Re: Analyse
Geschrieben von detlef am 28. Oktober 2005 14:41:23:
Als Antwort auf: Analyse geschrieben von BBouvier am 28. Oktober 2005 10:28:19:
hallo,
ich halte deine analyse fuer treffend.
allerdings fuerchte ich, dass, auch hier, nur sehr wenige sich genug aus den standard klischees werden erheben koennen, um sie zu wuerdigen.gruss,detlef
>Um die Ursachen der Krise, die Europa
>nun in den Abgrund stürzen wird, recht zu erfassen,
>müssen wir vorurteilsfrei uns die Geschichte
>der letzten 200 Jahre betrachten.
>Um 1780 blühte Europa und sollte
>in den nächsten Jahrzehnten sich den gesamten Erdball
>dienstbar machen.
>Faustisches Drängen in die Weite,
>gepaart mit keltisch-germanischer Tatkraft,
>gestützt auf seit Jahrhunderten sich reich entfaltende Kultur,
>hatten bis dato hienieden Einmaliges geschaffen.
>Beispielhaft ist Preußen, wo aus Entsagung,
>härtester Arbeit und frei dienender Pflichterfüllung,
>geleitet durch das Beispiel des Adels und des kultivierten Bürgertums buchstäblich aus dem „Nichts“ hersus eine Kontinentalmacht entstand.
>Die Städte wuchsen.
>Die Städte blühten auf.
>Wuchsen zu Metropolen.
>Vom Land strömten ab Beginn des 19. Jahrhunderts die Knechte,
>der harten Landarbeit und ihres 14-Stundentages überdrüssig,
>in die Fabriken.
>Illiterat und mit offenem Munde bestaunten sie,
>was Können, Fleiss, Tatkraft und Erfindungsreichtum Weniger
>dort in Jahrhunderten geschaffen hatte.
>Und bilden ab nun an das Potential für Demagogen, die ihnen erfolgreich einredeten, das alles sei doch eigentlich ihr Werk.
>Das alles stünde ihnen zu.
>Man betrüge sie um die Früchte ihrer Arbeit.
>Man beute sie aus.
>Sie seien zu Kurzgekommene.
>Man appellierte an die niedertsten Instinkte der Gosse.
>Den Neid.
>Kommunismus ist reine Neidkultur, künstlich gezüchtet durch Demagogen.
>Wieso eigentlich hätten sie selber weniger,
>als der tüchtige, der fleissige Handwerker oder der Unternehmer?
>Klassengegensätze werden ersonnen.
>Wo zuvor ein Volk – Jeder nach bestem Können – gemeinschaftlich
>am Staat gebaut hatte, wird nun zum Kampf aufgerufen.
>Gewerkschaften erpressen von den Tüchtigen Löhne,
>die deren Unternehmen an den Rand des Ruins treiben.
>Und somit die Nation und das allgemeine Wohlergehen untergraben.
>Mit dem allgemeinen Wahlrecht verschärft sich die Situation.
>Keine Partei kann sich es mehr leisten,
>nicht den „Arbeiter“ zu hätscheln.
>Um ihn hat sich nun alles zu drehen.
>Er wird zum verzogenen Schosskind.
>Während bisher Jedermann (wie die Bauern) es gewohnt war,
>wenigstens 12-16 Stunden täglich zu arbeiten,
>wird die 40-Stundenwoche gefordert.
>Und 1918 auch erreicht.
>„Zu arbeiten“ wird nicht als dem Leben sinngebende Aufgabe gesehen,
>sondern erfolgreich reden Demagogen der Unterschicht ein,
>Arbeit sei eine unbillige Zumutung von Ausbeutern,
>die selber untätig im Wohlstand prassten.
>Wobei darüber hinweggesehen wurde, dass der Bauer nach
>wie vor rund um die Uhr schafft.
>Und auch der Unternehmer.
>Und auch der Soldat.
>Und auch der Erfinder.
>Und der Ingenieur, den die zu lösenden Probleme nachts nicht schlafen lassen.
>Und auch der Arzt, der nächtens am Krankenbett sitzt.
>Und der Handwerksmeister, der bis tief in die Nacht über Werkstücken brütet.
