Re: @Swissman: Ihr Beitrag

Geschrieben von JeFra am 04. November 2003 02:04:15:

Als Antwort auf: @Swissman: Ihr Beitrag geschrieben von JeFra am 04. November 2003 01:14:36:

Für mich ist die Frage dem ethnischen Ursprung des jüdischen Volkes nicht sonderlich interessant. Ich versuche zur Begründung meiner Postition a) einigermaßen akzeptable Quellen dafür zu bringen, daß es intensive Zusammenarbeit zwischen dem Linksextremismus und jüdischen Organisationen gibt und b) diese Politik gerade mit der übereinstimmt, die man von einer Religionsgemeinschaft erwarten würde, die das AT zur Grundlage hat und diesen Ursprung ernst nimmt. Trotzdem zur Frage der Konvertiten folgende Bemerkung. Das Chasaren-Thema ist ziemlich heikel, das Buch von E. Soratroi dazu befindet sich laut vho.org auf dem bundesdeutschen Index, und mein Eindruck ist, daß das bekannte Werk von Koestler zu dieser Frage wenigstens unerwünscht ist. Weil `Eindruck' keine zitierfähige Quelle und `unerwünscht' ein eher schwammiger Begriff ist, habe ich heute in der Bibliothek einige Bücher dazu durchgesehen, nämlich eine von Julius H. Schoeps herausgegebene jüdische Enzyklopädie, den dumont Schnellkurs Judentum von M. Grübel und die Enzyklopädia Britannica. Sie vertreten alle irgendeine Variante der These, daß die aschkenazischen Juden von den während der Kreuzzüge aus dem Rheingebiet vertriebenen Juden abstammen. Das ist genau die Theorie, die Koestler in seinem Buch zu widerlegen versucht. Die Chasaren werden im dumont-Schnellkurs gar nicht erwähnt, in der Britannica wird der mögliche Zusammenhang zum Ostjudentum verschwiegen und in der jüdischen Enzyklopädie nur die Möglichkeit erwähnt, und zwar nicht in dem Beitrag über die ashkenazischen Juden. Ich könnte noch eine vielbändige englischsprachige jüdische Enzyklopädie konsultieren, erwarte aber davon eigentlich kein anderes Ergebnis mehr.


Was Sie über die Chasaren schreiben, ist also eine eher unorthodoxe These. Wenn Sie Recht haben sollten, geht es um eine Tatsache, die bestimmten jüdischen Kreisen ziemlich unangenehm ist. Übrigens legt die Britannica den Abstieg des Chasarenreiches auf 1030, also lange vor dem Mongolensturm, although they continue to be mentioned as late as the 12th century.


Generell sind im AT die rassistischen Tendenzen ziemlich stark, siehe etwa das Massaker von Sichem, das Schicksal der Söhne Judas und der Tochter des Kanaanäers Sua, Num. 25:8, Ezra 2:59-62 bzw. Nehemia 7:61-64. Deut. 23 macht ziemlich detailierte Vorschriften darüber, wer aufgenommen werden darf und wer selbst im 10. Glied nicht aufgenommen werden darf. Ob die Aufnahme der Familie Rahabs mit Deut. 23 konform ging oder eine Ausnahme davon war, ist mir nicht klar. Auf jeden Fall erstaunt es vor diesem Hintergrund nicht, daß die Frage der Herkunft der aschkenazischen Juden von den Chasaren ein Tabuthema ist.


An die äthiopische Bundeslade glaube ich eher nicht. Den Sumerern kaufen wir ja die 43200-jährige Regierungszeit des En-me-en-lu2-an-na auch nicht ab, noch den Römern die Heldentaten des Mucius Scaevola oder des Horatius Cocles. Warum sollte man das bei der äthiopischen Bundeslade anders halten? Wo auf diesem Gebiet manchmal gelogen wurde, daß die Balken sich biegen? Schon die Spartaner haben sich anscheinend (ich glaube, im 2. Makkabäerbuch) eine Herkunft vom Auserwählten Volk anzudichten versucht.


Gruss
JeFra


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