Re: Seht es mal so..

Geschrieben von Gandalf am 03. Juli 2003 10:54:50:

Als Antwort auf: Seht es mal so.. geschrieben von Bonnie am 03. Juli 2003 08:44:16:

>Es ist natürlich eine Entscheidung des einzelnen, in der Armee zu arbeiten. In der Armee zu arbeiten, bedeutet u.U. andere zu töten. Das weiß man.
>In Berufsarmeen in die Entscheidung sehr deutlich und bei Wehrpflicht-Armeen weniger deutlich.
>Reinkarnationstheoretisch betrachtet haben diejenigen, die sich entschließen, zur Armee zu gehen, die Täter / Opfer-Problematik oder das Gewaltthema zu bearbeiten. Diejenigen, die es nicht in die Armee zieht, haben das Thema nicht mehr oder noch nicht.
>Die radikalen Pazifisten, die sich durch Kampf gegen den Kampf ständig mit dem Thema beschäftigen, sind vielleicht gerade dabei, sich aus dem Spiel auszuklinken, stehen dem aber noch sehr nahe.
>Na, was haltet ihr von der Sichtweise ?
>Liebe Grüsse, Bonnie

Hi Bonnie

Ich bin nicht gegen Armee und kann mir auch vorstellen Soldat zu werden.
Des weiteren hab ich da völlig für Verständnis, daß eine Armee kein Sauhaufen von Chaoten sein kann. Ich finde Gehorsam hat seine Berechtigung, aber blinder ?
Dieses "Befehl ist Befehl"-gesülze geht mir dann aber doch auf den Senkel.
Ich stell mir einen Soldaten vor, der den Befehl bekommt über einer Stadt eine Atombombe abzuwerfen: Ich frag mich liebe "Das-Denken-und-Entscheiden-überlaß-ich-anderen-Experten" (was muß einem eigentlich im Leben passiert sein, um unter so einer nachhaltigen Persönlichkeitsstörung zu leiden, zu so einer Einstellung zu kommen?), wo ist da
die Grenze, bei welchem Verbrechen wäre auch für dich das Ende der Fahnenstange erreicht?
Zu Reinkarnation und Karma: Ich kann wohl unterscheiden zwichen dem was ich weiß
und dem was ich gerne hätte. Aber ich muß es wenigstens für möglich halten, daß es in dieser Welt, zu mindestens auf lange Sicht eine Gerechtigkeit gib, um mit dieser Welt klar zu kommen. Mein Radiowecker weckt mich Früh mit dem Lied "Du mußt ein Schwein sein in dieser Welt...", der Rest des Tages scheint dann eine strenge Beweisführung dieser Behauptung zu sein.
Könnte ich es nicht mehr für möglich halten oder sollte ich mich mit einer Jenseitsvertröstung zu frieden geben sollen, würde ich mir wahrscheinlich eine kleine Hütte im Wald bauen und wollte mit dieser Welt nichts mehr zu tun haben. Und dann würde ich den Architekten dieser Welt fragen: "Ich sehe die Sterne deiner Finger Werk, ich sehe die Vollkommenheit des menschlichen Körpers oder z.B. der Gesetze der Zahlentheorie... alles Ausdruck absoluter mir unbegreiflicher Genialität. Aber ich hätte da doch noch so einige Verbesserungsvorschläge anzubringen, ich meine wenn`s dich interessiert."
Wenn es das Gesetz von Ursache und Wirkung wirklich gibt, so ist es sicher komplizierter als das man es in wenigen Worten sagen kann. Ich denke da an eine konkrete Abwägung, warum einer so handelte und was er dachte. Wobei ich mich schon frage was so die nächsten 1000 Leben so ein Atombomberpilot für ein Schiksal haben wird.
Zu Pazifisten: Wie man bei Gandhi gesehen hat kann so eine Einstellung eine durch aus wirksame Kampfmethode sein, aber zum Prinzip würde ich sie nicht erheben. Mir geht es gerade darum, warum man im Handeln eine Unterscheidung zwichen Soldat und Nicht-Soldat machen soll. Ich war vor Jahren Pazifist. Das führte dann dahin, daß einige Leute glaubten dies ist nur Dummheit, Feigheit und Schwäche und sei als Freibrief zu verstehen sich die größten Unverschämtheiten herauszunehmen. Mit einem Rundumschlag hab ich dann mal Klarherit geschafft. Das gleiche gilt im Großen. Ich denke auch durch nicht Handeln kann man sich schlechtes Karma zuziehen.

GANDALF


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