricht, kann er 50 l Wasser trinken und trocknet trotzdem aus.

Das fehlende Wachstumshormon ist auch nicht zu unterschätzen.
Das Wachstumshormon wird u.a. für die Regulation des Zucker- und Fettstoffwechsels oder für den Muskel- und Knochenstoffwechsel benötigt. Ein Mangel an Wachstumshormon kann das Herzinfarkt-Risiko bis um das Sechsfache erhöhen. Deshalb ist es auch für Erwachsene wichtig. Wenn auch nicht in der Größenordnug wie in der Wachstumsphase.

Eine verminderte Ausschüttung kann man wie gesagt durch Argininhaltige Lebensmittel anregen, aber das ist in diesem Fall leider nicht machbar.

Sollte es irgendwann notwendig sein, Apotheken zu plündern, solltet ihr welche nehmen, die ein Altenheim in unmittelbarer Nähe haben. Da ist das Medikament oft in größeren Mengen vorhanden.

Man hängt immer in der Scheiße, nur manchmal etwas tiefer.

Lieben Gruß von
Helga

>Mein Bruder hatte einen gutartigen Hypophysentumor, der zunächst das Wachstumshormon "abdrückte". Da dieser zu nahe am Sehnerv lag und bei weiterem Wachstum auf diesen zu treffen drohte, wurde er operativ entfernt. Durch die Operation wurde auch der Teil zerstört, der das Hormon Adiuretin herstellt.
>Beide Hormone werden jetzt von Außen zugeführt.
>Die Nieren sind also noch intakt.
>Da er bereits zwei Jahre ohne Wachstumshormon lebte (oder zumindest ohne ausreichender Menge), scheint dieser Mangel nicht lebensbedrohlich zu sein.
>Nebenwirkungen waren allerdings geringe Belastbarkeit und Stimmungsschwankungen.
>Da Adiuretin ist aber für den Wasserhaushalt unerlässlich. Folge eines Fehlens wäre ein großer Wasserverlust, der durch mehr Trinken kompensiert werden müßte.
>Ohne das Medikament würde er 15-20 Liter Wassers am Tag verlieren und daher auch wieder aufnehmen müßen.
>Bei einem Mangel an Trinkwasser ist das dementsprechend scheisse.
>Zudem sind körperliche Belastbarkeit und geistige Stabilität für die kommenden Zeiten wohl besonders wichtig.
>Bei deinem Enkel, wäre es vielleicht möglich, diese Arminosäurenmischung selber herzustellen? Kommt darauf an, wie kompliziert das ist. Das chemische Wissen müßtest du dir vorher anlesen. Notwendige Geräte könntest du gleich mit aus der Fabrik klauen und solange miteinlagern, bis das Pulver zur Neige geht.
>Gruß
>Taurec


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