Re: Reaktionär und autoritär: die USA

Geschrieben von Marc Malbec am 04. Februar 2004 14:38:14:

Als Antwort auf: Re: Ein Streifzug durch die USA geschrieben von JeFra am 04. Februar 2004 02:18:20:

Hallo JeFra,

weil hierzulande die USA allzu leicht und vorschnell als Mutterland der Demokratie gelten, denen es gestattet ist, seine Segnungen, wenn nötig, mit Waffengewalt über alle Lande auszubreiten, ein paar Ergänzungen:

Zum festen Bestandteil dieses Stereotyps der Re-Education gehört es auch, Deutschland als wahren Hort des Bösen, von Obrigkeitsstaat, Unterdrückung und angeborenem Rassismus zu denunzieren.

Nichts könnte verkehrter sein!

Diejenigen, die in den USA den exclusiven Bannerträger der Demokratie zu erblicken glauben, übersehen allzu geflissentlich die freiheilichen Traditionen Deutschlands.

Ich denke dabei nicht nur an den Aufstand gegen die römischen Besatzer (Varus, Teutoburger Wald, Wiehengebirge) oder die Bauernaufstände (Th. Müntzer), ich möchte aktuellere Beispiele heranziehen.

Die gescheiterte Revolution von 1848 und die Verfassung des Kaiserreichs von 1871.

Selbstverständlich ist es ein Leichtes, denjenigen, die sich um eine Ehrenrettung des eigenen Landes bemühen, vorzuhalten, daß die Revolution von 1848, anders als die französische von 1789, gescheitert ist.

Zumindest sollte es als bemerkenswertes Sich-Aufbäumen der deutschen freiheitlichen Gesinnung zur Kenntnis genommen werden. Wie auch andere Aktionen des Widerstands, auf die wir in God´s Own Country bislang vergeblich warten.

Ich will aber auf etwas anderes hinaus. Wer weiß schon, daß in der Verfassung des Deutschen Reichs von 1871 Grund- und Menschenrechte garantiert waren, die in den USA erst 100 Jahre später (1966, ich habe ein wenig aufgerundet) verwirklicht wurden.

Bei und gab es keine Rassendiskriminierung, nicht einmal in den Zeiten des preussischen Obrigkeitsstaates! (Das wäre mal ein Thema für Verfassungsjuristen, die USA und das Deutsche Reich von 1871 unter dem Aspekt der Verwirklichung demokratischer Freiheiten zu vergleichen.)

Wenn ich richtig informiert bin, haben in den USA erst 1966 die Schwarzen ihre vollen Bürgerrechte erhalten.

Und dieses Land maßt sich an, der moralische Lehrmeister der ganzen Welt sein zu wollen!

Genau jenes Land, das die zweite deutsche Demokratie, die Weimarer Republik, durch seine Beteiligung am Versailler Diktat und durch die Finanzierung Adolf Hitlers mutwillig zu Fall gebracht hat. Und wie es aussieht, wird auch die dritte Deutsche Demokratie, die von 1949, auf dem Altar des amerikanischen Hegemoniestrebens geopfert werden.

Wer´s nicht glauben kann, welche Seite den "Führer" zur Macht verholfen hat, soll sich bitte eine Rede von Samuel Untermeyer (Präsident der World Jewish Economic Federation) am 6.8.1933 im New Yorker Radiosender WABS zugänglich machen, wo er nicht nur Deutschland den Krieg erklärt, sondern zugleich die Verantwortung des amerikanischen Großkapitals in deutlichen Worten herausstellt.

Marc Malbec





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