Russland, Einkreisung und Multipolarität

Geschrieben von Andreas am 03. Oktober 2003 14:59:57:

Als Antwort auf: Re: Russland droht mit Erstschlag und warnt die NATO geschrieben von JBl am 03. Oktober 2003 14:35:39:

Hallo Jürgen und Katzenhai

>Hallo Katzenhai,
>das sehe ich ja auch als Möglichkeit so.
>>Die USA respektive die NATO kreist Rußland ja auch regelrecht ein.
>Klar kann das ein Wink mit dem Zaunpfahl sein.
>Sollte die NATO sich darum jedoch nicht kümmern, denke ich schon, daß es kritisch werden könnte in der einen oder anderen Form. Denke auch an Kosovo und Wesley Clark.
>Ich lege mich da auch nicht fest, für mich gibt es mehrere Möglichkeiten, da ich es nicht weiß. Es können nur Vermutungen sein.
>Manchmal denke ich, so gefährlich der Kalte Krieg auch war, irgendwie wußte jeder wie weit er gehen konnte, und nicht weiter, heute ist alles im fließen und es weiß keiner mehr so richtig. Die Weltsituation kommt mir heute instabieler vor.
>Allerdings kann ich auch nicht verleugnen was Ahlfi geschrieben hat. Er könnte genauso richtig liegen. Seine Gedanken kann ich auch gut nachvollziehen. Vielleicht auch Du (daß es lt. Remote Viewing nächstes Jahr aufwärts geht), allerdings glaube ich das am allerwenigsten. Aber wie gesagt ich weiß es nicht und bin auch kein Seher.
>Bin ich jetzt nur selbstkritisch, oder schon schitzophren ??? ;-)))
>Gruß
>Jürgen


Eure Überlegungen finde ich gut. Wie Jürgen sagt, hat das bipolare System doch immerhin eine gewisse Stabilität gewährleistet, wobei sich dies natürlich für uns und im Nachhinein leicht sagt (Instabilität in Südamerika und Afrika).

In den Internationalen Beziehungen meint man:
Unipolare Systeme > bipolare Systeme > multipolare Systeme
> = stabiler als

Auch der Hinweis von Katzenhai auf die Einkreisung finde ich originell, könnte man doch in gewisser Weise die Brücke schlagen zur (von einigen Politkern wahrgenommenen) Einkreisung des Deutschen Reiches vor dem Ersten Weltkrieg. Was England für Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg war, ist heute Amerika für Russland, wobei China die Rolle Russlands vor dem Ersten Weltkrieg einnehmen würde. Hinzu kommt - worauf Widdowson aufmerksam macht - die Demütigung Russlands nach dem Ende des Kalten Krieges, insbesondere auch die territoriale. Russland ist umgeben von Nachbarn, in denen etwa 20 Millionen Russen leben. Somit ist wieder der Vergleich mit Deutschland (Ostpreussen, Saarland). Die Möglichkeit, dass sich das Volk irgendwann einen starken Mann an die Spitze wählt, der das mit einer forcierten Rüstungspolitik und aussenpolitischen Abenteuer "befreien" will, muss im Lichte des Gesagten als gegeben angesehen werden.

Gruss
Andreas


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