Re: Russland, Einkreisung und Multipolarität
Geschrieben von katzenhai2 am 03. Oktober 2003 20:51:38:
Als Antwort auf: Russland, Einkreisung und Multipolarität geschrieben von Andreas am 03. Oktober 2003 14:59:57:
Die Sichtweise bzgl. der Einkreisung und der Vergleich zum ersten Weltkrieg ist gar nicht mal so dumm. Allerdings wurde Deutschland vor dem ersten Weltkrieg von allen beteiligten Ländern, die die Weltmacht über Kolonisation erreichen wollten, bedrängt und nicht nur von einem Land.
Dies gilt hier ähnlich wegen der NATO, allerdings bestimmen die USA ja nicht die NATO-Strategien, sondern auch noch die anderen Mitglieder und da dürfte in erster Linie Deutschland eine andere Meinung bzw. eine ähnliche Ansicht wie die Rußlands vertreten.
Vielleicht war es gar nicht so verkehrt, die alten CDU-Strukturen einmal loszuwerden und mittels der SPD-Regierung eine deutsche Neuausrichtung in der europäischen Politik zu forcieren. Denn die alten CDU-Garden hätten möglicherweise sonst so wie hier im Forum auch immer noch das Kalte-Krieg-Syndrom gehabt; siehe Stoibers und Merkels Ansichten zum Irakkrieg.
>> Die Möglichkeit, dass sich das Volk irgendwann einen starken Mann an die Spitze wählt, der das
>> mit einer forcierten Rüstungspolitik und aussenpolitischen Abenteuer "befreien" will, muss im
>> Lichte des Gesagten als gegeben angesehen werden.Die ist natürlich gegeben, aber dazu sollte man sich auch die Stimmung des Volkes näher ansehen. Diese ist dem Westen nicht abgeneigt so wie damals Deutschland. Damals wurde noch mit Stolz gekämpft, das sieht heutzutage anders aus, da zieht niemand mehr mit Stolz in einen Krieg. Die Zeiten haben sich, was diese Stimmungen angehen, wirklich geändert.
Es wäre also selbst für einen Diktator gar nicht mehr so leicht, Rußland so hochzurüsten wie Deutschland und die Mithilfe des russischen Volkes zu haben.
Wegen diesen notwendigen Vorbereitungen denke ich ist ein Szenario dieser Art nicht unter 30 Jahren zu schaffen.Ich gehe aber sowieso davon aus, daß die USA über kurz oder lang ihren Weltmachtstatus verlieren werden aufgrund starker wirtschaftlicher Probleme, womit sich diese unipolare Struktur von selbst beenden wird.