Newton-Spiegelteleskop - Temple 1 und die Schwarzseher

Geschrieben von John am 02. Juli 2005 22:49:32:

Als Antwort auf: Himmlisches Feuerwerk geschrieben von Thorshammer am 01. Juli 2005 14:29:48:

Ziel der neuen Mission ist der Komet „9 P/ Temple 1“, der alle fünfeinhalb Jahre die Sonne umkreist. Für das bloße Auge ist „Temple 1“ derzeit nicht sichtbar. Das könnte sich bald ändern. Am 4. Juli, um 7. 53 Mitteleuropäischer Sommerzeit, soll das irdische Geschoss auf den Kometen aufschlagen. Die Forscher hoffen, dass beim Aufprall viel Material aus dem Inneren entweicht, das Astronomen dann analysieren können.

Nicht auszuschließen ist sogar ein Auseinanderbrechen des friedlich dahinziehenden Weltraumwanderers. Sollte das geschehen, will die russische Astrologin Marina Bai die NASA vor einem Moskauer Gericht verklagen. Die Zerstörung des Kometen, so berichtete sie kürzlich gegenüber der Nachrichtenagentur „mosnew“, würde „die natürliche Balance des Universums“ gefährden und das „System spiritueller Werte“ verletzen. Als Entschädigung verlangt die Wahrsagerin von der NASA 311 Millionen US-Dollar. Moralische Unterstützung erhält sie von einigen russischen Wissenschaftlern, die ihren Kollegen in den USA einen „kosmischen Vandalismus“ vorgeworfen haben sollen. Rechtlich ist eine Klage gegen die NASA vor einem MoskauerGericht durchaus zulässig, denn die USBehörde ist mit Experten u. a. in Baikonour tätig. Sollte es zu einem Prozess kommen, beurteilen Juristen die Erfolgschancen allerdings nicht viel besser, als die Zuverlässigkeit astrologischer Wahrsagungen.

Europas Astronomen sind nur Zuschauer, wenn Amerika „Temple 1“ unter Beschuss nimmmt. Immerhin hat ihre rund 80 Millionen Kilometer vom Ort des Geschehens entfernte Raumsonde „Rosetta“ einen Logenplatz.

Auch bei der Europäischen Südsternwarte bereiten sich Forscher auf das besondere Ereignis vor, so Pressesprecher Henri Boffin. Die ersten Bilder von europäischen Teleskopen werden am Montagabend erwartet. Hinschauen könnte sich lohnen.


Weiteres !!!

http://www.volksstimme.de/debatte/show_fullarticle.asp?Bereich=Meinung%20und%


SONNENBÜHL-GENKINGEN. Die vielen Wolken derzeit am Nachthimmel sind Martin Wagner gar nicht recht. Gern hätte er freie Sicht ins All, wenn am Montag, 4. Juli, die NASA-Sonde »Deep Impact« mit dem Kometen »Temple 1« kollidiert. So ein angekündigtes Ereignis hat es schließlich bisher nicht gegeben. Als begeisterter Sternengucker möchte der 33-Jährige sich das nicht entgehen lassen. Martin Wagner hat seine Leidenschaft inzwischen zum »Nebenjob« gemacht.

Und natürlich hat er seine Ausrüstung ständig verbessert.

Mit seinem Newton-Spiegelteleskop

http://www.gea.de/detail/449961

(1 300 Millimeter Brennweite, 25 Zentimeter Durchmesser, Blende 5,1) kann er weit ins All hineinschauen. Die Bilder macht er inzwischen mit Digitalkameras und der so genannten CCD-Technik, die speziell für die Astronomie entwickelt worden ist. »Damit kann ich Aufnahmen machen von Galaxien, die hundert Millionen Lichtjahre entfernt sind«, schwärmt er. Dass diese Galaxien dann nur noch als winzige Punkte zu erkennen sind, tut seiner Begeisterung keinen Abbruch. Auf die Tatsache, dass es möglich ist, kommt es ihm an. So hat er in den zurückliegenden Jahren schon beinahe alles fotografiert: Polarlichter über der Alb, den Mond in vielen Details, Mond- und Sonnenfinsternisse, alle Planeten, außergewöhnliche Planeten-Begegnungen (Konjunktionen), viele verschiedene Sternennebel, Galaxien. Und natürlich auch schon den Kometen »Temple 1« - vor der Kollision mit der Sonde »Deep Impact«.


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