>Und der Gaststättenbesitzer.
>Und der Musiker, und der Komponist.
>Und natürlich auch der König.
>„Freizeit“ – das gibt es für Die nur am Sonntag.
>Das gilt natürlich nicht für den Arbeiter, der sich den 8-Stundentag
>(ohne weitere Verantwortung!) ausbedungen hat.
>Alles hat sich nun nach ihm zu richten.
>Und seinen Ansprüchen.
>Wen kümmert der Bauer, dem Hagelschlag die Ernte vernichtet?
>Wen kümmert der Künstler, dessen Talent unbeachtet?
>Wen kümmert der Händler, dessen Geschäft falliert?
>Wen kümmert der Schiffsmakler, dessen Schiff die See verschlingt?
>Das Leben ist hart, und man muss sich ihm stellen.
>Unbegabte, Faule, Kranke, Verschwender, die frisst das Schicksal.
>Nur den Arbeiter nicht.
>Dem reden Demagogen eine Sonderrolle ein:
>Der streikt einfach.
>Dem werden (gratis!) Arbeiterwohnungen hingestellt.
>Der fordert (und das erfolgreich!) Lohn auch, wenn er Urlaub macht.
>(schon mal einen Bauern gesehen, der „Urlaub“ macht?)
>Oder, wenn er krank ist.
>Oder krank feiert.
>Der erpresst den Rest des Volkes mit schierer Masse via Parteien.
>Und ab nun wachsen die Ansprüche ins Unermessliche.
>Einen europäischen Arbeiter um 1955 würde Ludwig XIV.
>staunend und fassungslos beneiden.
>Wie eine Seuche greift nun das Anspruchsdenken um sich.
>Keiner will mehr richtig arbeiten.
>Es entsteht der „Wohlfahrtsstaat“.
>Machen wir uns nichts vor:
>„Rechts“ und „Links“-Parteien sind reine Augenwischerei
>und haben das selbe Ziel:
>Selber an die Stelle zu rücken, an der vormals der König sass,
>und dessen Ehren und dessen Rechte zu fordern.
>Nur, ohne dessen Pflichten und dessen Verantwortung nachzukommen.
>Man gibt vor, die Partei könne die Härte des irdischen Daseins
>dem Wähler abnehmen.
>Ein Kreuz an der richtigen Stelle genüge.
>Und es werden Steuern erhoben,
>dass den Parteien die Namen dafür ausgehen,
>und es wird das Land ruiniert, indem man die Wirtschaft
>mit immer neuen Abgaben und Forderungen ausblutet.
>Soldaten (!!) haben mittlerweile Anspruch auf die 40-Stundenwoche.
>Und die Parteien beeilen sich (sonst werden sie nämlich nicht gewählt !),
>den unersättlichen Moloch der Ansprüche zu füttern.
>Seit Anfang der 60er Jahre nur noch mit aufgenommenen Krediten.
>Die Tüchtigen werden erpresst, sie werden von den Faulen und Unbegabten ausgenommen und in den Ruin getrieben.
>=>Vor uns nun der allgemeine Ruin.
>„Unten“ hat den Staat übernommen.
>Denn nun fährt das System ungebremst gegen die Wand.
>Die verhätschelte Masse wird aufstehen und den roten Demagogen
>vollends anheimfallen.
>Die Weltrevolution der Verhätschelten steht ins Haus.
>Es wird ein Hauen und Stechen beginnen – Jeder gegen Jeden –
>Wie seit Marius und Sulla das Abendland nicht mehr gesehen.
>(Und damals aus den selben! Gründen)
>Und aus den Wirren wird der erste Cäsar sich erheben
>und die Parteien unter sich lassen.
>BB
"Es stimmt nicht, dass gegen die Dummheit kein Kraut wächst. Es wird nur keines angepflanzt", hatte schon Georg Christoph Lichtenberg notiert. Wo "Peak Oil" uns nun zwingt, die Dummheit der Öl-Abhängigkeit zu überwinden, sollte es an der Intelligenz, auf Hanf zu setzen, nicht mehr lange fehlen. Es gibt viel zu tun, pflanzen wir's an!