asymmetrische Kriegsführung gegen die USA

Geschrieben von Andreas am 06. Februar 2005 12:24:22:

Als Antwort auf: Guter Bericht! geschrieben von Badland Warrior am 06. Februar 2005 10:37:12:

>Moin, Andreas!
>Danke für diesen Bericht. Der Vorschlag allerdings, die IN da ranzulassen, ist völliger Unfug. Die UN sind nur eine Muppetshow ohne wirkliche Befugnisse. Und man sollte denen auch nicht zuviel Macht geben.
>Es ist auf jeden Fall faszinierend, was da alles aufgezählt wird. Sollten die Russkis den Rotchinesen anfangen, kaspische Seemonster zu liefern, könnte es eng werden für Taiwan. Und auch für die USA. Die halbe flotte auf dem Meeresgrund, der Rest am Flüchten, und dann diese Riesendinger... Da wird einem anders, aber nicht besser... Fällt mir gerade so ein. Aber wir leben ja eh in interessanten Zeiten.
>Komm gut durch!
>Badland Warrior

Hallo Badland,

Was ich in meinem "kritischen Posting" allerdings vergass: Der Autor hat in einem ganz Recht: Ab einem gewissen Punkt könnte es eine Frage der Menge sein mit den Flugkörpern. Die luftgestützten AWACS und seegestützten Aegis-Überwachungssysteme können zwar Hunderte von Zielen gleichzeitig ausmachen, ich frage mich dennoch, welche realistischen Abwehrmöglichkeiten heute gegen eine Salve bestehend aus Dutzenden von Seezielflugkörpern bestehen. Man bedenke, welch grossen Problemen sich das derzeitige US-Raketenabwehrprogramm (Missile Defense), wo es um ballistische Interkontinentalraketen geht und die Vorwarnzeit, würde ich meinen, doch um einiges grösser ist. Die einzige Chance wäre m. E. die Flugkörper mehr oder weniger gleichzeitig mit elektronischen Störmassnahmen ausser Gefecht zu setzen.

Die US-Army hat bereits ihre Begrenzungen erfahren, wie wir im Irak sehen können. Trotz jahrelanger Vorbereitungen auf den Krieg in den Städten (je länger desto mehr Menschen leben in diesen wichtigen Ballungszentren moderner Industrienationen), hat sie die Situation nicht souverän unter Kontrolle.
Es tritt immer deutlicher zu Tage, dass als nächstes Opfer einer asymmetrischen Kriegsführung die US-Marine prädestiniert ist. Seezielflugkörper, mit taktischen Atomwaffen bestückte Langstreckenraketen, U-Boote und Minen stellen eine immer grössere Gefahr für die Trägerverbände dar. Die schiffgestützten Abwehrmöglichkeiten sind nur begrenzt modernisier- und ausbaubar, es fragt sich, ob diese Modernisierungen mithalten können mit den Innovationen auf der Seite der flexibleren "Aggressoren", die den taktischen Vorteil geniessen, den Zeitpunkt und die Art eines Angriffs sowie die Konzentration ihrer Kräfte wählen zu können.
China wäre dumm, jetzt ebenfalls wie die USA eine gewaltige Trägerflotte auszubauen. Vernünftiger wäre m. E. eine Strategie wie sie Deutschland gg. GB verfolgte, der Ausbau der U-Bootwaffe und der Marineflieger, bei gleichzeitig weiterlaufender Fertigung schwerer Überwassereinheiten.

Auch die US-Luftwaffe wird kaum für Jahrzehnte den Luftraum so uneingeschränkt beherrschen wie im letzten Jahrhundert. Die Fortschritte in der Raketentechnik werden auch sich auch in diesem Bereich auswirken. Einen Vorteil haben die Amerikaner noch dank der Stealth-Technologie, doch seit dem Abschuss eines F-117-Tarnkappenbombers hat auch diese Technologie ihre Aura der Unbesiegbarkeit eingebüsst. Stealth ist noch keineswegs ausgereift, das Ganze steht auf wackligen und kostspieligen Füssen, was erklärt, warum nur wenige F-117 und B-2 angeschafft wurden.
Berücksichtigt werden sollte auch die Tatsache, dass die Luftwaffe auf Stützpunkte in verbündeten Ländern angewiesen ist. Die Zahl derer dürfte über die Jahrzehnte schwinden.

Gruss
Andreas



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